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Nach Übergriff auf schwules Paar

Immer mehr Männer halten Händchen gegen Homo-Hass

Der brutale Übergriff auf ein gleichgeschlechtliches Paar in Arnheim führt zu Solidaritätsbekundungen über die Ländergrenzen hinweg. Unterdessen behauptet einer der Verdächtigen, einer der Schwulen habe zuerst zugeschlagen.


Auch die österreichischen Spitzenpolitiker Andreas Schieder und Mario Lindner zeigten ihre Solidarität (Bild: Twitter / Mario Lindner)

Eine Attacke auf ein gleichgeschlechtliches Paar durch eine Gruppe von Jugendlichen in den Niederlanden hat zu einer Welle der Solidarität geführt. Unter dem Hashtag #allemannenhandinhand setzen viele Nutzer sozialer Netzwerke, darunter viele Prominente, ein Zeichen gegen homophobe Gewalt, indem sie sich händchenhaltend ablichten ließen. Die Initiative hatte die lesbische Sportjournalistin Barbara Barend gestartet.

Zu den Teilnehmern der virtuellen Aktion gehört auch der österreichische SPÖ-Klubobmann (Fraktionsvorsitzende) Andreas Schieder, der auf einem Bild mit dem schwulen Bundesratsmitglied Mario Lindner die Hand hält. Lindner hatte es auf Twitter veröffentlicht und erklärt: "Wir treten immer gegen Gewalt auf – egal wo sie passiert." Bereits zuvor hatten sich niederländische Politiker ebenfalls händchenhaltend ablichten lassen (queer.de berichtete).

Der Anlass für die Solidaritätsbekundungen: Der 34-jährige Jasper und der 31-jährige Ronnie hatten in sozialen Netzwerken und später in Interviews berichtet, dass sie in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf einer Brücke in Arnheim von einer Gruppe Jugendlicher attackiert wurden, weil sie händchenhaltend durch die Straßen gelaufen seien (queer.de berichtete). Ronnie wurden dabei vier Zähne ausgeschlagen, Jasper erlitt Verletzungen an den Rippen.

Die Berichte lösten große Anteilnahme aus. In weiteren Solidaritätsbildern zeigten sich Männer aus praktisch allen Bereichen der Gesellschaft:


Twitter / frerieke


Twitter / NEC_Nijmegen

Die Polizei hatte nach dem Vorfall erklärt, dass sie zwei Verdächtige festgenommen habe. Außerdem hätten sich laut Medienberichten mehrere Jugendliche, die an der Schlägerei beteiligt gewesen sein sollen, den Behörden gestellt.

Anwalt eines Verdächtigen: Paar hat meinen Klienten zuerst attackiert

Der Anwalt eines 16-jährigen Verdächtigen hat unterdessen in der Talkshow "Pauw" am Montagabend das gleichgeschlechtliche Paar beschuldigt, die Gruppe Jugendlicher zuerst angegriffen zu haben. Gerald Roethof sagte, die Jugendlichen hätten sich lediglich verteidigt. Die Homosexualität von Jasper und Ronnie hätten bei dem Zwischenfall keine Rolle gespielt. Gleichzeitig sagte der Anwalt, es sei sehr wohl möglich, dass sein Klient Ronnie die Zähne ausgeschlagen habe.

Jasper und Ronnien stritten diese Darstellung vehement ab: "Wir sind keine Kämpfer", erklärten sie gegenüber einem Fernsehsender. Sie wollten aber keine weiteren Kommentare abgeben und sich auf ihre Genesung konzentrieren.


Jasper und Ronnie waren am Wochenende attackiert worden (Bild: Facebook / Ronnie Sewratan-Vernes)

Roethof erklärte im Interview auch, dass die Gruppe nicht wie von den beiden mutmaßlichen Opfern angedeutet nur aus marokkanischstämmigen Jugendlichen bestanden habe, sondern eine "gemischte Gruppe" gewesen sei: "Es gab einen Jungen mit blonden Haaren und blauen Augen, jemanden mit marokkanischer Herkunft und jemanden mit türkischer Herkunft", so der Amsterdamer Anwalt. (dk)

Direktlink | Am Mittwoch demonstrierten wegen des Überfalls auch tausende Menschen in Amsterdam



#1 OrthogonalfrontAnonym
  • 06.04.2017, 14:27h
  • "Der Anwalt eines 16-jährigen Verdächtigen hat unterdessen in der Talkshow "Pauw" am Montagabend das gleichgeschlechtliche Paar beschuldigt, die Gruppe Jugendlicher zuerst angegriffen zu haben. Gerald Roethof sagte, die Jugendlichen hätten sich lediglich verteidigt."

    Hey Daddy (User TheDad), dein richtiger Name ist also Gerald Roethof?
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#2 Pascal GoskerAnonym
  • 06.04.2017, 15:16h
  • Toll, dass immer mehr Menschen sich solidarisieren und auch Heteros Händchen halten um ein Zeichen gegen Homohass und Gewalt zu setzen.

    Sogar österreichische Politiker.

