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Athletic Model Guild

Das Alte Testament der Schwulenbewegung

Was passiert, wenn Mainstreamverlage wie Taschen schwules Kulturgut veröffentlichen? Ein interessantes Beispiel ist der Bildband "AMG" mit den berühmten Beefcake-Fotos von Bob Mizer.


Physique photography: Im Jahr 1945 begann Bob Mizer, stramme junge Männer am "Muscle Beach" im kalifornischen Venice zu fotografieren. Im gleichen Jahr gründete er die Athletic Model Guild (AMG), um seine Bilder zu vermarkten (Bild: Taschen Verlag)

Da hat Dian Hanson nun also in ihrer Sexbuchserie bei Taschen wieder einmal einen Titel herausgegeben, der eindeutig "schwul" ist, sich aber an den Mainstreammarkt wendet, der seinerseits vorwiegend aus Heteros und vor allem Heterofrauen besteht. Diesmal geht es – nach dem "Big Penis Book" und "My Buddy: World War II Laid Bare" – in zwei dicken Prachtbänden um die Athletic Model Guild (AMG).

In nummerierten Einzelexemplaren einer limitierten Auflage werden in "AMG: 1000 Model Directory" Aktfotos gezeigt, die Hanson zusammen mit Dennis Bell als Präsident der Bob Mizer Foundation ausgesucht und nun unter ihrem verkaufsfördernden Namen veröffentlicht hat.


Das Fotobuch "AMG: 1000 Model Directory" besteht aus zwei Hardcover-Bänden im Schuber (Bild: Taschen Verlag)

Wie schon bei "My Buddy" (wo die Fotos aus der Sammlung von Michael Stokes stammten) hat sich dabei abermals ein schwuler Archivbesitzer entschlossen, seine homoerotische Sammlung nicht bei einem schwulen Verlag herauszubringen, sondern lieber zum Kunstbuchverlag Taschen zu gehen. Obwohl sich Hanson im Fall der wunderbaren Zweite-Weltkrieg-Nacktfotos in "My Buddy" nicht entblödete, in der Einleitung ausgerechnet Scotty Bowers mit einem Text zu Wort kommen zu lassen, in dem der ehemalige Gay-for-pay-Hollywoodstricher der Welt erklärt, dass diese US-Army-Jungs definitiv "nicht homosexuell" gewesen seien und dass "man" damals im Krieg an so etwas wie Homoerotik gar nicht gedacht habe. Womit Hanson und der Taschen Verlag es heterosexuellen Leserinnen ermöglichten, die Bilder zu goutieren, ohne Angst zu haben, eventuell schwulen Schweinkram hineininterpretieren zu müssen.

Wäre der gleiche Band zum Beispiel beim Bruno Gmünder Verlag erschienen, wo die anderen Michael-Stokes-Fotobände publiziert wurden, hätten Käufer sicher anders auf die knackigen Soldaten reagiert. Genauso wie ein "Big Penis Book" beim Gmünder Verlag nicht auf der ersten Seite eine Frau gezeigt hätte, um der weiblichen Leserschaft zu signalisieren: ja, es ist okay sich dieses Buch anzuschauen, und ja, du bist Teil dieses Projekts.

Bei Gmünder hätten alle bei so vielen Schwänzen gesagt: Porno, natürlich. Bei Taschen ist es Kunst, selbstverständlich. Selbst wenn die Penisbilder aus schwulen Pornoheften stammen. Die sind ja auch irgendwie Retro-Kunst, wenn man's so rum betrachten will. Also liegen die Taschen-Bände in jeder Museumsbuchhandlung der Welt, während Michael Stokes Erotikbände von Gmünder nur in ausgewählten Schwulenläden zu bekommen sind.

Muskelmänner aus zwei Jahrzehnten

Nun also Bob Mizer und seine Muskelmänner, die er zwischen 1947 und 1966 vor die Kamera holte. Verblüffenderweise ist dies bereits der zweite Bob-Mizer-Band, den Hanson bei Taschen herausbringt, der erste war 2009 "Bob's World: The Life and Boys of AMG's Bob Mizer". Diesmal ist alles noch opulenter. Noch exklusiver. Noch kunstvoller. Und erstaunlicherweise wirklich eindeutig: schwul.

Hanson schiebt keinen Scotty Bowers vor, sie stellt dem Ganzen auch keine Frauenfotos voran. Sondern sie schreibt selbst in der Einleitung, dass die Bilder in der Zeitschrift "Physique Pictorial" veröffentlicht wurden und dass diese Zeitschrift "Amerikas erstes offensichtliches Schwulenmagazin" war.


