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Evangelische Kirche

Wegen Homo-Paaren: Schloss Mansfeld stoppt Hochzeiten

Eine evangelische Begegnungsstätte in Sachsen-Anhalt will keine Paare mehr trauen, um Verpartnerungen gleichgeschlechtlicher Paare zu verhindern.


Aus Angst vor homosexuellen Paaren stoppt der evangelische Förderverein alle Hochzeiten auf dem Schloss (Bild: Romantikgeist / flickr)

Homophobie kann Nachteile für verschieden- und gleichgeschlechtliche Paare haben, wie die pittoreske Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Schloss Mansfeld zeigt: Der evangelische Förderverein hat nach einem Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" einen Vertrag mit dem Standesamt Mansfeld über Trauungen in der Burganlage gekündigt, damit dort keine gleichgeschlechtlichen Verpartnerungen angeboten werden müssen.

Zwar arbeitet das Schloss bereits seit 2008 mit dem Standesamt zusammen. Die Anfrage eines gleichgeschlechtliches Paares im Februar, ob sie den schönsten Tag ihres Lebens auf dem Schloss feiern können, sorgte aber bei den Betreibern für Aufregung – und wurde als Grund angeführt, den Stecker zu ziehen: "Eine Familie besteht in unseren Augen aus Vater, Mutter und Kind", erklärte Frank Ranneberg, der Chef des Fördervereins. "Wir haben natürlich einerseits kein Recht, andere Lebensmodelle abzulehnen. Aber wir haben auch unsere eigenen, konservativen Werte."

Der Verein hatte noch beim Standesamt angefragt, ob man weiterhin Hochzeiten anbieten, aber gleichgeschlechtliche Verpartnerungen verbieten könne. Die Stadt lehnte das aber ab. Bürgermeister Gustav Voigt, ein Politiker der Freien Wählergemeinschaft, erklärte gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung", dass eine Verwaltungsvorschrift eine derartige Ungleichbehandlung zwischen Homo- und Heterosexuellen nicht zulasse. Bis August werden nun noch 18 angemeldete Hochzeiten für verschiedengeschlechtliche Paare durchgeführt.

Linksfraktion und LSVD fordern Konsequenzen


Für Hochzeitspaare – egal ob homo oder hetero – ist das Schloss ab Sommer tabu (Bild: Romantikgeist / flickr)

In der Landespolitik stößt das Gebaren der evangelischen Beratungsstätte, die in den letzten Jahren stattliche Steuermittel in Höhe von rund zwei Millionen einheimste, auf Unverständnis. Gleichstellungsministerin Anne-Marie Keding (CDU) nannte es "sehr bedauerlich, dass es immer noch Vereine in Sachen-Anhalt gibt, die so ablehnend auf Lebenspartnerschaften reagieren." Die linke Vize-Fraktionschefin Eva von Angern, die auch gleichstellungspolitische Sprecherin der Oppositionsfraktion ist, bezeichnete das Vorgehen des christlichen Vereins als "verfassungswidrig" und forderte Konsequenzen.

Der Lesben- und Schwulenverband in Sachsen-Anhalt forderte am Freitag als Reaktion auf das Ende der Hochzeiten auf dem Schloss Mansfeld, dass künftig keine Institutionen mehr staatlich gefördert werden dürften, "die sich in dieser diskriminierenden Art und Weise gegen Lesben und Schwule und deren Art zu leben und zu lieben ereifern." LSVD-Sprecherin Grit Merker betonte: "Auch wenn die EKD die Ehe lange Zeit als Verbindung von Mann und Frau definierte, wird spätestens in der Orientierungshilfe der EKD diese Sicht aufgegeben. Aus einer modern-protestantischen Perspektive wird heute nicht mehr nach der äußeren Form einer Partnerschaft, sondern nach den dort gelebten Werten gefragt."

In seiner Satzung schreibt der Förderverein, die Begegnungsstätte stehe unterschiedlichen Gruppen offen, allerdings dürften diese mit "ihrem Lebenswandel der Aufgabenstellung des Hauses nicht widersprechen" – was offenbar auf Homosexuelle angewandt wird. Allerdings hatte selbst die Evangelische Landeskirche in Mitteldeutschland in einem Synodalbeschluss bereits 2012 der Segnung gleichgeschlechtlicher Paar zugestimmt und erklärt, die Diskriminierung von Homo-Paaren sei "unvereinbar mit dem christlichen Menschenbild". (dk)



#1 stromboliProfil
  • 07.04.2017, 12:12hberlin
  • tinnitus apostel paulus 33-45 , tröste uns mit einer Veröffentlichung deiner segungswilligen Pfarrhöfe
    und ekd- Landeskirchen, Kirchengemeinden und Einrichtungen..

