Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28683

Vorbericht

"Köln bleibt bunt": Auch die Szene macht mobil gegen AfD-Parteitag

Die rechte Partei will in Köln ein u.a. homofeindliches Programm zur Bundestagswahl beschließen. Mehrere Protestbündnisse wollen sich der AfD entgegenstellen.


Auch die Kölner Aids-Hilfe ruft zu der Kundgebung und Tanz-Demo von "Köln stellt sich quer" auf und fordert: "Tanz die AfD – Gemeinsam für Weltoffenheit, Toleranz und Solidarität!" (Bild: facebook / AidshilfeKoeln)

Die "Alternative für Deutschland" will am Wochenende bei ihrem Bundesparteitag in Köln die Weichen für den Einzug in den Bundestag nach der Wahl im September stellen.

Während vor der Tür zehntausende Menschen zu Gegenprotesten erwartet werden, sollen die Mitglieder der rechten Partei im Maritim-Hotel unter anderem das Wahlprogramm verabschieden – der vorgelegte Entwurf enthält neben allerlei Stimmungsmache gegen Muslime und Einwanderung, der Betonung nationaler Politik und der Verneinung eines Klimawandels auch Programmpunkte, die auf Homo- und Transphobie setzen (queer.de berichtete).

So erklärt die Partei den "Erhalt des eigenen Staatsvolks" zur vorrangigen Aufgabe der Politik und will einer "dramatischen Zunahme der Ehe- und Kinderlosigkeit" nicht nur mit finanziellen Anreizen und Abtreibungserschwernissen entgegenwirken, sondern auch mit einem Kampf für die "traditionelle" Familie: Die Politik müsse sich "am Bild der Familie aus Vater, Mutter und Kindern" orientieren.

"Wir lehnen alle Versuche ab, den Sinn des Wortes 'Familie' in Art. 6, Abs. 1 Grundgesetz auf andere Gemeinschaften auszudehnen", heißt es weiter im Programmentwurf – damit stellt sich die Partei u.a. gegen die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zu Regenbogenfamilien. Auch der Begriff "Ehe" sei "klassisch" zu verstehen; die Partei lehnt die Ehe für alle klar ab.


Eines von genau drei Plakatmotiven der AfD zur Bundestagswahl, für die Mitglieder über die Webseite der AfD spenden können und dabei Ort und Zeitraum der Aufhängung wählen dürfen

"Demo für alle" wird Wahlprogramm

Zudem wehrt sich die Partei gegen eine "einseitige Hervorhebung der Homo- und Transsexualität im Unterricht", die einen "unzulässigen Eingriff in die natürliche Entwicklung unserer Kinder" und das Elternrecht darstelle und Kinder und Jugendliche "in Bezug auf ihre sexuelle Identität verunsichert, überfordert und in ihren Schamgefühlen verletzt". Die Partei stelle sich "allen Versuchen klar entgegen, durch staatlich geförderte Umerziehungsprogramme in Kindergärten und Schulen das bewährte, traditionelle Familienbild zu beseitigen". Kinder dürften nicht "zum Spielball der sexuellen Neigungen einer lauten Minderheit werden."

Ein solches "ideologische Experiment der Frühsexualisierung" sei "sofort zu beenden", fordert die AfD. Die Förderung von "Gender-Forschung" und Gleichstellungsbeauftragte seien abzuschaffen.


Die AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen, Albrecht Glaser und Frauke Petry bei der Vorstellung des Entwurfs zum Wahlprogramm im März – der Kampf gegen LGBTI-Rechte umfasst alle Flügel der immer weiter nach Rechts driftenden Partei


Zusatzanträge gegen "Fehlentwicklung" Emanzipation

Anträge, die diese Formulierungen abschwächen oder ablehnen sollen, liegen zum Parteitag in Köln nicht vor. Ein Antrag will hingegen noch das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend als "'Gedönsministerium' ausmisten" und in ein "Bundesministerium für Familie und Bevölkerungsentwicklung" umwandeln.

