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Kommentare zu:
Gibt es "Sprechverbote" in der queeren Community?


#11 OrthogonalfrontAnonym
#12 LorenProfil
#13 orchidellaProfil
  • 17.04.2017, 01:57hPaderborn
  • Wenn Patsy lAmour laLove sich auf einen vermeintlich ursprünglich-emanzipatorischen Begriff «queer» bezieht, den sie etwas romantisierend-heroisierend wie folgt umschreibt:

    «In Queer scheint das utopische Glück auf, dass die sexuell Anderen ohne Angst verschieden sein können. Queer transportiert eine Geschichte emanzipatorischen Kämpfens, es ist ein reizvoller Begriff, der zum Hinterfragen der heterosexuellen Normalität ebenso aufruft wie zur selbstbewussten Entgegnung der Perversen und Anderen.«

    dann suggeriert sie eine imaginäre Homogenität von Interessenlagen und ignoriert die Vielzahl diskrimierender Alltagspraktiken in einer als Einheit faktisch nicht existenten queer community.

    Entlarvend ist allein schon die Vielzahl völlig ungehemmter Ausgrenzungs- und Segregationsstrategien auf gayromeo//Grindr-Profilen

    «meine likes: dev junge boys rasierte typen -
    keinen bart asiaten oder schwarze»
    oder der «,Klassiker»:
    «Tunten zwecklos».

    Diese Portale erscheinen hier als weiß. dominierte, an heteronormativitäten Standards angepasste pseudo-queere Diskursräume, was den Anspruch der Betreiber_innen als progressiv performend ad absurdum führt.

    Es ist eben auch das Konstrukt der muslimischen Homophobie, das es Rechtspopulist_innen perverserweise
    ermöglicht, ihre Ressentiments auch in queeren Diskursen und Strukturen zu popularisieren.
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#14 Anal2000Anonym
  • 17.04.2017, 02:50h
  • Antwort auf #12 von Loren
  • Ich wäre beeindruckt, wenn es sicht tatsächlich um Betroffene handeln würde.

    Auf der vorangegangenen Seite (Kommentar #6) wurde ein bemerkenswerter Artikel über eine missglückte Veranstaltung des Marburger Referats für trans- und intersexuelle Studierende zitiert.

    Ganz unabhängig von den Inhalten dieser Veranstaltung würde mich interessieren, ob die Referenten denn selber Trans- oder Intersexuell (im engeren Sinn) sind, oder ob hier Trans- und Intersexuelle von Ideologen genauso instrumentalisiert werden, wie das ganz offen und unverhohlen auch bei Lesben und Schwulen versucht wird.

    Ich weiss aus Erfahrung, dass es in einer deutschen Grossstadt schwierig sein kann, Lesben und Schwule für die Referatsarbeit in den AStAs der Hochschulen zu gewinnen, und es fällt mir schwer zu glauben, das ausgerechnet in Marburg ausreichend Trans- und Intersexuelle unterwegs sein sollen.

    Ansonsten würde ich wirklich empfehlen, die Leseprobe für das Buch näher anzuschauen, da man einen guten Überblick über die angerissenen Themen erhält.

    www.querverlag.de/pdf/Beissreflexe_Auszug.pdf

    Schade ist es allerdings, dass grundlegende Diskussionspapiere nicht komplett gratis ins Netz gestellt werden können, zumindest als PDF. Die Referate werden ja trotzdem die Printversion bestellen und in ihre Amtsstuben stellen.
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#15 stromboliProfil
#16 LaurentProfil
  • 17.04.2017, 10:30hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Antwort auf #13 von orchidella
  • >>Entlarvend ist allein schon die Vielzahl völlig ungehemmter Ausgrenzungs- und Segregationsstrategien auf gayromeo//Grindr-Profilen.<<

    Ich finde, genau diese Beispiele passen hier nicht.

    Dieses "Aussortieren" hat m.E. weniger mit "einer Vielzahl diskriminierender Alltagspraktiken in einer als Einheit faktisch nicht existenten queer community" zu tun, geht es dabei doch vor allem um - was wohl? - SEX.

    Dieser "Vorweg-Ausschluss" ist m.E. doch nichts anderes, als wenn ich z.B. auf der Klappe oder im Park abchecke und meine "Auswahl" treffe, mich nicht interessierende, nicht anmachende Typen links liegen lasse. Muss ich mir dann Vorwürfe machen, jemanden zu diskriminieren?

    Bitte nicht falsch verstehen: Wenn man nicht auf jemanden steht, heißt das doch noch lange nicht, dass man diesen Menschen nicht nett und sympathisch finden könnte. Unter einem respektvollen Umgang miteinander, auch auf den Dating-Portalen, verstehe ich, insbesondere verletzende, herablassende Äußerungen und Verhaltensweisen zu unterlassen.

