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Britisches Überseegebiet

Bermuda: Gericht öffnet die Ehe für Homo-Paare

Auch auf der Inselgruppe im Atlantik können sich nun schwule und lesbische Paare das Ja-Wort geben.


Winston Godwin (l.) und Greg DeRoche hatten vor Gericht geklagt und einen Sieg nicht nur für sich errungen

Der Supreme Court der Bermuda-Inseln hat am Freitag entschieden, dass schwule und lesbische Paare ab sofort heiraten dürfen. Das bislang bestehende Verbot sei eine Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung, urteilte Richterin Charles-Etta Simmons auf die Klage eines schwulen Paares – ein Gesetz zu Menschenrechten und Gleichbehandlung, der Human Rights Act, stehe über dem Gesetz, das die Ehe definiert.

Erst im letzten Jahr hatten ein Teil der insgesamt rund 65.000 Einwohner des britischen Überseegebiets in einem Referendum eine Ehe-Öffnung ebenso abgelehnt wie die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften (queer.de berichtete). 69 Prozent der Wähler bzw. 14.192 Menschen stimmten gegen die Gleichstellung – da weder Wahlbeteiligung noch Zustimmung über 50 Prozent aller Stimmberechtigten erreichten, war das Ergebnis des ersten Referendums seit 21 Jahren nicht bindend.

Das weitgehend autonome Überseegebiet, in dem gut die Hälfte der Einwohner von ehemaligen afrikanischen Sklaven abstammt, hatte homosexuelle Handlungen erst 1994 legalisiert. Das Schutzalter liegt aber für Schwule noch immer höher als für Heterosexuelle oder Lesben (18 statt 16 Jahre). Seit 2013 werden Schwule und Lesben in einem Antidiskriminierungsgesetz geschützt, seit 2015 haben Homo-Paare ein gemeinsames Adoptionsrecht.

Ein großer Schritt, der nicht der letzte ist

Auf die Anerkennung ihrer Partnerschaft als Ehe hatten Winston Godwin und sein kanadischer Partner Greg DeRoche geklagt. Sie erhielten eine richterliche Verfügung, wonach ein Standesbeamter ihre Beziehung wie die eines ehewilligen heterosexuellen Paares zu behandeln habe.

"Ich fühle eine große Erleichterung", sagte Godwin der Lokalzeitung "The Royal Gazette". "Es war für mich und Greg ein langer Weg, hierhin zu kommen." Der Schritt in die richtige Richtung sei aber nur einer von vielen: "Es gibt in Bermuda noch viel zu tun." Auch die Rainbow Alliance of Bermuda kommentierte: "Es muss noch so viel Arbeit verrichtet werden, aber heute feiern wir, dass die Liebe immer siegt."

Direktlink | Winston Godwin im Gespräch mit der "Royal Gazette"

Erst im März hatte mit den Falkland-Inseln ein weiteres britisches Übersee-Gebiet die Ehe geöffnet, dort durch Parlamentsbeschluss (queer.de berichtete).



#1 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
#2 Patroklos
  • 06.05.2017, 00:30h
  • Herzlichen Glückwunsch an die Inselgruppe, die für ein Kleidungsstück Namenspate steht!
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#3 RobinAnonym
#4 Paulus47Anonym
  • 06.05.2017, 11:17h
  • Eine erfreuliche Meldung:

    In den britischen Gebieten besteht die

    Eheöffnung in:
    * England, Wales, Schottland, Isle of Man, Guernsey, Gibraltar, Pitcairn, Britisches Antarktisterritorium, Akrotiri and Dhekelia (kleine Gebiete auf der Insel Zypern), Ascensioninsel und Falklandinseln (Südgeorgien- und Sandwichinseln ?)

    Lebenspartnerschaftsinstitut in:
    * Nordirland, Jersey

    Bisher keine staatliche Anerkennung in:
    Caymaninseln, Britische Jungferninseln, Turks- und Caicosinseln, Anguilla, Montserrat, (Helenainsel und Tristan da Cunha Insel ?)
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#5 GreenbasicAnonym
  • 06.05.2017, 13:07h
  • >>Der Supreme Court der Bermuda-Inseln hat am Freitag entschieden, dass schwule und lesbische Paare ab sofort heiraten dürfen. Das bislang bestehende Verbot sei eine Diskriminierung aufgrund "sexueller Orientierung", urteilte Richterin Charles-Etta Simmons auf die Klage eines schwulen Paares.<<

    Aber das selbst hingestellte Menschenrechtsland Deutschland diskriminiert Menschen weiterhin Aufgrund ihrer sexuellen Orientierung >:-(
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#6 Patroklos
#7 AngeloAnonym
#8 Ralph
  • 06.05.2017, 22:16h
  • Es ist doch eine Schande, dass ausgerechnet ein weitgehend von Sklaven abstammendes Volk einer ganzen Bevölkerungsgruppe gleiche Menschenwürde und Grundrechte abspricht, wie die Mehrheitsgeselschaft sie besitzt. Wieder einmal musste das höchste Gericht eines Landes das Volk belehren, dass Menschenrechte unteilbar sind. Wie lange wird es noch dauern, bis auch in Deutschland ein solches Urteil gegen ein Volk ergeht, das zu weit über 80% Parteien in den Bundestag wählt, die konsequent Politik gegen Schwule und Lesben machen, obwohl es in Umfragen doch angeblich eine Gleichstellung befürwortet?
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#9 JustusAnonym
  • 07.05.2017, 10:20h
  • Antwort auf #3 von Robin
  • Ja, während an immer mehr Orten auf der Welt gleichgeschlechtliche Paare gleichgestellt werden, wollen in Deutschland Union und SPD das Thema einfach aussitzen.

    Union und SPD regieren Deutschland ins Koma. So lässt es sich halt leichter regieren...
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#10 seb1983
  • 07.05.2017, 11:09h
  • In einer Volksabstimmung wurden gleiche Rechte abgelehnt und das Schutzalter ist nach wie vor unterschiedlich, Pimpern für Schwule erst ab 18.
    Wahrlich ein Vorbild für Deutschland.
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