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"Ich glaub', man weiß es eigentlich"

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Will auf gar keinen Fall schwul sein: Jens Riewa ist Nachrichtensprecher bei der ARD-"Tagesschau" und beim "Hamburg Journal" des NDR (Bild: NDR / Thorsten Jander)

Bei einer Raterunde in der jüngsten Ausgabe der ZDF-Satiresendung "Neo Magazin Royale" kamen Moderator Jan Böhmermann und sein Studiogast Ingo Zamperoni von den "Tagesthemen" in Schwulitäten.

In dem Spiel "Wer bin ich?" musste Böhmermann erraten, dass er der "Tagesschau"-Sprecher Jens Riewa ist – und kam erst mit der Frage "Weiß man nicht so ganz genau, ob ich hetero oder homo bin?" auf die richtige Spur. Riewas Kollege Zamperoni lachte daraufhin nur, kam zehn lange Sekunden ins Stottern und meinte schließlich: "Ich glaub', man weiß es eigentlich."

Direktlink | Ab 3:15 spielt Jan Böhmermann die Homokarte

Schmerzensgeld-Klagen gegen Homo-Verlage

Der 53-jährige Riewa, der 1991 von Werner Veigel zur "Tagesschau" geholt wurde, wehrt sich seit rund zwanzig Jahren gegen […]. 1998 erstritt er vor Gericht ein Schmerzensgeld in Höhe von 15.000 Mark, weil er vom Homomagazin "Adam" als "schwuler Moderator" bezeichnet worden war. Vom Berliner Querverlag, der den Nachrichtensprecher in seinem schwul-lesbischen Promilexikon "Out!" listete, verlangte er sogar 50.000 Mark, die den Konkurs des kleinen Szeneunternehmens bedeutet hätten. Am Ende musste sich der Querverlag in einem außergerichtlichen Vergleich entschuldigen, 5.000 Mark zahlen und die Gerichts- und Anwaltskosten übernehmen.

"Jeder heterosexuelle Mann würde sich gegen solche Verleumdungen wehren", erklärte Riewa damals in einem "Focus"-Interview. "Es geht mir um den Respekt voreinander, und übrigens klage ich auch, weil ich der Frauenwelt nicht verlorengehen will." Homophobie-Vorwürfe wies er empört mit absurden Gegenvorwürfen zurück: "Die organisierte Schwulenbewegung will mich als Spielball ihrer Machtkämpfe instrumentalisieren."

[…] So sei das Buch "Out!" in einer Erstauflage von rund 3.000 Exemplaren von der Öffentlichkeit "weitgehend unbeachtet" geblieben, so der BLSJ. "Erst als Riewa wegen der, wie er sagt, falschen Behauptung auf eine fünfstellige Schadensersatzsumme klagte, kam er damit bundesweit groß in die Presse."

Der erfundene Sex mit Sängerin Michelle

Im Jahr 2002 trat Jens Riewa erneut in einen übergroßen Fettnapf, als er sich mit der Sängerin Michelle auf der Titelseite der "Bild"-Zeitung als "Die Liebessensation des Jahres" inszenieren ließ. Der Nachrichtensprecher wurde im Artikel mit den Worten zitiert: "Michelle ist im Bett eine Granate. Ich hatte noch nie so guten Sex wie mit ihr." Peinlicherweise war die Beziehung nach sechs Wochen schon wieder vorbei – und Michelle dementierte im Magazin "Bunte", dass es mit Riewa überhaupt zu Geschlechtsverkehr gekommen sei.

Der "Tagesschau"-Sprecher versprach der ARD nach einer Rüge des Chefredakteurs, auf solche "Publicity" künftig zu verzichten. […] (mize)

Aufgrund einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Hamburg von 20. Juni 2017 dürfen wir mehrere Textteile des Artikels nicht weiter verbreiten, wir haben die Auslassungen mit "[…]" gekennzeichnet. Wir haben gegen die einstweilige Verfügung am 25. Juli Widerspruch eingelegt.



#1 JustusAnonym
  • 20.05.2017, 14:57h
  • Ich weiß nicht, ob Jens Riewa schwul ist oder nicht.

    Aber wenn er es ist, soll er halt nicht so eine unwürdige Schmierenkomödie darum machen.

    Es ist nicht peinlich, schwul zu sein. Es ist nur peinlich, sich selbst zu verleugnen und immer zu verstecken.

