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Kommentare zu:
Bundestag: Selbstbestimmung für Transsexuelle gefordert


#61 TheDadProfil
  • 22.05.2017, 21:47hHannover
  • Antwort auf #52 von Sabrina Schwanczar
  • ""Hat Ihnen das nicht einer der "Therapeuten", die Sie doch für so wertvoll halten, schon gesagt, ?""..

    Inwiefern sollten die das getan haben ?
    Ich bin weder Transgender/Transexuell/Transidentisch, noch war ich wegen einer "sexuellen Störung" in einer Therapie..

    Meine persönliche Therapie-Erfahrung bezieht sich auf ein sexuelle Übergriffe an mir durch eine Frau, und der Rest meiner Erfahrungen sind beruflicher Natur als Pflegender..
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#62 TheDadProfil
  • 22.05.2017, 21:50hHannover
  • Antwort auf #58 von Hantewi
  • ""Wie konnte es überhaupt soweit kommen? Wieso schweigen Trans in Deutschland und sind unsichtbar - fügen sich und führen das Leben von Gespenstern?""..

    Deutsche Geschichte..
    Was denkst Du wieso sich die LGBTTIQ*-Bewegung in dieser Gesellschaft so auf der Nase herumtanzen läßt ?
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#63 KettuAnonym
  • 22.05.2017, 22:11h
  • Antwort auf #58 von Hantewi
  • "Wie konnte es überhaupt soweit kommen?"

    Die Frage stellt man sich in Deutschland sowieso permanent in vielen Punkten. Geschichte, Kultur, Sozialisation, Tradition. Totaler Zusammenbruch, irgendwie weitermachen müssen, ein ganzes Volk zutiefst traumatisiert, aber keiner hat überhaupt nur drüber geredet. Kollektives Schnauzehalten und Zähne zusammenbeißen, durchhalten, weitermachen eben. Im Grunde sind fast alle deutschen Familien traumatisiert. Das ist für Außenstehende wahrscheinlich gar nicht nachzuvollziehen und wirkt deswegen auch oft so völlig gestört, während es für Deutsche so normal ist, daß es meistens gar nicht mehr bemerkt wird.
    In den 80ern und 90ern AIDS, Mauerfall, Zusammenbruch anderer Ideale. Alles hat Gründe.
    Es ist ja schließlich keiner freiwillig und gerne unglücklich. Oder?

    "Wieso schweigen Trans in Deutschland und sind unsichtbar - fügen sich und führen das Leben von Gespenstern?"

    Schuldgefühle, Angst ausgestoßen, abgelehnt, isoliert zu werden. Zu oft zurückgewiesen, belehrt und geschulmeistert. Reiss dich mal zusammen! Gib das liebe Händchen! Brauchst natürlich wieder eine Extrawurst, war klar! Es bleibt anscheinend (trügt oft) nur die Opferrolle zu akzeptieren, mehr ist anscheinend (shineshine) selten drin. Gehst du zum Amt und der Staat oder das System soll sich gefälligst um dich kümmern, musst du nach deren Spielregeln spielen. Mutti, mach mir mal ein liebes Gesetz, bitte. Ich mach auch für dich das Kreuzchen! Gilt für alle Bereiche. Zuviel blindes Vertrauen in die Autorität anderer und zuwenig in sich selber. Das wird abtrainiert. Einordnen, anpassen, mitspielen. Alle anderen sitzen auf dem Schleudersitz. Jede_r ist ersetzbar. gibts als Beipackzettel gratis gleich mit dazu. Bild dir mal bloß nicht, du wärst so was Besonderes!

    "...wenn ich deine gesamten Beiträge direkt in einem Rutsch durchlese..."

    Alle in diesem Forum?

    Ja, sicher. Ich hab´heute nicht alles ins Detail studiert, aber was ich gelesen habe, fand ich stimmig, durchdacht und vor allen Dingen hat es Seele und ist furchtlos.

    "...und wo sie herkommt, gibt es mehr davon und hier bei uns irgendwann auch..."

    "Es gibt hier auch mehr. Wo sind sie alle?"

    Wer wirklich sucht, der findet. Immer. Aber viele ziehen sich zurück, wollen längst nicht mehr teilhaben an den toxischen Diskursen oder am paragraphenhaften Blabla und dem Kampf um den Zipfel von der Wurst. In der kleinen Kunst und im Privaten wirst du sie vielleicht am ehesten finden. Ein paar strahlen auch weithin sichtbar.

