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Christoph Vavrik wird ein Schwarzer

Homophober NEOS-Abgeordneter läuft zur ÖVP über

Mit seinen linksliberalen Parteifreunden kam Christoph Vavrik nach einer homophoben Tirade nicht mehr zurecht. Die konservative Volkspartei nahm ihn aber mit Kusshand.


Christoph Vavrik hatte die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare als "gesellschaftliche Abartigkeit" bezeichnet und mit Sklaverei gleichgesetzt (Bild: NEOS)

Der nach homophoben Äußerungen in seiner linksliberalen NEOS-Fraktion in Ungnade gefallene österreichische Nationalratsabgeordnete Christoph Vavrik hat am Donnerstag seinen Übertritt zur Fraktion der konservativen Volkspartei ÖVP bekannt gegeben. "Ich habe schon immer ÖVP gewählt", begründete Vavrik seinen Übertritt. "Ich sehe in dieser Partei die einzig positive Kraft für die Erneuerung Österreichs."

Vavrik hatte im vergangenen November mit einem Facebook-Eintrag für Empörung auch innerhalb seiner erst vor fünf Jahren gegründeten Partei gesorgt. In der nach kurzer Zeit wieder gelöschten Nachricht setzte er die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare mit Sklaverei gleich (queer.de berichtete). Wörtlich hatte er geschrieben: "O tempora, o mores! Künftige Zivilisationen werden auf solche gesellschaftliche Abartigkeiten mit demselben Unverständnis blicken wie wir heute auf die Sklaverei…"

Zwar entschuldigte sich Vavrik nach dem Fraktionsübertritt – bereits zum wiederholten Male – für die "unentschuldbare Äußerung". Der 55-Jährige erklärte aber auch, dass die Kritik von Parteifreunden an seinem homophoben Beitrag zum "endgültigen Riss" mit den NEOS geführt habe. ÖVP-Fraktionschef Reinhold Lopatka begrüßte seinen neuen Fraktionskollegen überschwänglich – Vavrik sei "wie kaum ein zweiter Abgeordneter weltoffen und international unterwegs", sagte Lopatka.

ÖVP als Heimat der Homophobie

Die NEOS-Parteiführung zeigte sich enttäuscht über den Schritt Vavriks. Er habe damit die interne Vereinbarung gebrochen, Ende März sein Mandat zurückzugeben. "Nach allem, was NEOS mit Herrn Vavrik nach seiner verbalen Entgleisung letzten Herbst vereinbart hatte, um ihm ein ordnungsgemäßes Ausscheiden aus seinem Mandat zu ermöglichen, ist diese Nachricht eine ungeheure menschliche und politische Enttäuschung", sagte Generalsekretär Nikola Donig. Man sei erst am Donnerstagmorgen über den Wechsel informiert worden. Es sei bezeichnend, "dass die ÖVP sich heute als politische Heimat für homophobe Äußerungen sieht. Das sagt alles über Stil und Einstellung der handelnden Personen."

Der Übertritt führt dazu, dass die NEOS-Fraktion auf acht Abgeordnete schrumpft, während die ÖVP fortan 51 Vertreter im Nationalrat hat – und damit nur noch einen weniger als Koalitionspartner SPÖ. Zu Beginn der Legislaturperiode hatte die SPÖ noch fünf Abgeordnete mehr als die Volkspartei. Seit der Wahl 2013 hatte die Schwesterpartei von CDU und CSU bereits mehrere Abgeordnete der rechtspopulistischen Partei "Team Stronach" zum Übertritt bewegen können. Die nächste Nationalratswahl wird voraussichtlich im Herbst 2018 stattfinden. (dk)



#1 Paulus47Anonym
  • 30.03.2017, 18:40h
  • Mit solchen homophoben Kommentaren hat man auch in der Parteienfamilie liberaler Parteien echt NICHTS verloren und selbst in der ÖVP dürfte mit Teilen der Partei Probleme bekommen. Besser er wäre zur FPÖ übergetreten, denn dort gehört er hin.
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#2 Patroklos
#3 TheDadProfil
  • 30.03.2017, 22:40hHannover
  • "" "Ich habe schon immer ÖVP gewählt" ""..

    Das erinnert mich jetzt an jemanden der hier ständig "Wahlempfehlungen" absondert..

    Der dann 2immer nur die eine partei" wählt, außer wenn es drauf ankommt..

    Wie kann man eigentlich als Parteimitglied der "NEOS" angeben immer nur die "ÖVP" gewählt zu haben ?
    Man arbeitet für und in einer Partei für Ziele, und waählt dann gegen diese den "politischen Gegner" ?
    Wie Schizophren kann man sein ?
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#4 leERtASte_
  • 31.03.2017, 11:03h
  • Antwort auf #3 von TheDad
  • Das kann fast nur eine dreiste Lüge von Vavrik sein. Würde eh perfekt ins Bild passen und in der ÖVP ist er gut aufgehoben damit.

    Dass er bis zur letzten Wahl immer ÖVP gewählt hat, glaub ich ihm sofort. NEOS (quasi die FDP in Ö) ist eine Art Abspaltung von Liberalen denen die ÖVP zu konservativ und deren Strukturen zu lähmend waren. Bei der letzten Wahl 2013 trat NEOS das erste mal an.
    Der Einzug der NEOS in den Nationalrat war relativ knapp und nicht unbedingt erwartet worden vor der Wahl.
    Dass er sich bei dieser Wahl nicht selbst und seine Partei gewählt hat, kann ihm keiner glauben. Das ist Anbiederung an seine neue alte Heimat, dass einem schlecht wird.

    Etwas gutes hat es aber. Er war der Einzige der NEOS Abgeordneten, die bei einer Abstimmung über die Eheöffnung dagegen gestimmt hat. Also passt er eh besser zur ÖVP.
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