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Folter

Indonesien: Zwei mutmaßlichen Schwulen droht Auspeitschung

Eine Provinz will offenbar erstmals ihr Foltergesetz gegen Männer anwenden, denen Homosexualität vorgeworfen wird.


Die brutale Folterstrafe wird meist in der Öffentlichkeit ausgeführt

In der indonesischen Provinz Aceh droht zwei Männern die Auspeitschung wegen Homosexualität. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf Beamte vor Ort. Sollte es zu einer Verurteilung der Männer kommen, wäre dies die erste bekannt gewordene Auspeitschung, seitdem Homosexualität im Jahr 2015 in der konservativen Provinz verboten wurde (queer.de berichtete).

Bei den Männern soll es sich um einen 20- und einen 23-Jährigen handeln, die in der Hauptstadt Banda Aceh wohnen. Sie sollen von einer Gruppe von Homo-Gegnern, die in ihre Wohnung eingedrungen sind, im Bett erwischt worden sein. Im Internet ist ein verwackeltes Video veröffentlicht worden, das die beiden verzweifelten "Täter" zeigen soll.

Laut der Scharia-Polizei hätten die beiden Männer zugegeben, in einer Beziehung gewesen zu sein. Sie hätten insgesamt drei Mal Sex miteinander gehabt.

Bürgerrechtsaktivisten zeigten sich empört über das Vorgehen der Behörden. So erklärte Phelim Kine von der Organisation "Human Rights Watch": "Diese Männer wurden in ihrer Privatsphäre auf angsteinflößende und erniedrigende Art verletzt. Jetzt droht ihnen eine öffentliche Folter für die 'Straftat' ihrer angeblichen sexuellen Orientierung."

Eigentlich ist Homosexualität in Indonesien, dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land der Welt, nicht verboten. Die nach Unabhängigkeit strebende Provinz Aceh hat allerdings das Recht, Sondergesetze zu erlassen. Das Homo-Verbot ist Teil eines regionalen Scharia-Gesetzes, das nur für indonesische und ausländische Muslime gilt. Es sieht 100 Peitschenhiebe für Analverkehr unter Männern vor. Auch Frauen, die "Körperteile zur sexuellen Stimulation aneinander reiben", droht laut Gesetz diese Folterstrafe, die in der Öffentlichkeit ausgeführt wird.

Nicht nur in Aceh, in ganz Indonesien verschlechtert sich laut Menschenrechtlern die Situation von LGBTI massiv (queer.de berichtete). Im Januar kritisierte das Europaparlament die "wachsende Intoleranz gegenüber ethnischen, religiösen und sexuellen Minderheiten in Indonesien" (queer.de berichtete). (dk)



#1 BuntUndSchönAnonym
  • 10.04.2017, 20:26h
  • Oh mein Gott!!
    Das ist sowas von menschenverachtend, dass es nicht mehr in Worte zu fassen ist. Die zwei tun mir so unendlich leid! Was haben sie schon getan? Sie lieben sich. Wer kann das schon verurteilen??
    Diejenigen, die diese Strafe verhängen und die, die sie umsetzen werden, haben möglicherweise Familie zuhause!
    Was ist das denn für ein Ungleichgewicht!

    Erst Tschetschenien mit dem Massaker und nun kommt Indonesien mit der Homofeindlichkeit! Mein Gott: können Menschen eigentlich noch denken und lernen??
    Es heißt doch: die braune Zeit darf sich nicht wiederholen.
    Aber bei der LSBTTIQ kann man eine Ausnahme machen?? Das ist eine rhetorische Frage! Eine Frage an alle Staaten und Regierungen!

    Wiedermal wird es überdeutlich wie wichtig die Gesetze sind! Gleichstellung hat seinen Grund und seine Berechtigung. Wenn ein Teil der Menschheit geschützt ist, dann müssen ALLE geschützt sein!!

    Intoleranz hat noch niemandem gut getan. Es hat zur Folge, dass noch viel mehr Menschen flüchten werden. Und zwar in Länder, wo Homosexualität nicht unter Strafe steht.

    Jetzt mal ehrlich: macht denn das Sinn??
    Gewalt umzusetzen, wo es nichts bringt. Übrigens ist Gewalt grundsätzlich abzulehnen! Was nutzt diese Strafe denn? Gar nichts. Es wird immer Homosexuelle geben, weil es NATÜRLICH ist!
    Wissen diese gehirnlosen Homophob-Gewalttätigen eigentlich, was sie bei sich selbst anrichten?? Was sie dem Land antun? Was sie den Angehörigen antun?

    Ne, echt - es wird Zeit, dass Amnesty International and Human Rights Watch durchgreift und dieser diskriminierenden Gewalt ein Ende setzt.
    Es gibt noch gesetzgebende Ebenen überhalb von Staaten und Ländern! Die müssen nun aktiv werden und zeigen, dass sie aus gutem Grund entstanden sind!!
    Oder dienen die auch nur der Ästhetik??

    © von einer, die es nicht fassen kann!
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#2 SebiAnonym
  • 10.04.2017, 20:29h
  • Wie kann man nur so pervers sein?!

    Und in dieses Land reisen auch noch Touristen...
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#3 BuntUndSchönAnonym
#4 Patroklos
  • 10.04.2017, 22:16h
  • Antwort auf #2 von Sebi
  • "Wie kann man nur so pervers sein?!"

