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"Arch of Diversity"

Kiew bekommt größten Kunst-Regenbogen der Welt

Zum Eurovision Song Contest zeigt sich der Bogen der Völkerfreundschaft in der ukrainischen Hauptstadt vielfältig statt grau.


Das Denkmal im Chreschtschatyj-Park ist auch aus der Ferne kaum zu übersehen (Bild: Gennadiy / facebook)

Wenige Tage vor Beginn der Proben des diesjährigen Eurovision Song Contests in Kiew ist am Dienstag eine gelungene Überraschung der Veranstalter bekannt geworden: Während des Wettbewerbs wird der international bekannte "Bogen der Völkerfreundschaft", ein Wahrzeichen der Stadt, statt in Titan-Grau in den Farben des Regenbogens erstrahlen.

"Hier seht ihr den Beginn der Kunstinstallation 'Bogen der Vielfalt'", schrieb Gennady Kurochka, der Gründer der PR-Agentur CFC Consulting Company, die den Contest begleitet, am Dienstag auf Facebook zu ersten Bildern der Verschönerungsaktion. Der Bogen werde "der größte künstliche Farbregenbogen aller Zeiten" werden.


Der Bogen der Vielfalt in Entstehung

Bereits der ESC steht unter dem Motto "Celebrate Diversity" (Feier(t) die Vielfalt), und Kurochka machte klar, dass er den Regenbogen genau so verstanden haben will: Er sei stolz, wie sich das Land verändere zu mehr Freiheit.

Ein Zeichen auch gen Russland

Der Regenbogen hat einen Durchmesser von rund 60 Metern – der inzwischen abgebaute Warschauer Regenbogen am Erlöserplatz, der ebenfalls zu einem Symbol für Vielfalt, des Aufbruchs und der örtlichen LGBTI-Community wurde, kam "nur" auf 26 Meter. Wenn man es streng nimmt, fehlt in Kiew dafür freilich im Vergleich zur Regenbogenflagge eine Farbe, aber das Original-Denkmal gibt nur fünf Bögen her. Sie werden mit gefärbtem Papier überklebt.


Die neue Installation ergänzt eine bereits bestehende Lampeninstallation: Nachts erleuchtet das Denkmal in vier Farben des Regenbogens, was allerdings etwas jahrmarktmäßig wirkte und noch keine "offizielle" Botschaft zur Vielfalt enthielt. Bild: Mstyslav Chernov / cc by sa 3.0

Der Bogen war 1982 zur Feier der ukrainisch-russischen Freundschaft entstanden, zusammen mit einer Bronzestatur, die zwei Arbeiter aus den Ländern beim Hochhalten des Bands der sowjetischen Völkerfreundschaft zeigt, sowie einer Granitstele, die an den Vertrag von Perejaslaw erinnert.

Twitter / radiosvoboda | Mehr Eindrücke von der Errichtung des Bogens

Zuletzt hatte es mit der Freundschaft zwischen der Ukraine und Russland freilich, freundlich ausgedrückt, nicht so recht geklappt, was sich auch im Hickhack um die letztlich abgesagte ESC-Teilnahme der russischen Sängerin Julia Samoilowa zeigte (queer.de berichtete). Dass nun das Wahrzeichen der Freundschaft einen in Russland umstrittenen Regenbogen betont, dürfte noch für verstimmte Kommentare der üblichen Verdächtigen sorgen, aber letztlich doch ein positives Signal ins In- und Ausland senden.

Szene bereit für ESC und CSD

Eine große Freude über den Kunstbogen zeigte bereits der Kiewer CSD – er hatte erst Anfang April sein diesjähriges Logo präsentiert, das sich ebenfalls auf den Bogen der Freundschaft bezieht. Der "March of Equality" ist für den 18. Juni geplant. Nach Gewalt in den ersten Jahren und erheblichen Drohungen durch Rechtsextreme hatten im letzten Sommer mehrere tausend Menschen an der von der Polizei geschützten Demo teilgenommen, darunter viele sich solidarisierende Heterosexuelle und die Freundschaftsdelegation der Münchner Szene und Politik (queer.de berichtete).


Bild: KyivPride / facebook | Der KyivPride hat eine Farbe mehr im Angebot

In diesem Jahr hoffen die Pride-Veranstalter auf noch mehr Teilnehmer. Zugleich freut sich die Szene auf den ESC. Für internationale Besucher hat der CSD einen Stadtplan mit LGBTI-freundlichen Orten veröffentlicht; die Gay Alliance Ukraine stand dem Fan-Blog ESC United zudem zur Lage von LGBTI in Kiew Rede und Antwort. Das Finale des Contests aus dem International Exhibition Centre‎ findet am 13. Mai statt.

