Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28549

Früheres Calvin-Klein-Model

"Walking Dead": Schauspieler Daniel Newman outet sich

Er sei jetzt offen und stolz schwul, meinte der rothaarige Star auf Twitter. Denn die Jugend brauche Vorbilder.


Daniel Newman als Zombie-Bekämpfer in "The Walking Dead" (Bild: instagram)

Der amerikanische Künstler, Schauspieler und Musiker Daniel Christopher Newman, der in der Zombie-Serie "The Walking Dead" die Nebenrolle Daniel spielt, hat sich in einem inzwischen viral verbreitenden Tweet als schwul geoutet.

"Ich bin offen und stolz #LGBT", schrieb er in der Nacht zum Freitag in dem sozialen Netzwerk. An Follower aus der Community gerichtet meinte er, dass er sie möge: "Seid stolz darauf, ihr selbst zu sein. Wir brauchen jeden so, wie er ist."

Twitter / DanielNewman

Auch auf Instagram veröffentlichte Newman die Botschaft. Später folgte ein Youtube-Video, in dem er über seine Motivation zu dem öffentlichen Coming-out erzählte: Bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit in einem Projekt für obdachlose LGBTI-Jugendliche habe sich ein Mädchen bei ihm überschwänglich bedankt, dass er sie als Heterosexueller unterstütze. Als er meinte, dass er schwul sei, habe sie gefragt, warum er das nicht öffentlich gemacht habe: "Du kannst dabei helfen, unser Leben zu verändern."

"Das hat mich wie ein Schlag in den Bauch getroffen", so Newman. "Ich habe begriffen, wie wichtig es in diesen Zeiten ist, sichtbar zu sein. Dass Menschen wissen, wer Du bist." Wenn man tolle Leute habe, Sportler, Schauspieler oder Ärzte und Rechtsanwälte, "Helden in jeder Community und Nachbarschaft", und diese möglichen Vorbilder ihre Homosexualität versteckten, schadeten sie damit Millionen von Menschen.

Schweigen gefährdet

Newman, der auch in Nebenrollen u.a. in "The Vampire Diaries", "Homeland", "Sex and the City" und "Cirque du Freak" zu sehen war und als Musiker zum Soundtrack von "Twilight" beitrug, meinte weiter: "Durch unser Schweigen sind wir teilweise mitschuld daran, dass Kinder verprügelt werden, an Vorurteilen und Stigmatisierungen."

Als er in einer irisch-katholischen Familie in Georgia in Amerikas Süden aufwuchs, war das Schweigen seiner Meinung nach weniger durch Homophobie im Umfeld motiviert gewesen als durch die grundsätzliche Haltung, nicht über das Privatleben zu sprechen. "Und so habe ich das dann eben immer gehalten. Aber jetzt ist es an der Zeit, das nicht länger für mich zu behalten."

I'm a poster! ; ) Calendar at www.bit.ly/2017REDHOT Www.SNAPCHAT.com/add/TheMrNewman

A post shared by DANIEL NEWMAN (@danielnewman_) on

Instagram / danielnewman_ Newman arbeitet auch als Model, etwa für Calvin Klein oder die Fotoband- und Kalenderreihe "Red Hot". Auf Instagram hatte er bereits mit Postings zum Welt-Aids-Tag oder zum Anschlag auf das "Pulse" eine Verbundenheit mit der Szene erkennen lassen.

Wir sind überall, auch unter Zombies

"The Walking Dead" selbst hatte erst kürzlich durch ein Coming-out für Schlagzeilen gesorgt: In einer am vorletzten Sonntag erstmals in den USA neu ausgestrahlten Folge outete sich die Figur Jesus, dargestellt vom englischen Schauspieler Tom Payne, eher beiläufig in einem Gespräch (queer.de berichtete).

Nach Kritik von Fans, dass die Serie in der Comic-Vorlage durchaus vorhandene LGBTI-Charaktere ignoriere, hatte es 2015 in der fünften Staffel mit Aaron (Ross Marquand) die erste schwule Figur gegeben (queer.de berichtete), später tauchten auch sein Partner Eric (Jordan Woods-Robinson) und das lesbische Paar Tara (Alanna Masterson) und Denise (Merritt Wever) auf. Auch in der Spin-off-Serie "Fear The Walking Dead" gibt es inzwischen eine schwule Figur (queer.de berichtete). (nb)



#1 finkAnonym
  • 31.03.2017, 17:46h
  • Newmans Youtube-Ansprache imponiert mir.

    Ich habe den Eindruck, dass er ziemlich viel über Pro und Contra seines Coming-Outs nachgedacht und dabei nicht nur intellektuell Vieles verstanden hat. Es klingt an, dass er immer noch Befürchtungen bezüglich seiner Karriere hat, umso mehr Respekt habe ich davor, dass er auch aus altruistischen Gründen diesen Schritt gegangen ist und das er auch andere dazu ermutigt.

    Ein Detail gefällt mir ganz besonders:

    Oft gibt es bei Schwulen, die ein besonders "butches" Bild abgeben (oder das irrigerweise von sich glauben), die Tendenz, auf die Sichtbarkeit von vermeintlich "unmännlichen" Schwulen sehr gereizt zu reagieren und ihr eigenes Coming-Out unter das Motto zu stellen "So schrecklich tuntig sind aber nicht alle Schwulen! Seht MICH an!"

    Das eigene Coming-Out dient in diesen Fällen oft gar nicht mehr vorrangig der eigenen Sichtbarmachung, sondern wird für den Kampf zur Unsichtbarmachung der Anderen, der unerwünschten, angeblich nur Klischees verkörpernden "Tunten" instrumentalisiert.

    Newman schildert zwar seine Probleme, sich mit tuntigen Männern zu identifizieren, aber er kommt von dort aus zu einer ganz anderen Botschaft: "Es ist wichtig, das ganze Spektrum zu zeigen." Jede:r kann stolz auf sich sein. Keine:r muss sich verstecken.

    Mir wird das Herz warm, wenn ich so etwas höre.

    Ich nehme Promi-Coming-Outs sonst meistens nur beiläufig zur Kenntnis, aber für diesen Artikel möchte ich mich bedanken.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SanottheProfil
  • 31.03.2017, 18:35hRhüffel-Ostend
  • Antwort auf #1 von fink
  • Auch mein Herz glüht.
    Und in meine Augen schossen die Tränen.

    Danke auch, lieber fink, für Deine Analyse und die Erhellung dieser sehr wichtigen Aspekte. <3
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Patroklos