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Reform

Belgien: Kabinett beschließt Lockerung des Blutspendeverbots für Schwule

Während Deutschland noch generell Männer wegen ihrer sexuellen Orientierung vom Blutspenden ausschließt, will Belgien diese Praxis ändern. Mit Heteros gleichbehandelt werden sollen Schwule aber nicht.


Männer, die Sex mit Männern haben, dürfen unter bestimmten Bedingungen in Kürze auch in Belgien Blut spenden (Bild: Alex Juel / flickr)

Das belgische Kabinett des liberalen Premierministers Charles Michels hat am Freitag auf Initiative von Gesundheitsministerin Maggie De Block die Aufhebung des vollständigen Blutspendeverbots für schwule und bisexuelle Männer beschlossen. Bislang waren im Königreich – wie auch in Deutschland – alle Männer automatisch ausgeschlossen, die mindestens einmal sexuelle Aktivitäten mit einem anderen Mann gehabt haben.

Nach den neuen Richtlinien soll es für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), allerdings eine Einschränkung geben: Sie müssen ein Jahr lang keusch gelebt haben, selbst Sex mit dem eigenen Ehemann ist tabu. Die Zwölfmonatsregel gilt auch für Sexarbeiterinnen oder Sexarbeiter sowie für Heterosexuelle, die in den letzten zwölf Monaten Sex mit mehreren Partnern gehabt haben.

Das belgische Rote Kreuz begrüßte die Aufhebung des generellen Verbots. Die zwölfmonatige Karenzzeit sei aber notwendig: "MSM-Kontakte sind ein unbestreitbarer Risikofaktor", sagte Rotkreuz-Sprecherin An Luyten nach Angaben der flämischen Zeitung "Standaard".

Das generelle Blutspendeverbot für schwule Männer war in vielen Ländern im Rahmen der Aids-Krise eingeführt worden. Mehrere andere Länder haben ihre Regeln aber bereits gelockert, in diesem Jahr die Republik Irland und die Schweiz. Beide Länder haben ebenfalls eine Karenzzeit von je einem Jahr eingeführt. Diese Regelung gibt es auch in den Niederlanden, Großbritannien und den USA.

Auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat im letzten Jahr eine ähnliche Regelung für Deutschland in Aussicht gestellt. Allerdings konnte sich die zuständige Bundesärztekammer noch nicht zu einer Änderung durchringen.

LGBTI-Aktivisten und Aids-Hilfen fordern bereits seit Jahren auch in Deutschland eine Reform, lehnen aber die einjährige Karenzzeit ab. Nicht die sexuelle Orientierung solle den Ausschlag geben, ob jemand als Spender geeignet ist oder nicht, sondern nur das individuelle Risikoverhalten der spendewilligen Personen. Eine derartige Regelung gilt derzeit nur in sechs von 28 EU-Staaten (Bulgarien, Italien, Lettland, Polen, Portugal und Spanien). (dk)



#1 Patroklos
  • 28.04.2017, 23:50h
  • Schon wieder so eine Wischiwaschilösung und so langsam reichts jetzt! Liebe belgische Regierung: entweder Ihr hebt das Blutspendeverbot für Schwule ohne Einschränkungen auf oder Ihr laßt es gleich bleiben! Wie wollt Ihr denn kontrollieren, ob schwule Männer in den letzten zwölf Monaten keine Sex mit einem anderen Mann hatten? Das ist weder theoretisch noch praktisch nachweisbar!
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#2 Pu244Anonym
  • 29.04.2017, 01:18h
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • Tolle Idee, dann kann man gleich alle Ausschlussgründe abschaffen, denn die kann man auch alle nicht nachweisen, bzw. nur nachträglich. Beim Blut- und Plasmaspenden ist man eben auf die Ehrlichkeit angewiesen.
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#3 andreAnonym
  • 29.04.2017, 10:56h
  • Da heute jede Blutspende auf AIDS getestet wird, verstehe ich die aktuellen Bestimmungen eh nicht. Und die Lockerungen, die in einigen Ländern in Kraft sind bzw werden, ist der aktuellen Situation geschuldet. In Deutschland, hat die Bereitschaft zur Blutspende, stark abgenommen. Habe gelesen, vor allem bei Jüngeren. Warum soll es, in Belgien, anders sein. Ich kann mich noch an die umgebauten Rotkreuz-LKW's erinnern, zur Blutspende. Kamen sogar 2 mal im Jahr in meine Firma. Gibts das noch ?
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#4 TamakAnonym
  • 29.04.2017, 16:02h
  • Bin absolut gegen die Aufhebung des Blutspendeverbots.

    Das liegt vorallem an der Sensitivität des HIV-Tests, der eben nicht 100%, sondern nur 99,9% aller HIV-Positiven richtig erkennt. Multipliziert man diese 0,01% mit dem Faktor aus der Anzahl der spendewilligen homosexuellen Männer und dem Risikofaktor für eine Infektion in dieser Bevölkerungsgruppe, so ergibt sich ein erhöhtes Risiko. Ist uns der Wohlfühlfaktor auch nur eine einzige zusätzliche 'statistische' Neuinfektion im Jahr wert?! Deshalb sollte ein Ausschluss aus meiner Sicht konsequent beibehalten werden.
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#5 OrthogonalfrontAnonym
  • 29.04.2017, 16:39h
  • Antwort auf #4 von Tamak
  • Wenn du derart sicherheitsfanatisch bist, solltest du besser Donald Trump wählen und Evangelikaler werden. Die versprechen dir auch 100% Sicherheit, während sie gleichzeitig die Welt in den Abgrund reißen...

    Wer 100% Sicherheit verlangt, ist in meinen Augen schwach, einfältig und schlimmstenfalls sogar gefährlich.
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#6 FaktencheckAnonym
#7 Sven100Anonym
  • 29.04.2017, 18:14h
  • "Sie müssen ein Jahr lang keusch gelebt haben, selbst Sex mit dem eigenen Ehemann ist tabu."

    Wie unrealistisch ist das denn?

    Mir graust es davor, in einem belgischen Krankenhaus eine Bluttransfusion bekommen zu müssen.
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#9 TheDadProfil
  • 30.04.2017, 00:13hHannover
  • Antwort auf #4 von Tamak
  • Nimmt man mal Dein Rechenbeispiel zur Hand und vergleicht es mit den tatsächlichen Gegebenheiten der Übertagung von HIV durch Blutspenden, so geht man hier immer noch nicht das Risiko ein auf Eine Übertragung pro Jahr zu kommen..

    Das ist ein denkbar geringes Risiko..

    Das übrigens dadurch abgemildert werden kann, wenn sich Spende-Wilige mal Gedanken darum machen, was sie anrichten können, wenn sie sich dennoch ungeschütztem Sex aussetzen und darüber Lügen..

    Und dann lieber doch nicht spenden..
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