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queer.de-Leser stimmen ab

Welche Homo-Hasserin soll auf das Wandgemälde?

Das Bundesamt für magische Wesen will auf einer Hausfassade an seinem Hauptsitz ein Gemälde anbringen, das Opfer und Täter des Hasses zeigt. queer.de-Leser können bestimmen, welche Homo-Hasserin dort verewigt wird.


So soll die Fassade am Bundesamt am Ende aussehen (Bild: Bundesamt für magische Wesen)

Als "oberste Bundesbehörde mit Zuständigkeit für die magische Bevölkerung" kümmert sich das Bundesamt für magische Wesen um bundesrepublikanische Vampire, Feen, Elfen und dergleichen. Auf Buchmessen, auf CSDs, Conventions oder Lesungen sind die Beamten des Magieamtes aktiv – und manch einer übersieht, dass man auf Postern und Briefumschlägen statt eines Bundesadlers einen "Bundeslurch" zu sehen bekommt.

Hinter der satirischen Behörde, die auch interessierte Besucher an ihrem Sitz in der Bundesstadt Bonn empfängt, steckt und eine Gruppe von Fantasyautoren. Initiator des BAfmW ist Klaus Maresch, der als Hagen Ulrich schwule Fantasyromane wie "Böses Blut der Vampire" verfasst hat. Sein Bundesamt, das auch sein Zuhause ist, sieht er aber nicht nur ein albernes Hobby für Fantasy-Geeks, sondern er will damit auch auf politische Missstände hinweisen – so zeigte das Bundesamt etwa Flagge gegen den Parteitag der homophoben AfD in Köln. Mit seinem Lebenspartner Frank Lotz nahm er vergangenes Jahr außerdem zwei schwule Flüchtlinge aus dem Irak bei sich auf, die vor Verfolgung in ihrem Heimatland geflohen sind und dann auch in deutschen Asylunterkünften drangsaliert wurden.

Für sein neues Projekt sammelt er derzeit Spenden per Crowdfunding: An der Fassade des Bundesamtes soll eine Fassadenbemalung angebracht werden, die offenbar von Michelangelos Jüngstem Gericht inspiriert wurde; das Bonner Wandgemälde soll aber dezidiert Position gegen homophobe Fanatiker beziehen: "Wir wollen religiösem Hass die Stirn bieten", erklärte Maresch gegenüber queer.de. Anlass für das Engagement sei das Orlando-Attentat im vergangenen Jahr gewesen, bei dem ein Terrorist 49 Menschen getötet hat (queer.de berichtete).


Selbst in der Hölle ist Klaus Maresch mit seinem "Dienstwagen" unterwegs (Bild: Bundesamt für magische Wesen)

"Bibel, Koran, Thora und Harry Potter sind nur Bücher. Der gewaltige Unterschied liegt darin, dass im Namen von Harry Potter niemand verfolgt, drangsaliert, verbrannt oder gesteinigt wird", so Maresch. Er arbeitete daher mit der Wiener Künstlerin und Illustratorin SlippedDee, die bereits einen ersten Entwurf für das Wandgemälde ausgearbeitet hat.

Himmel und Hölle unter dem Spaghettimonster


Ein Entwurf des Wandgemäldes: Die Details müssen noch ausgearbeitet werden (Bild: Bundesamt für magische Wesen)

Das Konzept: Unter dem Fliegenden Spaghettimonster – einer Figur, die in den USA als Parodie auf religiöse Eiferer erfunden wurde, die die Evolutionslehre aus Schulen verbannen wollen – versammeln sich mehrere Menschen als Fantasyfiguren, die von religiösen Fanatikern getötet wurden: Im Zentrum befinden sich Juan Ramon Guerrero und Christopher Leinonen, die beim Orlando-Massaker ums Leben gekommen sind.

Außerdem sollen auf der Fassade vier weitere Personen als Elfen und Feen auftauchen: der Brasilianer Itaberlly Lozano, der von seiner eigenen Mutter im Alter von 17 Jahren wegen seiner Homosexualität ermordet wurde; der französische Polizist Xavier Jugelé, der vergangenen Monat von einem Islamisten getötet wurde; der Südafrikaner Raymond Buys, der in einem Homo-"Heiler"-Camp im Alter von 15 Jahren zu Tode gefoltert wurde; und die Israelin Shira Banki, die beim CSD in Jerusalem von einem jüdischen Fanatiker erstochen wurde.

