Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28576

Neue YouGov-Studie

Viele Schwule, Lesben und Bisexuelle finden sich in der Werbung nicht wieder

Der neue YouGov-Report "Neue Ufer in der Kommunikation" appelliert an Unternehmen, sechs Millionen deutsche Konsumenten nicht zu vernachlässigen.


Noch immer kein selbstverständlicher Anblick in der Werbung: Im vergangenen Jahr zeigte die "Apotheken Umschau" in einem TV-Spot zwei schwule Papas mit ihrem Baby

43 Prozent der homo- und bisexuellen Menschen in Deutschland finden sich nicht ausreichend in der Werbung wieder. Dies ist das Hauptergebnis des neuen YouGov-Reports "Neue Ufer in der Kommunikation", für den die Angaben von über 30.000 Befragten bevölkerungsrepräsentativ ausgewertet wurden. Sieben Prozent der Teilnehmenden identifizierten sich dabei als nicht heterosexuell.

"Auf die gesamte Gesellschaft Deutschlands gerechnet ergibt sich daraus eine Gruppe von sechs Millionen Menschen", heißt es in der Studie. "Obwohl die Gruppe als modisch, hip und Trendsetter gilt, ist sie in der Werbung stark unterrepräsentiert. Mit der richtigen Ansprache, auf den richtigen Kanälen, eröffnet die Gruppe also große Chancen auf wertvolle Marktanteile."

Nicht wohlhabender, aber konsumfreudiger

Der YouGov-Report widerlegt und bestätigt dabei zugleich altbekannte Klischees über die Zielgruppe der Homo- und Bisexuellen. "Der weitläufigen Meinung widersprechend wird deutlich, dass LGBs im Durchschnitt über kein höheres Einkommen verfügen. Im Gegenteil – das Haushaltsnettoeinkommen, wie auch das frei verfügbare persönliche Nettoeinkommen, liegt sogar unter dem der Gesamtbevölkerung", heißt es einerseits.

Dennoch handele es sich um eine "überproportional spannende Gruppe", da die kleinere Haushaltsgröße die Notwendigkeit für Konsumausgaben erhöhe: "Mehr als jeder Drittel LGB sagt: 'Mein Stil ist teuer', was einen signifikanten Unterschied zur Gesamtbevölkerung darstellt. Zudem besitzen sie eine Multiplikatorenrolle: LGBs werden von Freunden und Bekannten signifikant häufiger um Rat gefragt, bevor diese ein Produkt kaufen."

Nach dem YouGov-Report nehmen Lesben, Schwule und Bisexuelle Werbung mehrheitlich nicht im Fernsehen, sondern online beziehungsweise auf Webseiten wahr. Blogs, Vlogs sowie werbegestütze Streaming-Angebote werden deutlich häufiger genutzt als von Heterosexuellen.

Das Lebensgefühl von LGB einfangen

Fazit von YouGov: "Damit sich LGBs von Werbung angesprochen fühlen, müssen sie sich selbst mehr in den Werbebotschaften wiederfinden. Dabei ist es gar nicht unbedingt nötig, homo- oder bisexuelle Pärchen in der Werbung zu zeigen, sondern das Lebensgefühl der Gruppe einzufangen." Laut dem Report zeichnen sich homo- und bisexuelle Menschen vor allem durch ihre "kosmopolitische Lebensart" aus: "35,4% besuchen beispielsweise in ihrer Freizeit Museen, was eine Abweichung von +6,3 Prozentpunkten zur Gesamtbevölkerung darstellt."

Potenziellen Werbetreibenden rät YouGov: "Verzichten sie auf traditionelle (Familien-)Bilder und Werte, sondern seien Sie urban, modern und offen." Dies gelte auch bei der Wahl der Kanäle: "Potenzielle Multiplikatoren wie Early-Adopter werden Sie nicht im Radio oder TV erreichen, diese Kanäle gelten bereits jetzt bei der Mehrheit der LGBs als gestrig. Meiden Sie außerdem Klischees und allzu offensichtliche (rosarote oder auch extrem 'männliche') Rollenbilder, sondern nehmen Sie die Gruppe ernst."