Der Grund: Das bisherige Ministerium stehe für "die Genderclique mit Gleichstellung, Frühsexualisierung und anderen gravierenden Fehlentwicklungen". Erster Name auf der Unterstützerliste ist der schwule Bundesvorsitzende des Jugendverbands "Junge Alternative", Sven Tritschler; er ist Listen- und Direktkandidat zur Landtagswahl in NRW aus Köln. Die "JA" will in weiteren Anträgen u.a. auch das Grundrecht auf Asyl abschaffen.

Mehrere Vertreter der NRW-AfD aus Vorstand und Landesliste zur Bundestagswahl wollen zudem in einem Antrag Geschlechterquoten und Antidiskriminierungsgesetze als vermeintliche Vorboten einer "totalitären Herrschaftsordnung" abschaffen.

Diverse Kundgebungen, Blockaden und ein Mini-CSD

Gegen den Parteitag im Maritim-Hotel am Rande des Heumarkts haben sich für Samstag etliche Proteste angekündigt, an denen teilweise auch die Community involviert ist. Am größten dürfte die Kundgebung des Bündnisses "Köln stellt sich quer" werden; zu den Bündnispartnern aus der Szene gehören die Aids-Hilfe Köln, das Centrum Schwule Geschichte e.V., der KLuST e.V. (Cologne Pride) und die Kölner CSD-Demonstration.

Das Bündnis ruft zu einer Kundgebung ab 12 Uhr auf dem Heumarkt auf, bei der Vertreter der Gruppen sowie aus der Politik sprechen sollen. Um 14 Uhr startet dort eine Art bunte CSD-Demo mit Musik und Wagen unter dem Titel "Tanz die AfD", die mit dem Kölner CSD organisiert wird. Auch ein Wagen der LGBTTIQ*-Community ist mit dabei. Nach der Demo geht die Kundgebung auf dem Heumarkt weiter.

Der "Dyke March Cologne" ruft dazu auf, sich der Frauen*kette ums Maritim anzuschließen: "Wir freuen uns über jede Dyke*, die sich uns anschließt! Ihr erkennt uns an den Dyke* March Cologne Fahnen." Treffpunkt ist 9.30 Uhr am Reiterstandbild am Heumarkt.


Queergestellt & Co. wollen "den queeren Protest sichtbar, laut und schillernd auf die Straße" bringen und sich an Blockaden des Parteitags beteiligen

Weitere Gruppen wie Queergestellt rufen dazu auf, sich zusammen mit anderen Gruppen der AfD in den Weg zu stellen. Treffpunkt ist bereits um 7 Uhr am Ebertplatz. Mehrere Gruppen des Protestbündnisses "Köln gegen rechts" wollen ab der Uhrzeit von verschiedenen Orten aus zu einer Kundgebung am Heumarkt demonstrieren. Anders als das sich später dort versammelnde Bündnis "Köln stellt sich quer" planen hier viele der Teilnehmer Blockaden und Störaktionen gegen den AfD-Parteitag; die Polizei ist mit einem Großaufgebot aus tausenden Beamten und etlichen Wasserwerfern vor Ort.

Weitere Proteste, etwa des Kölner Karnevals abseits des sonstigen Geschehens, und zusätzliche Infos bietet der "Kölner Stadt-Anzeiger" in dieser Zusammenfassung.



#1 AFD-WatchAnonym
  • 21.04.2017, 12:59h
  • Was sagt denn eigentlich ALice Weidel dazu? Oder ist das wie mal so eine Privatsache?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Pascal GoskerAnonym
  • 21.04.2017, 14:44h
  • Wir wollen dieses braune Pack nicht in Köln.... (Okay, ich bin zwar aus Hilden, aber Köln ist quasi mein zweites Zuhause.)

    AfD = Allianz faschistischer Deppen
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Patroklos
#4 Svetlana LAnonym
  • 21.04.2017, 15:41h
  • Antwort auf #3 von Patroklos
  • Da fällt mir ganz spontan DAF ein:

    "Geh' in die Knie
    und klatsch in die Hände
    beweg' deine Hüften
    und tanz' den Mussolini
    ..."