    "...wenn sie endlich mal spüren, dass sie überhaupt nicht isoliert alleine oder machtlos oder krank oder gestört oder irgendeinen sonstwie andressierten Unsinn sind!..."

    "Das wäre fast der Idealfall."

    "Isoliert haben sie sich selbst. "

    Ein misshandeltes Kind glaubt fast immer, das muss eben alles so sein, wie es halt ist. Bis es plötzlich irgendwo Alternativen erlebt. Die Eltern lieben es schließlich, so wird ihnen das erzählt. Auch wenn das Gefühl fehlt oder nicht passt.

    "Alleine zu bleiben, ist eine Entscheidung, die sie immer wieder auf's neue täglich alleine treffen. "

    Wenn die Angst deine Seele auffrisst oder an dir nagt, dann wird das aber sehr schwierig, wenn kein positives Beispiel, kein schöner mutiger Mensch in deiner Nähe ist. Wenn du dich alleine fühlst. Du hast das doch alles selbst schon beobachtet und auch analysiert.

    "Machtlos ist niemand, aber sie scheinen trotzdem die Ohnmacht für sich gewählt zu haben."

    Abwarten.

    "Als krank und gestört sehen sie sich eh - und für jedweden andressierten Un-Sinn sind sie geradezu dankbar."

    "Das nennt man kollektive Bewusstlosigkeit einer ganzen Menschengruppe."

    Ich würde es nicht Bewusstlosigkeit nennen. An Bewusstsein und Diskussionen und Blablabla hats in diesem Land nie wirklich gefehlt. Aber das Herz ist eben keine Taschenuhr und die Seele kein Blinddarm. Hat schon Hildegard Knef gesungen, mehr oder weniger. Preußen liegt nicht in Dakota. And it never rains in California. :-)

    "...okay, let´s go!"

    With pleasure! I'm a speedy character.

    speedy be speedy bo, von Nogalez bis Madero

    Where...? What do you have in mind?

    where is my mind...somewhere outside...somewhere different

    my best wishes.
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#64 Hantewi
  • 22.05.2017, 22:35h
  • Antwort auf #60 von TheDad
  • "Ich habe kein Problem mit Selbstakzeptanz..."

    Ich habe nicht Dich persönlich angesprochen. Sondern euer "Konzept" von Selbst-Akzeptanz.

    "...Ich hab nur Probleme damit wenn Menschen die Realitäten der hiesigen Gesellschaft negieren, oder mit einem "das ist geburtsrecht" einigermaßen marginalisieren..."

    Das tut mir leid, aber das hat nichts mit "gesellschaftlichen Realitäten" zu tun - Du hast mir eine Frage gestellt und das ist meine Antwort.

    ..."marginalisieren"?

    "...Und es läßt sich nicht mit der einfachen teilweise auch esoterischen Formel
    "" Ihr wurdet geboren! Wie kann ein Anzweifeln dieser Tatsache Euch von Euch entfernen?"" wegzaubern..."

    Es ist nicht "einfach" - es ist höchst komplex und erfordert das Durchdringen aller persönlichen Lebensbereiche.

    Mit "Esoterik" haben wir nichts zu tun. Das ist ein "weißes" Konzept und wir sind auch keine "Zauberer". Wir sehen in einem anderen Winkel auf die Welt.

    "...Es sind nicht Betroffene selbst die Zweifel entwickeln, es sind die Eltern, die Geschwister, die Lehrer, Ärtze, das ganze drumherum..."

    Natürlich. Es sind alle. Das sagte ich doch auch.
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#65 Hantewi
#66 Janana
  • 23.05.2017, 00:03h
  • Antwort auf #59 von TheDad
  • "Das sie es tun steht wohl außer Frage.."

    Und man sollte sich mal überlegen wieso.

    "Ob das an den Psychotherapien liegt, oder an den Therapeuten, oder ab das ohne Therapien dann besser aussähe, ist ein weites Feld.."

    Das habe ich nicht gemeint. Aber das ist sicher Teil des Problems.

    An Deinen weiteren Auführungen merke ich, dass Du nicht verstanden hast, was ich vermitteln möchte.

