Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://www.queer.de/detail.php?article_id=28736
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Kiew: Neonazis stoppen Eurovision-Regenbogen


#11 Patroklos
  • 28.04.2017, 23:37h
  • Wetten, daß da Rußland seine schmierigen Finger doch im Spiel hatte, auch wenn es abgestriten wird?
  • Antworten » | Direktlink »
#12 UiooAnonym
  • 29.04.2017, 09:53h
  • Antwort auf #11 von Patroklos
  • Einfach nur scheiße mit so einer Aussage indirekt Nazis zu beschützen. Man merkt du kennst dich einfach nicht aus. Als ob es nur in Russland homophobe gibt. Man merkt dass die Propaganda gut gewirkt hat. Aber ich kann dir gerne veratten: Ja es gibt eine Menge homophobe in der Ukraine ( der Großteil ) und ich rede nicht mal von Banderaanhänger.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #11 springen »
#13 WadimAnonym
#14 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
  • 01.05.2017, 19:05h
  • Antwort auf #13 von Wadim
  • Was aber nicht bedeutet, dass Russen super homofreundlich seien.
    Was ne Regierung vorgibt, wirkt sich auf die Gesellschaft aus. Sowohl in Deutschland als auch in Russland, wo Putinkinow seine Teufeleien verbreitet, die man mit der Zaren-Zeit vergleichen kann.
    Er möchte keine Opposition und keine Demokratie - also seine Präsidentendiktatur mit Gewaltausübung.
    Und Homophobie ist für ihn eher ein Prestigesymbol, als eine Schande!

    © WeDon'tNeedPutinkinowAir
  • Antworten » | Direktlink » | zu #13 springen »
#15 orchidellaProfil
  • 02.05.2017, 04:49hPaderborn
  • Das Problem: die ukrainischen Behörden bekommen die Aktivitäten der militanten, teils paramiltärisch organisierten ultranationalistischen Bewegungen nicht in den Griff, die quasi ein Eigenleben neben und außerhalb der offiziellen Strukturen führen, sich allen Aufforderungen nach Entwaffnung widersetzten und nicht bereit sind, das staatliche Gewaltmonopol zu akzeptieren.

    Diese radikalen und gewaltbereiten Gruppierungen schlossen sich während der Maidan-Proteste zum heutigen sogenannten Prawyj Sektor (Rechter Sektor) zusammen. Als es zu den bewaffneten Konflikten in der Ostukraine kam, bildete der Rechte Sektor ein Freiwilligenbataillon (Ukrainisches Freiwilligenkorps) und auch eine Partei.

    Die NGO Nasch Swit (russ. Nasch Mir, dt. Unsere Welt) in Kyiw, die sich auch als
    Dokumentationsstelle einen Namen gemacht hat, hat festgestellt, dass seit der Maidan-Revolution gewalttätige Übergriffe auf LSBTTIQ unter maßgeblicher Tatbeteiligung der Paramilitärs zugenommen haben.

    Nash Mir verzeichnet - unter der Annahme einer hohen Dunkelziffer - für 2016 genau 146 Diskriminierungsfälle und Hassverbrechen aufgrund von Homo- oder Transphobie. Im Vorjahr waren es 74, im Jahr davor 54. Darunter sind immer auch Morde. Der Praxis in Russland folgend, werden vor allem schwule Männer über einschlägige Dating-Portale in Fallen gelockt, überfallen, verprügelt und nicht selten umgebracht. Die Strafverfolgungsbehörden interessieren sich nicht für diese Fälle.

    Das Problem verschärft sich durch den kürzlich beschlossenen Zusammenschluss der drei größten, traditionell eher zerstrittenen nationalistischen Parteien (neben dem Rechten Sektor die einst einflussreiche Swoboa und das neu gegründete Nazionalnyj Korpus (Nationalcorps)).

