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Empfang zum Kölner CSD

Kompassnadel 2017 geht an Manfred Bruns

Mit seinem jährlichen Preis ehrt das Schwule Netzwerk diesmal den engagierten Streiter des LSVD.


Er kämpft vor allem im Hintegrund mit Akten und Paragrafen und ist dennoch ein bekanntes Gesicht der LGBTI-Bewegung Deutschlands: Manfred Bruns wird nun mit der Kompassnadel geehrt (Bild: LSVD)

Das Schwule Netzwerk NRW verleiht seine diesjährige Kompassnadel an den lanjährigen ehrenamtlichen LSVD-Aktivisten Manfred Bruns für sein "einzigartiges" Engagement. Das gab der Landesverband am Donnerstag bekannt.

Manfred Bruns war bis zu seiner Pensionierung 1994 Bundesanwalt am Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Als Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD) prägte er bis heute maßgeblich die jüngere deutsche Homosexuellenbewegung mit.

"Das jahrzehntelange ehrenamtliche Wirken von Manfred Bruns hat nicht nur maßgeblich zur Abschaffung des Paragafen 175 beigetragen, auch die nun endlich begonnene, überfällige Rehabilitierung verurteilter schwuler Männer ist ein wichtiges gesellschaftspolitisches Ergebnis seines unermüdlichen Einsatzes", erklärt Steffen Schwab, der Landesvorsitzende des Schwulen Netzwerks NRW. Auch mit der Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaft sowie dem weiteren Kampf um die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare mit der Ehe sei der Name Manfred Bruns untrennbar verknüpft.

Das Netzwerk lobte weiter, dass es Bruns nie um die große politische Bühne gegangen sei. "Generationen von ratsuchenden Menschen fanden und finden bei ihm ein offenes Ohr und fachlich fundierte Unterstützung. Sein einzigartiges Engagement für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Trans* in Deutschland und darüber hinaus verdienen unsere Anerkennung."

"Vorbild und Mahnung für uns alle"

Manfred Bruns wurde 1934 in Linz am Rhein geboren. 1961 heiratete er seine Frau Helga, 1963 begann seine Karriere an der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. 1985, in der Mitte seiner Karriere und seines Familienlebens, outete sich Bruns öffentlich als schwul – für einen hohen Beamten ein keineswegs ungefährlicher Schritt. Seit 1993 lebt er mit seinem Lebensgefährten in Karlsruhe.

In zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen sowie als Gutachter und Sachverständiger trat Bruns für die Rechte von Homosexuellen und für Menschen mit HIV und Aids ein. "Sein bemerkenswerter Lebensweg zeigt, dass der gesellschaftliche und politische Einsatz jedes einzelnen etwas bewirken kann. Dass es etwas bewegt, wenn man sich einsetzt, Position bezieht und seine Möglichkeiten nutzt", so Markus Johannes, Landesgeschäftsführer des Schwulen Netzwerks NRW. "Manfred Bruns ist ein Vorbild für uns alle, und Mahnung zugleich. Die Mahnung, dass wir nicht nachlassen dürfen, weiter für das zu kämpfen, was er für uns vorbereitet hat."

Trauer um früheren Preisträger


Ludwig Rubruck (r.) und Alfred Schiefer im Jahr 2012

Bruns wird die Kompassnadel beim CSD-Empfang des Netzwerks am 8. Juli im Kölner Gürzenich persönlich entgegennehmen – dieser findet unabhängig von der Frage statt, ob und wie es dieses Jahr gleichzeitig ein CSD-Straßenfest geben wird. Zu dem Empfang zum Cologne Pride lädt der Verband seit 1993, seit 2000 zusammen mit der Aids-Hilfe NRW. Die Kompassnadel, die Personen ehren soll, die sich um die Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwulen und Lesben besonders verdient gemacht haben, wird zum 17. Mal verliehen.

Am Dienstag musste das Schwule Netzwerk vermelden, dass ein früherer Preisträger gestorben ist: 2012 wurde Ludwig Rubruck zusammen mit seinem Mann Alfred Schiefer geehrt, für den Mit-Aufbau des Kölner Schwulen- und Lesbenzentrums SCHULZ und des Sozialwerks für Lesben und Schwule, für gemeinsame Auftritte beim Kulturschock und als finanzieller Förderer der Szene (queer.de berichtete). Das Netzwerk schreibt: "Wir trauern um Ludwig Rubruck, unseren Kompassnadelpreisträger 2012, und wünschen seinem Mann Alfred viel Kraft in diesen schweren Stunden!" (nb/pm)



#1 Patroklos
#2 BuntUndSchoenProfil
  • 21.04.2017, 00:15hS
  • Freut mich, dass Köln Sichtbarkeit umsetzt :-)
    Glückwunsch an Bruhns.

    Damit wird deutlich wie wichtig es ist, aktiv zu sein und dass wir noch nicht am Ziel sind.
    Wir leben in einer Demokratie und Bürger können was beeinflussen.
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#3 GüntherkeksAnonym
  • 21.04.2017, 06:24h
  • Wurde diese Nadel nicht auch an den Spiegel vergeben? Also da hat sie ja nicht besonders viel Glaubwürdigkeit.
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#4 Paulus47Anonym
  • 21.04.2017, 07:20h
  • Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung, die hat Manfred Bruns sicherlich verdient.

