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Kommentare zu:
Kiew: Neonazis stoppen Eurovision-Regenbogen


#1 andreAnonym
  • 28.04.2017, 06:30h
  • Genau das meinte ich, mit meinem Beitrag im vorigen Artikel. Papier und Regen wird das kleinste Problem sein. In der Ukraine ist Homophobie, genau so verbreitet wie beim Nachbarn. Man will sich nur, recht krampfhaft, weltoffen geben. Aber wo soll es auch herkommen, als ehemaliger Teil der Sowjetunion.
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#2 PeerAnonym
#3 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
  • 28.04.2017, 11:06h
  • Jetzt komm ich etwas durcheinander:
    der erste Artikel sagte aus, dass Papier an den Bogen angebracht wurde. Und nun heißt es, dass Farbe angebracht wurde.
    Was stimmt denn jetzt??
    Und wenn das mit der Farbe stimmt, was war das dann mit dem Papier?
    Ein Versuch? Ein Scherz?
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#4 wiking77
  • 28.04.2017, 11:47h
  • " sondern eine Entscheidung des Bürgermeisters, um Europa zu gefallen, meinte Artem Skoropadsky, Sprecher des "Rechten Sektors". "

    und da hat er objektiv sicherlich recht. Vermutlich ist der Bürgermeister selbst gar keine überzeugter Schwulenfreund, biedert sich aber dennoch mit dieser Aktion an "Europa" an, ein Opportunist also. Und es zeigt mal wieder die Abgehobenheit mancher politisch Verantwortlichen, die es in ihrer Großmannsucht noch meinen den Plebs erziehen zu wollen. Tja , sowas kann halt auch mal daneben gehen. Wer selbstgerecht und mit viel aplomb herablassend bei anderen an das "Gute" appelliert, bewirkt manchmal das Gegenteil (So wie Hillaria in den USA - wo dann der böse Trump das Feld als Platzhirsch behauptet hat).
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#5 auf die fresseAnonym
#6 wiking77
  • 28.04.2017, 15:58h
  • Antwort auf #5 von auf die fresse
  • Denkst Du, dass es Dir selber guttut, wenn Du hier aggressiv andere User angehst; obendrein hat Dein Beitrag wenig bis garkeine Substanz. Du tust mir wirklich und aufrichtig leid!

    Du musst schreckliches erlebt haben, dass Du so einen Ton anschlagen musst. Nun: der Bürgermeister will "Europa"; aber wohl nur halbherzig, sonst hätte er sich mehr ins Zeug gelegt; aber mit den Bandera-Faschisten will er es sich nun doch nicht so ganz verscherzen. Er ist vermutlich ein Opportunist, der Homosexuelle im Rahmen des ESC instrumentalisieren möchte. Es kann sogar sein, dass er selbst garnicht so recht weiss, was die Regenbogenfahne bedeutet. Wenn er aber bei vollem Bewusstsein diese Regenbogenfarben-Linie fährt, hat er vermutlich bei der Majorität seiner Mitbürger, deren Stadtoberhaupt er ist kläglich Schiffbruch erlitten. Auch Leute, die mit nicht viel Hirnschmalz gesegnet sind, merken ja doch, dass man sie "erziehen" bzw. manipulieren will für irgendwelche politischen Spielchen.
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#7 wiking77
#8 torbensAnonym
  • 28.04.2017, 17:20h
  • Antwort auf #7 von wiking77
  • Wiking, deine Art ist einfach herablassend. Mit deinen Pauschalisierungen blendest einfach komplett aus, dass die LGBTI-Bewegung in der Ukraine einen harten Kampf führt, zwei Schritte vor, 1,5 Schritte zurück. Wenn du wirklich für die LGBTI-Rechte wärest, würdest du das auch anerkennen, statt nur Klischees zu bringen.

    Vor zwei Jahren haben erstmals in der Geschichte des Landes LGBT-Aktivisten und Reformkräfte - junge Leute, Hipster, vor dem Parlament zusammen demonstriert, lobbyiiert und eine Gesetzesänderung erreicht. Jetzt versuchen die Konservativen das wieder auszhebeln. Gleichzeitig konnte die Pride 2016 ohne Zwischenfälle stattfinden, auch nicht-LGBT Bevölkerung hatte sich nach Skorpadskis dummen Sprüchen solidarisiert.

    Und so ist das jetzt auch. Ja, es gibt noch viel Homophobie, ja, es gibt Rechte aber es gibt einen wachsenden Teil der Bevölkerung, der kein Problem mehr damit hat. Und es gibt mutige LGBT-Aktivisten. Und es ist sicher nicht angemessen, im Ausland zu sitzen, und Sprüche a la "ist halt Osteuropa" zu reißen - das ist so ausgelutscht, wie dumm.