    Wir hungern nach Offenbarungsworten aus deinem munde.

    Vielleicht noch die europäischen und globalen Hoffungshorizonte illuminieren...
    Wenn gerade kein brennender Busch zur Hand ist.
    Und bitte ein Gegentraktat zu Kirchenaustrittsforderungen..
    Hier gibt es radikal-fanatische Austrittsforderer.
    Mögen sie bestraft werden dafür...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Det66Anonym
  • 07.04.2017, 12:15h
  • Die Überschrift ist aber falsch....es muss heißen Evgl. BEGEGNUNGSSTÄTTE stoppt ......
  • Antworten » | Direktlink »
#3 AlexAnonym
  • 07.04.2017, 12:17h
  • So viel zur Behauptung, die evangelische Kirche sei besser als die Katholen...

    Alles dieselben ewiggestrigern, totalitären Fanatiker....
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#4 stromboliProfil
#5 sanscapote
  • 07.04.2017, 12:53h
  • Solche Nachrichten freuen mich unter dem Aspekt, dass sie (wie die feuchte Aussprache eines gewissen lauen Weihbischofs) sehr vielen beim Nachdenken über den Kirchenaustritt helfen, endlich Naegel mit Koepfen zu machen.

    Daher also:
    www.kirchenaustritt.de/
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#6 stromboliProfil
  • 07.04.2017, 12:54hberlin
  • Antwort auf #4 von stromboli
  • fehlt hier die Nachfrage darüber, was eigentlich mit den Förderungsgeldern geschieht, die diese "Begegnungsstätte" so einkassiert...
    Werden die als gemeinnützig... LOL geführt.

    Wie steht's mit dem Vereinsrecht, den Steuervergünstigungen und Steuerabschreibungsmöglichkeiten für spenden?
    Tinnitus, melde dich und schaff Ordnung.

    Jedem Tierheim würde man die Vereinsförderungsmittel sperren, würden die bei Aufnahme von Tieren nach den selben "konservativen Kriterien" ihre Auswahl treffen wollen..
    Ach ja, Tieren gegenüber ist man da großzügiger in der religioten Denkweise.
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#7 BuntUndSchönAnonym
  • 07.04.2017, 13:18h
  • So wird aus einer Begegnungsstätte eine Verweigerungsstätte.
    Dann dauert es auch nicht mehr lange, bis es am Ende eine Ruine wird. Wenn dann Spenden ausbleiben und erst gar niemand mehr anwesend sein möchte.
    Warum sollten Heteros dort sich aufhalten, wenn sie ebenfalls nicht kirchlich getraut werden dürfen?

    Übrigens heißt Sackgasse auf englisch:
    dead end.

    Wenn das mal kein Omen ist!
    :-)
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#8 sanscapote
#9 AFD-WatchAnonym
  • 07.04.2017, 14:07h
  • "Eine Familie besteht in unseren Augen aus Vater, Mutter und Kind"

    Gähn... das gleiche Spiel wie gestern nochmal:

    1.) Am Familienstatus ändert sich nichts mit oder ohne Ehe!

    2.) Die Ehe ist kein Garant für Kinder...

    3.) Gebähr-Unwilligen und Unfähigen Paaren wird die Ehe nicht verwehrt, obwohl sie es müsste, da sie nach eigener Definition KEINE Familie bilden!

    PS.
    Es ist ziemlich arrogant und unverschämt, Alleinerziehenden und anderen Formen mit Kindern den Familienbegriff abzusprechen! Ist DAS etwa der "Schutz der Familie"?

    Am Besten demnächst bei der Sendung mit der Maus erklärt, damit es auch der Letzte versteht.

    Ansonsten: Alle Achtung, dass man entsprechend konsequent ist. Wie schrieb jemand gestern? Die Ehe wird am Besten dadurch geschützt, indem sie KEINER eingehen kann...

    Mr. Lübbers, übernehmen Sie!
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#10 BuntUndSchönAnonym
  • 07.04.2017, 14:34h
  • Antwort auf #8 von sanscapote
  • Bingo, das ist das mindeste, was passieren wird.
    Und danach entdeckt ein wunderbarer Koch das Gebäude hinter der Hecke und denkt: So, jetzt mach ich Nägel mit Köpfen.
    Er kauft das Gebäude und macht ein geniales Restaurant daraus, in dem man zusätzlich übernachten kann. Denn schließlich dürfen da Heteros und Homos, und Bi's, und Transsexuelle, und Transgender, und Intersexuelle, und Queere, heiraten.
    Und selbstverständlich steht ein anerkannter Pfarrer zur Verfügung, der das Ehepaar kirchlich traut!

    :-)

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