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Evangelische Kirche

Vlotho: Pfarrer stellen sich hinter gemobbten schwulen Kollegen

Die Pfarrer in der Region Vlotho kritisieren Homo-Hasser in den eigenen Reihen, die mit aus dem Zusammenhang gerissenen Bibelzitaten ihre homophobe Sicht rechtfertigten.


Pfarrerin Renate Wefers, Pfarrer Ralf Steiner, Jugendreferent Hans-Ulrich Strothmann, Pfarrer Jörg Uwe Pehle, Pfarrer Christoph Beyer, Pfarrer Winfried Reuter und Jugendreferent Michael Kirchner unterstützen ihren Kollegen Pfarrer Jörg Uwe Pehle (Bild: Kirchenkreis Vlotho)

Der schwule Pfarrer der Stadtgemeinde St. Stephan im westfälischen Vlotho erhält Unterstützung aus den eigenen Reihen: Eine Pfarrerin und sechs Pfarrer aus der Region haben gemeinsam mit dem evangelischen Jugendrat am Mittwoch eine Stellungnahme veröffentlicht, in dem sie sich "ohne jede Einschränkung" hinter ihren Kollegen Jörg Uwe Pehle stellen.

Pehle, der seit November die Gemeinde in der 19.000 Einwohner zählenden Kleinstadt leitet, war wegen seiner Homosexualität von Gläubigen aus der Nachbargemeinde scharf angegriffen worden (queer.de berichtete).

Pfarrer begrüßen, dass Homosexualität in der Kirche "frei gelebt werden darf"


Pfarrer Jörg Uwe Pehle wird wegen seiner sexuellen Orientierung von homophoben Gläubigen gemobbt (Bild: Gemeinde St. Stephan)

In der Stellungnahme widersprechen Pehles Kollegen der Ansicht, dass Homosexualität verwerflich sei: "Homosexualität ist für uns eine mögliche sexuelle Orientierung, die uns Menschen gegeben ist. Sie hat es schon immer gegeben und wird es auch weiter geben. Wir begrüßen, dass diese Lebensform in unserem Land und in unseren Gemeinden frei gelebt werden darf."

Zwar wisse man, dass es bei "einzelnen Gemeindemitgliedern Vorbehalte gegen homosexuell lebende Menschen" gebe. Diese nehme man zwar ernst. "Wir teilen diese Vorbehalte aber nicht und möchten sie auch nicht verstärken", so die Pfarrer. Sie kritisierten auch, dass Bibelzitate von manchen Gläubigen "aus dem Zusammenhang gerissen und willkürlich zusammengestellt werden, um eine homophobe Sicht zu begründen". Die Bibel, so die Gottesmänner, müsse "immer wieder neu ausgelegt werden".

Man spreche sich für Vielfalt und Toleranz in den Gemeinden aus, heißt es in der Stellungnahme weiter. "Zu dieser evangelischen Vielfalt gehört es, dass verschiedene Glaubensweisen ehrlich gesehen, miteinander besprochen und auch ausgehalten werden."

Innerhalb der evangelischen Kirche gibt es immer wieder Streit um die Anerkennung von Schwulen und Lesben. Dieser äußert sich vor allem darin, ob gleichgeschlechtliche Paare in Kirchen heiraten dürfen oder zumindest gesegnet werden. Inzwischen erlauben 19 von 20 Landeskirchen – teilweise unter Auflagen – die Segnung von Homo-Paaren, in mehreren Kirchen ist zudem eine Trauungszeremonie möglich. Nur die Landeskirche Württemberg weigert sich bislang kategorisch, nichtheterosexuelle Paare öffentlich zu segnen – dagegen gibt es allerdings Widerstand von homofreundlichen Pfarrern (queer.de berichtete).

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat bereits 2013 eine Orientierungshilfe zum Umgang mit "modernen" Familienformen vorgestellt und homosexuelle Beziehungen als "gleichwertig" bezeichnet (queer.de berichtete). Allerdings haben auch homophobe Hardliner wie Michael Diener, die die "Heilung" von Homosexuellen propagieren, nach wie vor Einfluss in der Kirche (queer.de berichtete). (dk)



#1 Pascal GoskerAnonym
  • 27.04.2017, 12:23h
  • Diesen Homohassern muss klar gemacht werden, dass nicht die LGBTI die Perversen sind, sondern dass sie die Perversen sind, die außerhalb der Gesellschaft stehen.
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#2 PierreAnonym
  • 27.04.2017, 14:33h
  • Jahrzehntelang haben auch die Evangelen munter drauflos gehetzt.

    Kaum kommt das marketing-technisch nicht mehr so gut rüber, ändern sie ihre Meinung...

    Wie das Fähnlein im Winde...
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#3 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
  • 27.04.2017, 15:33h
  • Sehr cool :-)
    Dürfte bei anderen Kirchen ein «Drama» auslösen, so wie viele noch eingestellt sind. Zumindest sorgt es für Gesprächsstoff.
    Leute, ich sag's euch: es wird eng für euch! Schaltet auf Toleranz um, sonst bleiben eure Kirchen irgendwann staubig leer... .
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#4 SebiAnonym
  • 27.04.2017, 15:44h
  • Ein schönes Zeichen der Kollegialität.

    Aber wo bleibt dieselbe Solidarität mit LGBTI, die keine Pfarrer in der Kirche sind?!
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#5 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
#6 Pascal GoskerAnonym
#7 Patroklos