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6. Mai

Wiesbaden: Regenbogenfest statt "Demo für alle"

Die Szene der hessischen Landeshauptstadt will dem "Wissenschafts"-Symposium der Homo-Hasser mit einer bunten Kundgebung begegnen.


Vor der Tagung der "Demo für alle" im Kurhaus in Wiesbaden (Foto: (cc) Martin Kraft / wikipedia) soll es ein buntes Regenbogenfest geben

Das Bündnis "Ihr seid nicht alle" hat angesichts des von der "Demo für alle" für den 6. Mai geplanten Kongresses in Wiesbaden zu einer bunten Gegenveranstaltung aufgerufen. Im Kurhaus wollen die Homo-Hasser ein Symposium "Sexualpädagogik der Vielfalt. Kritik einer herrschenden Lehre" abhalten (queer.de berichtete).

Das Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt hatte bereits im letzten Herbst einen großen und bunten Protest gegen "die populistische Hetze und bürgerlich verpackte Diskriminierung der sogenannten 'Demo für alle'" abgehalten, die damals erstmals in der Stadt auf die Straße ging, um gegen eine angemessene Berücksichtigung von LGBTI-Themen im Unterricht zu protestieren (queer.de berichtete).

Die "Demo für alle" hat ihren Ursprung in der französischen Bewegung "Manif pour tous!" und wird in Deutschland aus AfD-nahen Kreisen organisiert, beklagt das Gegenbündnis in einer neuen Pressemitteilung. "Dabei setzt man, trotz anderslautender Lippenbekenntnisse in der Öffentlichkeit, auf die Unterstützung durch Organisationen wie NPD, Der III. Weg und Identitärer Bewegung, welche dem äußerst aggressiven rechten Rand der Gesellschaft zuzuordnen sind."

Pseudowissenschaft und Desinformation

Das Aktionsbündnis gegen die "Demo für alle" weist darauf hin, dass das Kurhaus ein Veranstaltungsort sei, "der sich durch vereinende und traditionelle Veranstaltungen wie der Ballnacht der Aids-Hilfe Wiesbaden, zahlreichen Kunst- und Kulturveranstaltungen und weiteren die gesellschaftliche Vielfalt proklamierenden Veranstaltungen auszeichnet". Damit könne er "keinen Ort für pseudowissenschaftliche Vorträge und gezielte Desinformation auf Kosten von gesellschaftlichen Gruppen" darstellen.


Ende Oktober 2016 war die "Demo für alle" erstmals durch Wiesbaden marschiert, um gegen die neuen hessischen Richtlinien zur Sexualerziehung an Schulen zu protestieren. Bild: nb

"Am 6. Mai werden Redner auf dem Podium stehen, welche die sogenannte 'Homoheilung', also Therapien zur angeblichen Heilung der Homosexualität, befürworten", während andere "offen für eine flächendeckende Diskriminierung werben und dabei zwar von Kinderrechten und Familienwerten reden, jedoch das Recht auf Wissen und Aufklärung einschränken und tausenden fürsorglichen Eltern den Familienstatus aberkennen wollen."

Daher lade man für den 6. Mai zwischen 10 und 12 Uhr zu einem "Regenbogenfest direkt vor dem Kurhaus" ein, mit Frühschoppen, Kinderprogramm und kurzen Reden: "Als Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt, unter dessen Namen im vergangenen Oktober über 100 Organisationen für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft auf die Straße gingen, werden wir auch diesmal wieder vor Ort sein und zeigen, dass unsere Gesellschaft vielfältig, bunt und offen ist und wir bereit sind diese Werte gegen jede Art von Angriff zu schützen" , so Manuel Wüst, 1. Vorsitzender des initiierenden Vereins Warmes Wiesbaden e.V..

Auch der hessische LSVD hat in einer Pressemitteilung zu der Kundgebung aufgerufen: "Setzt Euch zusammen mit uns für eine offene und bunte Gesellschaft und gegen Hass, Ausgrenzung und populärwissenschaftliche Theorien ein." Der "Demo für alle" gehe es "um Abwertung und Ausgrenzung all jener, die nicht ultrakatholischen und rechtspopulistischen Familien- und Geschlechterbildern entsprechen", und schaffe damit "den Nährboden für Ausgrenzung und Anfeindungen".

"Demo für alle" gegen die "Vielfaltsfront"

Die "Demo für alle" beklagte hingegen indessen bereits, dass das Podium – "sehr hochkarätige Referenten mit außergewöhnlicher Expertise" – auf "hysterische Reaktionen" von Krawallmachern stoße: "Mit allen Mitteln versucht die links-bunte Vielfaltsfront dieses bedeutende Symposium zu verhindern." Man lasse sich "bekanntlich nicht einschüchtern oder gar den Mund verbieten", so Organisatorin Hedwig von Beverfoerde.

