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Anfang Mai

"Demo für alle" lädt zu neuem "Wissenschafts"-Symposium

Nach Stuttgart im letzten Jahr versuchen Beverfoerde und Co. diesmal in Wiesbaden, ihrer Homofeindlichkeit einen seriösen Anstrich zu geben.


Hedwig von Beverfoerde Anfang 2016 beim ersten Symosium der Bewegung in Stuttgart (Bild: Demo für Alle / flickr)

Rund ein halbes Jahr nach der letzten "Demo für alle" kehrt die homofeindliche Bewegung nach Wiesbaden zurück: Im Kurhaus der hessischen Landeshauptstadt will sie am 6. Mai ein Symposium "Sexualpädagogik der Vielfalt. Kritik einer herrschenden Lehre" abhalten.

Bereits im Januar 2016 hatte das von Hedwig von Beverfoerde angeführte Protestbündnis einen "wissenschaftlichen" Kongress in Stuttgart abgehalten, in dem Redner betonten, dass "Homosexualität generationenblind und lebensfeindlich ist" und eine "Pädophilenpropaganda im Unterricht" abzulehnen sei (queer.de berichtete).

Zu den in Wiesbaden geladenen Gästen gehört Prof. Dr. Christian Winterhoff. Er hatte im letztes Jahr ein rechtliches "Gutachten" vorgelegt, wonach es gegen das "Indoktrinationsverbot" verstoße, wenn an Schulen "Heterosexualität und andere sexuelle Orientierungen als gleichwertige Erscheinungsformen menschlicher Sexualität dargestellt werden" (queer.de berichtete). Auch Besuche von LGBTI-Schulaufklärungsteams wie SCHLAU seien einen Rechtsbruch, wenn nicht gleichzeitig "ein Vertreter einer gegenteiligen Sexualmoral anwesend ist, der sein Menschen- und Familienbild ebenso vermittelt (z.B. ein katholischer Priester)".

Das Gutachten ist nach Ansicht von LGBTI-Aktivisten diskriminierend und in der rechtlichen Herleitung äußerst fragwürdig, wird aber von Homo-Gegnern zunehmend zu ihrer Argumentation verwendet. Es spielte etwa eine Rolle, als die "Demo für alle" eine fortschrittliche Schulaufklärung in Bayern verhinderte (queer.de berichtete).

Wissenschaftskongress mit Homo-"Heiler"

Ein weiterer Redner ist der Psychiater Christian Spaemann. Er ist Sohn des Philosophen und "Demo für alle"-Unterstützers Robert Spaemann und ein öffentlicher Vertreter für die "Heilung" Homosexueller: "Die Möglichkeit der dauerhaften Veränderung der sexuellen Orientierung ist inzwischen wissenschaftlich mehrfach belegt worden", sagte er etwa gegenüber der evangelikalen Nachrichtenagentur "idea". Bei jedem Dritten klappe eine entsprechende "Therapie".

Direktlink | Wenn die "Demo für alle" referieren lässt: Manfred Spieker, Professor für Christliche Sozialwissenschaften im Ruhestand und "wissenschaftlicher" Beirat der Homo-"Heiler" vom "Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft", beklagte in Stuttgart, dass nur noch eine Minderheit es wage, Homosexualität abzulehnen und als "Unsittlichkeit" zu bezeichnen, und dass diese deswegen als homophob gelte

Erneut den Homo-Hassern zur Verfügung stellt sich Prof. Dr. Jakob Pastötter von der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS), deren Vizechefin Karla Etschenberg bereits den Bildungsplan in Baden-Württemberg kritisiert hatte und nach Kritik aus dem Fachbeirat der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld zurückgetreten war (queer.de berichtete). Nach dem Kongress in Stuttgart, in dem er warnte, dass Sexualkunde heute "promiskuitive Sexualität" und letztlich Missbrauch fördere, hatte er sich wie Beverfoerde als Kronzeugen für eine Propaganda-Dokumentation der rechten Zeitung "Jungen Freiheit" gegen Bildungspläne ("Porno, Peitsche, Pädophilie – Perversion im Klassenzimmer") zur Verfügung gestellt.


Ende Oktober 2016 war die "Demo für alle" erstmals durch Wiesbaden marschiert, um gegen die neuen hessischen Richtlinien zur Sexualerziehung an Schulen zu protestieren

Ein weiterer Redner ist der evangelische Theologe und Philosoph Harald Seubert. "Die im Grundgesetz garantierte menschliche Würde ist der Rahmen für Pluralität auf sittlicher Grundlage", betont er auf der Webseite der Veranstaltung. "Eine 'Sexualpädagogik' vermeintlicher Vielheiten verlässt diese Grundlage, manipulatorisch und eingreifend. Sie ist nicht tolerant, sondern tendenziell totalitär."

Im zweiten Teil der Veranstaltung will die "Demo für alle" eine "alternative Sexualaufklärung – bindungsorientiert, wertebasiert" vorstellen. Geladen sind Wolfgang Herold, der schon einen Vortrag "Was sagt mir die Kirche zur Sexualität" hielt, und Karolin Wehler, die auch mal unter dem Titel "Die Kirche im Schlafzimmer" referierte. Sie setzt sich unter anderem für "natürliche Verhütung" ein und arbeitet für das Projekt "TeenSTAR", das Kinder und Jugendliche außerschulisch und auch in der Schule im Sinne der katholischen Kirche "aufklärt".

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#1 AlbrechtAnonym
  • 03.04.2017, 14:55h
  • Wenn irgendein Aberglaube als Wissenschaft bezeichnet wird, stellen sich mir die Nackenhaare auf.

