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Vitus Huonder

Papst hält an "Todesstrafe für Schwule"-Bischof fest

Vitus Huonder, der vor allem mit Tiraden gegen Homosexuelle für Kritik sorgte, wird nach einer überraschenden Verlängerung seiner Amtszeit weitere zwei Jahre das Bistum Chur führen.


Bischof Huonder zitierte vor zwei Jahren in einer Rede über Homosexuelle Levitikus 20,13: "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben." (Bild: Bistum Chur)

Papst Franziskus hat die Amtszeit des schweizerischen Bischofs Vitus Huonder um zwei weitere Jahre bis Ostern 2019 verlängert. Das teilte das Bistum Chur am Donnerstag mit.

Huonder hatte, wie in der katholischen Kirche vorgeschrieben, anlässlich seines 75. Geburtstags sein Rücktrittsgesuch eingereicht. In der Regel wird ein derartiges Gesuch nur in Ausnahmefällen abgelehnt. Nach Angaben von schweizerischen Medien kommt die Verlängerung für Beobachter überraschend.

Der Churer Bischof ist insbesondere wegen seiner erzkatholischen Haltung umstritten. In den rund zehn Jahren seiner Amtszeit machte Huonder auch wiederholt Stimmung gegen Homosexuelle. So erklärte er 2013 anlässlich des Tages der Menschenrechte, die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben zerstöre Ehe und Familie und verursache "psychische Störungen" bei Kindern (queer.de berichtete).

Für Empörung sorgte eine Aussage 2015, als der Bischof bei einem katholischen Treffen in Fulda die Todesstrafe für schwule Männer zu rechtfertigen schien. Er zitierte damals eine alttestamentarische Bibelstelle zitiert, wonach homosexuelle Handlungen eine "Gräueltat" seien, die mit dem Tod zu bestrafen seien (queer.de berichtete). Nach scharfer Kritik entschuldigte er sich zwei Wochen später für die Aussage, ging aber inhaltlich nicht auf Schwule und Lesben zu (queer.de berichtete).

Die Affäre führte sogar zu innerkirchlicher Kritik auf hoher Ebene – sogar Reinhard Kardinal Marx, der Chef der Deutschen Bischofskonferenz, empörte sich über die "fundamentalistische Bibelexegese" (queer.de berichtete). Eine von LGBTI-Aktivisten angestrengte Strafanzeige gegen den Bischof wegen Aufrufs zur Gewalt scheiterte später vor einem Kantonsgericht (queer.de berichtete).

Huonder ist "gerührt"

Seine Entscheidung für die Verlängerung der Amtszeit Huonders hat der Papst nicht begründet. Huonder hat sich hingegen geäußert und in einem Brief an alle Mitarbeiter des Bistums erklärt, der Vertrauensbeweis des Papstes habe ihn "gerührt und mit großer Dankbarkeit erfüllt". Er sei insbesondere dankbar dafür, dass der Papst mit seiner "Entscheidung für unser Bistum auf Kontinuität setzt".

In einem anlässlich seiner Amtszeitverlängerung geführten Interview mit der "Luzerner Zeitung" verteidigte Huonder erneut seine "Todesstrafen"-Rede: "Das war keine Provokation, sondern ein Hinweis auf Grundsätze", so der 75-Jährige. "Aus meinem Vortrag wurde ein Satz aus dem Zusammenhang gerissen. Wenn man den ganzen Text liest, kommt niemand auf die Idee, dass ich jemanden vor den Kopf stoßen wollte. Ich machte aufmerksam auf die Seelsorge, die pastorale Liebe auch im Umgang mit homosexuell empfindenden Menschen. Das hat man vollständig unterschlagen." Unter "pastoraler Liebe" versteht Huonder, Homosexuelle zur Enthaltsamkeit aufzurufen. (dk)



#1 JohannbAnonym
  • 05.05.2017, 12:07h
  • Hier zeigt sich das wahre Gesicht der Christen! Sie laufen einen Papst hinterher, der einen solchen Bischof tief 'bewegt'. Bin ja gespannt, was der Christen Papa mit Donald zu Besprechen hat? Ich kann die Christen nicht mehr verstehen, diesen Papst zu akzeptieren!
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#2 Sven100Anonym
  • 05.05.2017, 12:09h
  • Dass Papst Franziskus die Amtszeit dieses homophoben Bischofs verlängert hat, ist ein Zeichen dafür, wohin die Reise in der katholischen Kirche geht. Franziskus zeigt immer wieder, dass er gegen den erzkonservativen Flügel (Kardinäle Müller, Burke usw) schon jetzt nicht mehr ankommt. Diese warten nur darauf, dass Franziskus sich wie sein Vorgänger Papst Ratzinger in das Privatleben zurückzieht und das Feld den Hardlinern überlässt. Franziskus hat viele schöne Worte gemacht, aber kirchenrechtlich nicht verändert. Sein Nachfolger kann also da weitermachen, wo Franziskus aufgehört hat.
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#3 Sven100Anonym
#4 JuppAnonym
  • 05.05.2017, 13:04h
  • Dieser Papst ist mit seiner Aufgabe völlig überfordert. Er hat den Kontakt verloren, zu dem, was an der Basis in den Bistümern und mit seine Bischöfen los ist. Seine allerersten Aussagen zur Homosexualität ließen noch hoffen, dass sich etwas grundsätzlich ändert. Aber das ist wohl zu optimistisch gewesen.
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#5 habemus_plemplem
  • 05.05.2017, 13:14h
  • Und die Moral von der Geschicht'?

