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Internationaler Tag gegen Homo- und Transphobie

IDAHOT 2017: Das sind alle Termine

Für diesen Mittwoch sind wichtige zentrale Kundgebungen in der Hauptstadt ebenso geplant wie bunte Aktionen im ganzen Land von Aachen bis Zwickau.


Einer von zahlreichen Rainbow-Flashs weltweit findet traditionell in Hamburg statt – dort spricht am Mittwoch auch Wanja Kilber von der deutsch-russischen Organisation Quarteera, der die niedrigschwellige Aktionsform zum IDAHOT erfunden hat (Bild: LSVD)

Mit über 60 deutschen Städten beteiligt sich an diesem Mittwoch erneut eine Rekordzahl am Internationalen Tag gegen Homophobie, der 2005 vom französischen Aktivisten Louis-Georges Tin ins Leben gerufen wurde und inzwischen in den meisten Städten auch den Kampf gegen Transphobie, in manchen Städten auch Bi- und Interphobie im Namen trägt.

Der jährlich am 17. Mai begangene IDAHOT, der sich zum zweitwichtigsten Tag queerer Sichtbarkeit nach dem CSD entwickelt hat, erinnert nicht an den Paragrafen 175, mit dem in Deutschland schwule Männer strafrechtlich verfolgt wurden, sondern an jenen Tag im Jahr 1990, als die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität von der Liste der Krankheiten gestrichen hat.

Das offene Konzept des Tages ließ unterem die Aktionsform eines Rainbow-Flashs wachsen – der Protest, bei dem oft bunte Ballons in die Luft gelassen werden, ist auch in repressiveren Ländern möglich. So gibt es jährlich weltweite Bilder etwa von Aktionen in Russland, China oder Uganda. Da die Kundgebungen zum IDAHOT zugleich recht einfach zu organisieren sind, gibt es ihn auch teils in sehr kleinen Städten – morgen etwa im sächsischen Wurzen mit seinen rund 16.000 Einwohnen.

» Hier geht es direkt zur bundesweiten Termin-Übersicht

IDAHOT im und vor dem Bundestag

In Deutschland wird es an diesem Mittwoch zugleich mehrere zentrale Aktionen in Berlin geben: Um 10 Uhr rufen mehrere Organisationen wie "Enough is Enough" und die Deutsche Aids-Hilfe zu einem Foto-Termin "Der Reichstag unter dem Regenbogen" auf. Er dient zur Untermauerung eines Appells von Organisationen aus dem ganzen Land gegen Rechts, der am Mittwoch um neun Uhr unter vielfalt-fuer-alle.org veröffentlicht und von jedem unterzeichnet werdet kann – er richtet sich "gegen die beispiellosen neuen Anfeindungen durch die AfD und Strömungen wie die 'Demo für alle'" und soll eine Vision entwickeln "einer freien und offenen Gesellschaft, die allen Menschen Schutz und Unterstützung bietet".




Zwischen 14.30 Uhr und 18 lädt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes zudem zum Aktionstag "Gleiches Recht für jede Liebe" am Brandenburger Tor, bei dem sich Organisationen aus dem ganzen Land mit Infoständen vorstellen. Das umfangreiche Bühnenprogramm (PDF) bietet Musik, Unterhaltung und vier Talkrunden zum Paragrafen 175, zur Lage in Tschetschenien, zu Diskriminierungserfahrungen sowie zur Ehe für alle. Teilnehmen werden u.a. Bundesjustizminister Heiko Maas, die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Bärbel Kofler und der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit.

Etwas bizarr ist die für 16.45 Uhr angesetzte Debatte zur Ehe für alle mit Bundestagsabegordneten – um 16.15 Uhr debattiert auch der Bundestag selbst das Thema mit vermutlich teils den gleichen Abgeordneten. Eine Abstimmung ist nicht vorgesehen, vielmehr werden auf Antrag der Opposition erneut die andauernden Vertagungen der Gesetzentwürfe von Linken, Grünen und Bundesrat im Rechtsausschuss zum Thema im Plenum gemacht (queer.de berichtete).

Aktionen im ganzen Land

Insgesamt sind Kundgebungen, Talkrunden oder Filmvorführungen in über 60 Städten geplant. Ein Kurzfilm, "Por Un Beso", wird zudem in mehreren Kinos in NRW im regulären Programm gezeigt und bildet am Abend zusammen mit anderen Filmen und einer Talkrunde einen Höhepunkt einer Idahot-Aktion im Kölner Filmforum.

Eine besondere Aktion ist in Düsseldorf geplant: Das Queer refugee network NRW, Queer Refugees for Pride, die Fachstelle Queere Jugend NRW und die Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative rufen mehrsprachig zu einer Veranstaltung ab 15 Uhr am Rathaus auf, bei der mit Schuhen an verfolgte LGBTI erinnert wird.




