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LSVD warnt vor "medizinischer Gewalt"

Weltgesundheitstag: "Diskriminierung macht krank"

Angesichts des Weltgesundheitstags appellieren LGBTI-Aktivisten an die Politik, endlich die krankmachende Ungleichbehandlung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten zu beenden.


Lego-Ärzte diskriminieren nicht, in der realen Welt sieht es aber leider anders aus… (Bild: Jeff Eaton / flickr)

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland hat zum Weltgesundheitstag, der alljährlich am 7. April begangen wird, ein Ende der Diskriminierung von LGBTI gefordert. Ungleichbehandlung sowie Homo- und Transphobie machten krank und verhinderten ein Erreichen bestmöglicher physischer und seelischer Gesundheit, erklärte LSVD-Sprecherin Gabriela Lünsmann. "Die historische und bis in die Gegenwart anhaltende Stigmatisierung und Pathologisierung von Homosexualität, Trans- und Intergeschlechtlichkeit haben neben körperlichen Schädigungen auch massive psychosoziale Folgen für die Betroffenen", so Lünsmann.

Am diesjährigen Aktionstag hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Schwerpunktthema Depression festgelegt, die laut Studien überproportional unter LGBTI verbreitet ist – und beispielsweise zu höheren Suizidraten führt. Aus diesem Grund fordert der LSVD von der Bundesregierung das Erstellen eines gruppenspezifischen Berichts zur gesundheitlichen Lage von LGBTI in Deutschland durch das Bundesgesundheitsministerium.

Wenn sexuelle oder geschlechtliche Minderheiten bei einem Praxisbesuch "negative Reaktionen oder gar medizinische Gewalt" befürchten müssten, beeinträchtige das die gesundheitliche Versorgung massiv, so Lünsmann. Insbesondere intergeschlechtliche Menschen erlebten das deutsche Gesundheitswesen "oft als Ort der Gewalt". "Ärztinnen und Ärzte in Deutschland unternehmen bis heute unnötige Genitaloperationen an Kindern. Statt die Annahme natürlicher Zweigeschlechtlichkeit zu hinterfragen, werden Menschen 'passend" gemacht'", kritisierte die LSVD-Aktivistin. Auch die Pathologisierung von Transpersonen sei ein Problem.

Zudem müsse es mehr Aufklärung über die Gefährlichkeit sogenannter "Konversionstherapien" geben. Der LSVD fordert deshalb ein Verbot dieser Versuche, Homo- oder Transsexualität zu "heilen". Erst im vergangenen Monat hatte die Bundesregierung allerdings erklärt, dass in diesem Bereich keine gesetzlichen Änderungen geplant seien (queer.de berichtete).

Deutsche Aids-Hilfe beklagt Versorungslücken in Deutschland

Auch die Deutsche Aids-Hilfe beklagte, dass das Recht auf Gesundheitsversorgung in Deutschland oft verletzt werde. HIV-Positive ohne Papiere, aber auch EU-Bürger und Deutsche ohne Krankenversicherung, würden oft ausgeschlossen – mit dramatischen Folgen für die eigene Gesundheit, aber auch für andere: "Da die Therapie auch die Übertragung von HIV verhindert, lassen sich so weitere HIV-Infektionen verhindern. Menschlichkeit und Vernunft gebieten, diese Versorgungslücke sofort zu schließen", erklärte DAH-Vorstandsmitglied Sylvia Urban.

Insbesondere Menschen ohne Aufenthaltspapiere gingen aus Angst vor Abschiebung oft nicht zum Arzt, obwohl sie Anspruch darauf hätten. Grund: Wenn die Betroffenen oder medizinische Einrichtungen die Kostenerstattung für eine längerfristige Versorgung mit Medikamenten beantragen, ist das Sozialamt verpflichtet, sie bei der Ausländerbehörde zu melden. Daher setzt sich die DAH für die Einführung einer anonymen Gesundheitskarte oder eines anonymen Krankenscheins ein. (dk)



#1 AlexAnonym
  • 07.04.2017, 14:01h
  • Ja, das weiß man schon seit langwm...

    Und die medizinischen Folgen der Diskriminierung belasten die Krankenkassen, die Sozialsysteme und die gesamte Volkswirtschaft mit Milliardenbeträgen.

