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Kandidatur angekündigt

Mahmud Ahmadinedschad will erneut iranischer Präsident werden

Der konservative Politiker, der einst die Existenz von Schwulen und Lesben im Iran abstritt, bewirbt sich erneut um den Posten des Regierungschefs.


Mahmud Ahmadinedschad will offenbar erneut die Geschicke seines Landes lenken (Bild: Parmida Rahimi / flickr)

Mahmud Ahmadinedschad hat sich nach Berichten iranischer Staatsmedien vom Mittwoch als Kandidat für die Präsidentschaftswahl registrieren lassen. Die Wahl wird am 19. Mai stattfinden.

Der 60-Jährige hatte eigentlich zuvor erklärt, nicht zu kandidieren, nachdem das geistliche und politische Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, ihm von einer Bewerbung abgeraten habe. Ahmadinedschad hatte stattdessen seinen politisch eher unerfahrenen ehemaligen Strellvertreter Hamid Baghaei die Unterstützung zugesichert. Baghaei hat sich ebenfalls für die Präsidentenwahl registriert.

Ahmadinedschad galt während seiner ersten beiden Amtszeiten als Präsident von 2005 bis 2013 im In- und Ausland als höchst umstrittener Scharfmacher, der in Deutschland mit der Leugnung des Holocausts für Empörung sorgte. Wiederholt verteidigte er auch die Verfolgung von Homosexuellen im Iran, denen im Extremfall die Todesstrafe droht.

So behauptete Ahmadinedschad bei einer Rede in einer New Yorker Universität 2007: "Im Iran haben wir keine Homosexuellen wie in Ihrem Land. Wir kennen dieses Phänomen nicht. Ich weiß nicht, wer Ihnen erzählt hat, dass wir so etwas haben" (queer.de berichtete). Später sagte der Politiker, dass sich Homosexualität "gegen den menschlichen Geist und die Menschlichkeit" richte (queer.de berichtete).

Laut iranischen Staatsmedien hält sich Ahmadinedschad noch bedeckt zu seiner Registrierung zur Wahl. Er sagte allerdings, diese diene "lediglich der Unterstützung" seines Zöglings Hamid Baghaei.

Alle Kandidaten müssen sich nach der Registrierung der Überprüfung durch den Wächterrat stellen. Dieses zwölfköpfige Gremium aus Geistlichen und Juristen filtert in der Regel Kandidaten heraus, die etwa als nicht qualifiziert genug oder zu liberal gelten.

Der augenblickliche iranische Präsident Hassan Rohani hatte einst als Hoffnungsträger für eine Öffnung des Landes gegolten, hat aber seit seinem Amtsantritt 2013 die Politik gegenüber Homosexuellen oder Andersdenkenden im Iran nicht verändert. Zu LGBTI-Rechten äußerte er sich während seiner Amtszeit anders als Ahmadinedschad nicht. (dk)



#1 schwarzerkater
  • 12.04.2017, 13:08h
  • in den zeiten von putin und trump, da braucht auch der iran wieder einen richtigen "scharfmacher", der sich mit fake-news bestens auskennt.
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#2 BuntUndSchönAnonym
  • 12.04.2017, 13:44h
  • Mal davon abgesehen, dass er sowas von gar nicht «scharf» ist, scheint es wohl Mode zu sein, Homogegner in die Politik zu schleusen bzw. an die Macht zu stellen!
    Was soll das eigentlich?
    Ich gebe Carolin Emcke recht, wenn sie sagt, dass der Hass aufhören muss!
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#3 tchantchesProfil
#4 Patroklos
  • 12.04.2017, 21:23h
  • Hoffentlich verfehlt er den Einzug in eine mögliche Stichwahl möglichst deutlich!
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#5 Pascal GoskerAnonym
#6 Homonklin44Profil
  • 13.04.2017, 14:07hTauroa Point
  • Oh nee, bitte nicht nochmal die Wahntröte!

    Auch der Iran verdient Besseres! Allerdings wird es bei dem Zulassungsverfahren für Kandidaten mit einem Schweigen zu LGBTIQ-Belangen schon das "Bessere" des Möglichen sein.
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#7 Patroklos