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Einzelfall oder Repression?

Bangladesch: 29 Schwule bei Party festgenommen

Sondereinsatzkräfte stürmten eine "Homosexuellenfeier" in Dhaka. Die festgenommenen Männer sollen nun offenbar wegen Drogenbesitzes angeklagt werden.


Archivbild von Mitgliedern der Sondereinsatzkräfte der Polizei von Dhaka, die die Party gestürmt hatten

Verschärfen die Behörden Bangladeschs ihr Vorgehen gegen Homosexuelle? In der Hauptstadt Dhaka hat die Polizei in der Nacht zum Freitag fast 30 junge Männer festgenommen und das gegenüber Medien mit der Teilnahme an einer "Homosexuellenparty" begründet. Sondereinheiten des "Rapid Action Battalion" hatten die Feier in Keraniganj am Rande der Stadt gegen drei Uhr gestürmt.

"Homosexuelle aus 20 Distriken trafen sich da", sagte ein Polizeisprecher der Zeitung "Dhaka Tribune", in der von 29 Festnahmen die Rede ist – andere Medien berichten von 27. "Sie finden sich da in der Regel einmal alle zwei Monate zusammen." Die Festgenommen, die alle unter 30 Jahre alt und überwiegend Studenten seien, hätten gestanden, sich dort zu schwulem Sex getroffen zu haben. Sie hätten sich dazu in sozialen Netzwerken verabredet. Man habe schon lange Beschwerden aus der Bevölkerung zu den Partys erhalten.

"Wir haben 27 Menschen wegen Homosexualität festgenommen", sagte ein Sprecher der Polizei auch gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Sie sind Homosexuelle". Der Sprecher ließ gegenüber der Agentur offen, wegen welches Vergehens man die Männer anklagen wolle. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP sagte hingegen ein Sprecher, man wolle sie nicht wegen Homosexualität vor Gericht ziehen, da man sie nicht beim Sex erwischt habe, sondern wegen Drogenbesitzes. So habe man nicht nur Kondome vor Ort beschlagnahmt, sondern auch Marihuana.

"Schwulenparagraf" wurde kaum noch angewandt


Das Magazin "Roopbaan", dessen Gründer im letzten Jahr ermordet wurde

Die Festnahmen sorgten national und international für einige Schlagzeilen, weil Homosexualität in dem Land zwar verboten ist, das entsprechende Gesetz aus britischer Kolonialzeit aber kaum noch angewendet wird. Mit ihm können "unnatürliche" Handlungen mit einer Geldstrafe oder Haft von zehn Jahren bis lebenslänglich bestraft werden. Erst vor vier Jahren hat es das Parlament abgelehnt, den entsprechenden Paragrafen abzuschaffen.

Bangladesch ist ein mehrheitlich muslimisches Land mit säkularer Verfassung. LGBTI-Aktivisten konnten mehrfach Demonstrationen abhalten, zuletzt wurden einige allerdings unter Verweis auf Sicherheitsbedenken verboten. Im letzten Jahr hatten mehrere mutmaßliche Islamisten die Wohnung eines LGBTI-Aktivisten und -Journalisten gestürmt und ihn und seinen Freund mit Macheten getötet (queer.de berichtete). Die Tat ist weiterhin nicht aufgeklärt.

Eine ähnliche Razzia wie in Dhaka hatte es Anfang Mai in Indonesien gegeben (queer.de berichtete). Im an Bangladesch angrenzenden Indien hatte es in den letzten Jahren eine regelrechte Welle von Festnahmen, allerdings nicht Verurteilungen, von Homosexuellen gegeben, nachdem ein zwischenzeitlich von einem Gericht außer Kraft gesetzter Strafrechtsparagraf aus britischer Kolonialzeit vom Höchstgericht wieder eingeführt worden war (queer.de berichtete). (nb)



#1 FredinbkkProfil
  • 19.05.2017, 12:44hBangkok
  • Bangladesch ist ein mehrheitlich muslimisches Land mit säkularer Verfassung. LGBTI-Aktivisten konnten mehrfach Demonstrationen abhalten, zuletzt wurden einige allerdings unter Verweis auf Sicherheitsbedenken verboten.....

    das sagt genug aus .....
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#2 reisekaufmenschAnonym
#3 FredinbkkProfil
  • 19.05.2017, 14:26hBangkok
  • Antwort auf #2 von reisekaufmensch
  • Bangladesch ...wer verbringt dort seinen Urlaub ? ...wohl kaum einer.....

    aber Devisen aus aller Welt fliesen da hin ...durch die "Billigklamoten"Exporte,

    Bangladesch ist ein "Armenhaus" das der liebevoll allmaechtige Herr Alla alljaehrlich mit eine Flutkatastrope beglueckt....

    und der Raubtierkapitalismus ausbeutet.
    Ein demokratischer ,Menschenrechte achtender Staat ist das nicht....

    aber das ist ja normal fuer diese Region..
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#4 niccinicciAnonym
  • 19.05.2017, 14:37h
  • am besten, man verreist gar nicht mehr in muslimische länder. diese heuchelei und verklemmheit ist ja schrecklich, von christlicher nächstenliebe können die nur träumen. der islam befindet sich echt noch im tiefsten mittelalter.
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#5 FredinbkkProfil
  • 19.05.2017, 14:49hBangkok
  • Antwort auf #4 von niccinicci
  • ..vergiss nicht ,der Vatikan auch....

    nur duerfen die nicht mehr wie sie gerne moechten.....

    und das doch in der Regel, durch den
    Kampf nicht religioeser oder nicht bibeltreuer Menschen...

    wehe wenn die duerften ....

    es waere nicht viel andres .....

    ..es lohnt ein Blick zurueck in der " Kirchengeschichte"

    ..wie ich immer sage ...
    und am siebenden Tage schuf Satan die Religionen.......alle
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#6 seb1983
  • 19.05.2017, 16:53h
  • Und während hierzulande etwas von einem "Roll back" gefaselt machen insbesondere muslimische Länder seit einigen Jahren Nägel mit Köpfen....

    Aber aus dem Artikel geht ja glasklar hervor wer dafür in Bangladesch 2017 verantwortlich ist: die Briten mit ihrem pösen Kolonialrecht!
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#7 RobinAnonym
#8 FinnAnonym
  • 19.05.2017, 17:35h
  • Und wieder mal werden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) und der zuständige Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) wegsehen statt Deutschlands Einfluss zu nutzen, um sowas zu stoppen und den Betroffenen zu helfen.
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#9 Patroklos
  • 20.05.2017, 11:11h
  • Antwort auf #1 von Fredinbkk
  • Bangladesch ist auch eines der ärmsten Staaten der Erde, wird jährlich regelmäßig von schweren Überschwemmungen heimgesucht:

    "Das Land wird naturräumlich geprägt durch den Monsun, das Mündungsdelta der Flüsse Brahmaputra, Ganges und Meghna mit ihren ausgedehnten Sumpfgebieten und Sundarbans, sowie seine Lage am Meer und das überwiegend flache Tiefland. Die Kombination dieser Merkmale sowie der global ansteigende Meeresspiegel sorgen für häufiges Hochwasser und folgenreiche Überflutungen des dichtbevölkerten Landes."
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#10 Markusbln11Anonym
  • Gestern, 09:04h
  • Antwort auf #2 von reisekaufmensch
  • Wir kämpfen viel für lgbt-rechte weltweit.
    Und da gibt es viele reiseparadiese die schwulen sex, schwule identität unter strafe stellen. Ein blick in die karibik reicht.

    Boykott dieser länder. Offiziell, nicht nur aus persönlicher überzeugung.
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