Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28811

LGBTI als "gestörte Männer und Frauen" bezeichnet

Trotz homofeindlicher Hetze: Keine Ermittlungen gegen Andreas Laun

Die Salzburger Staatsanwaltschaft sieht nach abwertenden Äußerungen des Weihbischofes über Homo- und Transsexuelle nicht einmal den Anfangsverdacht einer Volksverhetzung gegeben.


Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun im Februar 2016 auf der homofeindlichen "Demo für alle" in Stuttgart (Bild: Norbert Blech)

Ein von vielen LGBTI als hetzerisch und abwertend empfundener Gastartikel des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun im Portal kath.net hat für ihn keine rechtlichen Konsequenzen. Nach Berichten österreichischer Medien stellte die zuständige Staatsanwaltschaft Vorermittlungen gegen den 74-Jährigen ein.

"Von einer Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wurde mangels Anfangsverdachtes einer von Amtswegen zu verfolgenden, gerichtlich strafbaren Handlung abgesehen", erklärte Robert Holzleitner von der Staatsanwaltschaft Salzburg am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur APA. Die Homosexuelle Initiative (HOSI) Salzburg hatte wie auch mehrere deutsche SPD-Politiker Strafanzeige gegen Laun wegen Volksverhetzung gestellt (queer.de berichtete).

In dem "Hirtenbrief" hatte Laun Mitte März betont, dass es dem "Teufel" bei der "Gender-Ideologie" gefalle, "dass es irgendwie gestörte Männer und Frauen gibt, die anatomisch eine kleine Missbildung haben oder eine sexuelle Anziehung zum eigenen Geschlecht verspüren und damit seine Lüge zu bestätigen scheinen" (queer.de berichtete). Bereits früher hatte der Bischof gegen die "teuflische Lüge" der Gender-Ideologie ausgeteilt, etwa auf einer "Demo für alle" in Stuttgart im letzten Jahr (queer.de berichtete).

Hetze als Meinungsäußerung

Auch in anderen Ländern ist die Justiz bei homo- oder transfeindlicher Hetze recht liberal. So stellte die Staatsanwaltschaft Graubünden vor rund zwei Jahren ein Verfahren gegen den Churer Bischof Vitus Huonder ein , nachdem dieser auf einem Kongress in Fulda eine alttestamentarische Forderung zur Bestrafung Homosexueller mit dem Tod wiedergegeben hatte. Huonder hatte sich davon nicht nur nicht distanziert, sondern betont, dass die Stelle der Diskussion um den kirchlichen Umgang mit Homosexualität die "rechte Wende" geben müsse und als "göttliche Ordnung" für den Umgang mit Sexualität "gilt" (queer.de berichtete).

In Deutschland weigerte sich die Staatsanwaltschaft Stendal vor wenigen Wochen, auf eine Anzeige wegen Volksverhetzung durch queer.de-Geschäftsführer Micha Schulze ein Verfahren gegen die Organisatorin der "Demo für alle", Hedwig von Beverfoerde, einzuleiten (queer.de berichtete). Diese hatte in einem Newsletter Lesben und Schwule als "LSBTTIQ-Sex-Lobby" verunglimpft, die sich "immer dreister" in Bildung und Erziehung der Kinder in Schule und Kindergarten einmische. Ohne diese Worte und ihre Wirkung näher zu analysieren, hatte die Staatsanwaltschaft betont, im Rahmen der Meinungsfreiheit seien "in politischer Auseinandersetzung" auch "abwertende Äußerungen zulässig" (queer.de berichtete). (cw)



#1 RobinAnonym
  • 11.05.2017, 21:10h
  • Wie immer:
    Die Katholen dürfen ungehindert und straffrei hetzen, pöbeln und aufs Übelste verleumden.

    Aber wehe, man kritisiert die - dann keifen sie gleich was von "Verfolgung" und "Unterdrückung".

    Das beweist nur wieder mal, dass diese menschenverachtende, totalitäre Hass-Sekte viel zu viel Einfluss und Macht hat und dass deren antidemokratische Bestrebungen akzeptiert werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 kuesschen11Profil
  • 11.05.2017, 21:25hDarmstadt
  • Nun wenn die Meinungsfreiheit bei den Staatsanwaltschaften so hochgehalten wird, dann müsste Herr Laun öffentlich als gestörter Bischof mit massiv unterdrückter Sexualität und nicht gelebter Liebe dargestellt werden. Zudem hetzt er gegen Menschengruppen durch Diskriminierung und Bevormundung.

    Allein die Missbrauchsfälle der Kleriker sprechen eine geheime eigene Sprache. Da sollte die Staatsanwaltschaft mal aus ihrem Schlaf aufwachen und mehr ganze Arbeit leisten.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 easykeyProfil
  • 11.05.2017, 21:30hLudwigsburg
  • Mir stellt sich die Frage, wer zahlt jetzt wem was damit es nicht zur öffentlichen Anklage kommt?