    Ich verstehe Deinen Standpunkt. Du denkst, dass die angedachte "Begleittherapie" genau das ist, eine "Begleittherapie". Ich stelle gar nicht in Frage, dass wenn jemand wegen, sagen wir, Depression, Burn-Out, Beziehungsproblemen, Ängsten, Phobien, Traumata, sonstigen akuten Krisen, wasweiß ich, sich einen Therapeuten sucht, dort gut aufgehoben ist. Und ja, ich teile Deine Ansicht, dass daran nichts Verwerfliches ist.

    Der Punkt ist, dass der harmlos klingende Begriff "Begleittherapie" in Wirklichkeit so etwas wie ein Trichter ist, durch den "transsexuelle Patienten" systemkonform durch den vielbeschworenen Weg "geführt" werden.

    Das Perfide daran, ist das ausgeübte Macht-Ohnmachts-Gefälle, das teils schamlos ausgenutzt und institutionalisiert und kompetenzübergreifend umgesetzt wird.

    Die "Begutachtung" ist nämlich keinesfalls nur die im Rahmen des TSG. Alle, die in irgendeiner Form an medizinischen Maßnahmen interessiert sind, denen bleibt nicht erspart, sich diesen System zu unterwerfen.

    Die Ausnahmen sind entweder Selbstzahler (die später das Problem haben, dass wenn sie aus Notfallgründen in ein Krankenhaus kommen und der Kasse keine Unterlagen über die Erfüllung ihrer Kriterien vorliegen, ihnen dann ggf. eine lebensnotwendige Behandlung verweigert wird) oder Leute, die sich mit ihren privaten Krankenkasse einigen können, die sind nämlich nur an Gesetze und Urteile gebunden, nicht aber an die Richtlinien der Gesetzlichen Krankenkassen (s.u.*)

    Speziell in Großstädten spannen Psychologen, gern im Dunstkreis von großen Kliniken mit psychiatrischer Abteilung, "Versorgungsnetze" auf. Das bedeutet, dass es ein Ärztenetzwerk gibt, bei denen Du alles bekommst. Bei denen deine Akte frei wandert und immer dafür gesorgt wird, dass die Ärzte sich gegenseitig die aus ihrer Sicht notwendigen Bescheingungen zukommen lassen - vorrausgesetzt du spielst brav mit und dein Therapeut ist mit dir zufrieden und findet, dass Du dafür "bereit" bist.

    In diesen Netzwerken kommst Du keinen Meter vorwärts, wenn Du Dich nicht vollends in seine Fänge begibst und das Spiel mitmachst.

    In der Regel verlangen sie bestimmte Indikationen mit bestimmten Formulierungen - teils willkürliche Kriterien - und bei Ärzten, die von außerhalb kommen und die sie nicht kennen, sind sie gerne mal besonders misstrauisch. Entweder sie sind ablehnend oder bieten Dir an, dich erstmal ein paar Monate bei ihrem persönlichen Hauspsychologen vorstellst oder Du Ihnen mal deine komplette Akte zukommen lässt...

    In diesen Kreisen wirst Du gar nach beim Erstkontakt gefragt, wer dann Psychologe ist und wenn Du sagst, dass Du nicht deswegen hier bist und das hier nichts zur Sache tut, dann sind sie schon kurz davor, Dich vor die Tür zu setzen.

    Ja, die Psychologen sind die, die für die Indikationen sorgen. Das geht über die vorgegebenen Rahmenbedingungen der KK sogar gerne mal je nachdem wo du bist hinaus.

    Unabhängige Ärzte zu finden, die Dir Indikationen schreiben, ist schwierig. Ob du andere findest, die diese dann akzeptierne, steht nochmal auf einem anderen Blatt. Hier kann man umhören, suchern, herumtelefonieren und es ist machbar. Und nicht ohne Fallen.

    Viele halten sich auf dem Gebiet für nicht kompetent, und "trauen" sich dann nicht (wenngleich sie fachlich und rechtlich in der Lage wären, das zu tun). Oder noch obskurer: Sie fangen selbst an auf Informationssuche zu gehen und nehmen Kontakt zu einschlägigen Adressen auf, wo sie dann an Fortbildungen teilnehmen, beraten werden, Dein Fall besprochen wird und plötzlich Teil des Systems werden und anfangen, Dir in den Rücken zu fallen.

    Gerade bei trans wird nämlich schnell vergessen, dass es eine Ärzte- und Therapiehoheit gibt, die Richtlinien der KK nur "Richtlinien" und keine Gesetze sind und es auch etwas wie Patientenrechte gibt.