    Wenns euch wirklich um LGBTI geht, nicht um Ressentiments, dann fahrt lieber mit auf die nächste KyivPride!

    Hier ein lesenswerter Beitrag zum Thema in ZDF Aspekte:
    www.zdf.de/kultur/aspekte/aspekte-vom-21-april-2017-100.html
    - mit allen positiven und negativen Seiten.

    Ein weiterer empfehlenswerter Beitrag ist das Gespräch mit dem jungen Transgender-Aktivisten von "Insight" LGBT:
    vimeo.com/114153153
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#9 torbensAnonym
  • 28.04.2017, 17:37h
  • Antwort auf #8 von torbens
  • Im Übrigen ist der Fakt, dass die Annäherung zur EU die Regierenden dazu zwingt - auch wenn es nur aus Opportunismus geschieht - auf die LGBT-Community zuzugehen, ja eben ein wunderbarer Beweis dafür, dass die EU-Annäherung der Ukraine ein unterstützenswerter Prozess ist.

    Wenn dadurch Prides ohne Tote und Verletzte ermöglicht werden, LGBT-Aufklärungs-Events, die mit Werbung in der Metro und im Stadtbild beworben werden können - dann fördert das das Umdenken auch bei denen, die bisher nur die alte homophobe Gedankenwelt unkritisch übernommen haben.

    In diesem Sinne sollten auch wir einen offen Kopf bewahren, und eine Hand ausstrecken. Im Interesse aller, die sich bisher verstecken mussten.
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#10 Tommy0607Profil
  • 28.04.2017, 18:03hEtzbach
  • Rechtspopulisten kennen nun mal keine Menschlichkeit und Toleranz . DIE sind nur Hass- und Gewalt geprägt . Sowas sind nur erkrankte , dumme , besorgte Bürger !
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#11 Patroklos
  • 28.04.2017, 23:37h
  • Wetten, daß da Rußland seine schmierigen Finger doch im Spiel hatte, auch wenn es abgestriten wird?
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#12 UiooAnonym
  • 29.04.2017, 09:53h
  • Antwort auf #11 von Patroklos
  • Einfach nur scheiße mit so einer Aussage indirekt Nazis zu beschützen. Man merkt du kennst dich einfach nicht aus. Als ob es nur in Russland homophobe gibt. Man merkt dass die Propaganda gut gewirkt hat. Aber ich kann dir gerne veratten: Ja es gibt eine Menge homophobe in der Ukraine ( der Großteil ) und ich rede nicht mal von Banderaanhänger.
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#13 WadimAnonym
#14 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
  • 01.05.2017, 19:05h
  • Antwort auf #13 von Wadim
  • Was aber nicht bedeutet, dass Russen super homofreundlich seien.
    Was ne Regierung vorgibt, wirkt sich auf die Gesellschaft aus. Sowohl in Deutschland als auch in Russland, wo Putinkinow seine Teufeleien verbreitet, die man mit der Zaren-Zeit vergleichen kann.
    Er möchte keine Opposition und keine Demokratie - also seine Präsidentendiktatur mit Gewaltausübung.
    Und Homophobie ist für ihn eher ein Prestigesymbol, als eine Schande!

    © WeDon'tNeedPutinkinowAir
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#15 orchidellaProfil
  • 02.05.2017, 04:49hPaderborn
  • Das Problem: die ukrainischen Behörden bekommen die Aktivitäten der militanten, teils paramiltärisch organisierten ultranationalistischen Bewegungen nicht in den Griff, die quasi ein Eigenleben neben und außerhalb der offiziellen Strukturen führen, sich allen Aufforderungen nach Entwaffnung widersetzten und nicht bereit sind, das staatliche Gewaltmonopol zu akzeptieren.

    Diese radikalen und gewaltbereiten Gruppierungen schlossen sich während der Maidan-Proteste zum heutigen sogenannten Prawyj Sektor (Rechter Sektor) zusammen. Als es zu den bewaffneten Konflikten in der Ostukraine kam, bildete der Rechte Sektor ein Freiwilligenbataillon (Ukrainisches Freiwilligenkorps) und auch eine Partei.

    Die NGO Nasch Swit (russ. Nasch Mir, dt. Unsere Welt) in Kyiw, die sich auch als
    Dokumentationsstelle einen Namen gemacht hat, hat festgestellt, dass seit der Maidan-Revolution gewalttätige Übergriffe auf LSBTTIQ unter maßgeblicher Tatbeteiligung der Paramilitärs zugenommen haben.

