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Minderjährige Sexarbeiter in Bangkok

Mit zehn Jahren auf dem schwulen Straßenstrich

Im Bruno Gmünder Verlag ist mit Ohm Phanphirojs "Underage" der wohl schockierendste wie umstrittenste Bildband des Jahres erschienen.


Die Kunden sind zumeist thailändische Männer: Der 16-Jährige Oat geht – wie Hunderte andere männliche Jugendliche in Bangkok – auf der Straße anschaffen, um zu überleben (Bild: Ohm Phanphiroj)

Oat ist 16 Jahre alt. Erst seit vier Tagen geht er auf dem Bangkoker Straßenstrich anschaffen, ein Kumpel hat ihn auf die Idee gebracht. Drei Freier hat der junge Hetero bereits gehabt. Oats Eltern sind geschieden, er lebt zusammen mit seinen beiden Geschwistern bei der Mutter, einer Fleischerin, das Geld ist immer knapp. Sein Traum ist eine Karriere bei der Luftwaffe.

Schockierende menschliche Schicksale, festgehalten mit der Digitalkamera und versehen mit knappen Angaben zur Person: Dutzende minderjährige männliche Sexarbeiter hat Ohm Phanphiroj auf den Straßen der thailändischen Hauptstadt Bangkok fotografiert, der jüngste gerade einmal zehn Jahre alt. Seine inszenierte Dokumentation "Underage" ging in den vergangenen Jahren als Fotoausstellung um die Welt und heimste mehrere Preise ein – nun ist sie im Berliner Bruno Gmünder Verlag auch als Bildband erschienen.

Brisante Dokumentation eines Modejournalisten


Der Bildband "Underage" ist Anfang April im Berliner Bruno Gmünder Verlag erschienen

Der schwule US-Bürger Ohm Phanphiroj, der sich als Kunst- und Modefotograf einen Namen machte und zuvor mehrere homoerotische Fotobücher wie "The Space Between Us" veröffentlicht hat, wurde in seiner Geburtsstadt Bangkok für sein Stricher-Projekt hart angegriffen. Die einen warfen ihm vor, dem Ansehen Thailands zu schaden und das Klischee des "Kinderschänder-Paradieses" zu bedienen – dabei sind die Kunden der porträtierten Jungs zumeist keine ausländischen Touristen, sondern Thais. Die anderen kritisierten, dass Ohm das Elend der minderjährigen Sexarbeiter ebenso ausgenutzt habe wie die Freier, allein für seinen Ruhm und unter Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte.

In der Tat ist die Präsentation grenzwertig: Zwischen 100 und 500 Baht (das sind umgerechnet rund 2,70 bis 13,50 Euro) zahlte der Fotograf den Jugendlichen, damit sie für ihn mit nacktem Oberkörper posieren. Sonst hätten sie es nicht gemacht. "Ich habe sie die Shirts ausziehen lassen, weil ich das Publikum mit der Realität konfrontieren wollten, wer sie sind", erklärte Ohm Phanphiroj gegenüber queer.de: "Es war nicht meine Absicht zu verherrlichen, aber meine jahrelange Arbeit als Modefotograf hat sicher eine Rolle bei der Art der Präsentation gespielt."

Die inszenierten Bilder der minderjährigen Sexarbeiter entstanden bereits um das Jahr 2010 herum, auf dem Bangkoker Straßenstrich gibt es längst neue Gesichter. An ihrer Situation hat auch die Dokumentation nichts verändern können. (mize)

Vimeo / Ohm Phanphiroj | Im Rahmen seines Projekts "Underage" hat Ohm Phanphiroj auch einen gleichnamigen Film produziert

Infos zum Buch

Ohm Phanphiroj: Underage. Bildband. Text in englischer Sprache. Hardcover. Format: 27,0 x 28,5 cm. 112 Seiten. Bruno Gmünder Verlag. Berlin 2017. 69,99 €. ISBN: 978-3-95985-250-0
Galerie:
Underage Prostitutes
14 Bilder


#1 OrthogonalfrontAnonym
  • 15.04.2017, 10:40h
  • Ich mag solche Berichte in queeren Medien nicht, weil sie Homosexualität und Pädophilie auf unglückliche Weise mit einander vermischen.
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#2 herve64Profil
  • 15.04.2017, 10:44hMünchen
  • Gab es nicht unlängst hier eine Meldung, wonach Bruno Gmünder I:nsolvenz angemeldet habe? Dann wndert es mich, dass der Verlag überhaupt noch großartig publizieren darf.

    Im Übrigen teile ich die Meinung meines vorhergehenden Kommentatoren.
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#3 Sukram712Anonym
  • 15.04.2017, 11:04h
  • Antwort auf #1 von Orthogonalfront
  • Pedopilie ist, wenn man auf Kinder vor der Pubertät steht. Also wenn unten rum noch nichts funktioniert. Das ist selten.

    16-jährige hübsch und sexy zu finden, kommt dagegen relativ häufig vor. Da muss man an das Verantwortungs-Bewustsein appellieren.

    Und das macht dieses Fotobuch auch so grenzwertig. Vordergründig wird sich distanziert und die Verhältnisse werden beklagt, in Wahrheit sitzen aber alle sabbernd davor. ...
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#4 BuntUndSchönAnonym
  • 15.04.2017, 11:26h
  • Antwort auf #1 von Orthogonalfront
  • Ich teile deine Aussage nicht.
    Es ist schlimm genug, dass diese Kinder und Jugendliche anschaffen müssen, um überleben zu können.
    Und unter ihnen sind auch Heteros.

    Sollen die Nachrichten nun so ne Situation nicht schildern, weil es paar eitle Erwachsene gibt, die irrtümlicherweise im Artikel Homosexualität und Pädophilie miteinander vermischt sehen??

