Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28579

Zu wenig Liebe

Schwule Gamer unzufrieden mit "Mass Effect"

Gleichgeschlechtliche Liebschaften sind in der SciFi-Spielreihe "Mass Effect" schon seit Jahren möglich. Allerdings wird beklagt, dass Schwule nicht gleichbehandelt werden.


"Hey Süßer, wie wär's mit uns beiden?" (Bild: Electronic Arts)

Diskriminierung in der Andromeda-Galaxie? In Gamer-Foren zeigen sich manche Computerspieler enttäuscht über die Auswahl an möglichen gleichgeschlechtlichen Paarungen im kürzlich erschienenen Spiel "Mass Effect: Andormeda", in dem man gegen die Unwägbarkeiten in der Milchstraßen-Nachbargalaxie kämpfen muss. Insbesondere die digitale Liebe unter Männern würde im Spiel stiefmütterlich behandelt werden, wird kritisiert.

So sagte der schwule Spiele-Entwickler Nic Watt gegenüber dem Insiderportal Stevivor.com, er habe die möglichen Liebes-Kombinationen im Spiel gezählt und eine erschreckende Ungleichbehandlung festgestellt. Schwule Spieler könnten demnach mit 29 Prozent der männlichen Bevölkerung im Spiel kuscheln. Dagegen stünden Lesben 61 Prozent der weiblichen Bevölkerung zur Verfügung. Heterosexuelle Frauen könnten mit 83 Prozent der Männer ein Liebesspiel beginnen, Hetero-Männer sogar mit 91 Prozent der digitalen Frauen Chancen.

Viele schwule Gamer beschweren sich auch, dass die gleichgeschlechtlichen Liebschaften weniger ausgeschmückt seien als die für heterosexuelle Spieler. Die Plots, die sich der kanadische Entwickler BioWare für Schwule ausgedacht habe, seien nicht nur kürzer und oberflächlicher, sondern es sei auch weniger nackte Haut zu sehen.

Schwule seit 2012 bei "Mass Effect" vertreten


"Mass Effect: Andromeda" gibt es für Playstation 4, Xbox One und PC

Die "Mass Effect"-Reihe gehört bereits seit 2007 zu den beliebtesten Weltraum-Abenteuern. Von Anfang an gab es heterosexuelle und lesbische Liebschaften in dem Spiel, aber erst ab Teil 3 aus dem Jahr 2012 durften sich auch Schwule gerne haben (queer.de berichtete). Das führte damals zu Lob von LGBTI-Aktivisten, da damit die Gleichbehandlung den meist jungen Spielern als Normalität dargestellt werde. Freilich gab es auch Kritik von Homo-Hassern. So rief das "Family Research Council" zu Protestaktionen gegen Games-Entwickler auf, die Homosexuelle in die Handlung integrierte (queer.de berichtete).

In den letzten Jahren gab es aber trotzdem immer mehr gleichgeschlechtliche Abenteuer in der digitalen Spielewelt. "Final Fantasy" öffnete etwa 2014 die Ehe für Schwule und Lesben – ein Jahr, bevor die Ehe für alle in den gesamten USA eingeführt wurde (queer.de berichtete).

Gleichzeitig gibt es Gegenreaktionen aus homophoben Ländern: So forderten etwa russische Abgeordnete eine Überprüfung des Fußball-Spiels "FIFA 17", weil die Spieler auch im Regenbogen-Hemd aufs Feld laufen dürfen (queer.de berichtete). (dk)



#1 ZevranAnonym
  • 04.04.2017, 17:23h
  • Schade, so originell wie damlas mit dem bisexuellen Elf Zevran Arainai aus Dragon Age ist Bioware heute leider nicht mehr.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Schwul seinAnonym
  • 04.04.2017, 17:34h
  • ist ja auch so "ausgrenzend" und beschränkend.

    Zum Glück gibt es da die hetero-/bisexuelle Mehrheits- und Dominanzgesellschaft und ihre "Offenheit".
  • Antworten » | Direktlink »
#3 seb1983
#4 OMyGodAnonym
  • 04.04.2017, 20:37h
  • Oh wie schlimm, in Russland werden Schwule umgebracht und die regen sich über Mass Effect auf
    In echt kann man ja wohl weniger als 29% der Männer ims Bett kriegen, die sollen sich mal nicht so aufregen
  • Antworten » | Direktlink »
#5 GüntherkeksAnonym
  • 05.04.2017, 07:57h
  • Antwort auf #4 von OMyGod
  • Das ist im völlig falsch geschriben. Mit der Bevölkerung kann überhaupt nichts gemacht werden. Die Prozente umschreiben etwas anderes. Heteros haben 5 Frauen zur Auswahl. 3 davon sind langwierige Beziehungen mit sozusagen anderen Hauptdarstellern. Schwule haben nur zwei winzige Nebencharaktere mit Geschichten die etwas fragwürdig sind. Einer redet zum Beispiel über Kinder haben, weil ihm gesagt wurde, dass er als Schwuler die Menschheit um Kinder bringt. Und der andere ist ein typischer bisexueller Bösewicht. Qualität und Quantität der hetero und lesbischen Beziehungen sind ganz anders. Mit 3 Beziehungen lassen sich extra Punkte gewinnen. Hetero Männer, Frauen und lesbische Frauen können das alle mit ihren eigenen Beziehungen, aber für schwule Männer gibt es insgesamt nur 2 Beziehungen.

    Das sagt dir wahrscheinlich trotzdem alles nichts, denn um das Problem ganz und gar zu verstehen, muss man wissen, dass in der Spieleindustrie seit einigen Jahren eine große Debatte über Diversity geführt wird. Und dass der Entwickler dieses speziellen Spiels sich bislang für Schwule ausgesprochen hat und das auch in anderen Spielen umgesetzt hat. Nur in diesem Spiel haben sie ganz einfach leere Versprechungen gemacht, weil sie lieber mehr Entwicklungszeit und Geld in Heterobeziehungen gesteckt haben. Das ist von jedem anderen Entwicklerstudio zu erwarten, aber dieser eine Entwickler war der einzige, der sich wirklich um schwule Spieler bemüht hat. Natürlich fühlen die sich jetzt enttäuscht.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Queer AmnestyAnonym
  • 05.04.2017, 13:39h
  • Antwort auf #4 von OMyGod
  • @OMyGod: Ja was kommentieren Sie dann noch hier, wenn Sie dies so schlimm finden. Auf zu Amnesty International bzw. sich in der Sektion Queer Amnesty engagieren, anstatt hier sich über andere weniger engagierte Mitmenschen aufzuregen. Arsch hoch und selbst engagieren. Ich muss auch gleich wieder los!
  • Antworten » | Direktlink »