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Unter den Augen der Kanzlerin

Köln: Schwul-lesbischer Fanclub deeskaliert im Streit um homophobe Banner

Im vergangenen Monat sorgten die Kölner Ultras noch mit einem homophoben Plakat gegen Berliner Fans für Aufregung. Jetzt reagieren die schwulen und lesbischen Fans.


Das Plakat war ein gutes Omen: Die Kölner konnten am Dienstag mit 1:0 gewinnen (Bild: Andersrum rut-wiess)

Der schwul-lesbische Fanclub Andersrum rut-wiess, der den Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln unterstützt, deeskaliert im einem mit homophoben Sprüchen ausgetragenen Fanstreit: Am Dienstagabend zeigten die Anhänger im Spiel gegen Eintracht Frankfurt ein Transparent mit der Aufschrift "2 Mütter, 2 Väter oder gemischt. Das juckt die FC-Familie nicht".

Damit wird direkt auf eine Auseinandersetzung mit den Anhängern des Spitzenteams Hertha BSC Berlin angespielt. Berliner Ultras hatten vergangenen Herbst beim Heimspiel gegen Köln ein Transparent mit der Aufschrift "WH'96: Lieber eine Mutter als zwei Väter" gezeigt. Mit dem homophoben Spruch sollte offenbar auf das homofreundliche Image Kölns angespielt und die Anhänger der "Wilden Horde" geärgert werden, der Ultras des FC (queer.de berichtete). Der DFB verhängte für diesen Ausfall der Anhänger des Hauptstadtvereins keine ausdrückliche Strafe (queer.de berichtete).

Die "Wilde Horde" revanchierte sich vergangenen Monat mit einem nicht minder homophoben Banner mit der Aufschrift "HB 98: Eure Väter sind ganz froh über die Jungs vom Bahnhof Zoo". Der Spruch, der den Gegnern unter Anspielung auf die Stricher-Szene Berlins Homosexualität unterstellt, richtet sich an die Berliner Ultras "Harlekins Berlin 98" (queer.de berichtete).

Auch Kanzlerin Merkel im Stadion

Bei dem Heimspiel am Dienstag, das der FC nach einem Treffer von Milos Jojic mit 1:0 für sich entscheiden konnte, war auch Bundeskanzlerin Angela Merkel im Müngersdorfer Stadion anwesend. Die CDU-Politikerin hatte zuvor auf einer Veranstaltung der Initiative "Wir zusammen" teilgenommen, die auch vom 1. FC Köln unterstützt wird. "Wir zusammen" engagiert sich für eine Integration von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt.

Der 1. FC Köln gehört – ebenso wie Hertha BSC – zu den Unterzeichnern der Berliner Erklärung "gegen Homophobie und für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz im Sport". Beide Vereine unterstützten die CSD-Teilnahmen ihrer schwul-lesbischen Fanclubs. (dk)



#1 PeerAnonym
  • 05.04.2017, 14:57h
  • "Der DFB verhängte für diesen Ausfall der Anhänger des Hauptstadtvereins keine ausdrückliche Strafe"

    Und genau das ist ein Fehler.

    Es muss JEDER EINZELNE solche Vorfall sofort und hart bestraft werden. Nur so bekommt man das Problem in den Griff. Ansonsten wird sich niemals etwas ändern...

    Und nebenher schadet das auch noch dem Image des Fußball nachhaltig. Fußball hat eh schon den Ruf als Sport der Proleten und Faschos. Wer das ändern will, schafft das nicht mit wegsehen. Das verstärkt dieses Image noch und wird langfristig nicht ohne Folgen (auch wirtschaftliche) für den Fußball bleiben...

    Ich wünsche mir bei Homo- und Transphobie in den Stadien dieselbe entschlossene Reaktion wie bei Rassismus.
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#2 MahmoudProfil
  • 05.04.2017, 16:39hDuisburg
  • Ich finde "HB 98: Eure Väter sind ganz froh über die Jungs vom Bahnhof Zoo" am lustigsten.

    Schwulenfeindlich fand ich persönlich keinen dieser Sprüche.

    "Andersrum rut-wiess" gibt sich in seinem Vereinsnamen deutlich kesser als es dann auf dem viel zu biederen Spruchband zum Ausdruck kommt.
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#3 wiking77
#4 AlexAnonym
  • 05.04.2017, 22:48h
  • Antwort auf #2 von Mahmoud
  • Für sich betrachtet sind die Sprüche harmlos, aber es ist eben der Kontext der hier eine wichtige Rolle spielt!

    Es ist eindeutig als Beleidigung gemeint - Schwulsein wird als etwas Schlechtes dargestellt, etwas das geeignet ist, um das Gegenüber zu beleidigen - und das kann man eben so nicht stehen lassen.
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#5 kölnfanAnonym