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Studie

Unsichere Hetero-Männer lieben homophobe Witze

Heterosexuelle Männer, die ihre männliche Identität gefährdet sehen, lachen besonders gerne über Witze, die Frauen oder Schwule herabwürdigen.


Schauspieler Tom Cruise wurde nachgesagt, gerne mal homophobe Witze zu reißen (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Heterosexuelle Männer lachen oft über Schwulen- oder Frauenwitze, weil sie sich ihrer eigenen Männlichkeit unsicher sind. Das ist das Ergebnis einer Studie unter Leitung von Dr. Emma O'Connor von der Western Carolina University in den USA.

O'Connor und ihre Kollegen führten zwei Experimente an rund 400 heterosexuellen Männern durch. Diese mussten unter anderem Online-Fragebögen ausfüllen, die ihre Einstellungen gegenüber Frauen und schwulen Männern abfragten. Einigen wurde nach einem angeblichen Persönlichkeitstest attestiert, dass sie eine feminine bzw. maskuline Persönlichkeit hätten. Diese Männer wurden dann befragt, auf welche Witze sie besonders ansprachen und ob sie glaubten, dass ihr Humor etwas über ihre Persönlichkeit aussagt.

Das Ergebnis: Männer, denen eine "feminine" Persönlichkeit attestiert worden war und die sich in ihrer Identität als heterosexuelle Männer bedroht fühlten, fanden besonders Witze amüsant, in denen Schwule oder Frauen abgewerten werden. Diese Unterschiede konnten nicht bei islamophoben oder neutralen Witzen gemessen werden.

Homophobe Witze vermitteln nach Ansicht der Hetero-Männer "männlicheren Eindruck"

"Männer, die Männlichkeit als bedroht ansehen, finden sexistischen oder homophoben Humor lustig, weil sie glauben, dass dies einen richtigen, männlicheren Eindruck von ihnen vermittelt. Es scheint, als ob das Zeigen von Belustigung bei sexisitischen oder homophoben Witzen ihnen die Möglichkeit gibt, sich von Merkmalen zu distanzieren, die sie widerlegen wollen", erklärte O'Connor.

Die Forscherin verwies darauf, dass insbesondere am Arbeitsplatz die Nutzung herabwürdigender Witze als "sichere" Methode angewandt werde, um sich etwa gegen eine weibliche Chefin zu "wehren", die nicht direkt angegriffen werden könne. O'Connor appellierte an Vorgesetzte, gegen derartige abwertende Witze vorzugehen.

Wissenschaftler haben wiederholt davor gewarnt, dass Ausgrenzung gegen Homosexuelle – beginnend in der Schule – zu Depressionen bis hin zum Suizid führen kann. Insbesondere jüngere Schwule und Bi-Männer würden etwa laut einer britischen Studie unter der Diskriminierung leiden (queer.de berichtete).

Das kann auch weitere Effekte mit negativen gesundheitlichen Auswirkungen haben: So kam eine aktuelle australische Studie zu dem Ergebnis, dass lesbische, schwule und bisexuelle Teenager erheblich weniger an Team-Sport interessiert seien als heterosexuelle Jugendliche – als wahrscheinlichen Grund nannten die Forscher Stigmatisierung (queer.de berichtete).

"Restoring Threatened Masculinity: The Appeal of Sexist and Anti-Gay Humor" von Dr. Emma O'Connor ist im Fachmagazin "Sex Roles" des Springer-International-Verlages veröffentlicht worden. (dk)



#1 wiking77
  • 24.04.2017, 14:02h
  • ... wer hungrig ist, spricht viel vom Brot ....

    Die rabiatesten, fanatischsten und widerlichsten Homophoben ist oft selber homosexuell.

    Ein selbstbewusster Homosexueller, aber auch Heterosexueller ruht in sich und sieht seine männlichkeit eben nicht bedroht; hats also nit notwendig unappetitliche Schwulenwitze zu reissen.
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#2 Janana
#3 OrthogonalfrontAnonym
  • 24.04.2017, 14:37h
  • Antwort auf #2 von Janana
  • Da kann ich mich nur anschließen. Doch wenigstens ist diese Tatsache nun wissenschaftlich untermauert. Das Homophobe nichts weiter sind als persönlichkeitsgestörte Würstchen, die eigentlich schwerstes behandlungswürdig sind, wussten wir natürlich schon laaange!
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#4 Homonklin44Profil
  • 24.04.2017, 14:50hTauroa Point
  • Mir wäre von der Beobachtung im Bekanntenkreis her aufgefallen, dass sexistische Witze auch etwas mit dem eher unterdurchschnittlichen Horizont der Erzähler und derer, die darüber lachen können, zu tun zu haben scheint.
    Das gilt für gruppenschmähende Witze ähnlich, wie denen über Polen, Ostfriesen oder Türken, Blinde, Behinderte ect.

    Über wissenschaftliche Witze lachen dieselben Personen nur selten, oder sie fragen nach, was daran witzig sei.

    Eine ziemliche Abneigung, nicht nur mit Witzen aber auch überhaupt Themen im nicht heteronormativen Bereich in Berührung zu kommen, ist da auch deutlich wahrzunehmen. Alles, was an der heteronormativen Selbstsicherheit kratzen könnte, wird vermieden oder dem wird ausgewichen. Besonders heftig reagiert man auf vergleichende Scherze mit einem queeren Bezug.

    Einige Homophobe mögen selber homosexuell sein, aber viele sind einfach nur homophob und zugenagelt bis Oberende Mütze.
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#5 SpockAnonym
#6 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
  • 24.04.2017, 15:38h
  • Prima, dann kann man das ja mal als Argumentsgrundlage verwenden, auch wenn das Untersuchungsergebnis bereits klar war.
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#7 MartinEdenProfil
  • 24.04.2017, 17:10hNürnberg
  • Anfang der 90er steht in der Kantine einer vor mir und sagt zu dem hinter mir: "Weißt Du schon, was AIDS heißt?", sagt der andere natürlich "nein", darauf erwidert der vor mir "ab in den Sarg" und beide explodieren vor Lachen.

    Das ganze war natürlich gegen mich gerichtet. Und das ist nur ein Beispiel von zahllosen Homophobie-Attacken, die ich auszustehen hatte. Übrigens durchaus auch mal von Frauen.

    Da ich schon immer wusste, dass solche Leute Intelligenz-, Charakter- und Persönlichkeitsdefizite haben und selber ein gesundes Selbstbewusstsein habe, konnte ich derlei Pöbeleien relativ leicht wegwischen. Wer sich das zu Herzen nimmt, leidet natürlich.
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#8 the_washProfil
  • 24.04.2017, 17:20hKarlsruhe
  • Der Wissenschaftsverlag Springer ist soweit ich weiß niich total zu verwechseln mit dem Axel-Springer-Verlag. ;)
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  • Anm. d. Red.: Ist korrigiert, Danke.
#9 KrebsmannAnonym
  • 24.04.2017, 17:28h
  • "woran erkennt man, dass man schwul ist? Wenn man beim Scheißen einen Orgasmus kriegt"

    Eigentlich Stammtischniveu, Witze wie diese werden schon seit Jahren hier in der Rubrik "Witze " veröffentlicht. Scheint vollig o.k. zu sein.
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#10 falken42
  • 24.04.2017, 18:01h
  • wissenschaftler und ihre studien.... nach 20 jahren intensiver forschung und millionen von euro ... warum ist es in der nacht so dunkel und am tag so hell? ... die sonne! es wird jedoch noch weitere studien und heerscharen von wisenschaftlern brauchen um zu untersuchen, warum es nicht ganz dunkel ist....
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