    Wenn Du explizit nach Begleittherapeuten suchst, kannst Du entweder nach einem unbeschriebenen Blatt suchen und hoffen, dass die sich darauf einlassen oder Du suchst nach speziellen "geschulten Therapeuten", die sich auf einschlägigen Listen finden. Die kennen sich natürlich dann mit trans "hervorragend" aus und kennen alle Richtlinien, Verfahren und Geflogenheiten im Details... und können Dir natürlich auch die Gutachten fürs Gericht schreiben... und kenne Kontakte, bei denen Du problemlos für immer und alle Ewigkeit gut aufgehoben bist... sie sind natürlich Teil des Systems. Es sind dann die Leute, die Dir Indikationen verweigern oder negative Gerichtsgutachten schreiben, weil du ihnen z.B. "zu wenig Leidensdruck" hast (sic!). (Beispiel:
    www.taz.de/!5298523/
    )

    Ach ja, im Rahmen dieser Begleittherapie werden dann natürlich die ganzen Dinge gemacht, wie dass Du beurteilt wirst und der "Alltagstest" durchgeführt wird. Schließlich ist er ja Kriterium für die Bewilligung. Und natürlich sieht die Krankenkasse erst danach vor, überhaupt an das Zahlen einer Bartentfernung zu denken (die dann i.Ü. auch Jahre in Anspruch nehmen kann)

    Das führt dann dazu, dass Du dich nicht nur mit dem Kassen, sondern ggf. auch immer mit deinen Therapeuten um die jeweiligen Indikationen streiten kannst. Das ganze ist kräftezehrend - und ein Beispiel von der Macht, die über die Menschen ausgeübt wird, denen eigentlich "nur geholfen werden soll".

    Und ja, es gibt nicht wenige, die gerade wegen diese "Begleittherapie" regelrecht in den Suizid getrieben werden oder depressiv und den Job verlieren, ihre Familie, usw... es gibt mehr als eine Studie, die das belegt.

    Im Vergleich zu dem ganzen Zirkus, den die Kassen und die Psychologen - unter der Federführung der "Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung" (die im Übrigen diese ganzen Richtlinien und Empfehlungen immer federführend verzapft), ist das TSG fast schon als harmlos zu sehen. Und gerade weil die von Gericht zugelassenen Gutachter gerade die sind, die auch die Begleittherapien anbieten... dann fällt das oftmals zusammen (und du musst dich nicht zweimal begutachten lassen).

    Die Trennung zwischen Recht und Medizin ist schöne Theorie. Die Praxis ist eine andere.

    Im Übrigen droht Dir, in dieses Netz zu geraten nicht nur bei Psychotherapeuten, sondern auch bei anderen Ärzten, je nachdem welche Kontakte die haben und wie unabhängig sie sind.

    Und nein, ich rede auch nicht von "persönlichen schlechten Erfahrungen", denn ich habe dieses System auf meine eigene Weise navigiert - bin aber hier und da auf meiner Suche auch um einige Erfahrungen reicher geworden, bei denen anderen Menschen die Spucke wegbleiben würde.

    Nein, insbesondere weiß ich das aus meiner jahrelangen Arbeit und unzählichen Kontakten über das Netz und persönlich und aus vielen Dokumentationen zu den Themen.

    Dazu kommt, dass viele der Schriften der DGfS ja öffentlich nachzulesen und deren Aktivitäten zu verfolgen sind. Und in diesen Dingen meist völlig autark agieren. (während andere Länder dazu aus gutem Grund dazu übergegangen sind, dafür zu sorgen, dass in Gruppen in gleichem Gewicht auch Juristen/Menschenrechtler etwas zu sagen haben).

    Hier, auf der Seite z.B. (hab ich gerade gegoogelt, habe keinen Bezug zu der Seite) finden sich zwei einschlägige Dokumente, die den aktuell gültigen Stand der Begutachtungsrichtlinien der Krankenkassen enthalten:
    trans1x1.jimdo.com/startseite/transsexuellengesetz/behandlun
    g-begutachtung/


    Ich verstehe nicht, dass in Deutschland immer nu das TSG diskutiert wird, während die Krankenkassen und die DGfS derart ungehindert ihr Unwesen treiben können. In den beiden Rechtsgutachten, die Anfang des Jahres vorgestellt wurden, schimmert durch, dass man die Medizin gleich mitregulieren sollte, aber so richtig verstanden hat man das nicht. Alle fürchten dann immer nur, die Behandlungen ganz zu verlieren und trauen sich deswegen nicht. (völliger Irrsinn!)

