Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28790

Urteil

Hannover: Auch Haftstrafe für dritten Gayromeo-Erpresser

Drei Jahre muss ein 25-Jähriger hinter Gitter, weil er mit zwei Komplizen einen verheirateten Mann mit einem Outing gedroht und über 30.000 Euro erpresst hatte.


Im Hannoveraner Amtsgericht gab es kein Nachsehen für den Erpresser (Bild: AxelHH / wikipedia)

Das Amtsgericht Hannover hat am Montag einen 25-jährigen Mann wegen gewerblicher Erpressung eines Schwulen zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen" sah es das Gericht als erwiesen an, dass Seljvator Z. mit zwei Komplizen einem 48-Jährigen gedroht hatte, dessen Ehefrau von seiner sexuellen Orientierung zu berichten, sollte dieser kein Schweigegeld zahlen. Bereits im Dezember waren seine Komplizen – Z.s Bruder Senaton und sein Schwager Roberto I. – zu Jugendstrafen von zwei bzw. drei Jahren verurteilt worden (queer.de berichtete).

In dem Prozess ging es um einen mit einer Frau verheirateten Mann aus Brandenburg, der am 20. Januar 2016 nach einer Kontaktaufnahme via PlanetRomeo zwei Escorts auf sein Hotelzimmer bestellt hatte. Dann erschienen jedoch die beiden Mittäter von Seljvator Z., die Geldforderungen an ihr Opfer stellten. Innerhalb von vier Wochen überwies der 48-jährige Postangestellte aus Angst hohe Geldbeträge – insgesamt 33.700 Euro – auf mehrere Konten, darunter auch das des Angeklagten. Um den Druck zu erhöhen, drohten die Erpresser sogar damit, der Familie zu erzählen, dass der Erpresste mit minderjährigen Jungs sexuelle Beziehungen unterhalte.

Z. war wegen Erpressung Homosexueller vorbestraft

Z. hatte im Prozess die Beteiligung an der Tat abgestritten. Der deutsche Staatsbürger mit serbischen Wurzeln, der mit seiner langjährigen Freundin sechs gemeinsame Kinder großzieht, gab allerdings zu, das Opfer an einem Rastplatz getroffen zu haben. Da er bereits zwei Mal wegen Erpressung Homosexueller vorbestraft war, beantragte die Staatsanwaltschaft drei Jahre und zwei Monate Haft. Die Verteidigerin hatte Freispruch gefordert.

Die Erpressung hatte dem Opfer stark zugesetzt, wie der 48-Jährige vor Gericht aussagte: Er habe Suizidgedanken gehabt und sei bis heute in psychiatrischer Behandlung. (dk)



#1 Patroklos
  • 09.05.2017, 22:37h
  • Daß die Verteidigerin Freispruch fordert, obwohl ihr Mandant vorbestraft ist, spottet jeder Beschreibung und ich hoffe, die Type landet hinter Gittern!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 TheDadProfil
  • 10.05.2017, 00:45hHannover
  • Antwort auf #1 von Patroklos
  • ""Daß die Verteidigerin Freispruch fordert, obwohl ihr Mandant vorbestraft ist, ""..

    Einmal völlig abgesehen von dem vorliegendem Fall..

    Was genau hat die Vorstrafe eines Angeklagten damit zu tun, ob er in einem anderem Fall Schuldig oder Unschuldig ist ?
    Dein hier mitgedachtes
    "der vorbestrafte ist doch sowieso schuldig"
    ist völlig absurd..

    Dein "obwohl" ist also blanker Unsinn..
    Es ist die Aufgabe einer Verteidigung für den Angeklagten das bestmögliche Ergebnis zu erzielen..
    Dafür kriegen die ihr Geld..

    Was den Fall betrifft, so sprechen wohl sämtliche Beweise gegen den Angeklagten, und damit ist er wohl zu Recht verurteilt..

    Interessant allerdings ist hier die private Situation, mit den 6 Kindern mit der "langjährigen Freundin"..
    Das spricht für mich dann eher für Vorsatz, und damit für die Motivlage im Erpressungsvorwurf, denn hier liegt dann wohl auch Geldnot im Raum..

    Wegen der zweimaligen Vorstrafe ebenfalls wegen Erpressung halte ich die 3 Jahre allerdings für zu gering..
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Homonklin44Profil
  • 10.05.2017, 04:10hTauroa Point
  • Da besteht auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass der Heini nach seiner Strafverbüßung mit sowas weiter machen mag.

    Als Opfer leidet man unter Umständen lange Jahre oder das Leben über, wenn nicht noch die Familie zerstört ist, je nachdem, was die Erpresser evtl. an Geschichten gestreut haben mögen.

    Als "Escort" kann sich auf den Dating-Portalen anscheinend auch jeder halbwegs schnuckelig wirkende Heini ausgeben. Da muss die Vorsicht ansetzen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LaurentProfil
  • 10.05.2017, 10:12hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Antwort auf #3 von Homonklin44
  • Die dreijährige Haftstrafe ist aufgrund der an den Tag gelegten kriminellen Energie sicherlich nicht zu hart ausgefallen.

    >>Sie hatten gedroht, dessen Ehefrau von seiner sexuellen Orientierung zu berichten.....Der Postangestellte überwies aus Angst insgesamt 33700 EUR.<<

    Ich kann hier nicht nachvollziehen.
    Diese Erpressung bezog sich doch nicht auf irgendein kriminelles Verhalten des Mannes, das ihm und seiner Familie z.B. die wirtschaftliche Existenz genommen hätte.