    Die typische Antwort eines Doppelmoralisten! Es gibt im schwulen, lesbischen und heterosexuellen Milieu einige, die auf Auspeitschen stehen, weil sie dabei sexuell erregt werden und auf S/M stehen! Dabei wird ein Codewort vereinbart, das genannt wird, wenn die Schmerzen unterträglich werden.

    Hoffentlich entgehen die beiden vermeintlichen schwulen Männern dieser barbarischen Strafe!
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#5 TheDad
  • 10.04.2017, 23:55h
  • Antwort auf #4 von Patroklos
  • """Wie kann man nur so pervers sein?!"

    Die typische Antwort eines Doppelmoralisten! ""..

    Wie könnte eine rhetorische Frage eine "Antwort" sein ?

    Und was zum Henker spornt Dich nun hier an die Bestrafung von Menschen durch den Staat mit einem Fetisch gleichzusetzen ?
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#6 FaktencheckAnonym
#7 JadugharProfil
  • 11.04.2017, 01:58hHamburg
  • Antwort auf #1 von BuntUndSchön
  • Das islamische Rechtssystem, ob Scharia oder nicht, unterscheidet sich von europäischen Rechtssystem. Im europäischen Rechtssystem ist alles erlaubt, was nicht verboten ist. Im islamischen Rechtssystem verhält es sich umgekehrt. Alles ist verboten, was nicht erlaubt ist. Ferner ist es stark religiös orientiert und obendrein sehr widersprüchlich, was aber nicht diskutiert werden darf, weil es eben von vornherein (alles) verboten ist. Deswegen akzeptieren diese Systeme nicht die Menschenrechte, sondern halten ihre eigene Form von Menschenrechten diesen entgegen. Sie besitzen keine fixierten Gesetzessammlungen. Das islamische Gesetz regelt sowohl die kultischen und rituellen Vorschriften.
    Das Gesetz achtet darauf, dass die religiösen Verpflichtungen des Einzelnen gegenüber Gott erfüllt werden und alle Beziehungen des Einzelnen zu seinen Mitmenschen Vermögensrecht, Familien- und Erbrecht, Strafrecht unter anderem stets diesen Verpflichtungen entsprechen. Um Glaubensfragen im engeren Sinne kümmert sich die dieses Rechtssystem nicht. Der Muslim hat die islamische Pflicht, diese Bestimmungen mit seinen Widersprüchen kritiklos zu akzeptieren. Das Forschen nach der Bedeutung und inneren Logik der göttlichen Gesetze ist nur zulässig, soweit Gott selbst den Weg dazu weist. Somit ist die religiöse Wertung aller Lebensverhältnisse die Grundtendenz des islamischen Rechts. Man wird sich ausschließlich immer an den Koran orientieren, wo Homosexualität verdammt wird. Eine Aussicht, daß man Homosexualität im islamischen Recht erlauben wird, ist nach islamischer Rechtsauffassung nicht gegeben.
    Im islamischen Indonesien besteht die Tendenz, daß nach und nach islamisches Recht überall gültig wird und daß das einst europäische Rechtssystem, welches von den Holländern eingeführt wurde, abgeschafft wird. In Aceh ist man bereits so weit, daß nur noch islamisches Recht und sogar die Scharia gilt, was im restlichen Indonesien angestrebt wird.
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#8 wiking77
  • 11.04.2017, 08:07h
  • Soweit mir bekannt, ist Indonesien eines der bevölkerungsreichsten islamischen Staaten; und liberal soll der Mainstream -Islam dort auch sein.

    Nun: Offenbar doch nicht. Es zeigt sich, dass der sich liberal gerierende Islam nur dann tatsächlich tolerant ist, wenn er auf das Wohlwollen der nichtislamischen Mehrheitsgesellschaft angewiesen ist. Sobald Vertreter des Islam(ismus) an den Hebeln der Macht sind, ist's damit vorbei.
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#9 wiking77
#10 SebiAnonym
  • 11.04.2017, 09:14h
  • Antwort auf #4 von Patroklos
  • Ich habe ja schon viele zynische Beiträge von Dir gelesen und Du hast ja auch schon oft genug das Leid anderer Menschen missbraucht, um für Deine SPD Werbung zu machen.

    Aber dieser Beitrag von Dir ist nochmal der Gipfel der Perversität.

    Auf Auspeitschung von Schwulen zu schreiben, dass ja manche Schwule auch auf Auspeitschen stehen, gehört schon fast wegen Volksverhetzung angezeigt. Du bist offenbar so dumm, dass Du nicht den Unterschied zwischen Peitschenstrafe (die oft zum Tod führt) und SM kennst.

    Ich weiß, dass Du hier rumtrollst, weil Du in der Anonymität des Internet die Bestätigung suchst, die Du im realen Leben nicht bekommst. Weil Du eigentlich ein ganz bemitleidenswertes Geschöpf bist, hatte ich schon fast Mitleid.

    Aber nach diesem Beitrag muss ich sagen:
    kein Wunder, dass im realen Leben niemand was mit Dir zu tun haben will. Die Situation in der Du bist, hast Du zu 100% verdient...
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