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Polizeibericht

Weil sie Händchen hielten: Schwule in Berlin attackiert

Der mutmaßliche Täter, der das Paar erst verfolgt und dann einem der Männer mit Fäusten in den Rücken geschlagen haben soll, wurde vorübergehend festgenommen.


Der 45 Jahre alte mutmaßliche Täter erklärte gegenüber der Polizei, es habe ihm nicht gepasst, dass die beiden Männer Hand in Hand gelaufen seien (Bild: Guillaume Paumier / flickr)

Die Berliner Polizei meldete am Montag eine weitere homophobe Straftat, die sich am Wochenende ereignete. Demnach wurde ein schwuler Mann am Sonntag im Bezirk Mitte mit Fäusten in den Rücken geschlagen.

Den Angaben des 46 Jahre alten Opfers und seines 26-jährigen Lebensgefährten zufolge seien beide Hand in Hand die Münzstraße entlang gegangen. Ein Mann lief plötzlich dicht hinter ihnen. An der Ecke Neue Schönhauser Straße habe der 46-Jährige ihn angesprochen, er solle nicht so dicht hinter ihnen laufen. Dieser habe sein Tun aber weiter fortgesetzt und dem 46-Jährigen außerdem mit den Fäusten in den Rücken geschlagen.

Alarmierten Polizisten sagte der 45 Jahre alte mutmaßliche Täter dann später, ihm habe es nicht gepasst, dass das schwule Paar Hand in Hand gelaufen sei. Geschlagen habe er den älteren Mann nicht, so seine Aussage.

Der 46-Jährige trug laut Polizeibericht allerdings leichte Verletzungen davon. Die Beamten brachten den vorläufig Festgenommenen zu einer Gefangenensammelstelle, in der er sich einer erkennungsdienstlichen Behandlung unterziehen musste. Anschließend durfte er seinen Weg fortsetzen.

Erst am Sonntag wurden in der Hauptstadt homophobe Gewalttaten in der Motzstraße sowie im Großen Tiergarten bekannt (queer.de berichtete). Anders als in anderen Städten weist die Berliner Polizei in ihren Presseberichten regelmäßig auf mögliche homo- oder transphobe Motivationen einer Straftat hin. (cw)



#1 FennekAnonym
  • 22.05.2017, 11:07h
  • Auch in Deutschland wird es immer schlimmer...

    Und die schwarz-rote Bundesregierung sieht weiterhin weg, statt etwas dagegen zu tun.

    Es muss z.B. endlich an jeder Schule mehr Aufklärung über Vielfalt geben. Und es darf keine Ausnahmen im AGG mehr geben. Auch eine rechtliche Gleichstellung ist dringend überfällig, denn in anderen Staaten hat man gesehen, dass Eheöffnung & Co auch sehr schnell die gesellschaftliche Akzeptanz erhöhen.

    Aber all das ist mit Union und SPD leider nicht zu machen...
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#2 Paulus46Anonym
  • 22.05.2017, 11:16h
  • Antwort auf #1 von Fennek
  • Es ist gut und richtig, dass die Queer.de die Polizeiberichte von Berlin diesbezüglich zumindest "teilweise" wiederspiegelt. Diese Berichte können nämlich mitunter zur Aufklärung beitragen und das Thema "homophob motivierte Straftaten" gehört leider auf die Tagesordnung, denn es dürfte allenfalls die "Spitze" eines Eisberges" sein, den wir i n den Polizeiberichten finden, denn die allermeisten homophob motivierten Straftaten, insebsondere Beleidigungsdelikte, kommen oftmals überhaupt nicht zu Strafanzeige und wenn dann werden sie nicht von der Polizei in den meisten Bundesländern als homophob in der Statistik ausgewiesen und bis auf Berlin auch nicht in den Polzeiberichten veröffentlicht.

    Es ist sehr bedauerlich, das wir beispielsweise von den homophob motivierten Straftaten aus Köln und dem Ruhrgebiet deshalb fast "Nichts" in der Gesellschaft erfahren. Das ist so wie mit der Sylvesternacht in Köln 2015: die Polizei schweigt, der WDR berichtet nicht und erst nach Tagen aufgrund der Berichte in den Sozialen Netzwerken muss der WDR dann doch berichten und die Polizei Stellung nehmen.

    Von mir gibt es hier einmal diesbezüglich ein Lob, das die Queer solche homophob motivierten Delikte mit Artikeln auswertet, das finde ich richtig und gut.
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#3 PinkPatrolAnonym
  • 22.05.2017, 11:27h
  • Man sollte demonstrativ dauernd händchenhaltend laufen und das Pfefferspray bereithalten. Wenn demnächst wieder sowas passiert, dann soll der Attackierende sehen, was er davon hat! Es reicht!
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#4 SebiAnonym
  • 22.05.2017, 11:46h
  • Antwort auf #2 von Paulus46
  • "Es ist sehr bedauerlich, das wir beispielsweise von den homophob motivierten Straftaten aus Köln und dem Ruhrgebiet deshalb fast "Nichts" in der Gesellschaft erfahren. "

    Ja, das liegt daran, dass Union und SPD weiterhin ablehnen, homophob und transphob motivierte Gewalt statistisch zu erfassen. Und das in Deutschland, wo jeder Fliegenschiss statistisch erfasst wird.