Eine aktuelle Relevanz haben viele der Aktionen: Während Aktivisten von Quarteera in Berlin und Hamburg etwa von der Verfolgung in Tschetschenien berichten werden, steht die alljährliche Demonstration zum IDAHIT in München unter dem Eindruck der brutalen homofeindlichen Gewalt gegen einen 30-Jährigen im Glockenbachviertel am letzten Freitag (queer.de berichtete). "Wir sind schockiert über das, was passiert ist", sagt Kai Kundrath vom Schwulenzentrum Sub. "Die Männer, um die es geht, sind schon vor der Tat vor dem Sub aufgefallen; sie waren äußerst aggressiv, pöbelten, schlugen gegen die Fensterschreibe und beleidigten unsere Gäste." Auch daran werde man bei der Demonstration erinnern, die um 19.30 Uhr in der Müller-, Ecke Thalkirchner Straße mit Ansprachen beginnt. (nb)

Direktlink | Der Kampf gegen Homo- und Transphobie hat auch in Deutschland seine Berechtigung: Das Medienprojekt queerblick hat Menschen befragt, welche Erfahrungen Sie mit Diskriminierung gesammelt haben. Die erschreckende Antwort: Etwa die Hälfte der Befragten hat bereits in ihrem Umfeld Anfeindungen gegen Schwule, Lesben, Bisexuelle und Trans*-Menschen erlebt. Sie setzen deshalb in diesem Video ein Zeichen für Akzeptant und Vielfalt.



#1 Janana
  • 16.05.2017, 18:34h
  • Ich finde es schade, immer wieder darauf hinweisen zu müssen, dass der IDAHOT auch ein T im Namen trägt.

    Wenn man feiert, dass Homosexualität schon seit langem aus der ICD gestrichen wurde, dann muss man auch darauf hinweisen, dass "Transsexualismus" (wie es in der ICD-10 genannt) immer noch drin steht und zwar als "schwere Persönlichkeitsstörung".
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#2 FckafdAnonym
#3 Janana
  • 16.05.2017, 19:47h
  • Antwort auf #2 von Fckafd
  • Richtig. Dass Genitalverstümmelung bei intersexuellen Kindern in Deutschland noch immer nicht verboten und dementsprechend an der Tagesordnung ist, darauf sollte man auch nicht hinweisen müssen. Dass so etwas selbstverständlich Thema an diesem Tag ist, sollte eigentlich klar sein.
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#4 Patroklos
#5 habemus_plemplem
  • 16.05.2017, 22:25h
  • WORMS! Ich raste aus! WORMS! Die Stadt, die sich als "Stadt der Religionen" vermarktet ...

    ... wo das Bierdeckel-Motto "Worms ist bunt!" nur gegen Fremdenhass gerichtet und die Gleichstellungsstelle nur für Frauenthemen zuständig ist, weil LGBTI-Menschen überhaupt niemand auf dem Schirm hat ...

    ... wo die einzige Schwulengruppe ausgerechnet DINOS ("die NORMALEN Schwulen") hieß und vor Millionen Jahren ausgestorben ist ...

    ... wo noch nie e bundes Fähnche geweht hod, wenn in Mainz oder in Mannheim CSD oder IDAHOT gefeiert wurde ...

    ... wo LGBTI-Menschen so sichtbar sind wie Albinohasen nachts im Schnee (... es sei denn, ich bin mit meinem Freund mal wieder zu Besuch dort) ...

    ... wo Darlehensverträge und Schenkungen unter gleichgeschlechtlichen Partnern, die miteinander eine sexuelle Beziehung hatten, noch 1982 vor dem Amtsgericht in erster Instanz als sittenwidrig galten (das steht heute noch im Wikipedia-Artikel zum LPartG) ...

    ... wo das einzige regelmäßige Angebot, das an LGBTI-, äh, ... nein, korrigiere: nur an "G-Menschen" gerichtet ist, ein Gay-Treff im Erdbeermund ist ...

    ... wo alle Studis am Wochenende heimfahren und das Stadbild zu 0,0% mitprägen ...

    ... wo es gerade vor ein paar Jahren erst eine erste "AIDS-Gala" gab (na immerhin!) ...

    ... wo sich in meinem Jahrgang alle erst nach dem ABI geoutet haben ... und dann größtenteils weggezogen sind ...

    ... wo einem Mitte der 90er noch kein Seelenklempner nahegelegt hätte, als stolzer schwuler Mann sein Glück zu suchen ... *hüstel* ...

