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Südamerika

Guyana: Referendum über Ende des Homo-Verbots angekündigt

Das letzte Land in Südamerika, das die gleichgeschlechtliche Liebe noch unter Strafe stellt, will seine Bürger über die Abschaffung des Gesetzes aus der britischen Kolonialzeit abstimmen lassen.


Das Parlamentsgebäude in Georgetown, der Hauptstadt von Guyana (Bild: David Stanley / flickr)

Die Regierung von Guyana hat in einem Brief an die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (IAKMR) angekündigt, das Volk in einem Referendum darüber entscheiden zu lassen, ob homosexuelle Aktivitäten weiterhin strafbar sein sollen. Das berichtet die Zeitung "Guyana Chronicle". Ein Termin für den Volksentscheid wurde aber noch nicht genannt.

In dem Brief erklärte die Regierung weiter, dass es im Land unterschiedliche Ansichten darüber gebe, ob Homosexualität bestraft werden soll und ob Schwule und Lesben vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung geschützt werden sollen. Die Regierung sehe sich bei dieser kontroversen Frage nicht in der Lage, eine Entscheidung ohne einen Volksbefragung zu treffen. Guyana war in den letzten Jahren von internationalen Menschenrechtsorganisation vermehrt unter Druck gesetzt worden, seine homophoben Gesetze abzuschaffen.

Die ehemalige britische Kolonie ist das letzte Land in Südamerika, in dem Homosexualität unter Strafe steht – nach einem Gesetz, das auf britischem Kolonialrecht basiert. Das Land erlangte 1966 seine Unabhängigkeit von Großbritannien; ein Jahr später schafften England und Wales die Strafbarkeit von Homosexualität unter Erwachsenen ab.

Nach dem Gesetz kann vollzogener Geschlechtsverkehr unter Männern in Guyana mit einer lebenslangen Haftstrafe geahndet werden, lesbische Frauen könnten für "unnatürliche Handlungen" bis zu zwei Jahre Gefängnis erhalten. In den letzten Jahren wurde kein einziges Urteil aufgrund des homophoben Gesetzes mehr bekannt. LGBTI-Aktivisten beklagen jedoch, das Gesetz führe dazu, dass die Stigmatisierung von Homosexuellen anhalte. Auch der religiöse Einfluss bewirke, dass Schwule und Lesben weiterhin versteckt leben müssten – zwei Drittel der 750.000 Einwohner sind Christen.

Auf dem amerikanischen Doppelkontinent gibt es lediglich in der zu Mittelamerika gehörenden Karibik noch neun Staaten, die am aus der britischen Kolonialzeit stammenden Homo-Verbot festhalten. Dabei handelt es sich mit der Ausnahme von Jamaika um kleine Länder wie Dominica, St. Vincent und die Grenadinen oder St. Kitts und Nevis. Auch das Urlaubsparadies Barbados droht Homosexuellen mit lebenslanger Haft. (dk)



#1 Sven100Anonym
  • 26.04.2017, 14:38h
  • Wie dieses Referendum ausgehen wird, ist vorhersehbar: Die Stimmung in Guayana ist mit der in dem extrem homophoben Jamaika zu vergleichen.
    Die Regierung wird damit ein Argument haben, dieses archaische Gesetz weiter aufrecht zu erhalten.
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#2 Vater
#3 Pu244Anonym
  • 26.04.2017, 16:31h
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • Volksabstimmungen dienen Politikern oft dazu unbequeme Fragen, auf eine elegante Art und weise, loszuwerden.

    Wenn die Strafbarkeit abgeschafft wird, dann können sie allen religiösen Kräften sagen: das Volk wollte es so!

    Wenn das alte Gesetz bestätigt wurde, dann können sie in jeder Menschenrechtskommission sagen: unser Volk wollte es so!

    Ich tippe mal darauf dass es den Politikern dort eigentlich relativ egal ist, sie müßten Farbe bekennen und das wollen vermutlich sie nicht.
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#4 Ralph
  • 27.04.2017, 19:37h
  • Wenn allen Ernstes über Menschenwürde und Grundrechte eine Volksabstimmung veranstaltet wird, zeigt das die vollkommene moralische Verwahrlosung eines Staates.
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#5 Patroklos
#6 TheDad
  • 28.04.2017, 00:13h
  • Antwort auf #5 von Patroklos
  • ""Wieso? In einigen US-Bundesstaaten wurde auch die Bevölkerung an die Urnen gerufen als es um die Einführung der "Ehe für Alle" ging!""..

    Was ebenso falsch war, und darüberhinaus auch nichts genutzt hat, denn geöffnet wurde die Ehe dann landesweit erst über den Richterspruch des Supreme Court !
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