Blick ins Buch (Bild: Taschen Verlag)

Das ist neu. Und es dokumentiert einen Wandel: Während reine schwule Buchverlage vom Markt verschwinden oder es schwer haben, sich dort zu behaupten, nehmen Mainstreamverlage schwule Inhalte problemlos in ihr Programm auf. Das gilt nicht nur für Fotobände wie diesen, sondern ebenso für Belletristik, Sachbücher usw.

Als schwuler Mann kann ich das absolut begrüßen und gut finden. Schließlich bedeutet es: raus aus der Nische. Andererseits fällt auf, dass die Mainstreamverlage nun zwar offensiver mit Homoerotik umgehen, aber trotzdem eine Grenze nicht übertreten. Es gibt keine Erektionen und keine Penetrationen, nicht mal angedeutete. Also fehlt all das, was Verlage wie Gmünder einst ohne mit der Wimper zu zucken veröffentlicht haben. Ist das der Preis, den wir gewillt sind zu zahlen fürs Heraustreten aus der schwulen Ecke, die meist in Bahnhofsbuchhandlungen irgendwo neben den "St. Pauli Nachrichten" angesiedelt oder gar nicht erst öffentlich sichtbar war?

Eine Kampfansage an kleine Szeneverlage

Dass Taschen die zwei Bände mit insgesamt 1.048 Seiten nun für nicht mal 80 Euro anbietet – in Luxusaufmachung, Vollfarbe, Hardcover, Kartonverpackung – ist eine Kampfansage an kleinere Verlage. Die könnten sich das niemals so leisten und haben, anders als Taschen, auch keine Ressourcen, um ein derartiges Prestigeprojekt als Mischkalkulation zu realisieren.

Wen solche Marktverdrängungsmechanismen nicht stören – oder wem sie letztlich als Konsument egal sind – der findet hier zwei Prachtbände, die so etwas wie eine schwule Bibel sind: unser Altes Testament. Die Bilder, die Mizer machte und via "Physique Pictorial" und ähnliche Hefte veröffentlichte, sind Dokumente schwuler Selbstemanzipation nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie dokumentieren ein neues Verhältnis der Öffentlichkeit zu männlichen Körpern und zu Männern, die sich selbstbewusst als Lustobjekte zeigen.


Beefcake-Bilder als Dokumente schwuler Selbstemanzipation (Bild: Taschen Verlag)

In beiden Bänden, die einmal die Zeit 1947 bis 1956, dann 1956 bis 1966 umspannen, sieht man neben den berühmten Beefcake-Bildern auch viele Magazincover, oft mit Tom-of-Finland-Illustrationen. Man sieht auch Filmposter von Hollywoodstreifen, in denen einige der prominenteren Mizer-Modelle mitspielten, zum Beispiel Edmund "Ed Fury" Holovchik. Ihn als Herkules in "Mighty Ursus" 1961 zu bestaunen, neben den AMG-Schnappschüssen aus den Fünfzigerjahren, ist faszinierend. Und die Kombination von gestellten Studioporträts und legeren Strand- bzw. Naturaufnahmen sorgt für Abwechslung.

Zwischendurch werden auch berühmte David-Hockney-Kunstwerke gezeigt, in denen sich der junge schwule britische Maler von Physique-Pictorial-Fotos hat inspirieren lassen – und wegen denen er letztlich das graue verklemmte Großbritannien seiner Jugend verließ und nach Kalifornien zog. Das gelobte Land der umwerfend attraktiven Beefcake-Jungs!

Die berühmten Arschloch-Fotos fehlen

Was völlig ausgeblendet wird in den beiden Bänden – bei insgesamt 25.000 Fotos, die Dennis Bell seiner Herausgeberin zur Auswahl vorgelegt hat – sind u. a. die berühmten Arschloch-Fotos, von denen Mizer für einen Berliner Sammler hunderte erstellte (sie liegen im Schwulen Museum* Berlin, wo sie ab und zu ausgestellt werden, zuletzt bei "Porn That Way"). Wahrscheinlich meint Hanson, so etwas sei doch nicht Kunst genug für den Mainstream. Oder sie hebt sich die Bilder auf fürs Neue Testament der Schwulengeschichte, falls das irgendwann bei Taschen noch rauskommen sollte … als vollständige Übernahme des Schwulenmarkts. Mizer ist erst 1992 gestorben und hat bis drei Wochen vor seinem Tod fotografiert – nach 1966 durchaus extrem explizit.


