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Trauer in Frankreich

Paris: Bei Anschlag getöteter Polizist war LGBTI-Aktivist

Xavier Jugelé liebte seinen Job, kämpfe für LGBTI-Rechte und half Flüchtlingen in Griechenland. Ein mutmaßlicher IS-Terrorist hat ihn aus dem Leben gerrissen. Er wurde nur 37 Jahre alt.


Der Polizist Xavier Jugelé ist am Donnerstagabend erschossen worden (Bild: Twitter / @flagasso)

Bei dem am Donnerstag im Zentrum von Paris von einem mutmaßlichen Anhänger des "Islamischen Staates" getöteten Polizisten handelt es sich um Xavier Jugelé, ein 37-jähriges Mitglied des LGBTI-Polizistenverbandes Flag. Auf Twitter veröffentlichte der Verband am Freitagnachmittag ein Foto des Getöteten. Jugelé hinterlässt einen Lebenspartner, mit dem er in einer eingetragenen Partnerschaft (PACS) gelebt hatte.

Jugelé saß am Donnerstagabend am Champs-Élysées in einem Polizeiauto, als ein Mann das Feuer eröffnete. Jugelé wurde getötet, zwei seiner Kollegen erlitten Schussverletzungen. Wie das Auswärtige Amt mitteilte, wurde auch eine deutsche Touristin leicht verletzt, die sich zufällig am Tatort befand. Der mutmaßliche Täter wurde später auf der Flucht erschossen. Die Terrororganisation IS hat wenige Stunden nach der Tat die Attacke für sich reklamiert.

"Wirklich engagiert bei LGBT-Themen"

Nun trauern Kollegen um den getöteten Beamten, der seit 2010 bei der Gendarmerie arbeitete: "Er war ein einfacher Mann, der seinen Job geliebt hat, und war wirklich engagiert bei LGBT-Themen", erklärte Mickaël Bucheron, der Vorsitzende von Flag nach dem Anschlag. "Er hat sich uns vor ein paar Jahren angeschlossen und mit uns gegen das Verbot von homosexueller 'Propaganda' bei den Olympischen Spielen in Sotschi protestiert." Ihm sei bewusst gewesen, dass er als Polizist immer einer Terror-Gefahr ausgesetzt gewesen sei. "Aber wir haben nicht viel darüber gesprochen", so Bucheron. Während des Angriffs auf das Bataclan 2015 sicherte er mit Kollegen die Gegend vor der Konzerthalle.

Von Freunden und Kollegen wird Jugelé als Mann beschrieben, der sich für gesellschaftliche Projekte engagiert hat. So zitiert das Magazin "Marianne" Bekannte, die berichteten, dass er während der Flüchtlingskrise nach Griechenland gereist sei, um dort Migranten zu helfen.

Präsident François Hollande hat bereits angekündigt, dass es in den nächsten Tagen eine offizielle Feierstunde für Jugelé geben werde. (cw)

Twitter / flagasso | Flag trauert mit der ganzen Nation um den getöteten Kollegen Xavier Jugelé



#1 BuntUndSchoenProfil
#2 MahmoudProfil
  • 21.04.2017, 22:45hDuisburg
  • Laut Libération ist Xavier Jugelé mit Frontex zweimal in Griechenland gewesen, also mit der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache.

    bit.ly/2ouOnSO

    In dem Libération-Artikel wird weiterhin ergänzt, daß Jugelé bei den Terrorangriffen am 13. November 2015 in der Nähe des Bataclan eingesetzt wurde.

    Mein Beileid seiner Familie und seinen Kollegen.
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#3 Patroklos
#4 Plane DaffyAnonym
  • 22.04.2017, 08:35h
  • Antwort auf #2 von Mahmoud
  • @Mahmoud,

    warum ergänzt du, dass er zweimal mit Frontex in Griechenland gewesen ist?

    ***

    Ich persönlich bin in dem queer.de-Artikel über die Formulierung gestolpert ""Er war ein einfacher Mann".

    (Auch die NYT verwendet diese Formulierung: "a simple man".)

    Im Nachruf für einen im Einsatz umgekommenen Polizisten finde ich eine solche Äußerung befremdlich. Was soll sie ausdrücken?

    Hast du in französischsprachigen Medien zufällig die Quelle für den zitierten Satz im französischen Original gefunden?

    Mir ist (im von dir verlinkten Libération-Artikel) als mögliches Originalzitat lediglich die Formulierung begegnet "Il avait un profil de flicard qui aimait son métier".

    Die wurde allerdings nicht geäußert von dem Flag!-Vorsitzenden, sondern von einem Repräsentanten der Polizeigewerkschaft. Und sie bedeutet ja etwa "Er war ein Musterpolizist". (Was ich weitaus passender fände als "Er war ein einfacher Mann".)

    Der Nachruf des Flag!-Vorsitzenden gibt den Satz "Er war ein einfacher Mann" auch nicht wirklich her:
    www.streetpress.com/sujet/1492787591-xavier-policier-militan
    t-lgbt


    Ich will übrigens mit meiner Frage nicht "auf irgend etwas hinaus". Mich interessieren einfach solche sprachlichen Feinheiten, die letztlich sinnentstellend wirken. Grade wenn sie sogar bei der NYT vorkommen. Berufskrankheit :-)
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#5 lucdfProfil
#7 daVinci6667
  • 22.04.2017, 12:08h
  • Warum muss es sooft immer die absolut falschesten treffen?

    Sein entsezlicher Tod durch die Terroristen schockiert mich extrem und macht mich zutiefst betroffen. Ob es absichtlich gerade wieder einen von uns treffen sollte, wie beim Anschlag auf die Disco in Florida?

    Toute ma sympathie et mes condoléances à son mari, sa famille et ses proches.

    RIP Xavier
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#8 Plane DaffyAnonym
  • 22.04.2017, 12:30h
  • Antwort auf #7 von daVinci6667
  • "Warum muss es sooft immer die absolut falschesten treffen?"

    Sorry, aber ich verstehe nicht, wie man in so einem Zusammenhang den Begriff "falsch" hierarchisieren kann.

    Wäre es weniger "falsch" gewesen, wenn der erschossene Polizist hetero gewesen wäre?
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#9 BuntUndSchoenProfil
#10 TheDad
  • 22.04.2017, 13:26h
  • Antwort auf #7 von daVinci6667
  • ""Warum muss es sooft immer die absolut falschesten treffen?""..

    Diese Formulierung drückt ein Gefühl aus, ist aber trotzdem nicht richtig, denn es gibt keine "richtigen" die es dann treffen könnte..
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