    Ein Blick ins Geschichtsbuch bringt mich immer wieder zum Staunen....aber das katholische Marketing funktioniert seit 2000 Jahren....erschreckend.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Angelika OetkenAnonym
  • 11.05.2017, 22:34h
  • Gerade in kirchlichen Gefügen gilt: wer selbst am meisten zu verbergen hat, keilt und keift am eifrigsten.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 habemus_plemplem
  • 11.05.2017, 22:57h
  • Mal kurz ein bisschen Huonder-Logik:

    Die theologische Bewertung homosexueller "Handlungen" hat sich anscheinend nach dem Alten Testament zu richten und lässt sich folgendermaßen kurz zusammenfassen: "Sie haben eine Gräueltat begangen! Beide werden mit dem Tod bestraft! Ihr Blut soll auf sie kommen."

    Beim seelsorgerischen Handeln der Kirche dürfen wir uns hingegen glücklich schätzen, die Vorzüge des Neuen Testaments genießen zu dürfen: In vollem Bewusstsein vorgenannter theologischer Bewertung, welche unverhohlen geäußert und mit Zähnen und Klauen verteidigt wird, übt man sich dennoch "in pastoraler Liebe", um "die Menschen aus dem Zustand der gefallenen Natur zu befreien." (sic!)

    Da haben wir ja nochmal Glück gehabt, dass die theologische Bewertung nicht mehr so zum Maßstab des Handelns gemacht wird. Jesus sei Dank! Ist das nicht ... gnädig? Gelobet sei der Herr!

    Das mit der "gefallenen Natur" fand sich bei Huonder übrigens nicht etwa in der Anklageschrift, sondern in seinem zweiten Versuch einer Stellungnahme, um den Shitstorm endlich zu stoppen.

    Die Langfassung der Huonder-Logik kann man sich bei Interesse hier antun:
    www.bistum-chur.ch/aktuelles/stellungnahme-bischof-vitus-huo
    nder/


    Wer da glaubt, Laun für die Unterstellung einer einfachen "Teufelsgefälligkeit gestörter Männer und Frauen" drankriegen zu können, der hat nicht kapiert, dass sie damit durchkommen. Dass sie damit IMMER durchkommen. Denn auch Laun wird seine "theologische Bewertung homosexueller Handlungen" zwar offensiv vertreten wollen, sie aber selbstverständlich nicht zur Grundlage seines Handelns erklären - sondern seine katholische Perversion von pastoraler Liebe, Takt und Mitleid. Bis dies justiziabel wird, werden wir uns wohl noch etwas gedulden müssen.

    Oder wurde jemals einer von ihnen wegen Volksverhetzung verknackt? Beispiele sind herzlich willkommen. Versuchen muss man's jedenfalls immer wieder!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 PeerAnonym
  • 12.05.2017, 00:11h
  • Die Kinderschänder-Sekte will von ihren Verbrechen ablenken, indem sie mit Schmutz auf andere schmeißt.

    Ich kann nur hoffen, dass die und alle ihre Unterstützer bald die Quittung dafür bekommen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 YannickAnonym
  • 12.05.2017, 00:18h
  • Diese Hassprediger sind dermaßen vom Hass zerfressen, dass sie die ganze Welt und alle Menschen mit ihrem Hass überziehen und infizieren wollen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 stromboliProfil
  • 12.05.2017, 07:09hberlin
  • Sichtbar wird das zusammengehen von Justiz-Religion- und Politik hin zu einer großen Koalition einer Uminterpretation dessen, was in deren sinne "Meinungsfreiheit" bedeutet!

    Somit wird Meinungsfreiheit nicht nur neu gedeutet, sondern mit deren Rechtsempfinden besetzt.

    Interessant wird es sein, wie selbige nun im sinne ihrer "Meinungsfreiheit" freigesprochene reagieren, wenn ihnen eine ihnen unangenehme Meinungsfreiheit entgegenschallt..
    Dann möchte ich mal die beleidigten Kläger hören , die Anklagebegründungen und Urteile lesen...

    Dieser Staat wird NIE unser Staat sein!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 myysteryAnonym
  • 12.05.2017, 07:35h
  • Antwort auf #2 von kuesschen11
  • Der Unterschied wäre nur immer noch, dass dann nur dieser Bischof beleidigt würde und nicht eine gesamte Gruppe, die sonst lediglich durch ein Merkmal verbunden ist.

    Die Gleichgültigkeit der Staatanwaltschaft ist einfach nur bezeichnend. So ignorant gegenüber dem historischen Erbe kam man gar nicht sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 goddamn liberalAnonym