Unten im Fegefeuer soll sich Jischai Schlissel winden, der zu lebenslanger Haft verurteilte Mörder von Shira Banki. Neben ihm soll der Salzburger Weihbischof Andreas Laun, der Homosexuelle gerne als "gestört" bezeichnet, ebenso Platz nehmen wie Abu Bakr al-Baghdadi, dem Chef der Terrormiliz IS. Eine Position ist ganz unten noch frei – und queer.de-Leser haben in einer Umfrage (siehe unten) die Möglichkeit, das zu ändern.

Da alle auf dem Gemälde abgebildeten Bösen bislang Männer sind, sucht das BAfmW eine Homo-Hasserin, die gut zu Schlissel, Laun und al-Baghdadi passt. Bis Ende Mai können queer.de-Leser abstimmen, welche der folgenden sechs Unsympathinnen noch in die Unteretage einziehen soll:

Beatrix von Storch: Die Europaabgeordnete ist die Vorkämpferin für Homo-Hass in der AfD: Sie stellte vor ein paar Jahren die "Demo für alle" auf die Beine, kämpft im EU-Parlament verbissen gegen LGBTI-Rechte ("Gender-Quatsch") und regt sich sogar darüber auf, wenn Regenbogenfamilien im deutschen Werbefernsehen auftauchen.


Beatrix von Storch verbreitet ihren Homo-Hass auch gerne im deutschen Fernsehen


Birgit Kelle: Die selbstgerechte katholische Autorin ("Gendergaga") versprüht in Kolumnen für den "Focus" und die "Junge Freiheit", bei Besuchen in deutschen Talkshows und auf der "Demo für alle" ihr homophobes Gift. Queer.de-Redakteur Norbert Blech beschreibt das so: "Birgit Kelle sagt nicht einfach ihre Meinung, sondern macht aus Homophobie und dem Schüren von Vorurteilen, teilweise von purer Hetze, ein Geschäftsmodell."


Der Kampf gegen Homo-Rechte ist offenbar die Lebensaufgabe von Birgit Kelle (Bild: (Metropolico.org / flickr)


Hedwig von Beverfoerde: Die Gründerin der "Initiative Familienschutz" und Mitorganisatorin der "Demo für alle" beschreibt Menschen, die für die Gleichberechtigung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten kämpfen, schon mal als "LSBTTIQ-Sex-Lobby". Die Initiative "Enough is enough" hat die katholische Aktivistin bereits zwei Mal zu ihrer "Miss Homophobia" gekürt.


Hedwig von Beverfoerde auf der "Demo für alle" (Bild: Norbert Blech)


Erika Steinbach: Sie ist so etwas wie die Grande Dame der Homophobie: Die 73-Jährige ist seit 1980 Mitglied des Deutschen Bundestages, im Januar verließ sie aber ihre politische Heimat CDU, weil ihr Kanzlerin Merkel zu weich geworden war. Immer wieder machte Steinbach mit dummen Tiraden von sich reden: Die Gleichbehandlung von Homosexuellen sei nicht "im Interesse des Staates", erklärte sie etwa vor wenigen Jahren in ihrer Funktion als menschenrechtspolitische Sprecherin(!) der CDU.


Erika Steinbach ist seit 36 Jahren im Bundestag vertreten (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)


Alice Weidel: Sogar eine lesbische Frau hat es auf die Liste geschafft: Alice Weidel hat als AfD-Spitzenkandidatin, die mit ihrer Lebenspartnerin zwei Kinder aufzieht, kein Problem mit dem homophoben Wahlprogramm ihrer Partei. Wenn ihre Partei Kinder vor Lesben und Schwulen schützen will, hört man von ihr keinen Widerspruch. Das ganze betrifft sie schließlich nicht persönlich: Sie und ihre Partnerin ziehen die Kinder in der Schweiz auf.


Alice Weidel unterstützt den homophoben Kurs ihrer Partei ohne Wenn und Aber


Marine Le Pen: Die Chefin des französischen "Front National" gab ihrer rechtsextremen Partei zwar zuletzt einen bürgerlichen Anstrich. Dennoch machte sie Stimmung gegen LGBTI-Rechte, etwa gegen die Ehe-Öffnung in Frankreich. Ihre Partei hat eine jahrzehntelange Tradition, alles "Fremde" – dazu zählen auch sexuelle und geschlechtliche Minderheiten – zu bekämpfen und schreckt dabei auch vor Gewaltandrohungen gegen CSDs nicht zurück.