    In diesem stellenweise durchaus sehr schönen und liebenswerten Städtchen, das trotz vieler GR-User doch immer eine LGBTI-Wüste geblieben ist, wird dieses Jahr was gemacht! Ich fasse es nicht! Dass ich das noch erleben darf...!

    ... aber wie heißt es hier heute doch so schön:
    www.worms.de/de/aktuelles/stadtnachrichten/2017-05-09-14-01-
    48.php


    " Startseite > Rathaus > Aktuelles >
    Worms zeigt Flagge gegen Homophobie

    Die von Ihnen aufgerufene Seite ist offline!"
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#6 Patrick GerberAnonym
  • 17.05.2017, 12:39h
  • Antwort auf #1 von Janana
  • Ist mir nicht bekannt.

    "In den 1990er Jahren wurde der Begriff Transsexualismus aus dem diagnostischen und statistischem Handbuch Psychischer Störungen, dem DSM-IV, entfernt und durch den Begriff Geschlechtsidentitätsstörung ersetzt."

    Beim Neuentwurf des ICD-11 gibt es ähnliche Ansätze.

    de.wikipedia.org/wiki/Transsexualit%C3%A4t#Medizinische_Ma.C
    3.9Fnahmen


    Irgendwo dort stehen muss die Geschlechtsidentitätsstörung, denn

    - geschlechtsanpassende Massnahmen, die
    - lebenslange Hormoneinnahme und
    - soziale Therapien (Wie verhalte ich mich unter Real-Life-Bedingungen im Wunschgeschlecht?)

    werden in Mitteleuropa ja von den Krankenkassen übernommen.

    Und wenn jemand nicht krank wäre, bräuchte er das Ganze ja wohl nicht. Dann könnte er es selber zahlen, oder einfach sein lassen, wie es auch in vielen Ländern üblich ist.
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#7 ursus
#8 Vater
#9 Janana
  • 17.05.2017, 15:14h
  • Antwort auf #6 von Patrick Gerber
  • Ist so:

    www.icd-code.de/icd/code/F64.-.html

    F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
    F64.- Störungen der Geschlechtsidentität
    F64.0 Tanssexualismus

    Die DSM ist nur in den USA gültig, und auch die "Gender Dypsphoria" gilt als problematisch.

    In der ICD-11 soll der Schlüssel gänzlich aus der Ecke der psychischen Diagnosen verschwinden - aber noch gilt die ICD-10. Frankreich und Dänemark haben per Gesetz diesen Diagnoseschlüssel aus der Anwendbarkeit genommen, in Deutschland ist es nach wie vor "die" Diagnose mitsamt allen Konsequenzen, selbst das TSG nimmt Bezug darauf - mit allen Konsequenzen.

    Es ist eine *DER* internationalen Forderungen schlechthin - der Psychopatholigisierung ein Ende zu bereiten - denn genau das ist gemeint - Trans als psychische Störung (jedweder Art).
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#10 Janana
  • 17.05.2017, 15:22h
  • Antwort auf #9 von Janana
  • Nachtrag:

    Der immer wieder kehrende Denkfehler ist, dass das Gesundheitssystem nur Krankheiten versorgt. Tut es nicht. Eine Schwangere hat Anspruch auf Versorgung, ohne dass sie krank ist.

    Das heißt auch, dass Diagnoseschlüssel keinen pathologischen Wert beinhalten müssen, lediglich eine "Feststellung" sind. Die Umsetzungsmöglichkeiten sind vielfältig, z.B. könnte man diesen Punkt unter Leistungen explizit im SGB verankern.

    Ähnlich gefordert hat dies unter anderem der Europarat in der Resolution 2048:

    assembly.coe.int/nw/xml/XRef/Xref-XML2HTML-EN.asp?fileid=217
    36=en


    6.3. as concerns gender reassignment treatment and health care:
    6.3.1. make gender reassignment procedures, such as hormone treatment, surgery and psychological support, accessible for transgender people, and ensure that they are reimbursed by public health insurance schemes; limitations to cost coverage must be lawful, objective and proportionate;
    6.3.2. include transgender people explicitly in suicide prevention research, plans and measures; explore alternative trans health-care models, based on informed consent;
    6.3.3. amend classifications of diseases used at national level and advocate the modification of international classifications, making sure that transgender people, including children, are not labelled as mentally ill, while ensuring stigma-free access to necessary medical treatment;

    Eine zunehmende Anzahl von Ländern hat dies bereits in verschiedenen Formen umgesetzt. Teilweise wurde gar eine behördliche Stelle eingerichtet, die darüber wacht und bei der man sich beschweren kann, wenn es Probleme gibt.

    Diese Probleme sollten im Jahr 2017 bekannt sein. Wo besser darauf hinweisen, wenn nicht auf Tagen wie dem IDAHOT?
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