    Andere Länder haben das verstanden. Auch der Europarat hat es in seiner Resolution so geschrieben. Deswegen z.B. stehen in den Gesetzgebungen Dinge drin, die genau verhindern, dass es zu solchen menschenrechtswidrigen entwürdigenden Machts-Ohnmachts-Verhältnissen kommt wie oben beschrieben - und sicherstellen, das deine rechtliche Selbstidentifikation auf von der Medizin zu respektieren ist. (während der Staat weiterhin durch eine entsprechende Gesetzgebung sicherstellt, dass das die Medizin und Kassen nicht von ihren Pflichten entbindet)

    Was ist das Hauptproblem an dem ganzen? Das trans immer noch als psychische Krankheit gilt. Die Psychopathologisierung durch die Medizin und deswegen die Deutungshohheit durch die Sexualforschung und Psychiatrie.

    Im Moment wir dan einer Leitliniennovellierung gearbeitet, die zwar einige Dinge verändern soll. Allerdings bestehen die Beteiligten in den Abstimmungen wieder in der Überzahl aus Vertretern einschlägiger Organisationen.

    Ich liste auf:
    Anmeldende Fachgesellschaft(en):
    Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS)Visitenkarte
    Beteiligung weiterer AWMF-Gesellschaften:
    Deutsche Gesellschaft für Sexualmedizin, Sexualtherapie und Sexualwissenschaft e.V. (DGSMTW)Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN)Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie (DGMP)Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM)Visitenkarte
    Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM)Visitenkarte
    Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT)Visitenkarte
    Deutsche Ärztliche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DÄVT)Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Verhaltensmedizin und Verhaltensmodifikation (DGVM)Visitenkarte
    Deutsche Gesellschaft für Humangenetik e.V. (GfH)Visitenkarte
    Beteiligung weiterer Fachgesellschaften/Organisationen:
    Gesellschaft für Sexualwissenschaft (GSW)
    Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (SGPP)
    Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)
    Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN)
    Berufsverband deutscher Psychiater (BVDP)

    Was in diesen Leitlinien auffällt, ist dass die zentrale Dreh- und Angelstelle ausgebildeten Psychologen sein sollen, die anderswo "Gender-Experten" genannt wurden. Ohne deren Zustimmung geht gar nichts. Gleichzeitig will man mit dieser Leitlinie veruschen alle "Löcher" zu stopfen, über die man über andere Weg an Maßnahmen könnte. Das Netz soll sich zuziehen. Auch der Protest von Transverbänden hat nichts gebracht. Er ist einfach als "Minderheitenposition" in der Abstimmung zur Randnotiz verkommen.

    Vielleicht verstehst Du jetzt, warum ich immer rasend werde, warum Transvolk hierzulande statt sich zu emanzipieren und dagegen aufzulehnen, diesen Leuten geradezu in die Arme rennt, weil sie sich von sich aus gleich in die Patientenrolle werfen. Achja... vielleicht ist es ja ein "Deutsches Ding".

    Kopf -> Tischplatte
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#67 TheDadProfil
  • 23.05.2017, 11:55hHannover
  • Antwort auf #64 von Hantewi
  • ""Ich habe nicht Dich persönlich angesprochen. Sondern euer "Konzept" von Selbst-Akzeptanz.""..

    Es ist ja nicht "euer Konzept" der Selbst-Akzeptanz, weil es nicht MEIN Konzept ist..

    Wessen Konzept soll das sein ?
    Das der Gesellschaft ?
    Das der LGBTTIQ*-Community ?

    In beiden Gruppen gibt es sicher vielfältige Unterschiede in der Auffassung über "solche Konzepte"..

    ""Das tut mir leid, aber das hat nichts mit "gesellschaftlichen Realitäten" ""..

    Das Deine Herkunfts-Gesellschaft sich vollständig konträr zu der unseren "deutschen gesellschaft" verhält, hat keinerlei Grundlage in der Realität, den gesellschaftlichen Grundlagen ?
    Du scherzt..
    Der originäre Grund für diese Unterschiede in der Akzeptanz liegen, so man will, in diesem Konstrukt das man "Kultur" nennen kann..