    Der Verweis auf alttestamentliche, blutrünstige Grundsätze ist angesichts heutiger menschenrechtlicher Standards wohl die Drecksarbeit bei der ganzen Verkündigung. Irgendeiner muss den Job aber machen, damit die Schäfchen nicht übermütig werden. Dem aktuellen Pontifex passt das allerdings nicht ins Marketing-Konzept - dafür wird Huonder noch gebraucht. Ein paar Hardliner schaden auch nicht, weil man sich schön von ihnen abheben kann. In keinem anderen Lichte könnte die eigene Barmherzigkeit so hell erstrahlen.

    Wenn die alten Haudegen mal nur nicht wieder die Oberhand gewinnen...
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#6 JadugharProfil
  • 05.05.2017, 15:09hHamburg
  • Antwort auf #5 von habemus_plemplem
  • Homosexuelle werden in kirchlichen Institutionen sofort der Job gekündigt, weil sie angeblich in Sünde leben. Bischof Huonder hat jedoch schwere Todsünden auf sich geladen, weil er gefordert hat, Homosexuelle zu töten, danach log er wieder und sagte, daß man Nichts gegen sie hat und Enthaltsamkeit vorschreiben muß. Nun Enthaltsamkeit ist eine Quälerei, wasw Jesus wieder anprangert, weil er sagte, daß man ander so behandeln muß, wie man selbst behandelt werden möchte und in der Ausage "Das was ihr im Geringsten den Anderten (an)tut, das habt ihr mir (an)getan, und das was ihr im Geringsten den Anderen nicht (an)tut, das habt ihr mir nicht (an)getan."
    Ich habe die Vorsilbe an- hinzugefügt, da es fraglich ist, ob die Bibelschreiber diese Silbe wohl wissend unterschlagen haben, um diese Aussage zu entkräften. Also nach all den schweren Sünden müßte man Huonder exkommunizieren, nur um nach der Bergpredigt gerecht zu sein!
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#7 markusbln11Anonym
  • 05.05.2017, 15:43h
  • Was ist dann da noch der unterschied zwischen dem islam in der ausprägung des saudischen wahabismus, dem iranischen schiitismus und dem katholizismus im bistum chur und an der kurienspitze?

    Lasst die schaffotte niederknallen, die reisighaufen brennen. Das haben wir über jahrhunderte geübt, oder was? Und tschetschenien praktiziert, was ihr wollt?

    Alles nur peinlich, wenn es nicht so nah an der realität wäre.
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#8 ursus
  • 05.05.2017, 16:13h
  • Antwort auf #6 von Jadughar
  • "Enthaltsamkeit ist eine Quälerei, was Jesus wieder anprangert, weil er sagte, daß man ander so behandeln muß, wie man selbst behandelt werden möchte"

    menschen wie huonder haben sich (mehr oder weniger) freiwillig für die ungeheure selbstquälerei entschieden, ein leben lang zumindest offiziell auf sexualität und eine liebevolle partnerbeziehung zu verzichten. wenden wir deinen satz also einmal in die perspektive dieser menschen um: "es kann nicht angehen, das ich ein leben lang den arsch zukneife, während diese dreckigen homos spaß haben dürfen und sich nicht einmal schämen."

    es steckt meistens ein gehöriger anteil von mehr oder weniger lustvoller selbstqual in dem, was manche religionen als "heiliges leben" bezeichnen. eine maßlos überfordernde selbstversagung wendet sich aber schnell auch in psychisch lustvollen sadismus gegen andere. diese simple formel erklärt sicherlich nicht alles, aber sie ist vielleicht für die erklärung religiöser (un-)moral und auch für die entwicklung von hass wichtiger als wir denken.
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#9 Sven100Anonym
  • 05.05.2017, 17:54h
  • "Bischof Huonder hat jedoch schwere Todsünden auf sich geladen, weil er gefordert hat, Homosexuelle zu töten"

    Wo und wann hat er das gefordert?
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#10 Katholiban-WatchAnonym
  • 05.05.2017, 18:21h
  • Antwort auf #9 von Sven100
  • "So schien sich Bischof Vitus Huonder aus dem schweizerischen Chur Gedanken gemacht zu haben, wie man homophobe Hetze so verpacken kann, dass sie einerseits deutlich und andererseits nicht angreifbar sein könnte, zumindest juristisch. Die naheliegende Lösung: Ein Referat entlang von Bibelstellen.

    Zwei davon fand er bei Levitikus. Eine oft gehörte, aber zumindest in Deutschland kaum noch offiziell zitierte aus dem Alten Testament (Lev 18,22): "Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel." Als der Bischof im März in seiner Heimat das Wort "Gräuel" in einer Predigt in diesem Zusammenhang nutzte, hatte ihm das einige öffentliche Empörung über diese Abwertung eingebracht (queer.de berichtete).

    Davon ließ er sich offensichtlich nicht beeindrucken und schob am Freitag in Fulda noch die Langfassung des Zitats hinterher (Lev 20,13): "Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben." (Update: s.a. Ende des Artikels mit Link zu einem Video-Mitschnitt der Rede, Huonder nutzte eine leicht anders formulierte, aber inhaltlich gleiche Version dieser Stelle)

    Die Bibel lege hier die "göttliche Ordnung" dar, so Huonder in seiner Auslegung der zwei Bibelstellen. Direkt im Anschluss meinte er zur "gleichgeschlechtlichen Praxis", DIE ZITIERTEN STELLEN WÜRDEN GENÜGEN, um der Frage der Homosexualität aus der Sicht des Glaubens DIE RECHTE WENDE ZU GEBEN". Dafür erhielt er großen Applaus der bis zu 1.000 Teilnehmer des Kongresses."

    www.queer.de/detail.php?article_id=24311

    Also was soll nach den von Huonder zitierten Stellen mit Homosexuellen nochmal passieren?
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