    Du möchtest, dass es der LSBTTIQ besser geht und dass die Politik entsprechend handelt, aber wenn ein Artikel ein großes Problem in Thailand anspricht, dann möchtest du das gar nicht haben!

    Hallo, geht's noch??

    Ich sehe im Artikel nicht, dass Homosexualität mit Pädophilie vermischt ist, sondern ich sehe da schutzbedürftige Jugendliche und Kinder, die aus ihrer perversen Situation herausgeholt werden müssen! Diese furchtbare Armut dort ist ein Problem!!

    Kannst auch mal für eine Sekunde deine Homosexualität vergessen und HINSCHAUEN, was in einem anderen Land geschieht?

    Selbstverständlich lässt sich die Handlung der Freier als pädophil bezeichnen. Das ist ja grade das perverse!

    Umso mehr muss da was dagegen getan werden, sowohl von außerhalb Thailands, als auch von Thailand selbst!

    Überlege mal, was diese Kinder zu dir sagen würden, wenn du ihnen das sagst, was du in deinem Kommentar schreibst!
    Damit lässt du sie in ihrer perversen Situation hängen!

    Sehr verantwortungsbewusst scheinst du zumindest hier nicht zu sein!

    © HelpThoseChildrenAndTeenagers!
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#5 LorenProfil
  • 15.04.2017, 11:33hGreifswald
  • "Die einen warfen ihm vor, dem Ansehen Thailands zu schaden und das Klischee des "Kinderschänder-Paradieses" zu bedienen ..."

    Interessant wäre für mich zu erfahren, welche Schritte die dortige Gesellschaft und Politik geht um die Kinderprostitution (bzw. die mit Minderjährigen) dort zumindest einzudämmen.

    "In der Tat ist die Präsentation grenzwertig ..."

    Es hat den Anschein, dass Herr Phanphiroj hier nicht nur auf das Schicksal dieser Kinder und Jugendlichen aufmerksam macht, sondern auch den Voyeurismus Interessierter "bedient", was ebenso für diejenigen gelten würde, die dieses Buch herausgeben bzw. eine Auswahl der Fotos als Bildergalerie veröffentlichen. Es wäre für mich durchaus denkbar, für diese Thematik auch mit Fotos von voll bekleideten Kindern und Jugendlichen zu sensibilisieren, wenn man dies unabhängig vom eigenen Profitstreben ("Sex sells") tun möchte. Die Geschichten, die sie zu erzählen haben, dürften auch ohne Ansicht freier Oberkörper eine deutliche Sprache sprechen, sofern sich am Fotobuch Interessierte überhaupt dafür interessieren.
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#6 LorenProfil
#7 Sukram712Anonym
  • 15.04.2017, 11:58h
  • Ich nehme an, die meisten Leute werden sich das Buch kaufen, um sich an den hübschen Jungs aufzugeilen (inklusive mir, wenn ich es denn kaufen würde :D)

    - und eher NICHT so sehr, um sich über das tragische Schicksal dieser Jugendlichen zu empören. :)

    Möglicherweise wird das den ein oder anderen sogar dazu bringen, wegen der Jungs dort hin zu fliegen. Das Buch ist im Grunde Werbung für Prostitution in Thailand.

    Die könnten wenigstens einen Teil der Einnahmen spenden und bzw. oder ein Spenden-Formular beilegen, wenn man denn schon so einen etwas scheinheiligen Bildband machen muss. :)
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#8 BuntUndSchönAnonym
  • 15.04.2017, 12:10h
  • Antwort auf #6 von Loren
  • Das stimmt auch.

    Was die Kinder tun, das tun sie halt unbekleidet, insofern kann es auch ein Aufschrei geben, wenn die westlichen Länder so eine Doku sehen.
    Auf diese Weise wird schneller klar, was da furchtbares geschieht.
    Sieht man angezogene Kinder, dann kann es auch passieren, dass welche das Furchtbare nicht begreifen.
    Manchen Menschen muss man was direkt vor die Nase halten, damit sie verstehen.

    Deine Sichtweise verstehe ich ganz gut, weil wir sofort begreifen, was da passiert. Wir müssen keine unbekleidete Kinder sehen, um zu verstehen, was in Thailand los ist.

    Aber außer uns gibt es welche, die das erst begreifen, wenn sie unbekleidete Kinder sehen - leider :-((
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#9 GegensprechAnonym
  • 15.04.2017, 12:14h
  • Antwort auf #1 von Orthogonalfront
  • Weil nicht sein kann, was nicht sein darf...daher am besten nicht drüber reden und so tun als ob es DAS nicht gibt...

    Hier werden nicht Themen unglücklich miteinander vermischt, hier wird thematisiert, DASS es genügend Leute gibt, der die Homosexualität und Pädophilie zwei Seiten der gleichen Medaille sind.
    Und anscheinend gibt es so viele Homosexuelle die diese Knaben geil finden, dass es dafür einen Markt gibt. In Thailand und auch anderswo.
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#10 JustusAnonym
  • 15.04.2017, 12:16h
  • Schockierend!

    Diese Kinder bekommen nicht nur ihre Kindheit versaut, sondern ihr ganzes Leben ruiniert. Von so ein paar notgeilen Kinderschändern, die für ihre Befriedigung über Leichen gehen.

    Schlimm, dass es Länder gibt, wo die Armut manche Kinder zu sowas zwingt, um überhaupt zu überleben. Ein Staat, der Kinder überhaupt in so eine Situation geraten lässt, ist durch und durch pervers.

    Ich habe überhaupt nichts gegen Prostitution und bin strikt dagegen, das zu verbieten oder auch nur irgendwie zu reglementieren. Aber es gibt die eine Ausnahme, dass die Nutten / Stricher volljährig sein sollten.
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