    Diese "deutsche gesellschafts-kultur" hat keinerlei wirkliche Wurzeln im Humanismus, der gegenseitigen Akzeptanz der persönlichen Unterschiede..
    Und genau das hat dann auch dazu geführt das LGBTTIQ*-Menschen vor etwas mehr als 70 Jahren in KZ's und anderen Tötungs-Anstalten ermordet wurden..
    Vergleichbar mit dem Genozid an den indigenen Stämmen in der USA sitzt dieses Trauma dann im kollektivem Gedächtnis so tief, daß sich einerseits die Unterdrücker berufen fühlen die LGBTTIQ*-Menschen auch weiterhin zu unterdrücken, und sich die LGBTTIQ*-Menschen auch weiterhin unterdrücken lassen..

    Diese Erfahrungswelt ist nur langsam überwindbar..
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#68 TheDadProfil
  • 23.05.2017, 12:12hHannover
  • Antwort auf #66 von Janana
  • ""Ich verstehe Deinen Standpunkt. Du denkst, dass die angedachte "Begleittherapie" genau das ist, eine "Begleittherapie".""..

    Ich weiß jetzt gar nicht wie oft ich das noch wiederholen muß ?

    Ich halte eine "Begleit-Therapie" für ein nutzloses Konzept..

    Eine Begutachtung in der festgestellt wird ob man es mit einem Menschen zu tun hat der sich in seinem Körper "falsch" fühlt, hat nichts mit "Therapie" zu tun, sondern mit Erkenntnisgewinn, der dazu nutzt die "aufkommenden Kosten" irgendwie zu rechtfertigen..
    Nicht nur die Kasse will wissen, ob das was sie dann zahlt auch wirklich richtig ist..
    Das hat auch mit dem "subjektivem Sicherheitsbedürfnis" zu tun nicht nach einer "geschlechtsangleichenden OP" für das "Ergebnis" verklagt werden zu können, wenn sich dann herausstellte, eigentlich stimmt nun auch dieses Ergebnis nicht..
    Ich finde das nachvollziehbar..

    Dennoch hat genau dieser Gutachter als Therapeut KEINE zusätzliche Funktion zu übernehmen, und das völlig egal wie "gut" man sich verstünde..

    ""Achja... vielleicht ist es ja ein "Deutsches Ding".""..

    Ich denke, ja..
    Danke für Deine ausführlichen Informationen..
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#69 Janana
  • 23.05.2017, 12:40h
  • Antwort auf #68 von TheDad
  • "Ich halte eine "Begleit-Therapie" für ein nutzloses Konzept.."

    Jein. Viele finden die Idee gut. Die sollten sie gerne auf eigenen Wunsch haben können. Dass es effektiv eine Zwangsmaßnahme ist, und unhinterfragter Dreh- und Angelpunkt einer Transition ist, ist ein riesiges Problem.

    Wieso das so unhinterfragt ist, darüber sollten sich Leute mal ernste Gedanken machen, denn es deutet auf eine ziemliche Schieflage hin.

    "[...] sondern mit Erkenntnisgewinn, der dazu nutzt die "aufkommenden Kosten" irgendwie zu rechtfertigen.."

    Es basiert auf dem Gedanken, dass man nur Krankheiten behandeln kann. Was dem eigentlichen Konzept von "Gesundheit" diametral entgegensteht, denn man muss nicht immer erst warten, bis das Kind "in den Brunnen" gefallen ist, bevor man hilft.

    Mit diesem Argument ließe sich z.B. Gesundheitsvorsorge nicht erklären. Oder alle Eingriffe, die nicht überlebenswichtig sind (Zahnspangen, Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, ...) Dass Schwangere medizinische Hilfe selbstverständlich in Anspruch nehmen können - wenn man genau schaut, gibt es hier viele viele Beispiele.

    "Nicht nur die Kasse will wissen, ob das was sie dann zahlt auch wirklich richtig ist..
    Das hat auch mit dem "subjektivem Sicherheitsbedürfnis" zu tun nicht nach einer "geschlechtsangleichenden OP" für das "Ergebnis" verklagt werden zu können, wenn sich dann herausstellte, eigentlich stimmt nun auch dieses Ergebnis nicht.."