In Bob Mizers Nachlass befinden sich noch viele weitere Schätze (Bild: Screenshot DVD)

Als wäre all das nicht schon genug Kaufanreiz: Im Preis enthalten ist auch eine DVD als "A Taschen TV Production". Darauf steht der Hinweis: "adults only." Da sieht man in kurzen Super-8-Stummfilmen einige der Beefcake-Modelle in Bewegung, auch Ed Fury 1954 in einem wirklich komischen Streifen. In dem ruft ihn eine blonde Nachbarsfrau an und teilt ihm mit, dass er doch bitte nicht aufhören solle, auf seiner Veranda zu posieren, es bereite ihr solche Freude. Woraufhin Fury sofort zurück nach oben eilt und abenteuerliche Posen einnimmt. An den Bewegungen zwischen den Posen erkennt man den künftigen Filmstar.

Gladiatoren mit Posiing Straps

Andere Filme, wie "Gladiator and the Rebel Slave" von 1956 nehmen – mit den unvermeidlichen Posing Straps – das vorweg, was sich später in der TV-Serie "Spartacus: Blood and Sand" (2010-2013) voll entfaltete: erotisch miteinander ringende "römische" Männer in einer Arena, mit Helmen und Speeren im Sand herumwälzend.

Ab 1957 werden die Filme farbig. Und teils brutal (ein junger Halbstarker überfällt einen Matrosen, beide kämpfen, einer wird mit dem Messer verletzt, der Halbstarke trägt den Matrosen auf seinen Armen liebevoll davon). Wirklich "adult" im Sinn von "18+" ist hier nichts. Und wirklich spannend ist – im Anschluss an die diversen Kurzfilme – erst ein Gespräch mit Dennis Bell, der als Fotograf 2004 den Nachlass von einem alten AMG-Mitarbeiter abkaufte und sich seither müht, die vielen Kisten voller Fotos und Negative irgendwie zu systematisieren, zu katalogisieren und archivgerecht aufzubewahren.


Dennis Bell kaufte 2004 den Nachlass Bob Mizers von einem ehemaligen AMG-Mitarbeiter (Bild: Screenshot DVD)

Es ist interessant, Bell leibhaftig zu sehen und zu hören, wie er zu diesen Bildern kam. Auch sein Spendenaufruf am Ende ist anrührend. Vielleicht kann man seine Bereitwilligkeit, mit Taschen und Dian Hanson für dieses Projekt zusammenzuarbeiten, so einstufen, dass es eine breite Öffentlichkeit erreichen wollte, um klarzumachen, was es für Schätze gibt und was mit diesen Schätzen noch passieren muss, um sie zu erhalten. Eigentlich ist das Ganze fast eine Bewerbung für den Ankauf des Archivs durch das Smythonian Insitute oder die Library of Congress.

Insofern sind die zwei Bände mit DVD eine Form des Aktivismus, von denen Taschen profitiert. Und damit der Käufer. Für das wirkliche "adult orientated"-Material muss man im Mainstream wohl noch ein bisschen warten, bis Hemmungen in Bezug auf die Visualisierung von Schwulensex weiter aufgeweicht sind. Oder man muss hoffen, dass schwule Fotobuchverlage das Terrain doch noch irgendwie zurückerobern und sich als Alternative positionieren, wo Schwänze und Arschlöcher kein Problem sind, von den bösen F-Worten ganz zu schweigen.

Infos zum Buch

Dian Hanson (Hrsg.): Bob Mizer. AMG: 1000 Model Directory. Hardcover. Mehrsprachige Ausgabe: Deutsch, Englisch, Französisch. Zwei Bände im Schuber mit DVD. Format: 22 x 27,5 cm. 1.048 Seiten. Taschen Verlag. Köln 2016. 74,99 €. ISBN 978-3-8365-5029-1


#1 willieAnonym
  • 23.04.2017, 10:55h
  • Ich glaube es ist etwas naiv zu den denken, dass der Bowers Kommentar dazu dient, hetero LeserInnen davon zu entlasten, dass sie "schwulen Schweinkram" sehen. Der ganze Band it auf Homoerotik angelegt, die, wie du bemerkst, auch von Heteras gerne goutiert wird. Diese werden wohl kaum das Buch aus militärhistorischen Gründen kaufen..

