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Eingeschränkter Modus

Jugendschutz: Youtube blockiert weniger LGBTI-Inhalte

Das Video-Portal hat nachgebessert: Im eingeschränkten Modus werden nicht mehr automatisch LGBTI-Videos blockiert. Trotzdem landen bei Youtube weiterhin viele deutsche Aufklärungs-Filme auf dem Index.


LGBTI-Inhalte werden von Youtube oft gleichgesetzt mit brutalen oder sadistischen Inhalten (Bild: Screenshot Youtube)

Das Portal Youtube hat nach Beschwerden aus der LGBTI-Community seinen Jungendschutz-Filter nachgebessert. Wie das zu Google gehörende Unternehmen am Freitag mitteilte, seien im optionalen "Restricted Mode" (eingeschränkten Modus) weniger LGBTI-Videos enthalten, sofern diese keine jugendgefährdenden Inhalte enthalten.

"Nach einer tiefgreifenden Untersuchung haben wir mehrere Verbesserungen in unserem eingeschränkten Modus umgesetzt", erklärte Sprecherin Johanna Wright in dem Youtube-Blog. "Wir haben in einer Angelegenheit nachgebessert, so dass jetzt nicht mehr inkorrekterweise Videos herausgefiltert werden. Jetzt sind zwölf Millionen weitere Videos mit verschiedenen Themen – darunter hunderttausende, die LGBTQ+-Inhalte bieten – im eingeschränkten Modus erreichbar." Man habe die letzten Wochen damit verbracht, mit Bloggern und Interessengruppen zu sprechen, "um ihre Erfahrungen und Fragen besser zu verstehen".

Youtube hatte im vergangenen Monat seinen überarbeiteten Jugendschutz-Filter vorgestellt. Danach kam es zu scharfer Kritik vieler LGBTI-Blogger, deren Videos blockiert wurden, obwohl keinerlei jugendgefährdende Inhalte vorkamen – dazu zählten etwa Schminktipps für Transsexuelle.

Weiter blockiert werden sollen laut Youtube Videos aus fünf kritischen Bereichen: Drogen- und Alkoholgebrauch oder -missbrauch, detaillierte Gespräche über Sex, das Zeigen von Gewalt, "Erwachsenen-Themen" ("spezifische Details über Ereignisse, die mit Terrorismus, Krieg, Kriminalität und politischen Konflikten zu tun haben, die zum Tode oder zu ernsten Verletzungen geführt haben") sowie Schimpfworte ("Fuck").

Deutsche LGBTI-Videos weiterhin blockiert

Kaum Verbesserungen mit dem neuen System konnte queerblick e.V. feststellen. Der Dortmunder Verein, der seit 2009 Jugendhilfearbeit mit dem Schwerpunkt auf junge schwule, lesbische, bisexuelle und transgeschlechtliche Jugendliche und junge Erwachsene anbietet, hatte vergangenen Monat beklagt, dass 98 Prozent seiner Videos im "eingeschränkten Modus" nicht mehr erreichbar gewesen seien (queer.de berichtete).

"Auf unserer Kanalseite wird nun ein(!) Video mehr als vorher angezeigt", erklärte Leiter Falk Steinborn am Montag gegenüber queer.de. Diese Videos seien eigentlich dazu bestimmt, Jugendlichen Mut im Coming-out zu machen und für Vielfalt zu werben. "Deshalb ist die Wirkung des YouTube-Filtes besonders gravierend", beklagte sich der Aktivist. "Aus falsch verstandenem Schutzbedürfnis gegenüber Minderjährigen werden hier jene zum Opfer, die eigentlich Schutz brauchen. Auch die Kontaktaufnahme mit YouTube konnte daran bisher nichts ändern."

Youtube hat auch ein Feedback-Formular zum eingeschränkten Modus eingeführt. Damit können sich Nutzer beschweren, wenn ein Video ihrer Meinung nach auch im eingeschränkten Modus verfügbar sein solle. Der Jugendschutz ist standardmäßig nicht aktiviert, kann aber von Nutzern oder Eltern eingeschaltet werden. Auch können ihn Administratoren für ein ganzes Netzwerk voreinstellen, etwa für Firmen oder Schulen.

