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Karriere und Homosexualität

Was spricht gegen ein Coming-out am Arbeitsplatz?

Noch bis Ende April können LGBTI-Beschäftigte an einer Online-Studie zu Erfahrungen im Job teilnehmen. Wer derweil seinen CV bei der Sticks & Stone hochlädt, bewirbt sich bei über 50 offenen Unternehmen.


Müssen sich Schwule und Lesben am Arbeitsplatz verstecken? (Bild: John / flickr)

Viele Schwule und Lesben in Deutschland sind noch immer unsicher: Soll ich mich im Job outen? Was denkt mein Büronachbar dann von mir? Und würde ein Coming-out meine Beförderung versauen?

Dabei dürfte es nach deutschem Gesetz eigentlich keine Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung am Arbeitsplatz mehr geben, seit vor elf Jahren nach langem politischen Streit das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz von der Großen Koalition beschlossen wurde (queer.de berichtete). Doch die Wirklichkeit kann anders aussehen, wie die erste Erhebung "Out im Office?!", die kurz nach Einführung dieses Gesetzes durchgeführt wurde, herausfand: Damals stellten die Forscher fest, dass mehr als die Hälfte der homosexuellen Arbeitnehmer ihre sexuelle Orientierung im Job geheim halten (queer.de berichtete).

Ob sich die Lage inzwischen geändert hat, soll jetzt eine Neuauflage der Studie herausfinden. In der Untersuchung wird zum einen die Arbeitssituation lesbischer und schwuler Mitarbeiter im Jahr 2017 näher betrachtet. Zum anderen ist die Befragung um die Perspektive von Bi- und Trans-Personen im Kontext von Arbeit und Wirtschaft ergänzt. Die Studie wird durchgeführt vom Kölner Institut für Diversity- und Antidiskriminierungsforschung (IDA) in Zusammenarbeit mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Teilnahme nur noch bis Ende April

Noch bis Ende des Monats haben LGBTI-Beschäftigte in Deutschland die Gelegenheit, ihre eigene Arbeitssituation zu schildern. Die Beantwortung dauert etwas 25 bis 30 Minuten. Die Antworten können Anhaltspunkte geben, in welchen Bereichen noch mehr gegen Diskriminierung getan werden muss. Denn eines ist sicher: Wer seine gesamte Energie darauf verwendet, seine wahre Identität am Arbeitsplatz zu verstecken, hat nicht nur eine Menge Stress, sondern kann kaum 100 Prozent seiner Arbeitszeit dem Erfolg seines Unternehmens widmen.

Das wissen auch die Firmen, die sich seit mittlerweile acht Jahren bei der Sticks & Stones engagieren – in diesem Jahr findet das Berliner LGBTI-Karriere-Event am Samstag, den 27. Mai im SchwuZ statt. Wer bis zum 1. Mai seinen aktuellen Lebenslauf hochlädt, bewirbt sich damit automatisch bei über 50 Unternehmen, die auf Vielfalt setzen, und hat zudem die Chance auf ein Vieraugengespräch auf der Messe. (cw)

Infos zum LGBTI-Karriere-Event

Die Berliner Sticks & Stones findet in diesem Jahr am Samstag, den 27. Mai von 10 bis 18 Uhr im SchwuZ & Vollgutlager (Rollbergstr. 26, Neukölln) statt. Zum achten Mal werden über 3.000 Besucher erwartet. Über 80 Unternehmen, Vereine und Organisationen stellen sich als stolze Arbeitgeber vor und es gibt die erste LGBT-Zukunftskonferenz. Weitere Informationen und kostenlose Tickets sind auf sticks-and-stones.com erhältlich. Darüber hinaus wird es am Samstag, den 16. September eines Sticks & Stones Wiesn Edition in München geben.


#1 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
  • 27.04.2017, 20:27h
  • Zum Titel: es spricht nichts dagegen.
    Leider sieht die Wahrheit für einige anders aus - noch immer.
    Diese Studie finde ich deshalb sehr wichtig, denn der Beruf ist existenziell.
    Und das Verstecken am Arbeitsplatz ist seit dem AGG einfach inakzeptabel.
    Da müssen sich auch gewisse Arbeitgeber anpassen, auch wenn sie es nicht wahrhaben wollen und auf Biegen und Brechen ignorieren, vertuschen, und den Arbeitnehmern stattdessen was in die Schuhe schieben!
    Da gibt es Entwicklungsbedarf und ich begrüße diese Studie.
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#2 Homonklin44Profil
  • 28.04.2017, 01:07hTauroa Point
  • Solange es möglich ist, dass man aufgrund der Orientierung den Job verlieren kann, oder Beförderungschancen vermasselt bekommt, werden das noch viele vorziehen, ihr Privatleben für sich zu behalten.

    Die gesamte Energie auf ein "Verstecken" zu konzentrieren, trifft wohl im selteneren Falle mal zu. Gewöhnlich betrifft das nur den Lebensbereich, der sich mit eventueller Partnerschaft, Bekanntenkreisen oder dem Intimleben verbindet.
    Dass man keine Energie frei hätte, um sich für die Firma, den Job zu verwenden, trifft so nicht zu.
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#3 herve64Profil
  • 28.04.2017, 08:36hMünchen
  • Antwort auf #1 von BuntUndSchoen
  • Kein Gesetz ist so gut, dass es die alte Regel "Papier ist geduldig" aufhebt. Sicher darf die sexuelle Orientierung per se keine Rolle spielen, aber wenn man ein homophobes A....loch als Chef oder Vorgesetzten hat, dann fallen dem schon einige Mittel und Wege ein, wie man einen mißliebigen Menschen elegant aus dem Betrieb hinaus ekeln kann.