Der gesamte Report steht auf der YouGov-Homepage nach Angabe der Kontaktdaten kostenlos als PDF zum Download zur Verfügung. (mize)



#1 Patroklos
  • 04.04.2017, 09:26h
  • Seit gestern hat der Telekommunikationsanbieter Unity Media einen Werbespot am Start, in dem ein schwules Paar gezeigt wird. Leider ist der Clip noch nicht im Internet, sondern nur im TV zu sehen. Er orientiert sich aber von der Machart her an dem von Diesel:

    www.youtube.com/watch?v=COXx3YTNW1s

    Wir brauchen auf jeden Fall mehr schwule und lesbische Paare in der Fernsehwerbung!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 JoonasAnonym
  • 04.04.2017, 10:44h
  • Wenn Unternehmen meinen, auf mehrere Millionen potentielle Kunden verzichten zu können... Bittesehr...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 tchantchesProfil
  • 04.04.2017, 11:20hNaseweishausen
  • Na wunderbar. Jetzt weiß ich doch endlich, was mir jahrelang gefehlt hat...
  • Antworten » | Direktlink »
#4 BioradiatorEhemaliges Profil
  • 04.04.2017, 12:36h
  • Ich hoffe, ich werde nie so konformistisch und assimiliert, dass ich mich in einer Reklame "wiederfinden" oder dies gar anstrebe. Eine Horrorvorstellung!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 seb1983
  • 04.04.2017, 15:44h
  • Ich bin also kosmopolitisch, gucke kaum TV, werde häufig zu Fashion Themen befragt und habe einen teuren Stil weil ich ein hiper Trendsetter bin.

    Was für eine gequirle Sch....
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Homonklin44Profil
  • 04.04.2017, 18:11hTauroa Point
  • Hm, ich fand mich in der Werbung auch nie repräsentiert, aber das fehlt mir auch gar nicht. Ein Teil passt ja. Kein TV, da sinnfrei.
    In Museen würde ich gern gehen, wenn sie nicht alle so furchtbar weit weg wären. ( Senckenberg, Royal Ontario Museum )

    Ich kaufe Dinge eher, die nicht oder nur schlicht beworben werden. Wenn etwas viel oder überschwänglich Werbung nötig hat, um Kunden zu gewinnen, taugt es nicht viel. ;o)

    Dinge, die was taugen, werden auch so weiter empfohlen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Tommy0607Profil
  • 04.04.2017, 18:27hEtzbach
  • Es gibt leider immer noch zuviele Konservative , Homophobe und Erzreligiöse , die was gegen Homos haben :
    Menschlichkeit und Toleranz kennen die nicht .
    Und Politik sowie Medien lassen sich von DENEN beeinflussen !
  • Antworten » | Direktlink »
#8 wiking77
  • 04.04.2017, 21:26h
  • naja, aber in anderen Kulturkreisen, werden westlich gekleidete Frauen wegretouchiert (vgl. IKEA-Katalog für arabische Länder), also: wäre es nicht wunderbar, wenn zuerst in Teheran und Riad und Doha mal einen Minmalstandart an Tolleranz herrschen würde, wie in westlichen Demokratien, bevor wir hier in Westen über Quoten-Schwule, quoten-Lesben, und quoten-Bisexuelle in der Werbung nachdenken würden? Ich finde diese Frage durch aus legitim und konte auch durchaus kontrovers behandelt werden.

    Ich wäre z. B. auch gespannt, wie IKEA Betten und überhaupt Schlafzimmer konzipiert, wenn in einem Haushalt eine menage-a-trois lebt; wie breite müsste das Bett sein; wieviele Fächer im Schlafzimmerschrank etc.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 TheDad
  • 04.04.2017, 22:43h
  • Antwort auf #8 von wiking77
  • Wann genau gewöhnst Du dir den Unsinn des "aber erst woanders" endlich mal ab ?

    Welchen Grund genau sollte es geben eine Entwicklung im eigenem Land zurückzustellen, weil andere Länder vermeintlich dann "nicht mehr aufschließen" könnten ?

    Müßten wir dann nicht auch so schlechte, aber billige Autos bauen wie die Inder, um die "bloß nicht zu überfordern" ?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Homonklin44Profil
  • 05.04.2017, 09:55hTauroa Point
  • Antwort auf #8 von wiking77
  • Das typische Klischee-Bett müsste auf jeden Fall sprungbretttaugliche Matratzenunterverstärkung haben, damit die angeblichen 2000 Kontakte pro schwulem Leben genug Schwungkraft mit bekämen, um im nächsten Bett anzukommen.

    Je ein Fach für Leder, Latex, DWT und Ketten/Seile/Handschellen und so'n Zeugs und Seiteneinlagen mit diversen Kondomspendern/ Schmink-Uttensilien und Crisco-Stash, PP-Sortiment.
    Das "Gräbele" könnte man zum Sperma-Ableite-Kanal umfunktionieren, und Ösen zum Einhängen der Sling-Vorrichtung oder wahlweise Gummigriffe zum Festhalten beim Hammer-Humping kann noch dazu.

    In der Deluxe-Version könnte eine Fickmaschine für die Tage, wo das Date nicht auftaucht, eingebaut werden.

    Wenn das Klischee noch hält, machen die Bettmöbelhersteller sich einen netten Euro. ;o)
  • Antworten » | Direktlink »