    Sein Einsatz im LSVD, in zahlreichen Gutachten und Stellungnahmen für LGBT-Rechte, seine Schriftsätze am BVerfG, seine E-Mails in der Beratung und in der Auseinandersetzung mit dem Justizministerium, seine Vorträge, seine Artikel in der LSVD-Verbandszeitschrift "Respekt", usw. sind derart umfangreich, das dieser Preis mehr als berechtigt ist. Mehrere Bücher müsste man schreiben, um das Gesamtwerk von Manfred Bruns zusammenzufassen, so stark war sein Einsatz in seinem Leben.

    Auch privat habe ich Manfred Bruns in verschiedenen Gesprächen sehr geschätzt, wobei ich aber seine "Werbung" für die SPD nie nachvollziehen konnte, denn die SPD verhindert mittlerweile seit über 15 Jahren die Ehe für alle, wie es auch wieder in dieser Legislaturperiode überdeutlich wurde. Ich habe es aber soweit nachvollzogen, das er halt die 1968er und die 1970er mit Brandt/Schmidt "noch" miterlebt hat.

    Auch in der Debatte der "offenen Grenze" für Einwanderer/Islamisierungsdebatte" in den 2010er teile ich seine Haltung nicht und sehe es wesentlich kritischer, als es bei Bruns in seinen Reden sich zeigte.

    Ansonsten aber fand und finde ich Manfred Bruns in seinem Einsatz großartig und er wird mir dauerhaft immer in Erinnerung bleiben. Es gibt nur sehr wenige LGBT-Aktivisten in Deutschland, die auf dieser Ebene des Engagements mithalten können.

    Herzlichen Dank für deine Arbeit und dein Bemühen, Manfred Bruns
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#5 MaikAnonym
  • 21.04.2017, 07:52h
  • Wichtiger Preis für die richtige Person. Manfred ist ein ständiger Streiter für unsere Rechte und hat mir schon mehrfach persönlich beratend zur Seite gestanden. Glückwunsch!
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#6 Nervensägus4711Anonym
  • 21.04.2017, 07:54h
  • Antwort auf #4 von Paulus47
  • War doch mal wieder klar und vorhersehbar.

    "Auch privat habe ich Manfred Bruns in verschiedenen Gesprächen sehr geschätzt, wobei ich aber seine "Werbung" für die SPD nie nachvollziehen konnte, denn die SPD verhindert mittlerweile seit über 15 Jahren die Ehe für alle,"

    Au ja... Die "Ehe für alle" wäre ohne die SPD sicher längst gekommen, weil sich CDU und FDP seit 15 Jahren nicht gegen die SPD durchsetzen können.
    Für wen hätte er denn in seinen jüngeren Jahren "Werbung" machen sollen? Für die Thomas-Dehler-Altnazi-FDP?

    Du kannst es mal wieder nicht lassen, und musst auch hier deinen Dank für deine Propaganda versauen und missbrauchen.
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#7 Patroklos
#8 Paulus47Anonym
  • 21.04.2017, 10:37h
  • Antwort auf #6 von Nervensägus4711
  • Für wen hätte er denn in seinen jüngeren Jahren "Werbung" machen sollen? Für die Thomas-Dehler-Altnazi-FDP?

    Du kannst es mal wieder nicht lassen, und musst auch hier deinen Dank für deine Propaganda versauen und missbrauchen.

    --> UND Du kannst es nicht ertragen, dass "DEINE" SPD seit über 15 Jahren mittlerweile die Ehe für alle blockiert und nicht umsetzt und wenn dies andere LGBT-Aktivisten und Autoren Dir offenbaren. Kritik an der SPD ist bei DIR verboten, gell.

    Und Dein Hass auf die FDP ist auch nichts neues bei Dir, dazu haben andere Autoren Dir schon oft genug geantwortet, dass die FDP eine sehr gute LGBT-freundliche Partei ist. Und in einer Regierungskoalition von CDU/Grüne/FDP, wie sie Jens Spahn möchte, würde sicherlich die Ehe für alle umgesetzt.

    Ansonsten wie patroklos schon schrieb: wiedereinmal hast Du am Thema vorbeigeschrieben. EINE Danksagung, wie ich sie schrieb, kommt von Dir nicht.
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#9 Homonklin44Profil
  • 21.04.2017, 11:36hTauroa Point
  • Da ist doch die SPD in dem Zusammenhang gleich, man kann den Mut eines achtenswerten Menschen wohl auch losgelöst davon bewundern, und ihn zu seinem erreichten wie auch der Auszeichnung beglückwünschen.
    Ein Mensch ist ein Individuum und die SPD vielleicht sein Mittel zum Zweck.

    Dieses Einordnen von Leuten nach ihrem politischen Hang wirkt manchmal wie Staub auf einer feuchten Brille.

    Ein Quäntchen solchen Mutes möchte man mal erreichen.

    Wohlverdient Herr Bruns!
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#10 BuntUndSchoenProfil