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Air France präsentiert:

Zehn queere Tipps für Toronto

Kanadische Freundlichkeit, die vielen Kontraste und eine beeindruckende LGBTI-Community machen die Metropole am Ontariosee zu einem der besten Reiseziele in Nordamerika.


Wahrzeichen von Toronto: Zum World Pride 2014 erstrahlte der CN Tower in den Farben des Regenbogens (Bild: allen / flickr)

1. Alexander-Wood-Statue

An der Ecke von Alexander und Church Street erinnert in Toronto eine stolze Statue an den Geschäftsmann und Friedensrichter Alexander Wood, der 1793 von Schottland nach Kanada auswanderte. 1810 geriet er ins Zentrum eines "schwulen" Sex-Skandals. Eine Frau wurde damals brutal vergewaltigt – sie sagte aus, sie erkannte ihren Peiniger nicht, habe aber Kratzer an dessen Penis hinterlassen. Als Wood anordnete, dass er die Penisse von Verdächtigen begutachten möchte, machten Gerüchte über seine sexuelle Orientierung die Runde. In der homophoben Zeit zerstörten sie seine Reputation. Als er 1826 20 Hektar Land kaufte, wurde dieses Gebiet von seinen Gegnern "Molly Wood's Bush" genannt – "Molly" war zu dieser Zeit ein Schimpfwort für Schwule. Aus diesem Land wurde später das Village von Toronto – und Wood gilt heute in der Stadt als Vater der Gay Community.

2. The Village


Im "Village" kommen selbst die Geldautomaten nicht ohne Regenbogen aus (Bild: churchwellesleyvillage.ca)

Das Village (auch Church Street oder Church Wellesley Village genannt) ist seit Jahrzehnten das Epizentrum des LGBTI-Lebens in Toronto. Die Straße ist gefüllt mit Bars, Restaurants, Cafés, Theatern, Gallerien und vielen Grünanlagen. Man kann hier einfach mal die Seele baumeln und es sich bei einem Martini gut gehen lassen. Denjenigen, die noch nie in Toronto waren, mag die "Gaybourhood" bekannt vorkommen. Das liegt daran, dass die Serie "Queer as Folk", die eigentlich im amerikanischen Pittsburgh spielt, hier gedreht wurde.

3. Glad Day Bookshop

Der mutmaßliche älteste noch betriebene queere Buchladen Nordamerikas befindet sich ebenfalls im Village, kürzlich ist er von der Yonge Street sogar direkt auf die Church Street umgezogen. Seit 1970 werden im "Glad Day Bookshop" alte und neue Bücher verkauft – von Ratschlagbüchern für LGBTI-Aktivisten bis hin zu Jugendromanen. Neben Events wie Signierstunden oder Lesungen gibt es am neuen Standort auch ein Café und eine Bar, und am Wochenende kann man zwischen den Schmökern sogar tanzen.


Wandgemälde am Church Street Community Centre (Bild: Ritu Ashrafi / flickr)

4. The 519

Das "Church Street Community Centre" mit der Hausnummer 519 ist seit über drei Jahrzehnten das Zentrum des Village. Es bietet eine Vielzahl an Events und Dienstleistungen an. Im innovativen, freundlichen Restaurant "Fabarnak" arbeiten Menschen aus der Community, die sonst nur schwer auf dem Jobmarkt Fuß fassen können. Fast nebenbei werden hier wunderbare Gerichte mit regionalen Lebensmitteln angeboten. Das Restaurant ist ein wundervoller Ort für ein Mittagessen. Alternativ kann man hier sein Essen mitnehmen und im gegenüberliegenden Cawthra-Park picknicken.

5. Buddies in Bad Times Theatre

Recht versteckt in einer ehemaligen Werkstatt in einer Seitenstraße der Church Street befindet sich "Buddies", eine gemeinnützige Theatergruppe, die es sich zum Ziel gemacht hat, die queere kanadische Kultur zu zeigen. Die Einrichtung ist heute das künstlerische Herz des queeren Toronto. Samstagsabends öffnet das "Buddies" seine Türen für das Partyvolk, inklusiver vieler Drag Queens. Dazu gibt es kreative Events wie Strip-Buchstabierwettbewerbe.