Marine Le Pen schafft es wie ihr Vater, aus Ressentiments Wählerstimmen zu machen (Bild: Global Panorama / flickr)

Umfrage zum Artikel

  • Welche LGBTI-Gegnerin soll auf dem Wandgemälde des Bundesamtes für magische Wesen abgebildet werden?
  • Beatrix von Storch
    Birgit Kelle
    Hedwig von Beverfoerde
    Erika Steinbach
    Alice Weidel
    Marine Le Pen
  • | » Ergebnis


#1 KMBonnProfil
  • 07.05.2017, 11:37hBonn
  • ich werde als einer der Initiatoren - so gut es geht - Fragen zum Projekt hier beantworten und Anregungen gern aufnehmen.
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#2 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
  • 07.05.2017, 11:53h
  • Ganz klar Weidel.
    Sie ist so dermaßen widersprüchlich in, ihrer Politik und ihrem privaten Leben, dass sie einem außerirdisch vorkommt.
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#3 herve64Profil
  • 07.05.2017, 13:20hMünchen
  • Ich würde sagen: stellt eine Hydra dar mit den Köpfen von all diesen Weibern. Und vergesst nicht, noch Alice Schwarzer und Gabriele Kuby dazu zu fügen. Als abgeschlagenen Kopf noch den von Margret Thatcher hinzufügen wäre auch noch ganz gut.

    Insofern sollte noch die Option !Alle" in der Umfrage hinzu gefügt werden.
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#4 GegensprechAnonym
  • 07.05.2017, 13:25h
  • Eine beschämende Idee, die vor allem von Rachsucht zeugt.
    Anstatt sich an Idioten wie von Storch, Weidel und Co. abzuarbeiten indem man deren Visagen auch noch auf eine Hauswand malt, wäre es zielführender diese Gestalten durch Argumente, politische Aktivität, Bürgersinn uvm. zu enttarnen.

    Hier geht es jedoch nur darum missliebige Leute optisch zu verhöhnen - das hat weder Niveau, noch nutzt es den Opfern.

    Hier den bösesten Homohasser auszuwählen ist im Grunde nichts anderes als eine optische Steinigung - und hat mit den Werten dieses Landes nichts zu tun, sondern huldigt nur dem alttestamentarischen "Aug' um Auge, Zahn um Zahn" - allerhöchstens aber dem altgriechischen Scherbengericht. Beides passt nicht ins Heute!
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#5 PlaneDaffyEhemaliges Profil
#6 KMBonnProfil
  • 07.05.2017, 13:45hBonn
  • Antwort auf #3 von herve64
  • Naja, in erster Linie soll der Opfer des Hasses ein liebevolles Gedenken gewidmet werden, 80% der Fläche ist diesem Aspekt vorbehalten.
    Und so groß ist unser Haus nicht, dass wir allen Haßpredigern ein Plätzchen widmen können.
    Abgesehen davon wohnen wir auch in diesem Haus, und es kostet schon Überwindung genug, im Zweifelsfall die Haßfratzen auf der eigenen Wand zu sehen. :-)
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#7 BuntUndSchoenEhemaliges Profil
#8 herve64Profil
  • 07.05.2017, 13:59hMünchen
  • Mal eine Verständnisfrage: was ist eigentlich das "Bundesamt für magische Wesen" bzw. was soll das sein oder werden, wenn es fertig ist?
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#9 WatchmenAnonym
#10 SpockAnonym
  • 07.05.2017, 14:02h
  • Antwort auf #4 von Gegensprech
  • "Anstatt sich an Idioten wie von Storch, Weidel und Co. abzuarbeiten indem man deren Visagen auch noch auf eine Hauswand malt, wäre es zielführender diese Gestalten durch Argumente, politische Aktivität, Bürgersinn uvm. zu enttarnen."

    Dass man beides gleichzeitig tun kann, kommt dir nicht in den Sinn?
    Man kann vielleicht Argumente gegen diese Darstellung vorbringen. Der Scheingegensatz, den du hier konstruierst, ist aber kein stichhaltiges.
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