    Nur in Deutschland keinerlei Reaktion. Eh Martin Schulz und Sigmar Gabriel Hänchen halten um ein Zeichen zu setzen, würden die sich eher einen Dolch ins Herz rammen...
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#3 Patroklos
#4 Homonklin44Profil
  • 06.04.2017, 15:39hTauroa Point
  • Das kann gut so gelaufen sein, dass die Beiden die Beleidigungen und vielleicht stichelnde Berührungen, Anstupsen, Kappe runter ziehen oder sowas satt gehabt haben. Von uns war keiner dabei und der genaue Hergang wurde wohl nicht gefilmt.

    Natürlich wird ein Verteidiger das machen, wozu er bestellt wird - die Typen verteidigen, und eine Begründung zusammen stellen, die das so herzeigt, als wären die Opfer zumindest nicht gänzlich schuldlos oder einflusslos beim Hergang gewesen.
    Manchmal ist das aber auch ein Versuch zu konstruieren und die Täter in einem besseren Licht erscheinen zu lassen.
    Die Frage bleibt, wie Richter das letztlich sehen.

    Ob Hände halten auf gleichgeschlechtlich jetzt weniger gefährlich wird, wenn es sogar Priester, Fußballer und Polizisten machen?

    Es einfach sein zu lassen ist in vielen Situationen die bessere Wahl.
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#5 ursus
#6 SamMagsAnonym
  • 06.04.2017, 17:06h
  • Schön, nur halten immer weniger Schwule Händchen, weil sie Angst vor Ärger haben.
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#7 JadugharProfil
  • 06.04.2017, 17:30hHamburg
  • Antwort auf #4 von Homonklin44
  • Bei vielen homophoben Politikern sind diese Täter-Opfer-Umkehrungen sehr beliebte Methoden, wovon homophobe Täter ebenfalls Gebrauch machen. Die Schwulen sind immer die bösen Säue, gegen diese man sich wehren muß! Homosexualität ist eine zu bekämpfende Volksseuche! Solche Vorstellungen sind in den Köpfen homophober Menschen sehr tief verankert so daß sie vor Gewalt nicht zurückschrecken oder politisch gegen Homosexuelle aktiv werden und sei es, daß man die noch zu beschließenden Gesetze, welche Diskriminierungsverbote, Menschenrechte und Grundgesetze auch für Homosexuelle geltend machen, auf eine unendlich lange Bank verschiebt.
    In Wirklichkeit stehen diese homophoben politisch Verantwortlichen auf der gleichen Stufe wie diese Täter.
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#8 lucdfProfil
  • 06.04.2017, 18:19hköln
  • Insgesamt waren die Niederländer immer ein bisschen weiter als der Rest von Europa. -Ich weiß... Geert Wilders.... jedes Land hat auch mal seine Tiefpunkte- . lol
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#9 JadugharProfil
  • 06.04.2017, 19:34hHamburg
  • Antwort auf #4 von Homonklin44
  • Die Schwulen sollen sich also immer verstecken, damit sie nicht zusammenge- oder erschlagen werden!
    Ich kenne keinen Fall, wo ein heterosexuelles Pärchen, welches händehaltend durch die Gegend spaziert, aufgrund dieser Handlungsweise zusammengeschlagen oder erschlagen worden ist.
    Wie würde der Täter reagieren, wenn man das mit seinen Eltern tut, weil sie heterosexuell sind und einen homophoben Sohn herangezüchtet haben.
    Genau dieses muß man den Tätern klar machen, wie es sich anfühlt, permanent einer solchen Gefahr ausgesetzt zu sein.
    Die Sichtbarkeit von Homosexuellen bedeutet auch, daß die Gesellschaft irgendwann sich daran gewöhnt und dieses als selbstverständlich begreift, daß jeder ein Recht auf Liebe und Glück hat und wie jeder dieses auch äußern darf. Wenn die einen etwas dürfen und die anderen nicht, dann ist das immer Diskriminierung, die es gilt, abzubauen.
    Wenn man den Homosexuellen rät, Liebesbekundungen in Form von Händchen halten oder Küsse in der Öffentlichkeit zu unterlassen, selbst wenn es um ihren eigenen Schutz geht, so ist das eine Diskriminierung!
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#10 UngereimtheitenAnonym
  • 06.04.2017, 21:29h
  • ..bei der Geschichte. Angesichts der Tatsache, das mir Mitte der Neunziger von Neonazis mittels Baseballschläger fünf Zähne ausgeschlagen worden sind und ich danach ein geschwollenes, mit etlichen wunden übersähtes Gesicht hatte kann ich mir bei den beiden nicht vorstellen das dem Ronny mit einem Bolzenschneider zugesetzt worden ist. Der übrigens noch nicht gefunden worden ist.

    Zumindest war das Interview, was heute bei "heute in europa" lief, sehr interessant. Ronny sagte NICHTS. Machte nicht einmal den Mund auf. Nur Jasper sprach...

    Ansonsten kann die aussage der Jugendlichen eine Schutzbehauptung sein, andererseits kann es auch so gewesen sein. Interessant ist auch das keiner mehr von angeblichen Marrokanern spricht. Auch die beiden sprechen nur noch von Jongens.

    Im übrigen sind alle wieder auf freiem Fuß, da sie Minderjährig sind und keine widerholungsgefahr besteht.

    www.gelderlander.nl/arnhem/update-alle-verdachten-van-ernsti
    ge-mishandeling-homostel-op-vrije-voeten~a836e37f/


    Schauen wir mal was noch alles bei rum kommt.
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