6. Hanlan's Point


Am Strand von Hanlan's Point kann die Badehose zu Hause bleiben

Schön versteckt vor den meisten Touristen – und trotzdem mit einem wunderbaren Blick auf die Stadt – ist Hanlan's View einer von nur zwei Stränden in Kanada, bei denen Badebekleidung optional ist (der andere FKK-Strand ist Wreck Beach in Vancouver). Hier trifft sich die queere Bevölkerung, um zu schwimmen, ein Picknick zu machen oder auch für Partys. Hanlan's Point ist kein ausschließlich schwul-lesbischer Strand, auch wenn man das an so manchem sonnigen Nachmittag meinen könnte. Bereits zu Beginn der Schwulenbewegung in den Siebzigerjahren wurde hier das erste "Gay Day Picnic" abgehalten. Erreichbar ist der Strand mit der Fähre von Queen's Quay zur Haltestelle Hanlan's Point. Am besten dort einfach den Massen folgen, die sich auf den kurzen Weg zum Strand machen.

7. Canadian Lesbian and Gay Archives

Das CLGA ist das größte unabhängige LGBTI-Archiv der Welt. Es ist eine unglaubliche Quelle insbesondere für kanadische Dokumente, darunter auch audiovisuelles Material, Kunst, Fotos, Poster und was das Herz sonst noch so begehrt. Man muss einen Besuch aber zeitig vorbereiten: Wenn man im Archiv stöbern will, muss man mindestens fünf Werktage vorher einen Antrag stellen und auch erklären, welches Forschungsgebiet von Interesse ist.

8. West Queen West


Im "queeren Westen" von Toronto (Bild: Tourism Toronto)

Torontos zweite LGBTI-Gegend bietet ein paar Gründe, mal das Village zu verlassen: Das boomende Szeneviertel ist die Heimat vieler netter Cafés, kreativer Boutiquen, zahlreicher Kunstgalerien, hipper Hotels und vieles mehr. Der "queere Westen" Torontos ist ein fröhliches, gemischtes Viertel, das sich trotz eines schnellen Aufschwungs in den letzten Jahren sein alternatives Image bewahrt hat.

9. Inside Out LGBT Filmfestival

1991 startete eine kleine Gruppe von Leuten ein Festival mit dem Ziel, Filme von oder über Mitglieder der LGBTI-Community zu zeigen und zu fördern. Das Inside Out LGBT Filmfestival begann ganz klein, hat sich aber seitdem zu einem der größten Film-Events seiner Art in Kanada gemausert. Das Festival findet im Mai über elf Tage statt; an die 35.000 Kinobegeisterte nehmen gewöhnlich an Filmvorführungen, Künstlergesprächen, Podiumsdiskussionen, Installationen und Partys teil. Alle Filme laufen im TIFF Bell Lightbox Theatre mit seinen fünf Kinos, drei Bildungszentren, zwei Galerien, einem dreistöckigen Atrium, Bistro, Restaurant und einer Lounge.

10. Art Gallery of Ontario


Treppe in der Art Gallery of Ontario

Die größte Institution für Kunst in Ontario bringt gerade Erstbesucher zum Staunen – innen wie außen. Das Gebäude wurde 2008 vom Künstler Frank Gehry, der in unmittelbarer Nachbarschaft aufgewachsen war, völlig neu gestaltet. Allein der Anblick der strahlenden Glaswelle, die die Dundas Street einen ganzen Block lang zum Leuchten bringt, ist einen Besuch wert. Innen ist eine plastische Treppe vielleicht die bezaubernste Treppe, die ein Besucher jemals hinauf- und hinabwandeln wird. (dd)

Hinkommen

Air France fliegt ab neun deutschen Flughäfen täglich über Paris-Charles de Gaulle nach Toronto. Mit ihrem Partner KLM Royal Dutch Airlines bestehen neun weitere wöchentliche Verbindungen über Amsterdam-Schiphol. Auf den Strecken werden Maschinen mit den neuesten Business-Class-Sitzen eingesetzt. Die beiden Fluggesellschaften verfügen über ein gemeinsames Streckennetz zu mehr als 240 Destinationen in über 100 Ländern. Weitere Informationen, Onlinebuchung und Sonderaktionen auf airfrance.de.


#1 Homonklin44Profil
  • 01.05.2017, 12:03hTauroa Point
  • Toronto - wie überhaupt Canada - kann ich ja nur empfehlen. Das ist jetzt zwar lange her, aber sogar das Hostel in der Church Street scheint es noch zu geben. ( 76 Ch St)
    Ihr könnt euch nicht vorstellen, was es damals (Anf.-Mitte Neunziger) für ein Gefühl war, dem erzkatholischen Dorf in D entkommen zu sein und in Toronto auf offener Straße unter all den Passanten ein Männerpaar beim ungestörten Küssen zu sehen!

    Ich dachte, wenn in einem Land, in einer Stadt sowas möglich ist, müssen die Menschen dort wahrhaftig frei sein!

