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Die Verlogenheit der Glaubenskongregation

Krzysztof Charamsa packt aus

Nach seinem Coming-out im Oktober 2015 wurde der polnische Theologe vom Vatikan gefeuert – in seinem neuen Buch "Der erste Stein" rechnet er nun mit der katholischen Kirche ab.


Das Kollar musste er ablegen: Heute lebt Monsignore Krzysztof Charamsa zusammen mit seinem Partner im Homoviertel von Barcelona

Als sich Krzysztof Charamsa, hochrangiger Würdenträger der katholischen Kirche und Mitglied der Glaubenskongregation im Vatikan, im Oktober 2015 öffentlich outet, geht die Nachricht um die Welt: Ein Priester, der an der päpstlichen Universität Gregoriana lehrt und lange Jahre über Fragen des Glaubens und der Sittlichkeit entscheidet, bekennt sich zur Liebe seines Lebens – zu einem Mann. Der Vatikan enthebt ihn umgehend aller Ämter (queer.de berichtete).

In seinem Buch "Der erste Stein" berichtet Krzysztof Charamsa nun sehr persönlich von seiner Herkunft, seinem Werdegang und seiner Kirchenkarriere, demonstriert die Verlogenheit der Glaubenskongregation und beschreibt die Absurdität von Doktrinen wie dem Zölibat. Dabei greift er immer wieder die homophoben Strukturen der katholischen Kirche an.

Bereits im November 2015 hatte Charamsa dem Vatikan in einem Interview vorgeworfen, Schwule und Lesben psychologisch zu töten. Die katholische Verurteilung von Homosexualität stehe "der Haltung des islamischen Fundamentalismus näher als der Vernunft" (queer.de berichtete).

Das Coming-out als große Befreiung


Charamsas Buch ist auf Deutsch am 27. April im Verlag C. Bertelsmann erschienen

Sein Buch wird für Krzysztof Charamsa erneut zu einer Abrechnung mit der Doppelmoral. Sein Coming-out schildert er als große Befreiung. Seine persönliche Geschichte ist die Geschichte "einer Kirche, die besessen ist vom Sex, die der Sex krank macht", wie er in "Der erste Stein" schreibt.

Charamsa, Jahrgang 1972, hat Philosophie, Theologie und Bioethik in Polen, der Schweiz und Italien studiert. Er wurde 1997 zum Priester geweiht und lehrte seit 2009 an der Päpstlichen Hochschule Gregoriana in Rom; 2011 wurde er in die theologische Kommission der Glaubenskongregation berufen. Nach seinem Coming-out wurde er aller seiner kirchlichen Aufgaben und Ämter entbunden.

Der Ex-Priester lebt nun zusammen mit seinem katalanischen Lebensgefährten mitten im Homoviertel von Barcelona. Er hatte ihn im Oktober 2015 auf einer Pressekonferenz der Weltöffentlichkeit vorgestellt, wie auch ein Manifest mit zehn Thesen zum Umgang der Kirche mit Homosexuellen. Darin forderte er u.a. die Abschaffung eines Papieres der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2005 zur Vermeidung der Weihe von schwulen Priestern, an dem er damals selbst mitgewirkt hatte. Heute verdient Charamsa seinen Lebensunterhalt als Autor sowie mit Vorträgen, vor allem zu LGBTI- und Frauenrechten. (cw/pm)

Infos zum Buchrift

Der erste Stein. Als homosexueller Priester gegen die Heuchelei der katholischen Kirche. Aus dem Italienischen von Michael Jacobs. Gebundenes Buch mit Schutzumschlag. 320 Seiten. C. Bertelsmann Verlag. München 2017. 19,99 € (ISBN: 978-3-570-10327-2). Kindle-Edition: 16,99 €


#1 SebiAnonym
  • 27.04.2017, 08:48h
  • Die katholische Kirche ist ein scheinheiliger, verlogener Großkonzern, wo es nicht um Nächstenliebe, Barmherzigkeit oder gar Religion geht, sondern nur um Geld und Macht.

    Und alles, was deren Allmachtsanspruch und Vermögen gefährden könnte, wird mit ALLEN Mitteln bekämpft.
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#2 GegensprechAnonym
  • 27.04.2017, 09:27h
  • Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!
    Wer jahrelang in einem Verein mitgewirkt hat, ist der falsche diesen Stein zu werfen. Herr Charamsa wird Gründe gehabt haben sich in die Gesellschaft der katholischen Kirche begeben zu haben - vermutlich freiwillig! Er war dann auch fast 20 Jahre mit Leib und Seele in der Kirche beruflich aktiv!

