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"Schlafen kann ich, wenn ich tot bin" meinte der schwule Ausnahmeregisseur Rainer Werner Fassbinder einmal. Der 1982 Verstorbene wäre jetzt 60 Jahre alt geworden.

Von Christian Scheuß

Sie hängt noch nicht sehr lange am Filmhaus in Bad Wörishofen, die Gedenktafel für Rainer Werner Fassbinder. Das kleine Lichtspielhaus ehrt mit der im vergangenen Jahr enthüllten Steininschrift ein Kind der Stadt. Denn der Skandalregisseur ist in dem Kneippkurort zur Welt gekommen. Da Fassbinders Mutter eigentlich nur zur Entbindung in Wörishofen war und direkt danach nach München zog, hatte man in dem Ort keinen großen Gedanken verschwendet an den prominenten Sohn der Stadt, bis der engagierte Kinoleiter, der auch alljährlich schwule Filmfestivals engagiert, die Initiative ergriff.

Jetzt ist er wieder in aller Munde. Am 31. Mai 2005 wäre Rainer Werner Fassbinder 60 Jahre geworden. Er starb am 10. Juni 1982 an einer Überdosis Drogen, kurz nach Fertigstel-lung seines Filmes "Querelle". Trotz seines frühen Todes hinterließ er ein umfassendes und beeindruckendes Werk von mehr als 40 Filmen sowie zahlreiche Drehbücher, Hörspiele und Theaterstücke. Bereits zu Lebzeiten wurde seine Arbeit kontrovers diskutiert, doch eines blieb sicher: Ob Fan oder Kritiker – an Fassbinder kam man nicht vorbei. Bis heute gilt er als der wichtigste Regisseur des Neuen Deutschen Films. Seine kritischen Gesellschaftsdramen brachten ihm weltweite Anerkennung ein, nicht umsonst zählt er zu den international meistgespielten deutschen Nachkriegskünstlern.

Anlässlich des 60. Geburtstags des 1982 verstorbenen Regisseurs gibt es genügend Gelegenheit, den Autorenfilmer neu zu entdecken. Am 23. August erscheint unter dem Label "Arthaus" Fassbinders "BRD-Trilogie" mit den Filmen "Lola", "Die Sehnsucht der Veronika Voss" und "Die Ehe der Maria Braun". Des Weiteren werden in diesem Jahr "Mutter Küsters’ Fahrt zum Himmel", "Faustrecht der Freiheit", "Warnung vor einer heiligen Nutte" und "Rio das Mortes" auf DVD von Kinowelt veröffentlicht. Bereits erhältlich sind "Lili Marleen", "Fontane Effi Briest", "In einem Jahr mit 13 Monden", "Die Ehe der Maria Braun", "Die dritte Generation", "Deutschland im Herbst", "Martha", "Lola", Warum läuft Herr R. Amok?" und "Die Sehnsucht der Veronika Voss".

31.05.2005



#1 madridEUAnonym
  • 26.06.2005, 10:42h
  • @bernhard: Ein hartes Urteil, was Du da über Fassbinder fällst. Einige seiner Filme finde ich zwar auch langweilig, dann aber wieder halte ich andere dafür umso mehr für Meisterwerke, wobei sein Aussehen und seine Homosexualität doch keine Rolle spielen dürfte.
    Unvergessen mein ganz persönliches Lieblingsdrama "Bollwieser".
    Dann hat "Petra von Kant" international ungeheures Aufsehen erregt. Den eher schwachen Film "Querelle" dagegen als sein Requiem hochzustilisieren, halten Experten für nicht haltbar. Aber wie schon vom Verfasser vermerkt, entweder liebt man Fassbinder oder man lehnt ihn ab.
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#2 madridEUAnonym
  • 26.06.2005, 10:48h
  • Noch etwas: Fassbinders "Effie Briest" wurde im Gegensatz zu der Ruth-Leuwerik-Schnulze aus den 50er Jahren von Literaturkritikern als ein Werk gelobt, das
    Fontane am nächsten kam. Ich hoffe doch, hiermit @bernhard etwas milder gestimmt zu haben.
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