    Letzten Endes ist es den Kassen schnurzpiepegal. Sie haben gar keine Lust, das zu bezahlen und sehen es auch nicht ein. Jede nicht genehmigte Maßnahme ist für die Kassen ein Pluspunkt. Die Kassen haben meist überhaupt kein Interesse, irgendwas zu zahlen. Die Kassen denken marktwirtschaftlich, nicht nach medizinisch-ethischen Grundsätzen.
    Sie zahlen nur das, wozu sie vom Gesetzgeber oder Gerichtsurteilen verpflichtet wurden. Und insbesondere haben sie für "Randgruppen" kein Verständnis. Nachzuhören in unzähligen Aussagen der Vertreter. Die existierenden Richtlinien hangeln sich mich maximal erdenkbaren Hürden an Gerichtsurteilen entlang. Denn erst nachdem Leute auf Basis von existierenden Urteilen immer wieder Maßnahmen individuell erkämpft haben, wurden überhaupt erst Richtlinien erlassen, denn auf Dauer sind die Verfahrenskosten zu hoch geworden, wenn sie immer wieder in gleichen Dingen verloren haben. Klingt absurd, ist aber so.

    Und das Argument mit der Sicherheit? Wann bitte kommen Ärzte denn wirklich für Behandlungsfehler auf? Die kommen doch reihenweise damit durch. Selbst systematische Genitalverstümmelungen bringen sie immer weiter durch.

    Nein, das interessiert sie am wenigsten. Es gibt eine einfache Möglichkeit, wie Ärzte sich aus der Verantwortung befreien könnten: Informed Constent. Eine Unterschrift des Patienten, dass er über alle Folgen und Risiken aufgeklärt wurde und in einem einvernehmlichen Akt die Konsequenzen auf sich zieht und der Behandelnde für die Folgen nicht rechtlich belangt werden kann. Passiert so auch vor OPs bzgl. der Narkuse und vielerorts mehr. Im gesamten Leben. Nirgendwo anders muss sich ein Mensch erst begutachten lassen, bevor er potentiell sein "Leben ruiniert". (so wird das nämlich größtenteils gesehen)

    Erwachsene sind für sich selbst verantwortlich und auch Transsexuelle sind mündige Menschen.

    Abgesehen davon sind der Großteil der "Behandlungen", für die harte Kriterien herrschen in der Regel umkehrbar und das Argument hierfür ohnehin Käse.

    "Ich finde das nachvollziehbar.."

    Ich nicht. Es ist ein immer wieder aufgebrachtes und falsches Totschlagargument.

    "Danke für Deine ausführlichen Informationen.."

    Gern geschehen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #68 springen »
#70 Hantewi
  • 23.05.2017, 16:59h
  • Die Beiträge der letzten Tage machen mich sehr nachdenklich.

    Ich glaube nicht, dass man verstanden hat, was ich hier eigentlich tue, worum es geht.

    Ich gebe mir hier Mühe - wie schon vor Jahren bei den Deutschen "Transverbänden". Ich benenne Dinge, die im Argen liegen - Mißstände - und versuche, sie heraus zu arbeiten und Initiative und Aktion zu erwirken. Ich signalisiere unmissvertändlich, dass ich mich mit all meinen Ressourcen, die hinter mir stehen beteiligen würde.

    Es geht um Menschenrechte. Das ist mein Thema. Ich bin Menschenrechtsaktivistin der First Nations Nordamerikas.

    Stattdessen geht es plötzlich um "Esoterik", "Zauberei", "kulturelle Unvereinbarkeiten", Unterschiede", "deutsche Geschichte", "Schamanen" und "persönliche Befindlichkeiten".

    Zwischendurch tauchen sogar Leute auf, denen es die Mühe wert ist, einen anonymen(!) account zu eröffnen, nur um mich ethnisch rassistisch zu beschimpfen und ihrem Körper-Faschismus exzessiv Ausdruck zu verleihen. - Nachdem sie das getan haben, verschwinden sie so schnell, wie sie gekommen sind.

    Dann werde ich als "Lichtgestalt" oder gleich zweimal als "schöner mutiger Mensch" hochgejubelt.

    Wie glaubt man hier eigentlich, wie das bei uns läuft? Glaubt man hier, ich lebe ein lustiges easy going Leben?!

    Glaubt man, wir tanzen um ein Totem herum, singen lustige Lieder, brennen Räucherwerk ab und leben auf einer Insel der Glückseligen?!

    Ich habe bei meinem Volk eine Position. Ich habe etwas zu sagen. Ich habe eine Aufgabe. Ich trage Verantwortung. Ich bin Trägerin der Feder. Ich bin Aktivistin.