Facebook / aspekte | Am letzten Freitag hatte sich auch das ZDF-Magazin "Aspekte" anlässlich des ESC mit der Situation von LGBTI in der Ukraine befasst



#1 wiking77
  • 26.04.2017, 08:43h
  • Dat hat was! Ein Rotarmisten-Heldendenkmal unter dem Regenbogen. Ein Bild, dass manchen linken Ideologen auch gefallen mag. Nur: dass die Linken sprich Kommunisten in den damaligen "Volksdemokratien" gar nicht so Tolerant gegenüber Schwule waren; weder offiziell und privat schon gar nicht.
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#2 Erik RotbartAnonym
  • 26.04.2017, 09:00h
  • Antwort auf #1 von wiking77
  • " Nur: dass die Linken sprich Kommunisten in den damaligen "Volksdemokratien" gar nicht so Tolerant gegenüber Schwule waren; weder offiziell und privat schon gar nicht."

    Wer war das denn damals bei uns im Westen, du Schlaumeier?
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#3 wiking77
#4 markusbln11Anonym
  • 26.04.2017, 09:10h
  • Es freut mich zu sehen, wie weltoffen und inkklusiv sich die ukraine zum esc zeigen will.

    Ich hoffe, das ist ein zeichen nach innen, minderheiten - wie wir lgbtq-menschen eine sind - mit immer grösserer akzeptanz zu begegnen.

    Wir können darin auch ein zeichen an russland sehen, deren eliten sich noch immer weigern, der lgbt-community mit respekt zu begegnen, die erniedrigung und ermordung von schwulen endlich juristisch zu verfolgen.

    Krude. Russland will nicht einmal am esc präsent sein. Die dortigen eliten fürchten eine aufwertung der ukraine als land auf dem weg zu mehr demokratie und menschenrecht. Das will man den eigenen bürgern vorenthalten. Man fürchtet sich auch vor der kraft der eigenen bevölkerung. Denn: Gerade die seele osteuropas war über jahrhunderte eine der freiheit und selbstverwirklichung. Und die menschen werden sich das zurückholen.
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#5 Erik RotbartAnonym
#6 RobinAnonym
  • 26.04.2017, 09:41h
  • Schade, dass da Rot fehlt...

    Es gibt halt viele Regenbogensymbole (auch der Friedensbewegung).
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#7 LaurentProfil
  • 26.04.2017, 09:56hMetropolregion Rhein-Neckar
  • >>(Die) fünf Bögen ... werden mit gefärbtem Papier überklebt.<<

    Und das soll dann Wind und Regen bis Mitte Mai überstehen?
    Hoffentlich wird das bis dahin nicht in Auflösung begriffen sein, hätte dies dann nämlich genau den umgekehrten Effekt.
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#8 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
  • 26.04.2017, 12:33h
  • Die Idee finde ich super, aber warum wird Papier verwendet? Sollen die Regenbogenfarben nur zeitlich begrenzt sichtbar sein?
    Hm, meine Freude hält sich etwas in Grenzen.
    Wer A sagt, muss auch B sagen - richtige Farbe für Beton!
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#9 andreAnonym
#10 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
  • 26.04.2017, 13:33h
  • Antwort auf #9 von andre
  • Da hast du recht - Wasser und Wind ist das kleinere Problem.
    Aber die zeitliche Begrenzung erwähne ich schon - gefällt mir nicht.
    Wenn man schon so ne Aktion startet, dann muss es bis zum Ende konsequent sein: mit Ende meine ich: bis zum Ende konsequent durchdacht.
    Das bedeutet für mich: die Regenbogenfarben endgültig auf Beton bringen. Ohne Papier - mit Betonfarbe!

    Deswegen gefällt mir dieser so-tun-als-ob ESC nicht! (Eigensinnige-Schnulzen-Company) :-P
    Wir sind ja sooooo tolerant (scheinheilig breit grinz), und einen Monat später sagen sie dann: Na ja, man muss ja nicht alles toll finden - für mich sind zwei gleichgeschlechtliche Paare schon noch ein ungewohntes Bild.

    Über sowas kann ich mich ärgern :-P

    Schönen Mittwoch dir, andre :-)
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