    Wer dennoch an Diskriminierung festhalten will, muss dermaßen vom Hass zerfressensein, dass er/sie dafür sogar in Kauf nimmt, dem Land und allen Bürgern zu schaden.
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#2 sanscapote
  • 07.04.2017, 14:12h
  • Was kann der Waehler tun?
    Keine Stimme den C-Parteien, SPD, FDP, AFD.
    Teilnahme an Demonstrationen gegen ein gewisses Bauchgefuehl und ihre Vasallen.
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#3 Pascal GoskerAnonym
  • 07.04.2017, 17:07h
  • Antwort auf #1 von Alex
  • Das ist der Punkt:
    LGBTI-Diskriminierung schadet nicht nur den Betroffenen, sondern der ganzen Gesellschaft.

    (Nicht nur, weil Diskriminierung krank macht und so die Sicherungssysteme belastet und das Bruttoinladsprodukt reduziert. Sondern auch, weil es der Ansiedlung und Investitionen internationaler Unternehmen schadet, die auf die besten Köpfe angewiesen sind und nicht dahingehen, wo Top-Mitarbeiter diskriminiert werden. Und es schadet auch noch dem Tourismus.)

    Diese massiven volkswirtschaftlichen Schäden auf so vielen Ebenen und in so vielen Bereichen sind nicht mehr länger hinnehmbar!!

    Jede Partei und jeder Politiker, die daran festhalten oder das auch nur schweigend dulden, müssen zum Wohle des Volkes im hohen Bogen aus dem Parlament fliegen!!
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#4 BuntUndSchönAnonym
#5 Chris62Profil
  • 07.04.2017, 23:35hRegensburg
  • Homophobie macht krank. Zwangsstörungen sind aber gut heilbar. Da Homophobie viel Leid über unbeteiligte bringt, bin ich deshalb für eine Zwangstherapie der an dieser Phobie Erkrankten. Bis in die Siebziger mussten TBC Kranke ja auch in Sanatorien.

    Bei hartnäckigen Fällen kann im Klinikum gleich eine Sicherungsverwahrung angeschlossen werden.
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#6 trans_allianceProfil
#7 Patroklos
#8 Homonklin44Profil
  • 08.04.2017, 12:41hTauroa Point
  • An sich ist das logisch, dass Mobbing und Diskriminierung zu ungünstiger Selbstwahrnehmung und ständige Angriffe, Verunglimpfung, sogar gewalttätige Übergriffe, wie man sie als Angehöriger des LGBTIQ-Spektrums gehäuft erfahren kann, auch krank machen kann.
    Methodische Wissenschaft funktioniert so, dass sie das auch nachweisen muss, und auch das ist schon vielfach gelungen.

    Ähnliches weiß man bei generellem Mobbing an Schule und Arbeitsplatz und Ausgrenzung vieler Form.

    Muss ein Kind jeden Tag neu hören, dass es aus dem und jenem Grund nicht gleichwertig oder nicht richtig sei, bricht es irgendwann unter dieser Dauerberieselung mit abwertender Kritik ein und erkennt sich selbst - irrtümlicher Weise - als 'weniger wert' oder nicht richtig genug.
    Dieser Umstand wird von so genannten 'Homo-Heilern' in deren fragwürdigen Thesen gekonnt so umgedeutet, als bestünde der Leidensdruck in der vermeintlich verkehrten Orientierung.
    Und noch andere krude Ideen, die den Faktor verkennen, wie Ausgrenzung zu sekundärem, von außen heran gebrachtem Leidensdruck hin führt.

    Die Unwissenschaftlichkeit der Diskriminierungsfolgen unterstützenden Methoden und "Therapien" muss dringend aufgedeckt werden.

    @Patroklos:
    tti = transgender/transident(transsexuell)/intersexuell

    nicht-binär = nicht Mann oder Frau, außerhalb des binären Geschlechtssystems stehend, oder sich nicht dazugehörig empfindend.
    Beispiele : Agender, Neutrois, Geschlechtslose, Genderqueer, TwoSpirit...
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#9 Patroklos
#10 TheDad
  • 08.04.2017, 22:48h
  • Antwort auf #7 von Patroklos
  • ""Bevor Du hier mit solchen Begriffen um Dich wirfst, solltest Du erst einmal erklären, was es damit auch auf sich hat!""..

    In den Kommentaren von "trans_alliance" sind auch für Dich genügende Links enthalten um Dich selbst kundig zu lesen..
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