    Bowers, der selber Soldat war, hat sonst keine Scheu, überall schwulen Sex zu enthüllen. Daher ist es wohl eher historisch korrekt, bzw. es könnte auch dazu dienen, die eventuellen Nachkommen der Soldaten auf den Fotos zu befrieden.
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#2 Julian SAnonym
  • 23.04.2017, 13:35h
  • >>>>>>>>>>>>>>>>
    Bei Gmünder hätten alle bei so vielen Schwänzen gesagt: Porno, natürlich. Bei Taschen ist es Kunst, selbstverständlich.
    <<<<<<<<<<<<<<<<

    1. Ein Akt ist keine Pornographie. Selbst dann nicht, wenn der Akt vorher auch mal in einem Pornoheft zwischen pornographischen Abbildungen zu sehen war.

    2. Im Gegensatz zu Gmünder hat der Taschen-Verlag noch nie Spendengelder veruntreut.

    Solange die Spender (die sich das teilweise vom Mund abgespart haben) nicht ihr Geld (inkl. Zinsen) zurückbekommen, werde ich nie mehr etwas aus dem Gmünder-Verlag oder aus einem Shop von denen kaufen.
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#3 SebiAnonym
  • 23.04.2017, 14:01h
  • Antwort auf #2 von Julian S
  • Selbst ein steifer Penis muss nicht notwendigerweise pornographisch sein. Sondern auch das kann künstlerisch sein. Oder auch zu Lehrzwecken ist die Abbildung eines steifen Penis nicht pornographisch.
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#4 FinnAnonym
  • 23.04.2017, 14:49h
  • Also ich finde Penisse wunderschön!!

    Egal ob groß oder klein, dick oder dünn, hell oder dunkel, glatt oder adrig oder schrumplig, gerade oder krumm, beschnitten oder unbeschnitten, etc. etc. etc. Ich finde alle Schwänze toll. Sowohl schlaff als auch steif

    Gerade die Unterschiedlichkeit und Individualität, dass keine zwei Pimmel exakt gleich aussehen. Die sind ähnlich individuell wie der Fingerabdruck.

    Ich gebe zu, dass ich mich an Schwänzen nicht satt sehen kann.

    Warum ich das hier schreibe? - Weil eine neue Prüderie Einzug hält und weil plötzlich wieder Nacktheit als anstößig und "Bäh" empfunden wird. Nach den sehr freien 1970er Jahren, sind wir momentan eher wieder zurück in die 1950er...

    Für mich ist es z.B. selbstverständlich (alleine schon aus hygiensichen Gründen), dass ich mich im Schwimmbad nackt dusche und wasche. Aber letztend wurde ich von einem Vater mit Kindern angemosert, ob das denn sein müsse, wenn Kinder in der Dusche sind. So als ob das was schlimmes wäre, sich zu waschen, bevor man ins Becken geht. Und auch im Fitnessstudio sehe ich immer öfter Leute, die mit Badehose unter der Dusche stehen oder total verschwitzt nach Hause gehen ohne geduscht zu haben.

    Ein Penis ist nicht eklig oder sonstwas. Genauso wenig wie eine Vagina oder Brüste. Und wem es nicht passt, der muss ja nicht hinsehen...
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#5 JustusAnonym
  • 23.04.2017, 15:59h
  • Antwort auf #4 von Finn
  • Ich würde sogar noch weitergehen und Nacktheit in der Öffentlichkeit nicht mehr als "Erregung öffentlichen Ärgernisses" strafbar machen.

    Was soll an einem nackten Körper ein Ärgernis sein? Wir alle haben entweder einen Schwanz oder eine Möse. Na und?

    Ich habe z.B. mal eine Doku über passionierte Nacktradler gesehen, die regelmäßig verhaftet und vor Gericht gestellt werden. Dagegen gibt es z.B. in Großbritannien, Kanada und teilweise sogar in den USA (z.B. in San Francisco und Portland) regelmäßig Nackt-Radel-Events wo gegen Umweltzerstörung demonstriert wird.

    Ich selbst will nicht nackt durch die Öffentlichkeit laufen (weil ich mich auch ein wenig wegen meines Bauchs und meines kleinen Penis schäme), aber wer das will, soll das auch dürfen.

    Und auch wenn ich auf Schwänze und nicht auf Mösen stehe und mich eine nackte Frau kein bisschen erregt, so würde ich dennoch eine nackte Frau niemals als Ärgernis oder störend empfinden.

    Wahre Freiheit bedeutet auch, dass man nackt sein darf - wenn man das will. Es wird ja niemand dazu gezwungen, sondern es soll nur als mögliche Option legal sein.