    Aber da es genug Dummköpfe gibt, die sowas dann auch noch glauben, müssen wir da Präsenz zeigen und deren Lügen und Ammenmärchen entlarven.
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#2 PinoAnonym
  • 03.04.2017, 15:34h
  • "Hedwig von Beverfotze Anfang 2016 beim ersten Symosium der Bewegung in Stuttgart"

    Hat diese Madame eigentlich nichts anderes zu tun, als gegen Menschen, die ihr nicht passen zu hetzen?

    So ist das mit frustrierten Hausfrauen, die keine Hobbys und Interessen haben...
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#3 ursus
  • 03.04.2017, 15:40h
  • keine ideologische indoktrination in schulen?

    dabei wird gern mal vergessen, dass jedes deutsche schulgesetz eine gewisse "ideologisierung" ausdrücklich fordert, nämlich das bekenntnis zu demokratischen grundwerten wie freier persönlichkeitsentwicklung, pluralismus und toleranz. eine aufklärung im sinne sexueller vielfalt ist hier sozusagen die umsetzung des staatlichen auftrags der schulen.

    aber in diesem punkt haben wir tatsächlich ein großes problem, das eines angeblich demokratischen schulsystems unwürdig ist, und hier sollte man winterhoff beim wort nehmen: also endlich weg mit dem konfessionellen religionsunterricht. konsequent und für immer. zeit wird's.

    das selbe gilt für die gottesbezüge, die sich in einigen schulgesetzen immer noch finden. es fiele schon sehr schwer, den eindeutig ideologischen hintergrund hier zu leugnen - also weg damit.

    aber um himmels willen keine weiteren politischen zugeständnisse an die menschenfeindliche ideologie, die hier als wissenschaft verkauft werden soll, nur um den mob aufzustacheln.
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#4 JadugharProfil
  • 03.04.2017, 16:02hHamburg
  • Prof. Dr. Dr. rer. nat. Jadughar sagt, daß Homosexualität eine sehr wichtige Komponente zur Arterhaltung in der Natur ist. Auch die weitverbreiteten Zwitter in der Natur sowie auch die Partenogenese ist neben der gewöhnlichen Heterosexualität ein sehr wichtiger Arterhaltungsaspekt und eine willkommende Bereicherung der Natur. Homosexuelle Paare in der Natur dienen oft als Ersatzeltern, weil sie von der Aufzucht eigener Nachkommen befreit sind und somit verwaiste Junge adoptieren können. Homosexuelle Vögel bauen deswegen Scheinnester und betreiben manchmal Eierdiebstahl und bebrüten dann die Eier, um ihre heterosexuellen Artgenossen in der Aufzucht zu entlasten! Ferner hat Sexualität eine soziale Komponente wodurch das soziale Miteinander die Lebensbedingungen verbessert. Wenn bei den Gänsen zwei Väter und eine Mutter den Nachwuchs großziehen, so hat es für die Jungen viele Überlebensvorteile. Bei den Menschen ist es nicht anders, weswegen die Volladoption und Eherecht ein essentieller Bestandteil zum Überleben ist!
    Leider ist bei den naturblinden Klerikern und religiotischen und ebenfalls naturblinden Politikern diese wissenschaftliche Erkenntnis völlig fremd und wollen diese auch nicht wahr haben!
    Ihre Beschränktheit richtet sich gegen die Natur und das Leben, was man an ihren bluttriefenden Händen leicht erkennen kann!
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#5 BedeutungAnonym
#6 the_washProfil
  • 03.04.2017, 17:23hKarlsruhe
  • auf den Seiten der dfa ist als Datum der 06. Mai angegeben :)
    Damit sich mögliche Gegenproteste nicht einen Tag zu spät zusammenfinden :)
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  • Anm. d. Red.: Sorry, unser Fehler :-)
#7 Tommy0607Profil
  • 03.04.2017, 18:06hEtzbach
  • Solche Religionsfanatiker , Rechtspopulisten sowie "besorgten Bürger " brauchen Heilung . Und zwar dringends : Bevor es zu spät ist !
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#8 MariposaAnonym
  • 03.04.2017, 18:08h
  • Ist denn schon eine Gegendemonstration geplant ??? Wir wollen dieser Schreckschraube und ihrem braunen Anhang doch einheizen.... Hat schon im Oktober geklappt.
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#9 LorenProfil
  • 03.04.2017, 18:36hGreifswald
  • Hier handelt es sich offenbar um eine Veranstaltung, auf der aus religiöser Sicht das Thema Sexualerziehung "beleuchtet" wird. Daher halte ich das dort Vorgetragene für unerheblich für den Unterricht an staatlichen Bildungseinrichtungen. Die sollen dem aktuellen Stand wissenschaftlicher Forschung entsprechend Inhalte vermitteln und kommen so ihrem subsidiären Auftrag zur Erziehung und Bildung nach. Die aus dem psychischen Phänomen der Mentalisierung geronnenen Fantasien der Religiösen haben in der allgemeinen Bildung und Erziehung nichts zu suchen, welche sich an Kinder und Jugendliche unabhängig von religiösen oder anderen weltanschaulichen Ausrichtungen übergreifend richtet.
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#10 ClaasAnonym
  • 03.04.2017, 20:09h
  • Lügen, Hass und Hetze haben nichts mit Wissenschaft zu tun.

    Hier soll wieder mal etwas als seriös kaschiert werden, was absolut unseriös, unlogisch, unwissenschaftlich und schlichtweg dumm ist.

    Ich hoffe auf zahlreiche, massive Gegenproteste.
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