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Nordrhein-Westfalen

Studie: Mehr Sexarbeiter mit Migrationshintergrund

Veränderungen in der mann-männlichen Sexarbeit machen die Präventionsarbeit laut einer neuen Studie komplizierter.


Die Anbahnungsaktivitäten verlagern sich laut der 96-seitigen Studie immer mehr ins Internet (Bild: craig Cloutier / flickr)

Der Anteil von männlichen Sexarbeitern, die einen Migrationshintergrund haben, ist in den letzten Jahren angewachsen. Darauf machte die Aidshilfe NRW am Donnerstag bei der Vorstellung der jüngsten Studie (PDF) zur Lebenslage von sogenannten "male*Escorts" in Dortmund, Essen, Düsseldorf und Köln aufmerksam.

In der Studie heißt es: "Seit den Erhebungen in den Jahren 2001 und 2008 hat sich die Situation bezüglich der mannmännlichen Prostitution in NRW weiter verändert. Der Anteil von male*Escorts mit Migrationshintergrund ist deutlich gestiegen. Die Bedarfe an Prävention und sozialer Integration haben sich verändert und sind weiter gewachsen."

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich die mann-männlichen Sexarbeit, wie die Sexarbeit insgesamt, in einem starken Wandel befinde. "Dieser Veränderungsprozess wird sehr stark durch die Verdrängung der Szene aus dem öffentlichen Raum und die Umsetzung entsprechender Sperrgebietsverordnungen durch die Kommunen beeinflusst", erklärte Peter Struck, stellvertretender Landesvorsitzender der Aidshilfe NRW.

"Männliche Escorts sind an schwulen Szeneorten oder an öffentlichen Plätzen immer weniger anzutreffen, vielmehr verlagern sich ihre Anbahnungsaktivitäten fast vollständig in die einschlägigen Internetportale. Das hat natürlich auch Einfluss auf die Präventionsaktivitäten der Aids-Hilfen", sagte Struck.

Große Wissenslücken bei Nicht-EU-Escorts

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) sagte, die Studie mache deutlich, wie wichtig die "zielgruppenspezifische HIV-Prävention bei männlichen Escorts" sei. Sie begrüßte, dass ein "gestiegenes Wissensniveau" bei Übertragungswegen von HIV und Präventionsstrategien festgestellt werden konnte. Allerdings bestünden große Wissenslücken bei Sexarbeitern, die nicht aus der EU kommen. Daher müssten "Anstrengungen verstärkt werden, über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen aufzuklären, Schutzstrategien zu vermitteln und über ärztliche Angebote zu informieren", so Steffens.


Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens macht sich für "zielgruppenspezifische HIV-Prävention" stark (Bild: MGEPA / Franklin Berger)

Die Studie belegte zudem, dass insbesondere in ärmlichen Verhältnissen lebende Escorts mit Migrationshintergrund einem höheren Risiko ausgesetzt sind, sich mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren. Die Politik müsse sich daher auf in der Sexarbeit tätige Migranten, von denen nicht wenige heterosexuell seien und keine Krankenversicherung hätten, einstellen, forderte Peter Struck. "Darüber hinaus befürchten die an der Studie beteiligten Organisationen, dass das neu beschlossenen Prostituiertenschutzgesetz die Situation der Escorts nicht verbessern wird", so Struck. Das Bundesgesetz wurde in der Vergangenheit von Prostituiertenverbänden und Aids-Hilfen kritisiert, weil etwa Kondom- und Meldepflichten Sexarbeiter in den Untergrund drängten (queer.de berichtete).

Die Studie wurde von dem Projekt "Neonlicht" der Aids-Hilfe Dortmund, von der Aids-Hilfe Düsseldorf, vom Projekt "Nachtfalke" der Aids-Hilfe Essen und dem Kölner Stricherprojekt Looks e.V. gemeinsam mit der SPI-Forschung aus Berlin koordiniert. 125 Escorts beteiligten sich an der Befragung, 15 stellten sich zudem persönlichen Interviews.

Zuletzt gab es auch aus Berlin Berichte, dass sich in der Hauptstadt ein regelrechter Flüchtlingsstrich entwickle (queer.de berichtete). (pm/cw)



#1 tchantchesProfil
  • 11.05.2017, 23:26hNaseweishausen
  • "Die Bedarfe an Prävention und sozialer Integration haben sich verändert und sind weiter gewachsen."

    Die bitte was...?
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#2 Robby69Ehemaliges Profil
  • 16.05.2017, 08:45h
  • So lange Sexarbeit immer noch in die Illegalität abgedrängt wird und nicht komplett legalisiert wird, sehe ich bzgl. der Prävention schwarz (im wahrsten Sinne des Wortes).
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