    Weiß hier irgendjemand von den Dramen und den Lebensbedingungen in der Pine Ridge Reservation der Sioux in South Dakota? Weiß hier irgendjemand von dem Vergewaltigungs-Tourismus auf unser Land, der nach U.S.-Recht aufgrund juristischer loopholes nicht mal strafrechtlich verfolgt werden kann? Von Hunger und armutsbedingten Krankheiten? Von Mutationen bei jeder dritten Geburt und chronischen Erkrankungen von Jugend an, weil man unser Wasser radioaktiv verseucht hat? -

    Weiß irgendjemand, dass die durchschnittliche Lebenserwartung einer Sioux 45 Jahre beträgt? Ich gelte als "Überlebende".

    Als Aktivistin hat das Konsequenzen für mich - mein Leben ist seit Jahrzehnten ein Krieg. Ich zahle einen Preis.

    Hat hier irgendjemand eine Ahnung von "Internationalem Aktivismus" und auf welchen Gebieten ich mich bewege?

    Meine Freundin Haina, die als Aktivistin Saudi-Arabien verlassen mußte, weil ihr dort als Transfrau die öffentliche Enthauptung drohte? Hande Kader, die, nachdem sie beim Trans March 2016 in der Türkei sichtbar wurde, wenige Tage später vergewaltigt und verbrannt wurde? Weiß hier irgendjemand etwas von Viviany Belebony in Brasilien, die aufgrund einer Protest-Performance seit fast einem Jahr ihre Wohnung nicht mehr verlassen kann, weil sie als jetzt bekannte Transfrau lebend keine 200 Meter weit kommen würde? Weiß jemand, dass die Lebenserwartung von Transfrauen in Brasilien 30 Jahre beträgt - die der Gesamtbevölkerung jedoch 75 Jahre? Beim letzte Trans March in Sao Paulo, Brasilien waren 200.000 Menschen auf der Strasse.

    Hier ist man unsichtbar, weil man "depressiv" ist, sich in die "Opferrolle begibt", einem "selbständiges Denken abgewöhnt" wurde und "blablabla", etc...?

    Darf ich bitte fragen, was euch in Deutschland droht, wenn ihr für eure Rechte kämpfen würdet? Misgendering? *ironic talking*

    Was bitte ist das:

    post 63:
    "...An Bewusstsein und Diskussionen und Blablabla hats in diesem Land nie wirklich gefehlt. Aber das Herz ist eben keine Taschenuhr und die Seele kein Blinddarm. Hat schon Hildegard Knef gesungen, mehr oder weniger. Preußen liegt nicht in Dakota. And it never rains in California. :-)

    "...okay, let´s go!"

    With pleasure! I'm a speedy character.

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    Where...? What do you have in mind?

    where is my mind...somewhere outside...somewhere different..."

    ...( ) ?

    ...Sorry?

    Für mich gibt es nur 2 Möglichkeiten der Interpretation:
    Entweder ist es eine Verhöhnung, oder es ist - "Nichts".

    Es wird hier immer bemängelt, dass Trans sich nicht genug äußern und immer nur schimpfen, anstatt ihre dramatische Situation zu erklären.

    In post 66 hat "Janana" umfassend das Verfahren aufgezeigt, dem deutsche Trans unterworfen werden. Ihr Fokus lag gemäß des Themas dieses threads auf der gravierenden Menschenrechtswidrigkeit dieses Verfahrens.
    Es wurde nicht verstanden - stattdessen wurde mit dem üblichen, längst dekonstruiertem Totschlagargument reagiert.
    Ich bin mir nicht sicher, ob irgendjemand den zynischen Unterton von "Janana" in ihrer Antwort bemerkt. Ebenso wenig sicher bin ich mir, ob bemerkt wurde, dass sie darin ihren Rückzug aus der Diskussion bekannt gibt. -

    Ganz nebenbei: Ich halte "Janana" für die am besten informierteste Transaktivistin in Deutschland. Sie hat sich gerade verabschiedet.

    Das Thema in diesem thread sind Menschenrechte. In diesem Fall ganz konkret die der deutschen Trans-Community.

    Besteht ein Wille zur Veränderung?

    Die posts der letzten Tage kulminieren für mich in einer einzigen Frage:

    Werde ich hier überhaupt verstanden?
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