    Auch muss man wissen, dass diese Kriminellen nicht mehr locker lassen, sobald man auch nur einmal nachgibt.

    In einem solchen Fall muss man, auch wenn es äußerst schmerzlich sein dürfte, in den sauren Apfel beißen und der Ehefrau/dem Partner reinen Wein einschenken. In einer langjährigen Beziehung muss das möglich sein.
    Ansonsten geht alles kaputt.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 EhrlichAnonym
  • 10.05.2017, 13:40h
  • Beziehungen, egal welcher Konstellation, die auf Ehrlichkeit aufgebaut sind, lassen solche A-Löcher ins Leere laufen.
    Ansonsten ab in die Zelle mit dem Erpresser. Das hier ist keine Zufallstat, sondern Vorsatz mit System.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Homonklin44Profil
  • 11.05.2017, 02:35hTauroa Point
  • Antwort auf #4 von Laurent
  • ""In einem solchen Fall muss man, auch wenn es äußerst schmerzlich sein dürfte, in den sauren Apfel beißen und der Ehefrau/dem Partner reinen Wein einschenken. In einer langjährigen Beziehung muss das möglich sein.
    Ansonsten geht alles kaputt.""

    Gerade dadurch geht in Beziehungen, die jemand mit mehr oder weniger Bi-Prozentual führt, nach der Eröffnung erst alles kaputt. Da gibt es genug, deren Ehefrau das nicht akzeptiert und wo die Familie zerbricht. Dass die lieber zahlen und sich ausnehmen lassen, als alles Erreichte zu verlieren, oder das zu riskieren, kann ich etwas schon verstehen.
    Aber sie müssten von vornherein viel vorsichtiger drangehen, wenn sie den Bi-Anteil ausleben wollen. Da gibt es doch genug andere Möglichkeiten, als sich mit wildfremden oder windigen "Escorts" einzulassen.
    Gibt ja auch etliche Bi's mit funktionierenden Doppellebensstrukturen. Die meistern das auch, ohne alle Nase lang an Erpresser zu geraten.

    Ausgenommen davon kann ich mir gut vorstellen, dass jede Menge Paare ohne Bi-Faktoren ebenfalls Doppelleben führen, und ihrem/ihrer PartnerIn gegenüber die reine Ehrlichkeit vorspielen. Ich denke gerade an so ein Dorf in Canada, wo einzelne Kinder verschiedener Familien dem Postboten ähnelten.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 LaurentProfil
  • 11.05.2017, 09:39hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Antwort auf #6 von Homonklin44
  • >>Dass die lieber zahlen und sich ausnehmen lassen, (...) kann ich schon etwas verstehen.<<

    Ich kann das, zumindest bei einer fortwährenden Erpressung, nach wie vor nicht. Allerdings sind die familiären Verhältnisse weitgehend unbekannt.

    Mich macht vor allem der letzte Absatz des Artikels, wonach die Erpressung dem Opfer stark zugesetzt, der Mann Suizidgedanken gehabt habe und bis heute in psychiatrischer Behandlung sei, stutzig.

    Seine Frau muss das doch gemerkt haben. Spätestens dann war es an der Zeit, mit der Wahrheit rauszurücken.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 GronkelAnonym
  • 11.05.2017, 11:39h
  • Antwort auf #2 von TheDad
  • "Was genau hat die Vorstrafe eines Angeklagten damit zu tun, ob er in einem anderem Fall Schuldig oder Unschuldig ist ?
    Dein hier mitgedachtes
    "der vorbestrafte ist doch sowieso schuldig"
    ist völlig absurd.."

    Noch deutlicher kann man wohl nicht erkennen, dass die zuvor vergebene Strafe keine ausreichende Wirkung im Sinne einer Verbesserung des Verhaltens vom Angeklagten bewirkt hat.
    Da stellt sich nicht die Frage ob ein Vorbestrafter sowieso schuldig sei, sondern warum man nicht grundsätzlich bei Wiederholungstätern die Strafen massiv anzieht. Dann haben wir auch nicht das Problem mit Intensivtätern.
    Manche lernen es beim ersten mal manche lernen es nie. Aber für diejenigen die es nie lernen müssen ja nicht die Opfer diejenigen sein die es auszubaden haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 TheDadProfil
  • 11.05.2017, 12:22hHannover
  • Antwort auf #8 von Gronkel
  • ""Noch deutlicher kann man wohl nicht erkennen, dass die zuvor vergebene Strafe keine ausreichende Wirkung im Sinne einer Verbesserung des Verhaltens vom Angeklagten bewirkt hat.""..

    Was an dem Satz
    ""Einmal völlig abgesehen von dem vorliegendem Fall..""
    hast Du nun nicht verstanden ?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 GronkelAnonym
  • 12.05.2017, 08:03h
  • Antwort auf #9 von TheDad
  • "Was an dem Satz
    ""Einmal völlig abgesehen von dem vorliegendem Fall..""
    hast Du nun nicht verstanden ?"

    Dann weiß ich nicht warum du Patroklos überhaupt geantwortet hast, bzw. er nimmt Bezug auf den Artikel und du nimmst einen Halbsatz seiner Aussage und tust so als hätte er nicht davon gesprochen.
  • Antworten » | Direktlink »