    Da folgen dann noch Adolf H. und Jesus Christus

    Kennt das heute überhaupt noch jemand?

    Aber danke für den Hinweis, da hab' ich doch glatt mal wieder DAF gehört ;-)
  • Antworten » | Direktlink »
#5 RobinAnonym
  • 21.04.2017, 15:53h
  • >>>>>>>>>>>>>

    Während vor der Tür zehntausende Menschen zu Gegenprotesten erwartet werden, sollen die Mitglieder der rechten Partei im Maritim-Hotel unter anderem das Wahlprogramm verabschieden

    <<<<<<<<<<<<<<

    Und das Maritim-Hotel hofiert wieder mal die Rechten...
  • Antworten » | Direktlink »
#6 LasseJProfil
  • 21.04.2017, 16:06hBerlin
  • Das "Familie braucht Schutz"-Plakat der AfD ist selten dämlich. Schließlich sind die meisten von uns ja als Kinder in genau solchen Familien aufgewachsen, wie sie auf dem Plakat im Scherenschnitt dargstellt werden. Es ist wirklich wichtig, in der politischen Diskussion zu zeigen, dass Homosexualität nichts Exterritoriales, Außerfamiliäres ist, sondern natürlicher Teil von Familie - gerade auch der klassischen. Ein großes Problem ist, dass klassische Familienverbände mit homosexuellen Mitgliedern in den Medien viel zu wenig präsent sind. Wir haben zugelassen, dass unter dem Stichwort "Familien von Homosexuellen" heute fast automatisch Regenbogenfamilien verstanden werden, aber nicht deren Eltern und Geschwister. Wollen wir den Populisten entgegentreten, müssen wir diese Wahrnehmungslücke schließen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 KMBonnProfil
  • 21.04.2017, 16:54hBonn
  • Wir haben uns enbenfalls entschlossen, mit unserer Autorengruppe "Bundesamt für magische Wesen" samt Dienstwagen am Demonstrationszug "Köln stellt sich quer" teilzunehmen. Mal ganz abgesehen, dass bei uns Autoren dabei sein (wie ich), die im Bereich Gay Fantasy schreiben, ist die Kulturpolitilk der AfD auch dafür geeignet, einen das kalte Gruseln zu lehren.
    Da kommt bei den neuen Braunen der völkische Aspekt durch und soetwas wie Entartete Kunst 2.0 brauchen wir nicht.
    Und auch mit einem Kunstprojekt an unserem Haus in Bonn werden wir uns den Völkischen entgegenstellen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Tommy0607Profil
  • 21.04.2017, 17:17hEtzbach
  • Nicht nur Kölle soll bunt bleiben : Sonder Deutschland , Europa und die Welt . Man braucht keine Rechtspopulisten , Diktatoren sowie Besorgte Bürger, die an einer "Braunen Seuche " erkrankt sind . SOLCHE Intolerante , Hassgeprägte "Menschen " bringen nur Unheil rein . Das war so und ist so ! Solche braun versifften "Menschen " sind genauso wie der IS und Religionsfanatiker . Wer das nicht versteht , der hat kein Gehirn zum denken ; sondern luftleeren Raum !
  • Antworten » | Direktlink »
#9 krakalaAnonym
  • 21.04.2017, 17:36h
  • Antwort auf #1 von AFD-Watch
  • Wollen wir mal mit Populismus kontern:

    1. Sexualkunde ist wichtig und gehört in den Unterricht. Kinder werden geboren, nicht durch den Stroch gebracht.

    Ob die AfD das Gegenteil behauptet interessiert nicht. Aber es ist die selbe Taktik, so zu tun, als wir SM-Praktiken im Unterricht vorführen wöllten.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 BuntUndSchoenProfil
  • 21.04.2017, 18:05hS
  • Auch diesen Artikel sollte Spahn sehr konzentriert durchlesen und am besten in Köln anwesend sein, damit er live miterlebt, was es bedeutet, die Forderungen der LSBTTIQ unter den Teppich zu kehren!
  • Antworten » | Direktlink »