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Surabaya

Indonesien: Acht Schwulen droht nach privater "Party" Haft

Weil sie sich Pornos angeschaut haben sollen, will die Polizei die in einem Hotel festgenommenen Männer nach einem Gesetz gegen Pornografie vor Gericht bringen.


Kundgebung in Jakarta zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie 2016

In Indonesiens zweitgrößter Stadt Surabaya hat die Polizei am Samstagabend 14 Männer bei einem von den Beamten als "Party" bezeichneten Treffen in zwei Hotelzimmern festgenommen. Einige der Männer hätte sich Pornofilme mit homosexuellem Inhalt angeschaut und sich "sexuell abartig verhalten", sagte Ermittlungsleiter Shinto Silitonga am Montag laut der Nachrichtenagentur AFP.

Während sechs Männer inzwischen freigelassen wurden, benannte die Polizei acht Männer als Verdächtige und erstellte eine vorläufige Anklage nach dem strengen Anti-Pornografie-Gesetz. Zwei von ihnen, die das Treffen initiert und organisiert haben sollen, drohen laut AFP bis zu 15 Jahre Haft.

"Das ist das erste Mal, dass wir das Gesetz anwenden und Homosexuelle in der Stadt festnehmen", sagte Silitonga. Das Recht des bevölkerungsreichsten muslimischen Landes der Welt sieht ein unterschiedliches Schutzalter für homo- und heterosexuellen Sex vor (17 statt 18 Jahre), kennt aber keine Bestrafung von homosexuellen Handlungen unter Erwachsenen.

Lage verschlechtert sich

Im letzten Jahr hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zu Indonesien gewarnt, dass 2016 ein "nie dagewesener Angriff" auf LGBTI-Rechte im 250 Millionen Einwohner zählenden Land stattgefunden habe (queer.de berichtete). So hätten Regierungsvertreter Stimmung gegen LGBTI geschürt, etwa Verteidigungsminister Ryamizard Ryacudu, der meinte, dass die Akzeptanz Homosexueller schlimmer sei als ein Atomkrieg. Daher müssten Schwule und Lesben mit "einer Art moderner Kriegsführung" bekämpft werden.

Präsident Joko Widodo hatte im Oktober in einem Interview betont, dass die Polizei Homosexuelle schützen müsse und es keine Diskriminierung geben dürfe (queer.de berichtete). Im November hatte die Polizei in der Haupstadt Jakarta allerdings mehrere Männer auf einer Privatparty vorläufig festgenommen, nachdem radikale Islamisten sie dazu aufgerufen hatten (queer.de berichtete). Im Januar hatte das Europäische Parlament die "wachsende Intoleranz" kritisiert und gefordert, "die Rechte von LGBTI-Personen nicht noch weiter zu beschneiden" (queer.de berichtete).

In der Provinz Aceh können Schwule seit Ende 2015 nach Scharia-Recht mit Peitschenhieben bestraft werden (queer.de berichtete). In diesem April wurde eine erste entsprechende Anklage bekannt: Zwei junge Männer wurden Medienberichten zufolge von einer Bürgerwehr, die ihre Wohnung in Banda Aceh stürmte, im Bett erwischt und hätten später gegenüber der Scharia-Polizei homosexuelle Handlungen zugegeben (queer.de berichtete). (nb)



#1 Sven100Anonym
#2 Michael1200Anonym
  • 01.05.2017, 12:21h
  • Die großen Reiseveranstalter sollten solche Informationen im Infoteil der Kataloge veröffentlichen...
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#3 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
  • 01.05.2017, 12:27h
  • Wegen eines Pornos - wie lächerlich.
    Sollen sie doch gleich noch die Darsteller im Porno mit bestrafen und bzw. gleich Pornos verbieten.

    Jetzt kommt gleich noch «Dad?» und erklärt mir, dass Indonesien hauptsächlich moslemisch ist und extrem intolerant bezüglich Homosexualität. Und dann rezitiert er entsprechende Gesetze :-))
    Herzlichen Dank im Voraus - brauche ich nicht!
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#4 seb1983
  • 01.05.2017, 13:05h
  • Antwort auf #1 von Sven100
  • Die Welt driftet dabei weiter auseinander.
    Nord/Südamerika, Europa und Ozeanien haben in den letzten 10 Jahren bedeutende Fortschritte gemacht und werden das weiter machen.
    In Afrika, nahem Osten und Asien dagegen verschlechtert sich die Lage immer weiter.
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#5 panzernashorn
  • 01.05.2017, 13:10h
  • Weg mit sämtlichen Religionen und ihren diversen abnormen Auswüchsen aus dem Leben der Menschen, und das Hauptübel im Zusammenleben der menschlichen Wesen ist beseitigt!

    Kein einziges anderes Tier käme auf die Idee, sich derart lebensfremd im Wege zu stehen wie das Tier Mensch mit seiner schwachsinnigen, aberwitzigen "Religion".
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#6 OrthogonalfrontAnonym
  • 01.05.2017, 13:12h
  • Antwort auf #3 von BuntUndSchoen
  • "Sollen sie doch gleich noch die Darsteller im Porno mit bestrafen und bzw. gleich Pornos verbieten."

    Pornografie IST in Indonesien verboten. Verbreitung und Besitz werden verfolgt und schwer bestraft. Die Polizei verbrennt Pornos auf der Straße, analog zur Bücherverbrennung der Nazis. Religiöser Faschismus eben. Informiere dich mal, bevor du schreibst, Süße.
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#7 Patroklos
#8 marlusbln11Anonym
  • 01.05.2017, 13:25h
  • Mich treibt jetzt die frage noch um.

    Mit welchem geld wird dieser religiös verbrämte rollback finanziert, woher kommen die ressourcen. Materieller und ideologischer art.

    Die konservativste ausrichtung des islam hat das meiste geld, ist hoch missionarisch unterwegs. Dabei absolut frauenfeindlich, LGBT-feindlich. Für liberale kräfte gibt es keinen cent von nirgendwo.

    Nur wenn diese indoktrination offen gelegt und bekämpft wird, hat dieser rollback auch ein ende. Übrigens: Jens Spahn sagt bezüglich finanzierung islamischer gemeinden hierzulande in der wochenendausgabe der taz einige kluge worte. Auch wenn ein hartes interview.
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#9 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
#10 LaurentProfil