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Nur noch ein bisschen Restdiskriminierung bleibt

Evangelische Kirche der Pfalz stärkt Homo-Paare

Bald werden Hochzeitsglocken für gleichgeschlechtliche Paare in der Pfalz erklingen. Als Zugeständnis an homophobe Gemeindemitglieder darf die Zeremonie allerdings nicht Trauung heißen.


Die Synode hat sich einstimmig dafür entschieden, gleichgeschlechtliche Paare künftig fast gleichzubehandeln (Bild: Evangelische Kirche der Pfalz)

In der Pfalz wird die gottesdienstliche Begleitung für Menschen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft durch eine Änderung der Kirchenbuchordnung der Trauung fast gleichgestellt. Das hat die Synode der Evangelischen Kirche der Pfalz, der mehr als eine halbe Million Gläubige angehören, am Donnerstag in Speyer beschlossen. Es gab keine einzige Gegenstimme.

Bislang erlaubte die Kirche nur eine öffentliche Segnung von Homo-Paaren, die aber nicht ins Kirchenbuch eingetragen werden durfte. Seit vergangenem Jahr ist es immerhin möglich, dass sich Gläubige, die sich in einer anderen Landeskirche trauen ließen, ins Kirchenbuch eintragen dürfen (queer.de berichtete).

Der neuen Regelung zufolge wird künftig die gottesdienstliche Begleitung als Amtshandlung verstanden, die in ein einheitliches Kirchenbuch eingetragen wird. Der Begriff der Trauung bleibe allerdings wie bisher der heterosexuellen Eheschließung vorbehalten, erklärte Oberkirchenrat Dieter Lutz. Hier folge die Landeskirche dem deutschen Recht, das zwischen eingetragener Lebenspartnerschaft und Ehe unterscheide.

Pfarrer oder Kirchenvorstand dürfen weiterhin Homo-Paare abweisen

Eine weitere Einschränkung bleibt bestehen: Wie bisher darf der Pfarrer eine Zeremonie für Homo-Paare wegen der sexueller Orientierung ablehnen. Auch der Vorstand der Kirchengemeinde kann weiterhin die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare aus biblisch begründeter Abneigung gegenüber Schwulen und Lesben verhindern.

Die beschlossene Änderung der Kirchenbuchordnung ist laut Oberkirchenrat Dieter Lutz ein Kompromiss zwischen den Forderungen nach völliger Gleichbehandlung auf der einen Seite und der Ablehnung der Begleitung homosexueller Paare als Amtshandlung auf der anderen.

LSVD: Landeskirche ist "auf dem richtigen Weg"

Der Lesben- und Schwulenverband begrüßte die Reform: "Religion und Akzeptanz von Lesben und Schwulen müssen sich nicht ausschließen", erklärte LSVD-Sprecherin Henny Engels. "Auch wenn Segnungen und Traugottesdienste weiterhin unterschiedlich behandelt werden, befindet sich die Evangelische Landeskirche auf dem richtigen Weg hin zu der Trauung der Liebe zweier Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht."

Innerhalb der evangelischen Kirche in Deutschland gibt es bereits seit Jahren Auseinandersetzungen, ob Schwule und Lesben gleichbehandelt werden sollen. 2013 stellte die EKD eine Orientierungshilfe vor, nach der gleichgeschlechtliche Paare als "gleichwertig" anzusehen seien (queer.de berichtete). Konservative Teile der Kirche haben dieses Papier allerdings nie akzeptiert.

Bislang sind öffentliche Trauungen in vier der 20 evangelischen Landeskirchen möglich – in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Hessen und Nassau, Baden sowie im Rheinland. In allen anderen Landeskirchen – mit Ausnahme der erzkonservativen Kirche im "Demo für alle"-Land Württemberg – sind Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren erlaubt. (dk)



#1 Lügen-GerdAnonym
  • 11.05.2017, 13:55h
  • Nach Gerd Lübbers Ansicht dürfte dieser Artikel gar nicht existieren, da queer.de doch eine pöhse linke Seite ist und positive Meldungen unterschlägt:

    "Ähnlich ist es bei dem linken Internetportal von Queer.de seit Jahren zu lesen: gegen die Katholische Kirche, den Papst und auch die Landeskirchen der EKD wird gern ein negativer Artikel nach dem nächsten seit Jahren von der Queer-Redaktion verfasst; wenn in einer einzelnen Kirchengemeinde einmal ein lesbisches Paar keine kirchliche Trauung erhält, dann bekommt dies bei Queer.de sofort einen Negativartikel (
    www.queer.de/detail.php?article_id=26536)
    ; aber noch nie erschien auf dem linken Internetportal der Queer auch nur ein positiver Artikel, zu den vielen kirchlichen Trauungen oder Segnungsgottesdiensten christlicher homosexueller Paare, die in den Landeskirchen vor dem Altar bereits kirchlich sich getraut haben und einen Segnungsgottesdienst erhalten haben. Noch nie gab es dort eine Homestory oder dergleichen zu einem glücklichen christlichen Paar, das in einer Landeskirche der EKD eine Trauung oder einen Segnungsgottesdienst erhielt."

    donotlink.it/LBGp
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#2 Actuarius45Anonym
  • 11.05.2017, 14:04h
  • Damit können homosexuelle Paare nach ihrem Gang zum Standesamtsklo nunmehr in 76 von 21 Landeskirchen der EKD nunmehr heiraten.

    Ihr kommunistischen Islamisten ärgert euch doch nur, dass nunmehr in 475 anderen urinierten, deprimierten, vorfabrizierten und alt-kathartischen Kirchen der Welt homosexuelle Paare nunmehr etymologisch und theokratisch akzeptiert sind.

    --- > Deshalb der FDP, die das alles nunmehr durch den Geist von St. Guido, dem einzigen schwulen Politiker der ganzen Welt, ermöglicht hat, gilt nunmehr hier mein großes Lob.

    Hallelujah!
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#3 SebiAnonym
  • 11.05.2017, 15:34h
  • "Nur noch ein bisschen Restdiskriminierung bleibt"

    Es gibt nicht "nur ein bisschen Restdiskriminierung".

    Entweder ist man gleichgestellt oder halt nicht (sprich: diskriminiert).
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#4 SebiAnonym
#5 userer
  • 11.05.2017, 16:33h
  • Wenn das okkultistische Ritual nicht "Trauung" genannt werden darf, erklingen auch keine Hochzeitsglocken, liebes queer.de, sondern einfach nur weiterhin diskriminierendes "gottesdienstliches Begleitungsgebimmel" :-)
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#6 SanottheEhemaliges Profil
  • 11.05.2017, 16:46h
  • "Der Lesben- und Schwulenverband begrüßte die Reform:"

    Es hat schon seine Gründe, dass ich weder Mitglied einer Kirche bin, noch Mitglied des LSVD.

    ***

    Herzlichen Dank an Queer.de für den wunderbaren Sarkasmus in der Schlagzeile!

    Es sei klargestellt: Auch wo die verbleibende Diskriminierung "klein" ist (wobei ich sie im vorliegenden Fall nicht für klein halte), ist sie noch da. Und Diskriminierung bleibt Diskriminierung.

    Gleichstellung kann es nur zu 100% geben - sonst ist es schlicht keine.

    Der Rest ist Augenwischerei.

    www.kirchenaustritt.de/
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#7 Christ39Anonym
  • 11.05.2017, 16:58h
  • Wenn ich es richtig sehe, hat die Badische Landeskirche im letzten Jahr die Trauung für Homo-Paare beschlossen und geht mit ihrem Beschluss deutlich weiter als andere Landeskirchen. Allerdings gibt es auch hier einen "Rest": Pfarrer_innen dürfen die Trauung weiterhin ablehnen. Allerdings kann es nicht passieren, dass nicht getraut wird: dann übernimmt jemand anders die Amtshandlung.
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#8 LaurentProfil
  • 11.05.2017, 18:20hMetropolregion Rhein-Neckar
  • >>Die Anerkennung selbst kleiner Fortschritte zieht größere Fortschritte nach sich.<<

    Unbekannter Autor.
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#9 RobinAnonym
#10 Ralph
  • 11.05.2017, 20:13h
  • Was ändert sich denn groß? Weiterhin darf jeder Pfarrer und jedes Presbyterium aus privatem Hass eine gleichgeschlechtliche Hochzeit ablehnen bzw. in der eigenen Gemeinde verbieten. So wie es damals bei uns die zuständige Pfarrerin tat und eine solche Zeremonie zwischen Schwulen als "Zirkus" diffamierte. Unser Geld will die Kirche haben - als gleichwertige Menschen anerkennen will sie uns nicht. Das war einer von mehreren Gründen, damals (2002) aus der Pfälzischen Landeskirche auszutreten. Auch nach der jetzigen "neuen" Lage würde ich austreten.
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