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Stolz auf schwules Geierpaar

Tierpark Nordhorn klärt Mitarbeiter über Regenbogenfamilien auf

Nachdem ein lesbisches Paar mit Tochter an der Kasse Schwierigkeiten hatte, eine Familienkarte zu bekommen, setzt die Zoo-Leitung auf Aufklärung.


Im Tierpark Nordhorn, der sich als "Familienzoo im Grünen" vermarktet, leben rund 2.000 Tiere aus 100 verschiedenen Arten (Bild: Heribert Duling / wikipedia)

Mit einem Leserbrief in den "Grafschafter Nachrichten" machte eine Großmutter aus Neuenhaus auf eine Diskriminierung im Tierpark Nordhorn aufmerksam. Im Februar seien ihrer lesbischen Tochter, ihrer Schwiegertochter sowie ihrer Enkelin an der Kasse eine ermäßigte Familien-Jahreskarte zunächst verweigert und nach Protesten nur widerwillig ausgestellt worden.

In einer Stellungnahme zeigte sich der Tierpark bestürzt über den Vorfall. "Der Familienbegriff ist im Unternehmen weit gefasst", heißt es darin. "Der Tierpark Nordhorn hat schon vor Jahren seine Zooordnung entsprechend sprachlich breit formuliert um den unterschiedlichen Familienentwürfen seiner Gäste gerecht zu werden. Hierin wird neben 'Vater und Mutter' ausdrücklich zusätzlich von 'zwei Erwachsenen' und deren jeweiligen Kindern gesprochen um auch diese Lebensentwürfe zu inkludieren."

Schwules Geierpaar sollte Ei ausbrüten

Als Zoo in der Grenzregion zu den Niederlanden sei man besonders weltoffen, betonte der geschäftsführende Leiter Nils Kramer im Gespräch mit "Ems Vechte News". "Familien mit gleichgeschlechtlichen Elternteilen sind uns genauso willkommen wie andere." Er verwies nicht zuletzt auf das schwule Geierpärchen, für das der Tierpark bundesweit bekannt sei. Im vergangenen Jahr legte die Tierpfleger den beiden Vögeln Isis und Nordhorn sogar ein Ei zum Brüten ins Nest – allerdings ohne Erfolg.


Keine Probleme mit Regenbogenfamilien: Der Tierpark Nordhorn legte dem schwulen Geierpaar Isis und Nordhorn ein Ei ins Nest (Bild: Franz Frieling / Tierpark Nordhorn)

Den diskriminierenden Vorfall will Kramer als Chance nutzen, besser über Familienvielfalt aufzuklären. In der Stellungnahme des Zoo heißt es: "Wir haben dieses noch einmal intern zum Anlass genommen, auf unsere Unternehmensphilosophie und die entsprechenden Regelungen hinzuweisen." Zu den lesbischen Eltern habe man Kontakt aufgenommen.

Regenbogenfamilien werden öfter diskriminiert

Auch in anderen Orten hatte es Streit um Familienkarten gegeben: Der Leipziger Zoo erkannte etwa bis 2013 nur Hetero-Paare und deren Kinder als Familien an (queer.de berichtete). Auch das Wabach-Bad im westfälischen Bad Laasphe verwehrte einem homosexuellen Paar mit Kindern 2015 den Familienrabatt (queer.de berichtete).

Im vergangenen Jahr beschwerten sich mehrere Regenbogenfamilien, dass sie beim Kauf eines Familientickets im Freizeitbad "Aqua Marien" im sächsischen Marienberg anders als Heterosexuelle nachweisen mussten, dass sie wirklich eine Familie sind (queer.de berichtete). Zuletzt beendete Anfang März das Freibad Hermeskeil in Rheinland-Pfalz die Diskriminierung von Regenbogenfamilien (queer.de berichtete). (cw)



#1 RobinAnonym
  • 31.03.2017, 10:36h
  • Sehr vorbildlich.

    Es kann ja mal passieren, dass ein Mitarbeiter nicht bescheid weiß, wie so eine Situation zu handhaben ist. Aber im Gegensatz zu manch anderen, die versuchen, das zu rechtfertigen, wird hier der Fehler eingesehen und gehandelt, so dass das nicht nochmal passieren kann.

    Noch schöner wäre es natürlich, wenn man nicht erst nach einem entsprechenden Vorfall aktiv würde, sondern generell die Eintrittsbedingungen so gestalten würde, dass es da keine Zweifel gibt und auch das Kassenpersonal von Anfang an bescheid weiß. Aber wenigstens hat man hier nachträglich vorbildlich reagiert.
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#2 Tommy0607Profil
  • 31.03.2017, 17:24hEtzbach
  • Manchmal weiss man nicht , was es bei Homosexualität zu diskutieren gibt . Diese Sexualität ist wie jede andere . Und besonders , wenn man im Zoo mit Tieren arbeitet : Da weiss man es auch, dass es diese Sexualität auch im Tierreich gibt. Manchmal ist DIESE Spezies Mensch einfach nur stur und engherzig!
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