    Die erwähnten "Ausgrenzungs- und Segregationsstrategien" halte ich insbesondere im TÄGLICHEN UMGANG MITEINANDER, worunter z.B. auch dieses Forum fällt, für sehr bedenklich.
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#17 LieschenAnonym
  • 17.04.2017, 14:20h
  • Ich hatte beim Lesen des Buches häufig das Gefühl, ein Körnchen Wahrheit gefunden zu haben und die starke Berfürchtung, dass es auf dem Boden von Wut und Anspruchshaltung zu einer giftigen Rauschpflanze werden würde. Ein guter Teil der Reaktionen (auch hier) bestätigen dieses Bild leider.

    Es wäre schön, wenn eine idealisierte queere Gemeinschaft nicht Spiegel und Teil der Gesellschaft wäre und ihre Konflikte, wenn schon nicht zeitnah durch sachliche Diskussion, so doch zumindest irgendwann einigermaßen friedlich auflösen könnte. So hingegen wird aus dem Anspruch einiger sich entgrenzender Individueen, doch bitte sprechen zu dürfen (oder vielleicht doch nur ernstgenommen zu werden?) ein partikularistischer Konflikt in dem queere Freiheit ein gigantisches Nullsummenspiel ist -- was den Autor*innen freilich nicht entgeht, aber mit einer geradezu apokalyptischen Lust bejaht und herbeigeredet wird.

    Das alles belegt an Einzelbeispielen die kaum über Anekdoten herauskommen und anderswo mit einem schulterzuckenden "ist bei uns nicht so" beantwortet würden. Unterstrichen und verdeutlicht an Tabubrüchen, die für ihr vermeintliches Ziel -- das Aufrütteln, Aufwecken, zum Nachdenken bringen der Lesenden kaum geeignet, für den Selbstzweck des sich Empörens und zur Legitimation der eigenen Wut dafür umso geeigneter scheinen.

    Angesichts der aufgeladenen (jemand hat Privilegien gesagt!) Stimmung scheint es unangebracht, die Analyse an dieser Stelle fortzusetzen, aber der Hinweis sei erlaubt, dass das auch hier verbreitete "Jetzt lassen wir uns nicht mehr den Mund verbieten, jetzt reden endlich mal MÄNNER (oder etwas moderner: maskulin und aggressiv auftretende Menschen)" rein formal betrachtet keine sehr originelle oder überzeugende Erwiderung auf feministische Kritik an der eigenen Position ist.

    Also bleibt mir als queerer Aussenseiterin nur zu hoffen, dass die Großen, deren Erwachsensein anscheinend darin besteht, aus schräg zusammengeschweißten Theorieresten vergangener Zeitalter Kriegsgerät für die nächste ideologische Schlacht zu zimmern und auf der Sinnigkeit dieses Vorgangs gegen jede Evidenz zu beharren, dabei die große Anzahl an Nichtkombatant*innen in meinem Freundeskreis in Ruhe lassen.
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#18 ursus
#19 ursus
  • 17.04.2017, 16:45h
  • Antwort auf #16 von Laurent
  • den unterschied zwischen "ich stehe besonders auf junge, schlanke männer" und "keine fetten schwabbel und halbtoten" sollte jeder einigermaßen erwachsene mensch erkennen und verantwortlich in der praxis anwenden können. dieser nicht so schwer zu begreifende unterschied trennt diskriminierung und ausgrenzung von der berechtigten äußerung eigener erotischer vorlieben.
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#20 LaurentProfil
  • 17.04.2017, 17:57hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Antwort auf #19 von ursus
  • Abgesehen davon, dass ich das in dieser Schärfe ("keine fetten Schwabbel und Halbtoten") noch nie gelesen habe und eher an die von "orchidella" gebrachten Beispiele dachte ("keinen bart asiaten oder schwarze, meine likes: dev junge Boys rasierte typen, Tunten zwecklos"), geht aus meinen Ausführungen eindeutig hervor, dass insbesondere verletzende, herablassende Äußerungen und Verhaltensweisen unterlassen werden sollten.

    Fällt es eigentlich unter die von dir erwähnte Diskriminierung, wenn einer zu mir sagt: "Wenn du 10, 15 Jahre jünger wärst, ..."?

    Mit dem Gebrauch von Begriffen wie "Diskriminierung" und "Ausgrenzung" wäre ich im Zusammenhang mit Angaben auf Dating-Portalen eher zurückhaltend.
    Ein respektvoller Umgang miteinander wär doch schon mal was.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »

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