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Nach Begnadigung

Chelsea Manning kommt frei

Die transsexuelle Whistleblowerin wird am Mittwoch nach sieben Jahren hintern Gittern freigelassen. Für viele LGBTI-Aktivisten und Bürgerrechtler ist sie eine Heldin, für viele Konservative dagegen eine Landesverräterin.


Chelsea Manning ist ab Mittwoch eine freie Frau

Zu Update springen: Manning twittert das erste Bild aus der Freiheit (16.30 Uhr)

Chelsea Manning wird am Mittwoch aus dem Hochsicherheitsgefängnis Fort Leavenworth in Kansas entlassen. Ihre Freiheit hat sie Ex-Präsident Barack Obama zu verdanken, der Mitte Januar als eine seiner letzten Amtshandlungen den größten Teil ihrer Haftstrafe erlassen und ihre Freilassung zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie am 17. Mai angeordnet hatte (queer.de berichtete). Regulär hätte die 29-Jährige bis 2045 ihre Strafe wegen Geheimnisverrats absitzen müssen.

Manning hatte 2010 als Angehörige der US-Streitkräfte umfangreiche Dokumente und Videos kopiert und der Plattform Wikileaks zugespielt, die diese veröffentlichte. Dadurch wurden unter anderem auch Kriegsverbrechen des US-Militärs im Irak publik. Sie wurde noch im selben Jahr festgenommen und nach einem Teilgeständnis 2013 zu 35 Jahren Haft verurteilt. Manning und ihre Anhänger hatten argumentiert, dass die Veröffentlichung von Kriegsverbrechen im Sinne der Öffentlichkeit und letztlich auch des Militärs seien.

Die Festnahme und Verurteilung der Whistleblowerin sorgten weltweit für Schlagzeilen, damals war sie noch unter dem Namen "Bradley Manning" bekannt. 2013 outete sie sich kurz nach ihrer Verurteilung als Transsexuelle (queer.de berichtete).

Während ihrer Zeit im Gefängnis berichteten sie und ihre Anwälte immer wieder über schlechte Haftbedingungen. So musste sie im Männergefängnis bleiben, wurde im Gefängnisalltag nicht als Frau anerkannt und klagte auf eine Geschlechtsanpassung. Im letzten Jahr unternahm sie zwei Selbstmordversuche, wie Manning später selbst erzählte. Den zweiten Versuch habe sie in Einzelhaft unternommen – diese Isolierung war ihr als Strafe für den ersten Suizidversuch auferlegt worden.

Manning dankt Obama und ihren Unterstützern

Nach ihrer Begnadigung habe sie neuen Mut gefasst, erklärte Manning in einer vergangene Woche von ihren Anwälten veröffentlichten Erklärung: "Zum ersten Mal kann ich eine Zukunft für mich als Chelsea sehen", so Manning. "Ich bin den Menschen, die mich am Leben erhalten haben, ewig dankbar: Präsident Obama, meinen Anwälten und den unzähligen Unterstützern."

Twitter / xychelsea

Manning ist während ihrer Zeit in Gefangenschaft zu einem Idol der Trans-Community avanciert und wurde etwa als erste US-Gefängnisinsassin Schirmfrau des CSD San Francisco. Konservative LGBTI-Aktivisten sahen in ihr aber eine Verbrecherin, die das Leben amerikanischer Soldaten aufs Spiel gesetzt habe. So kritisierten die Log Cabin Republicans, die größte LGBTI-Organisation der amerikanischen Republikaner, die Freilassung der Whistleblowerin scharf (queer.de berichtete). Präsident Donald Trump bezeichnete sie kurz nach seinem Amtsantritt als "undankbare Landesverräterin" (queer.de berichtete). (dk)

 Update  16.30 Uhr: Chelsea Manning ist frei
Am Vormittag (Ortzszeit) ist Chelsea Manning aus dem Gefängnis entlassen worden. Das berichte die BBC unter Berufung auf einen Militärsprecher. Zuvor hatten die Anwälte der Whistleblowerin gesagt, dass sie aus Sicherheitsgründen nicht mitteilen würden, wann Manning freigelassen wird und wohin sie zunächst gebracht werde.

Auf Twitter dokumentierte Manning ihre ersten Schritte in Freiheit:

Twitter / xychelsea



#1 OrthogonalfrontAnonym
#2 Paulus46Anonym
  • 17.05.2017, 11:29h
  • Es ist gut und richtig, dasss Manning frei kommt.

    Manning handelte in einer Zeit, als in den US-Streitkräften noch die "Don't ask, don't tell" Regelung bestand, die dann aber unter Obama erfreulicherweise dann aufgehoben wurde. Diese LGBT-feindliche damalige Regelung im US-Militär dürfte sicherlich Mitursache für Mannings Veröffentlichung von US-Dokumenten gewesen sein.

    Zwar wird es wohl weiterhin im US-Militär Mobbing gegen LGBTI-Militärangehörgie auch zukünftig geben, aber zumindest können LGBTI-Soldaten nunmehr offen Ihre dienstliche Arbeit ausführen und müssen sich nicht länger verstecken: auch haben schon eine Reihe von LGBTI-Soldaten des US-Militärs ihren Partner geheiratet, wie dies auf der US-Internetseite Advocate nachlesbar gewesen ist.

    ---

    Was Wikileaks angeht, stand ich dieser Plattform anfangs sehr positiv gegenüber; aber seitdem Assange in der Botschaft Ecuadors in London "eingesperrt" ist und Edward Snowden in Moskau ist, habe ich immer mehr den Eindruck, das Wikileaks zu einem Propagandainstrument der russischen Regierung wird, das über diese Plattform gezielt Dokumente streut, die russische Hacker "erbeutet" haben, wie die Dokumente von Hilllarys privaten Server, Ausschussdokumente im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages, Serverdokumente der französischen neuen Partei von Emmanuel Macron, usw.

    Die Plattform wird insbesondere zur Propaganda für Russlands Regierung in den letzten zwei Jahren oftmals verwendet.
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#3 FaktencheckAnonym
  • 17.05.2017, 12:23h
  • Antwort auf #2 von Paulus46
  • "Diese LGBT-feindliche damalige Regelung im US-Militär dürfte sicherlich Mitursache für Mannings Veröffentlichung von US-Dokumenten gewesen sein."

    Gibt es für diese Behauptung einen einzigen Beleg?
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#4 Paulus46Anonym
  • 17.05.2017, 12:32h
  • Antwort auf #3 von Faktencheck
  • "Diese LGBT-feindliche damalige Regelung im US-Militär dürfte sicherlich Mitursache für Mannings Veröffentlichung von US-Dokumenten gewesen sein."

    Gibt es für diese Behauptung einen einzigen Beleg?

    --> Nö dafür gibt es keinen Beleg von mir, aber das vermute ich "schwer", wenn ich mich in Mannigs Lage damals im Irak "hineindenke".
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#5 de nadaAnonym
  • 17.05.2017, 15:53h
  • "Im letzten Jahr unternahm sie zwei Selbstmordversuche."

    Queer.de berichtete.
    Über irgendwas anderes.
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#6 JetztAnonym
#7 Patroklos