    Gerade Promis kommt auch eine gewisse Vorbildfunktion zu, ihren Fans nichts vorzugaukeln, sondern ehrlich zu sein. Und gerade von einem Nachrichtensprecher erwarte ich Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit. Das ist wichtiger als die Frage, in wen man verliebt ist.
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#2 Julian SAnonym
#3 JarJarProfil
  • 20.05.2017, 15:22hKiel
  • Letztlich ist es seine Sache was er mit wem im Bett macht und geht niemanden was an. Dieses Zangsouten in Zeitschriften ist nun wirklich scheiße. Böhmermann und Zamperoni haben das nun ja nur scherzhaft aufgegriffen weil Riewa da so ein Trara um das Thema macht.
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#4 SebiAnonym
  • 20.05.2017, 15:33h
  • "Michelle ist im Bett eine Granate. Ich hatte noch nie so guten Sex wie mit ihr."

    Egal, ob er eine verkappter Schwuler ist oder nicht, aber so geht man nicht mit Frauen um.

    Und so verhält man sich erst recht nicht als Tagesschau-Sprecher.
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#5 Paulus46Anonym
  • 20.05.2017, 15:38h
  • Antwort auf #2 von Julian S
  • Ich halte NICHTS davon, jemanden zu outen, der sich NIE LGBT-feindlich geäußert hat.

    Wenn eine Alice Weidel zwangsgeoutet wird, das finde ich richtig, denn sie vertrittt LGBT-feindliche Haltungen zu Ehe für alle oder zur Akzeptanzkampagnen in Schulen.

    Ansonsten aber finde ich Zwangsoutings generell nicht gut, wenn es sich um Menschen handelt, die sich LGBT-freundlich äußern.
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#6 SebiAnonym
  • 20.05.2017, 15:46h
  • Antwort auf #5 von Paulus46
  • Naja, die Behauptung, Schwule wollten ihn "als Spielball ihrer Machtkämpfe instrumentalisieren" ist jetzt aber auch nicht gerade LGBTI-freundlich.

    Ansonsten stimme ich zu:
    wenn sich jemand nicht LGBTI-feindlich verhält, sollte man ihn auch nicht zwangs-outen. Aber peinlich fände ich es dennoch, wenn er wirklich schwul ist und da so ein Geheimnis draus macht.
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#7 SchnurzegalAnonym
  • 20.05.2017, 16:15h
  • Als ob es wichtig sei.
    Es geht letztendlich niemand was an. Ob er nun schwul ist oder nicht, ob er bi ist und lieber mit ner Frau zusammen sein möchte, oder ob er schwul ist und trotzdem lieber Frauen bevorzugt,... kann alles möglich sein, ist aber seine persönliche Sache.
    Und wenn ich an den «Wettermann: Kachelmann» denke, hat er sich auch nicht grade medien- und pressefreundlich gezeigt, auch wenn er hetero ist und er freigesprochen wurde. Seine Sexpraktiken möchte auch kein Mensch in der Zeitung lesen, auch wenn seine Frau ihn angeklagt hat! Wer weiß schon, was da stimmte oder nicht?!?

    Soviel zum Thema: Riewa ist ins Fettnäpfchen getreten. Welche Person, die in der Öffentlichkeit steht, ist das denn nicht passiert?

    Boris Becker, Franz Beckenbauer, Eva Hermann, ....
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#8 goddamn liberalAnonym
#9 de nadaAnonym
  • 20.05.2017, 16:25h
  • Ist das heute das Foto des Tages?
    HALLO JENS!

    Superwichtiges Thema, auf jeden Fall. Was noch nicht einmal mehr die BILD machen würde, weil es nämlich schwulenfeindlich und billigst denunziatorisch ist andere Menschen gegen deren Willen oder auf Mutmaßung hin öffentlich als schwul zu bezeichnen, übernimmt mittlerweile einfach Queer.de, in ganz uneigenütziger Großzügigkeit, diese Drecksarbeit.
    ( schwul als Makel, alles klar, Leute. Schämste dich etwa dafür? hähä, wir können nachhelfen, das dass auch garantiert so bleibt. wart mal ab)

    Einfach mal locker zur Diskussion in die Runde zum Wochenende werfen, mit großem Strahlemannfoto und *pssst* Werner Veigel hat ihn eingestellt.

    Wer kommt nächste Woche dran? Wieder Peter Altmaier? Oder Jogi Löw? Oder doch lieber der Herzinfarkt von Helmut Berger?

    Ein bisschen Tratsch muss sein.
    Dann muss man wenigstens nicht dauernd über Selbstmord im Pornobusiness oder das restliche Elend sonstwo auf der Welt berichten. Das zieht einen irgendwie auch bloß runter auf die Dauer.

    Immer schön am Ball bleiben.
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#10 HomophobieAnonym
  • 20.05.2017, 16:33h
  • [...]

    Eben!

    Und diese - unter Ausnutzung erheblicher sozialer Privilegien - öffentlich dargebotene, realsatirische Homophobie im wahrsten Sinne des Wortes ist eben keine "Privatsache". Sondern hat Folgen für uns alle.
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  • Anm. d. Red.: Kommentar aufgrund einer einstweiligen Verfügung nachträglich eingekürzt.