    Ähnlichkeiten mit David Berger sind vermutlich nicht nur mir aufgefallen, und jeder weiß wie die Geschichte weiterging.

    Dieser Herr ist kein Engel. Und deshalb muss man ihm auch nicht zujubeln
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#3 schwarzerkater
  • 27.04.2017, 09:33h
  • denke mal, dass Charamsa in seinem buch noch nicht "alles" marode und doppelbödige in der katholischen kirche offenlegt. als freischaffender autor kann er ja noch weitere bücher nachlegen, denn schließlich wird er von weiteren "enthüllungen" leben müssen. mich macht sein buch jedenfalls nicht neugierig.
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#4 wiking77
  • 27.04.2017, 09:45h
  • Antwort auf #2 von Gegensprech
  • war ja klar, dass in diese Richtung das Gekeife geht. Ist es aber nicht auch menschlich, wenn jemand seine politische und religiöse Gesinnung nicht gleich an den Nagel hängt, nur weil er mit seiner sexuellen Orientierung Probleme mit einer bestimmten Institution bekommt?

    Es gab und gibt schwule Nazis, obwohl die offizielle Ideologie der Nazis schwulenfeindlich ist; dennoch sind viele schuwle Nazis nicht Linke geworden, nachdem ihre Homosexualität für sie selber und für die Aussenwelt offenbar wurde.

    Es gab und gibt schwule katholische Priester, obwohl die offizielle "Lehre" der katholischen Kirche schwulenfeindlich ist; dennoch sind diese Männer, nachdem sie aus der Priesterkutte gesprungen sind nicht Linke geworden. Ein bisschen mehr Differenziertheit täte gut.
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#5 hinktAnonym
#6 AsukiAnonym
#7 GegensprechAnonym
  • 27.04.2017, 11:02h
  • Antwort auf #4 von wiking77
  • Sofern die sog. Community es also respektiert dass Leute mit ihrem Outing nicht gleich ihre gesamten Werte 'an den Nagel hängen': wieso geht man hier und anderswo nicht ebenso gelassen und fair z.B. Mit Jens Spahn um? Es ist an Bigotterie kaum zu überbieten, wenn stets nur denjenigen gehuldigt wird, die über das Schwule Stöckchen so springen wie homoman das will...
    Auch hier gibt es wenige, die ohne Sümde sind - besonders hier !!!
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#8 Sven100Anonym
#9 GegensprechAnonym
  • 27.04.2017, 11:06h
  • Antwort auf #5 von hinkt
  • Einfach mal nachlesen, was in den ersten 2-3 Jahren so über David Berger alles tolles geschrieben wurde, hier und in jeder Schwulengazette.
    Die völlig kritiklose Unterstützung seiner Suche nach den Machern der Website Kreuz.net war da nur einer der vielen traurigen Höhepunkte. Wir wollen hoffen, dass Herr Charasma sich zumindest eindeutiger zum Thema Safer Sex positioniert - Und wenn er sich nur in diesem einen Punkt unterscheiden würde, schon das wäre viel wert
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#10 TheDad
  • 27.04.2017, 11:19h
  • Antwort auf #4 von wiking77
  • ""dennoch sind diese Männer, nachdem sie aus der Priesterkutte gesprungen sind nicht Linke geworden.""..

    Faszinierend..
    Die wohl ultimative Erklärung warum "schwule Nazis" existieren, und "Priester" keine Linken werden können..

    Wie weit muß man sein eigenes Rückgrat eigentlich verbiegen, um so um die Ecke "denken" zu können ?

    ""Ist es aber nicht auch menschlich, wenn jemand seine politische und religiöse Gesinnung nicht gleich an den Nagel hängt, nur weil er mit seiner sexuellen Orientierung Probleme mit einer bestimmten Institution bekommt?""..

    Was hier dann die Frage aufwerfen soll, wie lange es wohl brachen wird bis sich "ehemalige schwule nazis" dann von ihrer "politischen Ideologie" verabschieden, bis sie endlich verstehen im falschem Club zu sein ?

    Es gibt hier durchaus Analogien..
    "Priester" der RKK sind Mitglied in einer faschistischen Struktur..
    Schwule Nazis wünschen sich wohl, solche Strukturen im Staat schaffen zu können..
    Die Gemeinsamkeit besteht hier dann wohl in der "prosperierenden Teilhabe" und damit in der Machtposition, die man einzunehmen bereit ist..

    Und blöderweise verhindern offensichtlich beide Systeme den Aufstieg des Schwulen wenn seine Sexuelle Identität bekannt wird..
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