    Dabei geht es in erster Linie um die Bündelung von Wählerpotentialen zur Überwindung der Fünf-Prozent-Hürde bei möglichen Neuwahlen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass gerade das Nationalcorps, das aus dem Freiwilligenbataillon Asow mit seinen 850 bewaffneten Kämpfern, die formal dem Innenministerium der Ukraine bzw. der Nationalgarde unterstehen, entstanden ist, den vereinigten Nationalisten neue Sympathisanten bescheren wird.

    Erschwerend kommt hinzu, dass es an einer hinreichenden parlamentarischen Unterstützung für die Durchsetzung von
    LSBTTIQ-Rechten fehlt. Nur die Präsidentenpartei Block Petro Poroschenko setzt sich zumindest auf dem Papier für diese Belange ein, ohne jedoch nach außen geschlossen aufzutreten. Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kyiw, mit seiner Partei UDAR Teil des Poroschenko-Blocks und seit August 2015 sogar deren Vorsitzender, hat sich immer wieder dezidiert geweigert, sich für LSBTTIQ-Rechte einzusetzen.

    Poroschenko musste persönlich Überzeugungsarbeit leisten, nur so erhielt eine von der EU geforderte Ergänzung des Arbeitsgesetzes durch einen Antidiskriminierungsschutz wegen sexueller Orientierung oder Verbundenheit mit einer Gender-Identität im vierten Anlauf im November 2015 in der Werchowna Rada eine hauchdünne Mehrheit. Der damalige Parlamentspräsident - und heutige Ministerpräsident - Wolodymyr Hrojsman fühlte sich bemüßigt, den Abgeordneten während der parlamentarischen Beratungen zu versichern, das Gesetz werde die notorischen traditionellen Familienwerte nicht gefährden. "Mir sind einige falsche Informationen zu Ohren gekommen", sagte er "die behaupten, es könnten gleichgeschlechtliche Ehen legalisiert werden. Gott mach, dass das nicht passiert.

    Dass es trotzdem zur Verabschiedung der umstrittenen Regierungsvorlage kam, ist ausschließlich dem Umstand zu verdanken, dass die Europäische Kommission die Novellierung des Arbeitsrechts zur unabdingbaren Voraussetzung für die Gewährung der Visafreiheit für Reisen der ukrainischen Bürger*innen in EU-Länder gemacht hatte. (Inzwischen hat das Europaparlament die Visumfreit für Reisende aus der Ukraine am 6. April verabschiedet.Der Beschluss bedarf noch der Bestätigung durch den EU-Rat.)

    Im gleichen Monat stellte die Regierung außerdem einen umfassenden Aktionsplan zur Umsetzung der nationalen Menschenrechtsstrategie bis 2020 auf, der den sexuellen Minderheiten im Land weitreichende Rechte in Aussicht stellt (u.a. Erweiterung des Diskriminierungschutzes auf alle gesetzlich geregelten Lebenslagen, Einführung einer eingetragenen Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare, Schaffung gesetzlicher Grundlagen für eine Anpassung des Geschlechts von Transgendern, Berücksichtigung von Hassmotiven als erschwerende Umstände bei Straftaten). Angesichts der jetzigen Mehrheitsverhältnisse in der Rada hätten Gesetzgebungsverfahren, die für eine Umsetzung des Aktionsplans notwendig wären, allerdings keinerlei Erfolgsaussichten. Es bleibt also bei Versprechungen.

    Ist der Umgang mit LSBTTIQ inzwischen ein Gradmesser gesellschaftlicher Liberalisierung, bleibt die Ukraine immer noch weit hinter der EU zurück.

    Vor diesem Hintergrund ist der ESC auch so eine Art Lackmustest, wieweit sich Kyiw für die üblicherweise stark vertretene LSBTTIQ-Fangemeinde
    als toleranter und vor allem sicherer Veranstaltungsort erweist, der Besucher*innen vor gewalttätigen homo-und transphoben Übergriffen zu schützen vermag.
  • Antworten » | Direktlink »

» zurück zum Artikel