    Und wie Du schon sagst: wenn es irgendwelchen prüden "Mimöschen-rühr-mich-nicht-an" nicht passt, müssen sie ja nicht hingucken.
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#6 MahmoudProfil
  • 23.04.2017, 19:20hDuisburg
  • Ich wage mal zu bezweifeln, ob ein paar langweilige Pin-up Fotos innerhalb irgendeiner Schwulenbewegung den Status eines "Alten Testamentes" geniessen.

    Es gibt literarische Texte mit deutlichem Bezug auf Homosexualität, die bis ins 24. Jahrhundert v. Chr. zurückreichen.

    Sie sind selbstredent vulgärer, brutaler, verzweifelter, archaischer, gefühlstiefer und empfingungsreicher als diese seichten Bildaufnahmen.

    Sie wurden von den bedeutendesten schwulen Autoren des 20. Jahrhunderts rezipiert und zu selbständigen Werken verarbeitet. Darunter Thomas Mann, Hans Henny Jahnn, Hubert Fichte und Guido Bachmann.

    de.wikipedia.org/wiki/Gilgamesch-Epos

    en.wikipedia.org/wiki/Epic_of_Gilgamesh

    Man sollte sich nun aber nicht genötigt fühlen, sich mit so etwas zu beschäftigen. Wozu denn auch? Jeder ist selber dafür verantwortlich, welches Buch er sich kauft, und welches er liegen lässt.
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#7 orchidellaProfil
  • 24.04.2017, 00:16hPaderborn
  • Mehr Product Placement als Buchkritik. Eine Sammlung von Wichsvorlagen für Körperfetischisten aus den 1950er Jahren mögen ein interessantes zeitgeschichtliches Dokument sein, sie in den Rang eines «Alten Testaments der Schwulenbewegung» (die es damals nur in Rudimenten gab) zu erheben finde ich reichlich verfehlt.
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#8 RaffaelAnonym
  • 24.04.2017, 09:22h
  • Antwort auf #7 von orchidella
  • Das ist ein typisches Beispiel für die neue Prüderie und Spießigkeit.

    Ein Akt ist keine Wichsvorlage. Es mag ja sein, dass manche das dafür nutzen. Als pubertierender Junge ohne Internet (in den 1980ern) habe ich z.B. beim Betrachten der Unterwäsche-Seiten in Versandhaus-Katalogen gewichst. Und ich weiß, dass ich da nicht der einzige war und dass Hetero-Jungs es genauso mit den Damenwäsche-Seiten gemacht haben. An Nacktbilder war damals nicht ranzukommen. Aber deswegen ist ein Versandhauskatalog keine Wichsvorlage.
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#9 FinnAnonym
  • 24.04.2017, 09:50h
  • Antwort auf #8 von Raffael
  • Diese Prüderie und Lustfeindlichkeit ist ein Ergebnis jahrhundertelanger religiöser Indoktrination.

    Religionen wollen Nacktheit als sündhaft hinstellen, weil sie ein Ausdruck größtmöglicher Freiheit ist und Freiheit ist allen totalitären Institutionen ein Graus.

    Und wer das Grundbedürfnis der Sexualität unterdrückt, bekommt zwangsläufig psychische Schäden - solche Leute brauchen Religionen, weil nur unzufriedene, frustrierte Menschen ihr Glück bei irgendwelchen Heilspredigern suchen.
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#10 orchidellaProfil
  • 24.04.2017, 11:46hPaderborn
  • Antwort auf #9 von Finn
  • Prüde und spießig waren die Zeitumstände der McCarthy-Ära, als Fotos (halb)nackter Männerkörper nur in Magazinen wie Physique Pictorial und sonstigen beefcake-Heften erscheinen konnten, die sich - obwohl überwiegend an ein schwules Zielpublikum gerichtet -
    zeitgeistkonform als Foren für die Propagierung von Fitness und Gesundheit ausgaben und konsequenterweise vom Zeitschriftenmarkt verschwanden, als schwule Pornographie nicht mehr zensiert und unter Verschluss gehalten wurde. So fügte sich Mizer mit seiner AMG ein unter die soziokulturellen Zwänge einer strikt heteronormativ agierenden Mehrheitsgesellschaft,
    indem er dazu beitrug, dass Schwule in ihrer staying closeted-Position verharrten. Hier von schwuler Selbstemanzipation zu sprechen, ist nichts als eine retrograde Verklärung. Mimikry trifft es besser.
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