    Nash Mir verzeichnet - unter der Annahme einer hohen Dunkelziffer - für 2016 genau 146 Diskriminierungsfälle und Hassverbrechen aufgrund von Homo- oder Transphobie. Im Vorjahr waren es 74, im Jahr davor 54. Darunter sind immer auch Morde. Der Praxis in Russland folgend, werden vor allem schwule Männer über einschlägige Dating-Portale in Fallen gelockt, überfallen, verprügelt und nicht selten umgebracht. Die Strafverfolgungsbehörden interessieren sich nicht für diese Fälle.

    Das Problem verschärft sich durch den kürzlich beschlossenen Zusammenschluss der drei größten, traditionell eher zerstrittenen nationalistischen Parteien (neben dem Rechten Sektor die einst einflussreiche Swoboa und das neu gegründete Nazionalnyj Korpus (Nationalcorps)).

    Dabei geht es in erster Linie um die Bündelung von Wählerpotentialen zur Überwindung der Fünf-Prozent-Hürde bei möglichen Neuwahlen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass gerade das Nationalcorps, das aus dem Freiwilligenbataillon Asow mit seinen 850 bewaffneten Kämpfern, die formal dem Innenministerium der Ukraine bzw. der Nationalgarde unterstehen, entstanden ist, den vereinigten Nationalisten neue Sympathisanten bescheren wird.

    Erschwerend kommt hinzu, dass es an einer hinreichenden parlamentarischen Unterstützung für die Durchsetzung von
    LSBTTIQ-Rechten fehlt. Nur die Präsidentenpartei Block Petro Poroschenko setzt sich zumindest auf dem Papier für diese Belange ein, ohne jedoch nach außen geschlossen aufzutreten. Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kyiw, mit seiner Partei UDAR Teil des Poroschenko-Blocks und seit August 2015 sogar deren Vorsitzender, hat sich immer wieder dezidiert geweigert, sich für LSBTTIQ-Rechte einzusetzen.

    Poroschenko musste persönlich Überzeugungsarbeit leisten, nur so erhielt eine von der EU geforderte Ergänzung des Arbeitsgesetzes durch einen Antidiskriminierungsschutz wegen sexueller Orientierung oder Verbundenheit mit einer Gender-Identität im vierten Anlauf im November 2015 in der Werchowna Rada eine hauchdünne Mehrheit. Der damalige Parlamentspräsident - und heutige Ministerpräsident - Wolodymyr Hrojsman fühlte sich bemüßigt, den Abgeordneten während der parlamentarischen Beratungen zu versichern, das Gesetz werde die notorischen traditionellen Familienwerte nicht gefährden. "Mir sind einige falsche Informationen zu Ohren gekommen", sagte er "die behaupten, es könnten gleichgeschlechtliche Ehen legalisiert werden. Gott mach, dass das nicht passiert.

    Dass es trotzdem zur Verabschiedung der umstrittenen Regierungsvorlage kam, ist ausschließlich dem Umstand zu verdanken, dass die Europäische Kommission die Novellierung des Arbeitsrechts zur unabdingbaren Voraussetzung für die Gewährung der Visafreiheit für Reisen der ukrainischen Bürger*innen in EU-Länder gemacht hatte. (Inzwischen hat das Europaparlament die Visumfreit für Reisende aus der Ukraine am 6. April verabschiedet.Der Beschluss bedarf noch der Bestätigung durch den EU-Rat.)

    Im gleichen Monat stellte die Regierung außerdem einen umfassenden Aktionsplan zur Umsetzung der nationalen Menschenrechtsstrategie bis 2020 auf, der den sexuellen Minderheiten im Land weitreichende Rechte in Aussicht stellt (u.a. Erweiterung des Diskriminierungschutzes auf alle gesetzlich geregelten Lebenslagen, Einführung einer eingetragenen Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare, Schaffung gesetzlicher Grundlagen für eine Anpassung des Geschlechts von Transgendern, Berücksichtigung von Hassmotiven als erschwerende Umstände bei Straftaten). Angesichts der jetzigen Mehrheitsverhältnisse in der Rada hätten Gesetzgebungsverfahren, die für eine Umsetzung des Aktionsplans notwendig wären, allerdings keinerlei Erfolgsaussichten. Es bleibt also bei Versprechungen.

    Ist der Umgang mit LSBTTIQ inzwischen ein Gradmesser gesellschaftlicher Liberalisierung, bleibt die Ukraine immer noch weit hinter der EU zurück.

    Vor diesem Hintergrund ist der ESC auch so eine Art Lackmustest, wieweit sich Kyiw für die üblicherweise stark vertretene LSBTTIQ-Fangemeinde
    als toleranter und vor allem sicherer Veranstaltungsort erweist, der Besucher*innen vor gewalttätigen homo-und transphoben Übergriffen zu schützen vermag.
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