    Euphorische Gefühle in einer von ihrer Abwechslung und kulturellen Einflussvielfalt tollen Stadt mit etlichen interessanten und sehenswerten Orten.

    Die gute Erinnerung blieb, für "mehr" hatte ich damals den Mut nicht und zu viel Angst, das nur zu träumen.

    Geht mal zum Royal Ontario Museum am Queens Park, wenn ihr Museen mögt. Da kann man 3 Tage drin verbringen und hat immer noch nicht alles gesehen ;o)

    Eaton Center ist auch cool. Für Skateboarder allerdings Adrenalin territory. Lasst euch bloß nicht erwischen! ;o)

    Der Zoo liegt ein bisschen außerhalb, Richtung Scarborough. Die hatten schon früh moderne, naturnah gestaltete Anlagen.

    Hanlans Point ( Toronto Islands) zum Entspannen ist fein. Kann ich bestätigen, auch wenn das damals früh im Jahr war und fast niemand dort.
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#2 Miguel53deProfil
  • 02.05.2017, 08:33hOttawa
  • Antwort auf #1 von Homonklin44
  • Ja, Du sprichst mir da natuerlich aus der Seele. 1993 war ich zum ersten Mal in Toronto. Da besuchte ich ein befreundetes Paar, das ich in Mykonos kennengelernt hatte. Das war ein gigantisches Erlebnis.
    War dann fast jedes Jahr dort, auch bei einer Kusine in Hamilton, das genau zwischen Toronto und Niagara liegt.
    Nun lebe ich schon bald 7 1/2 Jahre in Kanada und naechste Woche bin ich mal wieder in Toronto und treffe natuerlich auch meinen Freund (der ehemalige Partner ist nicht mehr da).
    Dieses Land und seine Menschen ist in der aktuellen Zeit eine Insel des Friedens. Ich haette es nicht besser treffen koennen.
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#3 Deutscher MichelAnonym
  • 02.05.2017, 15:44h
  • Antwort auf #2 von Miguel53de
  • Hey, wir spielen auch mit dem Gedanken, nach Kanada auszuwandern, je weiter nach rechts dieses Europa driftet. Unser Score scheint sehr gut zu sein wegen Ausbildung und Sprachkenntnissen usw., aber dennoch scheint es nicht leicht zu sein, passende Jobs zu finden. Weißt du, wie das ist ohne ein passendes Jobangebot vor dem Einwanderungsgesuch?
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#4 Miguel53deProfil
  • 03.05.2017, 00:39hOttawa
  • Antwort auf #3 von Deutscher Michel
  • Ganz detailliert weiß ich das leider nicht, weil ich unter anderen Voraussetzungen nach Kanada gekommen bin.
    Ein deutscher Freund und seine Freundin arbeiten bei einer Bank in Toronto. Jetzt laesst ihr Antrag auf einen Aufenthalt. Im Moment hat die Bank sie erst einmal frei gesetzt, bis das entschieden ist. Das Ende ist vollkommen offen.
    Wir haben einen Freund hier aus Griechenland, der mit einem kanadischen Freund lebt. Der wuerde fuer ihn buergen.
    Ein sehr einflussreicher, griechischer Bauunternehmer hat ihn eingestellt und will ihn unbedingt behalten. Sogar dessen Anwalt kuemmert sich um die Sache.
    Dennoch sind seine Chancen nicht hoch.
    Das mit der Einwanderung ist nicht mehr so einfach. Da kann ich Dir leider nicht viel Hoffnung machen.
    Ihr solltet Euch ueber die kanadische Botschaft, das deutsche Außenministerium, die Handelskammern

    www.canadainternational.gc.ca/germany-allemagne/bilateral_re
    lations_bilaterales/institutions.aspx?lang=deu



    Und die Deutsch-Kanadische Gesellschaft erkundigen.

    www.dkg-online.de/programme/wsp-2/internship/

    Ich wuerde es Euch wuenschen.
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#5 Deutscher MichelAnonym
  • 03.05.2017, 09:40h
  • Antwort auf #4 von Miguel53de
  • Danke für deine Antwort. Ja klar, Botschaft. Wollte nur mal die Chance ergreifen und jemanden wie dich, der vor Ort ist, nach seinem unverbnindlichen Eindruck fragen.
    Was du beschreibst, bestätigt meine Recherchen. Wir bleiben trotzdem dran. Kanada ist wundervoll, sozialpolitisch, landschaftlich und historisch. Ein Leuchtturm in der derzeitigen Welt, da zahlt man doch gern seine Steuern :-)
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