    Willkommen in der Realität.
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#4 LaurentProfil
  • 28.04.2017, 10:18hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Antwort auf #2 von Homonklin44
  • Ich weiß nicht so recht.
    Gibt es am Arbeitsplatz "DAS Privtleben", welches man aus allem raushalten kann?

    Die "gesamte" Energie ist natürlich übertrieben, eine "beträchtliche" Energie trifft es wohl eher.

    Und ich glaube auch, dass man da die von dir erwähnten"Lebensbereiche", auf die sich das "Verstecken" konzentriert, nicht so isoliert sehen kann. Da spielt doch alles mehr oder weniger ineinander rein.
    Allein diesees "Trennen" der Bereiche ("ist das jetzt noch dienstlich? Wird es jetzt zu privat? Wenn er/sie jetzt noch mehr wissen will, was sage ich dann? Blocke ich jetzt ab? usw..) ist doch äußerst belastend und bindet Energie.

    Mich persönlich belastet es z.B. sehr, lügen zu müssen.
    Wenn das dann ein Dauerzustand ist, wirkt sich das irgendwann auch auf die Gesundheit aus.

    Natürlich kommt es darauf an, in welchem Umfeld man arbeitet. Im Büro wird das i.d.R. leichter fallen als z.B. auf dem Bau.
    Ich hatte das Glück, fast ausnahmslos positive Erfahrungen gemacht zu haben.
    Im ersten Bild im Profil siehst du, wie ich nach meiner Verpartnerung auf dem Arbeitsplatz empfangen wurde. So etwas baut unheimlich auf. Ich kann zwar nicht ausschließen, aufgrund meiner "Veranlagung" mal beruflich benachteiligt worden zu sein (man kann in die Menschen nicht reingucken), diese abfallende Last war bzw. wäre mir das Wert gewesen.
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#5 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
  • 28.04.2017, 10:42h
  • Antwort auf #3 von herve64
  • Darfst du gerne so sehen, ich sehe es anders :-)
    Das AGG lässt sich erweitern, und zwar ganz konkret und klar formuliert - das hilft einiges. Es kommt nur darauf an, wie sehr die Leute darauf bedacht sind, da konsequent hinterher zu sein.
    Der CDU ist es ja schnuppe - von denen kannst du nicht viel erwarten.
    Von den Grünen umso mehr!

    Und da sind wir wieder an dem Punkt: wer kann was dazu beitragen, dass es besser wird? WIR ALS WÄHLER!

    Mit deiner Einstellung erreichen wir wahrlich nicht viel.
    Ich bin davon überzeugt, dass da vieles machbar ist!

    Willkommen in unserer Demokratie :-)
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#6 YentlAnonym
  • 28.04.2017, 11:09h
  • Antwort auf #3 von herve64
  • Es gibt keine sexuelle Orientierung, es gibt nur sexuelle Identität, und die kann man nicht verändern.

    Was rätst Du denn Frauen mit einem frauenfeindlichen Chef? Sich als Mann zu verkleiden, um kein Angriffsziel zu geben? Lächerlich.

    Deine Weltsicht ist im vorigen Jahrtausend steckengeblieben. Mit Schwanzeinziehen wurde noch nie was verändert. Aber feige sein ist offenbar der Goldstandard in Bayern, deshalb ist dort auch so was wie Seehofer heute noch möglich.
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#7 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
  • 28.04.2017, 11:47h
  • Antwort auf #6 von Yentl
  • Das ist ein gutes Argument: den Hetero-Frauen und Hetero-Männern kommt das ja dann auch zugute.
    Das frauenfeindliche hätte weniger bis gar keinen Platz mehr, und das männerfeindliche in manchen Kitas wäre auch deutlich reduziert.

    Umso mehr begrüße ich die Studie :-)

    Danke an die Verantwortlichen der Studie.
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#8 LaurentProfil
#9 andreAnonym
  • 28.04.2017, 15:44h
  • Wenn man nicht gerade im Fummel und in Pumps zur Arbeit erscheint, was ja dann offensichtlich ist, bin ich mir nicht sicher, ob Privatleben überhaupt was im Job zu suchen hat. Mich interessiert nicht, was Heten, Schwule, Lesben oder der Kanarienvogel für ein Privatleben hat. Warum also outen? Meine Meinung die ich vertrete. Ausserdem, auch meine Meinung, gibt es sicher Chefs, die meinen, dann immer auf irgendetwas Rücksicht nehmen zu müssen. Stichwort AGG. Das ist schlecht fürs Betriebsklima. Mir also vollkommen egal, ob ein Kollege schwul oder hetero ist. Und wenn keiner irgendwas Privates vom anderen weiß, ist doch alles paletti und alle werden gleich behandelt. Wegen Stichwort Rücksicht: Wir hatten mal ein heterosexuelles Ehepaar in unserer Abteilung. Das war der Horrortrip für den Chef. Der konnte der einen Seite nichts sagen, ohne das die andere Seite herumgekräht hat. Hat das Klima vergiftet. Deshalb besser, nicht geoutet und alle werden gleich behandelt.
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#10 EisbärseinAnonym
  • 28.04.2017, 16:06h
  • Antwort auf #9 von andre
  • "Und wenn keiner irgendwas Privates vom anderen weiß, ist doch alles paletti und alle werden gleich behandelt."

    Wo arbeitest du? Ich hatte noch nie engere Arbeitskollegen, von denen ich nicht auch Privates wusste. Wenn man regelmäßig mit Menschen zu tun hat, bekommt man normalerweise auch mit deren Privatleben zu tun.
    Ich möchte mir eine Arbeitswelt nicht mal vorstellen, in der Kollegen nur nebeneinander her arbeiten und niemals über ihre privaten Erlebnisse reden.
    Das wäre für mich kein "entspanntes Klima", sondern ein kalter Albtraum.
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