    Die Öffentlichkeit darf wohl nicht wissen, wie groß das Problem wirklich ist.

    Dabei wäre es so wichtig zu wissen, wo sich Probleme häufen, wie sich Tätergruppen zusammensetzen, etc.

    Grüne und Linke haben das schon mehrfach beantragt, aber Union und SPD (und vorher auch schon FDP) sehen "keinen Handlungsbedarf".
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#5 FinnAnonym
  • 22.05.2017, 12:12h
  • Antwort auf #3 von PinkPatrol
  • Das ist ein zweischneidiges Schwert:
    einerseits wird es immer gefährlicher, in Deutschland offen schwul zu sein.

    Andererseits kann dieser Rollback nur gestoppt und rückgängig gemacht werden, wenn noch mehr LGBTI mehr öffentliche Präsenz zeigen, damit die Gesellschaft sieht, wie viele wir sind und wie vielfältig wir sind.
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#6 Paulus46Anonym
  • 22.05.2017, 12:18h
  • Antwort auf #4 von Sebi
  • @Sebi
    Grüne und Linke haben das schon mehrfach beantragt, aber Union und SPD (und vorher auch schon FDP) sehen "keinen Handlungsbedarf".

    --> Die Darstellung von Polizeistatistiken und wie sie in Polizeiberichten veröffentlicht werden, liegt in der KOMPETENZ der EINZELNEN BUNDESLÄNDER, das Polizeirecht in die Kompetenz der einzelnen Bundesländer fällt.

    Bis auf fünf Jahre Rüttgers von 2005 bis 2010 wurde NRW in den letzten Jahrzehnten immer von der SPD und den Grünen gemeinsam regiert.

    Die Grünen hatten in NRW echt genug Zeit, dass die Polizeiberichte auch in NRW genauso dargestellt und veröffentlicht werden, wie dies im Bundesland Berlin der Fall ist

    Sorry Du hast hier nicht Recht, denn nicht nur die SPD in NRW auch die Grünen in NRW haben es über Jahrzehnte versäumt homophob motivierte Straftaten in NRW in den Polizeiberichten in Köln/im Ruhrgebiet zu veröffentlichen. Dieser "Schwarze Peter" geht in diesem Fallbei diesem wichtigen Spezialthema an SPD und Grüne in NRW.

    Und ist ja auch eigentlich "klar", dass auch die Grünen in NRW nicht wollen, dass dies publik wird, denn das bedeutet für die jeweils regierenden Parteien, das sie sich mehr kümmern müssen und bisher in der Sicherheit versagt haben.

    Daher deine "Schwarz/Weiß" Schablone funktioniert hier nicht, denn es waren SPD und Grüne, die seit Jahrzehnten NRW regieren !!!

    Aber gerade wegen des Sicherheitsthemas wurden bekanntlich die Grünen und SPD abgestraft, weil unter anderem dier SPD-Innenminister Jäger in NRW eine derart desaströse Polizei- und Sicherheitsarbeit (Fall Amri, Sylvesternacht, jeder dritte Wohnungseinbruch geschieht in NRW mit minimaler Aufklärungsquote) zu verantworten hatte.
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#7 GronkelAnonym
  • 22.05.2017, 12:29h
  • Antwort auf #1 von Fennek
  • "Auch in Deutschland wird es immer schlimmer...
    Und die schwarz-rote Bundesregierung sieht weiterhin weg, statt etwas dagegen zu tun.
    Es muss z.B. endlich an jeder Schule mehr Aufklärung über Vielfalt geben. Und es darf keine Ausnahmen im AGG mehr geben. Auch eine rechtliche Gleichstellung ist dringend überfällig, denn in anderen Staaten hat man gesehen, dass Eheöffnung & Co auch sehr schnell die gesellschaftliche Akzeptanz erhöhen."

    Und mit der Eheöffnung oder neuen Schulbüchern wirst du einen körperlichen Angriff auf der Straße verhindern können? Das ist ja absurd, ich finde es schrecklich wenn aus einem Angriff ein privates und politisches Süppchen gekocht wird
    Wie wär es damit Angriffe auf andere Menschen konsequent zu bestrafen? Warum konnte der Angreifer nach der erkennungsdienstlichen Behandlung direkt wieder nach Hause marschieren? Warum wird nicht breitflächig erfasst wer die Angreifer sind um überhaupt vernünftig überlegen zu können wie man auch dagegen vorgehen kann?
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#8 Pascal GoskerAnonym
#9 Patroklos
  • 22.05.2017, 13:26h
  • Antwort auf #1 von Fennek
  • Ihr macht es Euch mal wieder viel zu einfach, die Schuld auf die Bundesregierung abzuwälzen! Die homophoben Übergriffe passieren alle in Berlin und darum ist Rot-Rot-Grün dafür verantwortlich, und zwar in Person von Innensenator Geisel von der SPD.
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#10 AlexAnonym
  • 22.05.2017, 13:33h
  • Antwort auf #7 von Gronkel
  • Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal schweigen.

    Ist doch klar, dass Jugendliche, die schon in jungen Jahren keinen Homohass entwickeln auch später keine Schwulen verprügeln.

    Und warum rechtliche Gleichstellung solche Taten reduziert, hat der Poster bereits erklärt, das brauche ich nicht zu wiederholen.
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