Fast ironisch schreibt das ehemalige CDU-Mitglied, das ihre Proteste gegen Bildungspläne, Ehe für alle & Co. zunächst aus der "Iniative Familienschutz" der AfD-Politikerin Beatrix von Storch heraus koordiniert hatte: "Die Grünen überschlagen sich in öffentlichen Schmäh-Behauptungen über unsere Referenten und uns, die sämtlich so grundfalsch sind, dass man bei der Lektüre beinahe laut lachen muss." Als "Ehe- und Familienaktive" sei man "weder Homosexuellenhasser noch Rechtsradikale noch sonstige Extremisten, und die hysterische Mühe gewisser Kräfte, uns diese Stempel unbedingt aufzudrücken, lässt langsam Mitleid aufkommen."


Gegendemonstranten zur "Demo für alle" im letzten Herbst. Bild: nb

Die homofeindliche Organisation ging damit auch auf Forderungen an das Kurhaus ein, die Veranstaltung abzusagen – der zwischenzeitlich neu eingesetzte Geschäftsführer hatte den vom Vorgänger unterschriebenen Vertrag bedauert und eine rechtliche Überprüfung versprochen. Die CDU-Rathausfraktion stellte sich in einer Pressemitteilung (PDF) gegen die Forderung nach einer Absage und der Absage einer AfD-Veranstaltung, da dies "nicht unserer Vorstellung von einer demokratischen und offenen Stadtgesellschaft" entspreche. (nb)



#1 OrthogonalfrontAnonym
  • 28.04.2017, 12:54h
  • "Die CDU-Rathausfraktion stellte sich in einer Pressemitteilung (PDF) gegen die Forderung nach einer Absage und der Absage einer AfD-Veranstaltung, da dies "nicht unserer Vorstellung von einer demokratischen und offenen Stadtgesellschaft" entspreche. (nb)"

    Ach? Aber Hass und Hetze gegen LGBTTIQ entsprechen laut CDU anscheinend einer "demokratischen und offenen Stadtgesellschaft"?

    Da wird sich die AfD als möglicher Koalitionspartner warm gehalten. Widerlich!
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#2 Tommy0607Profil
  • 28.04.2017, 18:12hEtzbach
  • Menschen die keine Toleranz und Menschlichkeit kennen ; solche sind "Teufelswerk " .
    Denn "Solche " Menschen haben eine Religion und Glauben nicht verstanden ;
    auch im Christentum . Und solche "Menschen " dürfen sich eigentlich nicht Christ nennen : Denn das sind Die nicht !
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#3 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
  • 29.04.2017, 01:18h
  • Hätte ich nicht gedacht, dass sich die AfD so leicht vertreiben lässt - aber umso besser ist es :-)
    Dann wird es eine Regenbogen-Veranstaltung :-)
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#4 Herr BresskesAnonym
  • 29.04.2017, 07:53h
  • Antwort auf #3 von BuntUndSchoen
  • "Hätte ich nicht gedacht, dass sich die AfD so leicht vertreiben lässt - aber umso besser ist es :-)
    Dann wird es eine Regenbogen-Veranstaltung :-)"

    Offenbar schmeißt du hier so einiges durcheinander:

    Der Kongress der "Demo für alle" findet wie geplant im Wiesbadener Kurhaus statt. Eine "Regenbogen-Veranstaltung" findet lediglich als Gegendemonstration vor dem Kurhaus statt. Was sich aus dem queer.de-Artikel entnehmen lässt (Lesekompetenz vorausgesetzt).

    Die im Artikel am Rande erwähnte abgesagte Veranstaltung der AfD ist eine ganz andere Baustelle und hat mit der "Demo für Alle"-Veranstaltung (oder auch der "Regenbogen"-Gedendemonstration) nichts zu tun: Sie war vom AfD-Kreisverband Wiesbaden im Wiesbadener Ratskeller geplant; die Reservierung wurde allerdings inzwischen vom Betreiber des Veranstaltungsorts storniert. Dies wiederum ist der im Artikel verlinkten CDU-Pressemitteilung zu entnehmen (Lesekompetenz vorausgesetzt).

    Wie schon andere Mitforisten anmerkten: Für eine sinnhafte und relevante Diskussion wäre es förderlich, wenn du dich vor dem Schreiben eines Kommentars zumindest rudimentär zum Thema informieren würdest - und sei es nur durch das vorherige Lesen und Verstehen des Artikels, den du kommentierst.
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#5 MelVixenAnonym
  • 29.04.2017, 10:28h
  • Hmmm danke queer.de, ich werde wieder dabei sein bei der Gegendemo.

    Das letzte mal war schon toll das war eine der wenigen veranstalltungen bei dennen ich mich als Transfrau nicht schief angeschaut fühlte. Das es gegen die AFD geht macht es nur besser :3
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