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83 Stockhiebe

Indonesien: Folterstrafe gegen mutmaßliche Schwule vollstreckt

Vor über 1.000 Schaulustigen wurden erstmals zwei wegen Homosexualität verurteilte Männer gefoltert.


Einer der Männer vor der Vollstreckung der Strafe

Ein 20 und ein 23 Jahre alter Mann sind am Dienstag im indonesischen Banda Aceh wegen ihrer Homosexualität mit 83 Stockhieben öffentlich gezüchtigt worden – zum ersten Mal seit der Einführung des Scharia-Rechts in Aceh wurden damit Männer wegen ihrer sexuellen Orientierung bestraft.

Auf einem Marktplatz schauten Medienberichten zufolge mehr als 1.000 Menschen dem Spektakel zu. Laut BBC jubelten sie laut und forderten die Foltermeister auf, härter zuzuschlagen. Bilder zeigen, wie die Menschenmassen fröhlich Handyvideos von den Opfern des Rituals machten.

Neben den beiden Männern wurden acht weitere Personen öffentlich gezüchtigt. Darunter befanden sich zwei Frauen, die bestraft wurden, weil sie angeblich Männern, mit denen sie nicht verheiratet waren, Zuneigung gezeigt haben sollen.

Twitter / krithikaltheory

Die beiden mutmaßlichen Schwulen waren vor gut einem Monat verhaftet worden, nachdem ein homophober Mob in ihre Wohnung eingedrungen war und sie offenbar im Bett erwischt hatte (queer.de berichtete). Sie wurden daraufhin von einem Schariagericht zu 85 Stockhieben verurteilt (queer.de berichtete). Am Ende wurden ihnen zwei Stockhiebe erlassen, weil sie rund zwei Monate in Untersuchungshaft verbracht hatten.

Aceh ist die einzige Provinz in Indonesien, die ausdrücklich Gesetze gegen Homosexualität erlassen hat. Allerdings warnen Menschenrechtsaktivisten der Human Rights Watch, dass im gesamten Land ein "nie dagewesener Angriff" auf LGBTI-Rechte stattfinde (queer.de berichtete).

In den letzten Wochen gab es zudem gezielte Aktionen gegen mutmaßliche Schwule auch außerhalb Acehs: So wurden erst am Wochenende in der Hauptstadt Jakarta 141 Männer nach einer Razzia in einer Schwulensauna festgenommen (queer.de berichtete). Drei Wochen zuvor hatte die Polizei 14 Männer in Indonesiens zweitgrößter Stadt Surabaya aufgegriffen, weil sie an einer schwulen Privatparty teilgenommen haben sollen (queer.de berichtete). (dk)



#1 LinusAnonym
  • 23.05.2017, 10:52h
  • "Vor über 1.000 Schaulustigen"

    Und der Mob schaut begeistert zu...

    Was für ein perverses Land mit perversen Menschen...

    Wieso gibt es in Deutschland nach wie vor kein generelles Asylrecht für verfolgte LGBTI?
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#2 SchuldigGemachtAnonym
  • 23.05.2017, 11:04h
  • Damit haben sich diejenigen, die die Strafe vollstreckten und das Gesetz erließen, hochgradig schuldig gemacht. Genauso wie die Zuschauer, die jubelten und wollten, dass härter zugeschlagen werden soll!
    So wie ich es auf dem Bild sehe, sind es nicht wirklich Stöcke, sondern etwas biegsames. Was bedeutet, dass es auf der Haut Narben hinterlässt!

    Das muss Konsequenzen haben - auch da muss Amnesty International reagieren - alles ist besser als nichts zu tun!
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#3 SebiAnonym
#4 wir sind MenschenAnonym
  • 23.05.2017, 11:28h
  • mich würde mal Interessieren wie viele es von uns wirklich gibt, weltweit.
    Es könnte unserem Schutz dienen wenn Länder wie Indonesien ,Schwarz auf Weiß, sehen wie viel wir sind.
    Was meint Ihr dazu ?
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#5 ReisekaufmenschAnonym
#6 SchuldigGemachtAnonym
  • 23.05.2017, 11:56h
  • Antwort auf #4 von wir sind Menschen
  • Ich denke nicht, dass das Wissen über die Anzahl von LSBTTIQ weltweit, bei den indonesischen Radikalen was verändert.
    Es ist gut möglich, dass sie sehr wohl wissen, welche Länder sich der Ehe öffneten und wo der Paragraf 175 gestrichen wurde bzw. wo es das AGG gibt.

    Das ist ja das schlimme bei Homophobie: sie schrecken vor nichts zurück! Manche unter den Homophoben denken sogar, dass die «Unterstützung für uns schlimmer sei als Krieg oder sogar Atomkrieg.»

    Die Anzahl der LSBTTIQ weltweit ist denen doch völlig egal!
    Sie sehen sich selbst als dominant und in der Mehrheit.
    Das ist eines der Probleme.
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#7 EulenspiegelAnonym
  • 23.05.2017, 12:04h
  • Antwort auf #3 von Sebi
  • Und weil sich alle Weltprobleme nicht durch das deutsche Asylrecht lösen lassen. Funktioniert leider nicht.

    In Indonesien gibt es alleine 5 Millionen Homosexuelle (wenn man von 5% ausgeht), und das ist nicht das einzige Land mit dieser Verfolgung. Und homosexuelle sind nicht die einzige verfolgte Gruppe.

    Und so ein Merkel - Asylrecht a la "Wir nehmen jeden herzlich auf, wenn er es schafft die Schlepper zu bezahlen und die Reise zu überleben" ist auch nur eine Ausrede für "Wir wollen keinen".

    Letztendlich leben auf der Welt weit über 1 Milliarde Leute in Krisengebieten, miesen Diktaturen oder unter religiösen Fanatikern. Alle hätten nach linker Meinung Anspruch auf Asyl, H4, Weiterbildung und ein gutes Leben.

    Geht nur leider nicht.
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#8 panzernashorn
  • 23.05.2017, 12:09h
  • Antwort auf #5 von Reisekaufmensch
  • Diesbezüglich gebe ich Dir völlig Recht.

    Solche Länder müssen deutlich geächtet werden und angesichts ihrer Menschenrechtsverletzungen angeprangert.

    Tourismus in solche Barbarenstaaten ist absolut fehl am Platz!

    Der Wahn der Religioten zeigt seine idiotischen Auswüchse.
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#9 panzernashorn
#10 TheDad
  • 23.05.2017, 12:27h
  • Antwort auf #4 von wir sind Menschen
  • ""mich würde mal Interessieren wie viele es von uns wirklich gibt, weltweit.""..

    Rechne doch mal durch..
    5 % von 7,5 Milliarden..
    Plus die Bisexuellen..
    Plus die TTT's..
    Plus die Intersexuellen..

    Da kommt man leicht auf Eine Milliarde Menschen..
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