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Ostwestfalen

Kirche in Vlotho erteilt homophoben Christen Hausverbot

Der schwule Pfarrer der evangelischen Kirche St. Stephan wird von Mitgliedern der Nachbargemeinde St. Johannis gemobbt – und setzt sich nun zur Wehr.


Homohasser müssen draußen bleiben: St. Stephanskirche in Vlotho (Bild: Grugerio / wikipedia)

Im westfälischen Vlotho ist ein Streit um einen schwulen Pfarrer eskaliert. Seit vergangenem November ist Jörg Uwe Pehle Pfarrer der evangelisch-lutherischen Stadtgemeinde St. Stephan und dort akzeptiert, nur einige wenige Gläubige sollen sich wegen dessen Homosexualiät andere Kirchen gesucht haben. Um so heftiger ist jedoch der Widerstand in der Nachbargemeinde St. Johannis.

Das dortige Presbyterium stellte sich wegen anhaltender homophober Äußerungen demonstrativ hinter Pehle. Man sehe "keinen Hinderungsgrund für die Zusammenarbeit" mit dem schwulen Pfarrer, der auch in St. Johannis Gottesdienste halten werde, hieß es in einer Stellungnahme im Gemeindebrief. "Wir widersprechen der Behauptung, dass Homosexualität Sünde ist." Und: "Wir widersprechen der Behauptung, Homosexualität verstoße gegen die göttliche Schöpfungsordnung und sei wider die Natur."

Homophobe Erklärung von 13 Gemeindemitgliedern


Pfarrer Jörg Uwe Pehle wird in Vlotho wegen seiner Homosexualität angefeindet (Bild: Gemeinde St. Stephan)

Diese Klarstellung brachte 13 homophobe Gemeindemitglieder jedoch erst recht auf die Palme. Sie reagierten laut "Westfalen-Blatt" mit einer Gegenerklärung, in der die Stellungnahme der Kirchenleitung als "völlig unnötig und unangebracht" bezeichnet wurde. Es sei gewagt, in Frage zu stellen, dass Homosexualität eine Sünde sei, heißt es in der Erklärung, die ebenfalls im Gemeindebrief abgedruckt wurde. Die Bibel lehne Homosexualität ab, sie entspreche nicht der Absicht Gottes.

Dass die St.-Johannis-Gemeinde die homophobe Stellungnahme veröffentlichte, erzürnte wiederum die Leitung der St.-Stephan-Gemeinde. Der Inhalt sei gegenüber allen Lesben und Schwulen verletzend. Als Reaktion erteilte sie den 13 Unterzeichnern Hausverbot. Laut "Westfalen-Blatt" erwägt Pfarrer Pehle zudem, die homophoben Gläubigen anzuzeigen und nicht mehr in St. Johannis zu predigen.



#1 Patroklos
#2 AlexAnonym
#3 OutAndProudAnonym
  • 22.04.2017, 10:23h
  • ..schade eigentlich das in der Bibel nicht wörtlich steht das die Erde eine Scheibe ist. Da kämen die Christen aber mal so richtig in "Schwulitäten"
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#4 LarsAnonym
  • 22.04.2017, 10:37h
  • Dass es da Menschen gibt, die mit einem schwulen Pfarrer nicht klar kommen und das sagen, stört mich nicht besonders. Ärgerlich ist ja, dass die sich nicht trauen, Klartext zu sprechen, sondern sich einmauern hinter der Formel "Homosexualität entspricht nicht dem Willen Gottes".

    Das ist, wenn man es ernst nimmt, eine Position, die nicht einmal ein IS-Theologe einnehmen würde. Gemeint ist natürlich: "Gelebte Homosexualität" und das "Sprechen über und das Ausdrücken der eigenen Homosexualität" entspräche nicht dem Willen Gottes. Homosexualität gibt es nun einmal, genauso wie Bienen, Blümchen und die schönen Landschaften auf christlichen Kalendern.

    Wenn man es aber so formulierte, wie es gemeint ist, dann würde sehr viel klarer zutage treten, wie inhuman und verklemmt und psychisch grausam - fast hätte ich gesagt: unchristlich - diese Haltung ist.

    Sollen die Leute doch zu Wort kommen, aber dann auch in letzter Konsequenz.
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#5 Sven100Anonym
  • 22.04.2017, 10:41h
  • Gemeindemitglieder, die mit dem Thema Homosexualität überfordert sind, gibt es in allen Kirchen. Der Unterschied ist aber: In der katholischen Kirche haben die Homohasser die Amtskirche auf ihrer Seite; in der evangelischen Kirche steht die Kirchenleitung auf Seiten der Schwulen und Lesben.
    Ein entscheidender Unterschied zwischen den beiden deutschen Großkirchen!
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#6 herve64Profil
  • 22.04.2017, 10:41hMünchen
  • Gut so. Man muss sich nicht alles gefallen lassen. Hoffentlich macht das Beispiel des Pfarrers Schule.
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#7 Laurent
  • 22.04.2017, 10:46h
  • Leider sind - noch - keine Kommentare zum gestrigen Artikel im "Westfalen-Blatt" erschienen bzw. zu lesen, um sehen zu können, ob und wie es in diesen Gemeinden tatsächlich brodelt.
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#8 Paulus47Anonym
  • 22.04.2017, 12:00h
  • Die 13 homophob motivierten Gemeindemitglieder scheinen wohl nicht die offizielle Haltung der Landeskirche Westfalen zu kennen, wonach homosexuelle Handlungen ethisch und theologisch akzeptiert sind und homosexuelle Paare in der evangelischen Landeskirche Westfalen öffentliche Segnungsgottesdienste, zu denen sie Freunde, Bekannte und Verwandte einladen können, bekommen. Entscheidet sich ein einzelner Pfarrer/Pfarrerin gegen die Durchführung eines Segnungsgottesdienstes stellt die Landeskirchenleitung Westfalen einen Ersatzpfarrer/Ersatzpfarrerin, der/die gerne bereit ist, den Segnungsgottesdienst durchzuführen.

    *
    www.evangelisch.de/inhalte/90169/22-11-2013/westfaelische-ki
    rche-fuer-oeffentliche-segnung-von-homo-paaren



    Evangelisch.de: Westfälische Kirche für öffentliche Segnung von Homo-Paaren

    ----

    Es ist erfreulich, dass mittlerweile von den 20 Landeskirchen der EKD FÜNF Landeskirchen reguläre kirchliche Trauungen mit Eintragung in die Kirchenbücher und Ringtausch ermöglicht haben und weitere dreizehn Landeskirchen der EKD zumindest öffentliche Segnungsgottesdienste ermöglicht haben.

    In der Landeskirche Bayern gibt es nur eine Segnungsfeier im nichtöffentlichen Bereich.

    Und in der Landeskirche Württemberg wird dieses Jahr darüber abgestimmt, ob Segnungsgotesdienste erlaubt werden sollen. Die Landeskirche Württemberg ist diesbezüglich Schlusslicht.
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#9 schwarzerkater
#10 OrthogonalfrontAnonym