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"Luv Guv" aus Alabama

Homofeindlicher Gouverneur tritt nach Sex-Affäre zurück

Im erzkonservativen Alabama galt Gouverneur Robert Bentley einst als Saubermann, der gegen die "unbiblische" Ehe für alle austeilte, da diese Hetero-Ehen zerstöre. Seine eigene Ehe ging aber aus ganz anderen Gründen zu Bruch.


Sein gesamtes politisches Leben baute Robert Bentley als Vertreter der "Familienwerte" auf – nun steht er vor einem Scherbenhafen

Einer der LGBTI-feindlichsten Landeschefs der Vereinigten Staaten muss nach einer peinlichen Affäre seinen Hut nehmen: Robert Bentley, der republikanische Gouverneur von Alabama, ist am Montagabend nach einer monatelangen Hängepartie zurückgetreten. Zu Fall brachte den 74-Jährigen am Ende allerdings nicht eine im letzten Jahr bekannt gewordene Affäre mit seiner 30 Jahre jüngeren Beraterin, sondern dass er mit Steuergeldern versucht hatte, diesen Seitensprung zu vertuschen.

Die letzten Tage als Gouverneur waren dramatisch: Am Freitag veröffentlichte ein unabhängiger Ermittler einen 112-seitigen Bericht, in dem Bentley strafbare Handlungen vorgeworfen werden. Demnach habe der Politiker unter anderem Regierungsbeamte eingeschüchtert und bedroht, damit diese nicht über seine Affäre auspackten.

Am Wochenende gab der oberste Gerichtshof des Bundesstaates dem Parlament die Befugnis, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Bentley einzuleiten. Weil der Gouverneur damit immer mehr unter Druck geriet, ließ er sich auf einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ein: Statt einer Straftat bekannte sich Bentley nur eines Vergehens schuldig und musste dann am Montagnachmittag ins Bezirksgefängnis, um das obligatorische Polizeifoto machen zu lassen.


Es kommt nicht so oft vor, dass der berühmte amerikanische Mugshot mal einen Gouverneur abbildet – das Bild wurde am Montagnachmittag kurz vor Bentleys offiziellem Rücktritt aufgenommen (Bild: Montgomery County Sherriff's Office)

Der Deal mit der Staatsanwaltschaft beinhaltete unter anderem, dass Bentley als Gouverneur zurückgetreten ist und sich wegen Veruntreuung von Wahlkampfmitteln schuldig bekennen musste. Im Gegenzug erhielt er lediglich eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung und muss 100 Sozialstunden ableisten.

Eigene Ehefrau nahm heimlich Turtel-Gespräch auf

Bentley war seit Anfang 2011 Gouverneur des konservativen Bundesstaates – und hatte anfangs ein Saubermann-Image, das er auch unter Verweis auf die 50 Jahre(!) dauernde Ehe mit seiner Frau kultivierte. Sein Image erhielt im Herbst 2015 erste Risse, als seine Frau die Scheidung beantragte. Im Frühjahr 2016 wurde dann eine zweieinhalbminütige Aufnahme eines Turtel-Telefonats mit Bentleys (verheirateter) Gespielin aus dem Vorjahr der Presse zugespielt, in der der Gouverneur unter anderem sagte, wie gerne er ihre Brüste berühre – die Aufnahme war von Bentleys argwöhnischer Ehefrau angefertigt worden.

Bis heute streitet Bentley aber ab, eine "körperliche Affäre" mit seiner 30 Jahre jüngeren Beraterin – einer Kandidatin für den Titel der Miss Alabama 1990 – gehabt zu haben. Die Presse spottete nach den detaillierten Veröffentlichungen über den "Luv Guv" (Liebes-Gouverneur), der schnell in seiner eigenen Partei zur Persona non grata wurde.

Die Affäre wurde insbesondere von Schwulen und Lesben mit Schadenfreude verfolgt, da Bentley Homo-Paare immer wieder beschuldigt hatte, mit ihrem Ehe-Wunsch die heterosexuelle Familie vernichten zu wollen. So sagte er nach der Öffnung der Ehe im Jahr 2015 (zu der Zeit, als die Aufnahme mit seiner Sex-Gespielin entstand), dass die Ehe-Öffnung "die Normen und Pflichten innerhalb der Ehe unterminiert, was den Kindern und der Zivilgesellschaft schadet". Er selbst glaube an die "biblische Definition der Ehe", behauptete Bentley damals.

Direktlink | Robert Bentley gibt seinen Rücktritt bekannt

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#1 BuntUndSchönAnonym
  • 11.04.2017, 13:18h
  • So ist es: wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
    Von wegen Saubermann!

    Es gibt ne Menge zu tun, auch in den USA. Vor allem dort! Es gefällt mir nicht, was ich von denen so lese.
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#2 OrthogonalfrontAnonym
#3 AnnaAnonym
  • 11.04.2017, 13:27h
  • "Gespielin", "Sex-Gespielin"?
    Euer Ernst? Vielleicht könntet Ihr die berechtigte Häme auch anders als sexistisch zum Ausdruck bringen.
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#4 BobACAnonym
#5 AlexAnonym
  • 11.04.2017, 13:53h
  • Da sieht man wieder mal:
    Die größten Hetzer wollen nur von sich selbst ablenken...
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#6 JohannbAnonym
  • 11.04.2017, 14:01h
  • Der Herr Gouverneur hat mit seinem Telefonat doch selbst seine Partnerin sexualisiert. Da braucht queer.de nichts schön reden!
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#7 Patroklos
  • 11.04.2017, 14:09h
  • Das sind hervorragende Neuigkeiten! Ein weiterer Feind der LGBTIPA-Bewegung ist endlich weg vom Fenster! Mal sehen, wer als nächstes das Amt in Alabama bekleiden wird!
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#8 Nicht übertreibenAnonym
  • 11.04.2017, 14:15h
  • Antwort auf #3 von Anna
  • Man kann es auch übertreiben mit der Political Correctness.

    Nicht jede flapsige Aussage ist gleich sexistisch.

    Sowas ist übrigens, genau wie Gender-Stern., Binnen-I, etc. ein Grund, was viele Wähler von ansonsten guter linker Politik: solche Orwell'sche Sprachpolizei, wo man jedes Wort auf die Goldwaage legen muss.
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#9 seb1983
#10 Pascal GoskerAnonym
  • 11.04.2017, 14:45h
  • Anderen was von "heiliger Ehe" vorschwafeln, aber dann selbst durch die Gegend huren.

    Und dann auch noch Geld veruntreuen.

    Aus demselben Holz ist übrigens auch in Deutschland die AfD...
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