Automatisch arbeitende Jugendschutzprogramme und Filtersysteme sorgen immer wieder Empörung, weil oft LGBTI-Inhalte als vermeintlich sexuell geblockt werden (ebenso wie Blogs aus Orten, die scheinbar anstößige Namen tragen, wie die aus der englischen Stadt Middlesex). Auch queer.de kann in manchen Netzwerken von Firmen, Landtagen oder Restaurants nicht aufgerufen werden. (dk)



#1 AlexAnonym
  • 24.04.2017, 12:12h
  • Zensur nur zu reduzieren, aber weiterhin z.B. Aufklärungsfilme zu indizieren, reicht bei weitem nicht...
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#2 Homonklin44Profil
  • 24.04.2017, 14:10hTauroa Point
  • Die meisten heute lebenden Jugendlichen lachen sich über diesen Anstößigkeits-Gegnerkult doch kaputt. Und wenn man anstatt "Fuck" eben "Phuck" oder "Fuk" schreibt, landet es nicht im Philter,äh, Filter. Dagenen hat jemand mit dem Namen "Japenileo" automatisch verkackt, wie in vielen US-Chatrooms, weil das Wort "penile" drin steckt. Sowas in der Form auch auf DuSchlauch zu brauchen, ist eine ziemlich sinnlose Angelegenheit.

    Die meisten werden wahrscheinlich Wege nutzen, um diesen eingeschränkten Modus zu umgehen, oder ihn einfach abstellen.

    Für Österreich bedeutet sowas auch eine Vermarktungsbehinderung und sollte angefochten werden. Wie soll denn die Gemeinde von Fucking noch vernünftige Werbevideos für die Biersorte "Fucking Hell" dort verbreiten? ;o)

    www.fucking-hell.de/
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#3 AlexAnonym
  • 24.04.2017, 14:31h
  • Na, wo sind die ganzen Kommentatoren nun, die gemeint haben, google würde nicht nachbessern?

    Reicht zwar noch nicht, aber auch ein Teilerfolg ist ein Erfolg.
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#4 RaffaelAnonym
  • 24.04.2017, 15:38h
  • Antwort auf #3 von Alex
  • Das ist KEIN Teilerfolg.

    Google hat erst mal gar nichts getan. Und erst als der Image-Schaden zu groß wurde, haben sie reagiert - aber auch nur das allernötigste,, um den Image-Schaden zu begrenzen.

    Aber dass sich wirklich etwas grundlegend ändert, kann ich nicht erkennen...
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#5 NeckermannAnonym
  • 24.04.2017, 15:39h
  • Antwort auf #2 von Homonklin44
  • Klar.

    Mag sein, dass Jugendliche sich kaputtlachen, deshalb ist Youtube voll mit Videos, mit denen Jugendliche sich kaputtlachen könnten, bei denen es sich aber mehrheitlich um Müll handelt.

    Weniger kaputtlachen werden sich vermutlich die Produzenten dieser Videos, denn denen stehen mit solchen Entscheidungen Einnahmenverluste ins Haus.

    Es kann nämlich auch sein, dass Youtube ganz bewusst komerzielle Klickschleudern herausdrängen möchte.

    Irgendwann einmal wird man auf der Youtube Seite fast nur noch Clips von CNN, der Süddeutschen, MTV und dem ZDF sehen, und vielleicht noch von einem halben Dutzend "Verwertungsgesellschaften", die für die Qualität des Gezeigten bürgen. Und der Rest verschwindet im Giftschrank oder auf einem anderen Portal.
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#6 QualitätsmängelAnonym
  • 24.04.2017, 16:13h
  • Dieser ganze Schrott wie Bibis Beauty Palace, irgendwelche geschmacklosen Bloßstellungen anderer, etc. bleiben stehen. Hetze auch viel zu oft.

    Aber wichtige Aufklärungsvideos werden zensiert...

    Typisch für ein prüdes US-Unternehmen...
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#7 schwarzerkater
  • 24.04.2017, 17:10h
  • die clips der verbotenen islamistischen organisation "die wahre religion" findet man seit ihrem bundesweiten verbot nun auf YouTube unter "religion". so einfach geht das. ist für YouTube ganz egal, die zeigen ja keinen nackten mann, daher vollkommen korrekt.
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#8 Europäische LösungAnonym
  • 25.04.2017, 10:49h
  • Antwort auf #7 von schwarzerkater
  • Ja, das ist diese sonderbare US-Auffassung, dass Hetze und Radikalisierung erlaubt sind, aber wehe, man zeigt mal das natürlichste der Welt: Nacktheit.

    Das beweist wieder mal, dass wir (gerade auf Inhaltsseite) mehr Angebotsvielfalt brauchen.

    Das Internet bietet eigentlich die Voraussetzungen dafür - dennoch sind Youtube, Facebook, etc. quasi Monopolisten. Wir bräuchten europäische Videoportale, soziale Netzwerke, etc. die weniger prüde sind, sich an europäische Datenschutzregeln halten, Hetze und Radikalisierung nicht als "freie Rede" betrachten, etc. etc. etc.
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