Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28810

Banda Aceh

Indonesien: 80 Stockhiebe für mutmaßliche Schwule gefordert

Im bevölkerungsreichsten mehrheitlich muslimischen Land der Welt sollen zwei Männer wegen Homosexualität eine brutale Folterstrafe erhalten.


In Indonesien gibt es eine regelrechte Kampagne gegen sexuelle Minderheiten (Bild: Ed Uthman / flickr)

Die Staatsanwaltschaft im indonesischen Banda Aceh hat am Mittwoch bei einer gerichtlichen Anhörung 80 Stockhiebe für zwei junge Männer gefordert, die der Homosexualität beschuldigt werden. Der australische Sender ABC berichtet, die Ankläger würden in Gerichtsunterlagen argumentieren, dass die "Taten" der Beschuldigten, eines 20- und eines 23-Jährigen, "ein schlechtes Licht auf die Bevölkerung von Aceh" werfen würden. In dem Dokument heißt es auch, dass die Männer gestanden hätten, ein Liebespaar zu sein.

Die beiden Männer, die beim Prozess mit Handschellen aneinander gekettet waren, wären die ersten Personen, die wegen Homosexualität eine Folterstrafe erhalten, nachdem die Provinz Aceh 2015 das auf der Scharia basierende Verbot für gleichgeschlechtliche Handlungen einführte (queer.de berichtete). Als Maximalstrafe sind 100 Stockhiebe vorgesehen. Die Staatsanwaltschaft blieb aber unter diesem Strafmaß mit der Begründung: "Die Angeklagten sind nicht vorbestraft. Sie sind immer noch jung genug, dass sie eine Chance haben, ihr Verhalten zu ändern."

Die Beschuldigten waren vor gut einem Monat verhaftet worden, nachdem ein homophober Mob in ihre Wohnung eingedrungen war und sie offenbar im Bett erwischt hatte (queer.de berichtete). Im Internet ist ein verwackeltes Video veröffentlicht worden, das die beiden verzweifelten "Täter" zeigen soll.

Indonesien wird intoleranter gegenüber Minderheiten

Eine Verurteilung könnte das bislang vorherrschende liberale Image von Indonesien weiter beschädigen. Erst am Dienstag hatte ein Gericht den früheren Gouverneur von Jakarta, einen Christen, zu zwei Jahren Haft wegen Gotteslästerung verurteilt. Sein "Vergehen": Er hatte während des Wahlkampfes gesagt, dass Muslime bei einer Wahl auch für einen Nicht-Muslim stimmen dürften.

Für sexuelle Minderheiten hat sich die Situation in dem bevölkerungsreichsten muslimischen Land, das außer in Aceh Homosexualität nicht direkt unter Strafe stellt, in letzter Zeit erheblich verschlechtert: Vergangenes Jahr beklagte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, dass ein "nie dagewesener Angriff" auf LGBTI-Rechte im 250 Millionen Einwohner zählenden Land stattfinde (queer.de berichtete). Im Januar kritisierte das Europäische Parlament die "wachsende Intoleranz" in Indonesien und forderte, "die Rechte von LGBTI-Personen nicht noch weiter zu beschneiden" (queer.de berichtete).

Erst vor knapp zwei Wochen waren in Indonesiens zweitgrößter Stadt Surabaya bei einer "Party" insgesamt 14 Männern festgenommen worden, weil sich einige der Teilnehmer schwule Pornofilme angeschaut haben sollen (queer.de berichtete). Acht der Festgenommenen droht wegen eines Anti-Pornografie-Gesetzes eine Haftstrafen von bis zu 15 Jahren. (dk)



#1 Bali boykottierenAnonym
  • 11.05.2017, 17:35h
  • Bei den beiden wurde widerrechtlich in der Wohnung eingebrochen. Dafür sollte jeder der beteiligten Personen massiv zur Verantwortung gezogen werden. Man stelle sich das Trauma dieses Liebespaares vor. Solchen Menschen gehört sofortiges Asyl im Westen zugesprochen.

    Vom homophoben Mob im intimsten Bereich "erwischt" und dabei schon beleidigt geschlagen soll jeder vom "Gericht" bestimmt auch noch 80 Peitschenhiebe erhalten. Je nachdem wie da zugehauen wird überlebt das einer nicht. Wo bleibt der internationale Aufschrei? Wir müssen Indonesien mit einem Touristenboykott drohen. Auch wenn die liebenswerten hinduistischen Menschen auf Bali für die muslimischen Extremisten in Banda Aceh nix können. Das würde Indonesien treffen. Nur übers Geld lassen sich manche rückständige Staaten zur Einhaltung der grundlegendsten Menschenrechte bringen!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Sven100Anonym
#3 RobinAnonym
#4 panzernashorn
  • 12.05.2017, 02:24h
  • Religiotischer Wahn als Grundlage schlimmster Menschenrechtsverletzungen - grauenhaft.

    Nach wie vor hilft eigentlich nur Aufklärung, Aufklärung und nochmals Aufklärung..........

    Die armen Opfer dauern mich bis ins Mark - hoffentlich bleibt ihnen diese Tortur erspart..........
  • Antworten » | Direktlink »
#5 seb1983
#6 reisekaufmenschAnonym
  • 12.05.2017, 12:16h
  • jeder der jetzt noch als tourist in dieses urlaubsparadies fährt, macht sich mitschuldig am rituellen foltern und ermorden von schwulen.
  • Antworten » | Direktlink »