Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28902

"Schwule Hexenjagd"

Südkorea: Militärgericht verurteilt Armee-Kapitän wegen Homosexualität

Ein Soldat hatte offenbar in seiner Freizeit einvernehmlichen Sex mit einem anderen Mann. Nun muss er um seine Existenz bangen.


In der koreanischen Armee ist Homosexualität generell untersagt (Bild: Republic of Korea Armed Forces / flickr)

Ein südkoreanisches Militärgericht hat am Mittwoch einen Kapitän der Armee zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt, weil er einvernehmlichen Sex mit einem anderen männlichen Soldaten gehabt haben soll. Die "Tat" soll außerhalb der Dienstzeit der beiden Männer und nicht in der Kaserne stattgefunden haben. Kim In-sook, die Anwältin des Verurteilten, kritisierte die Entscheidung als "absurd". Sie basiere auf einem verfassungswidrigen Gesetz.

Anders als heterosexueller Geschlechtsverkehr ist einvernehmlicher homosexueller Sex Militärangehörigen in Südkorea generell untersagt und kann mit Haftstrafen von bis zu zwei Jahren geahndet werden. Das trifft nicht nur auf Berufssoldaten zu, sondern auch auf Wehrpflichtige. Alle männlichen Staatsbürger müssen bis zu zwei Jahre im Militär dienen.

Laut Anwältin Kim sei noch nicht sicher, ob ihr Mandant Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird. Das gesamte Verfahren habe ihm so stark zugesetzt, dass er sich in Behandlung begeben habe, sagte Kim. Sollte das Urteil Bestand haben, würde der Mann unehrenhaft auf der Armee entlassen – eine solche Entlassung erschwert es, einen Anschlussjob zu finden.

Militärpolizei ermittelt auf Dating-Apps gegen Schwule

Immer wieder haben Menschenrechtsaktivisten die Diskriminierung Homosexueller im Militär der Republik Korea kritisiert. Im vergangenen Monat beschuldigte die südkoreanische Bürgerrechtsorganisation MHRCK das Militär, gezielt nach Schwulen in den eigenen Reihen zu fahnden. Die Militärpolizei habe Soldaten mit Outings gedroht, um Informationen zu erpressen, Handys der Soldaten konfisziert und sogar verdeckt auf schwulen Dating-Apps Profile erstellt, um schwule Soldaten in eine Falle zu locken. Bislang hat sich das Verteidigungsministerium nicht zu den Vorwürfen geäußert. Es ist auch nicht bekannt, gegen wie viele Soldaten wegen Homosexualität ermittelt wird.

Auch die internationale Menschenrechtsorganisation Amnesty International übte scharfe Kritik am Vorgehen des Militärs, das einer "schwulen Hexenjagd" gleichkomme. Die Verurteilung des Kapitäns müsse aufgehoben werden, forderte AI-Sprecherin Roseann Rife. "Niemand sollte wegen seiner sexuellen Orientierung und deren Auslebung oder wegen seiner Geschlechtsidentität verfolgt werden", so Rife. Sie forderte den neuen Präsidenten Moon Jae-in zum Eingreifen auf.

Außerhalb des Militärs ist Homosexualität in Südkorea zwar legal, allerdings leben viele Schwule und Lesben wegen gesellschaftlicher Ausgrenzung versteckt. In den letzten Jahren gab es eine immer lautstärkere LGBTI-Community, die Antidiskriminierungsgesetze und gleiche Rechte forderte. Im letzten Jahr scheiterte allerdings ein schwules Paar mit seiner Klage auf Ehe-Schließung (queer.de berichtete). (dk)



#1 EisenhowerAnonym
#2 OrthogonalfrontAnonym
#3 EisenhowerAnonym
  • 24.05.2017, 14:20h
  • Ein Land, zwei Systeme:

    de.wikipedia.org/wiki/Ein-China-Politik

    Inzwischen sind es aber mit Hongkong und Shanghai mindestens vier Systeme.

    Das ist im übrigen auch die offizielle Haltung der Bundesregierung und der Europäischen Union.

    ###

    Zum Thema Korea und Samsung: Auf Youtube mal nach "Destroy Samsung Phone" suchen, um Hinweise zu bekommen, wie man sein Gerät entsorgen kann.

    Besser noch: alle Speicherchips löschen, per Hand entfernen, und ab mit dem Smartphone in die Wertstofftonne!

    Oder will man sich wirklich von Homo-Hassern ausspionieren lassen?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 wiking77
  • 24.05.2017, 14:29h
  • "andere Länder, andere Sitten", nicht nur in Saudi-Arabien und im Iran, sondern auch in Korea. Ist sie ja vor ein paar Jahrzehnten ein Nato-Generalsekretär darüber gestolpert, dass er angeblich homosexuell gewesen sei.

    Sich über Korea zu empören ist billig, wenn man bedenkt, dass sowas auch in der demokratischen Bundesrepublik bis vor ein paar Jahrzehnten ähnlich möglich war.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 BobAachenProfil
  • 24.05.2017, 14:30hAachen
  • Antwort auf #2 von Orthogonalfront
  • Auch in Taiwan noch nicht. Mann lese sorgfältiger! Das Gesetz solle innerhalb 2 Jahren korrigiert werden.
    "Das Gericht trug in dem Urteil der Regierung auf, die Gesetze innerhalb von zwei Jahren verfassungskonform zu gestalten den konkreten formalen Weg ließ das Gericht offen. "
  • Antworten » | Direktlink »
#6 FaktenAnonym
  • 24.05.2017, 15:06h
  • "Anders als heterosexueller Geschlechtsverkehr ist einvernehmlicher homosexueller Sex Militärangehörigen in Südkorea generell untersagt"

    Not so fun fact:
    Die bundesrepublikanische Reform des §175 von 1969:

    "Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren wird bestraft: 1. ein Mann über achtzehn Jahre, der mit einem anderen Mann unter einundzwanzig Jahren Unzucht treibt oder sich von ihm zur Unzucht mißbrauchen läßt"

    ... diente eindeutig zur Beruhigung der damals schon besorgten Eltern, die ihre Sprösslinge nach dem Wehrdienst gern "ungebraucht" zurückerhalten wollten. Anders ist die absurde doppelte Altersgrenze nicht zu erklären, die genau diese Zielgruppe erfasste.

    Damals durften zwei unter 18jährige straffrei miteinander ficken, sollten dann pausieren, sobald einer ins "wehrfähige Alter" kam und durften erst weitermachen, sobald auch der zweite 21 geworden war. In der Zwischenphase waren beide gleichzeitig Täter und Opfer im Sinne des Paragraphen.

    Erst mit der zweiten Reform 1973 wurde das in die eifache "Schutz"-Altersgrenze von 18 Jahren umgeändert.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 EisenhowerAnonym
#8 PeerAnonym
  • 24.05.2017, 15:53h
  • Wie kann man nur etwas dagegen haben, wenn ein erwachsender Mensch mit einem anderen erwachsenen Menschen einvernehmlichen Sex hat?

    Wieso sind manche Menschen so besessen vom Sexleben anderer und wollen ihnen in die Betten hinein diktieren?
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Stefan84Anonym
  • 24.05.2017, 16:04h
  • Südkorea hat eine fanatische und extrem religiöse Minderheit, die allerdings politisch sehr viel Macht hat. Und dank amerikanischer Missionare sind das keine gemäßigten Christen sondern total verrückte und extrem fundamentalistische Protestanten. Die werden auch regelmäßig gegenüber Buddhisten gewalttätig und greifen z.B. Mönche auf offener Straße an oder zerstören Tempel.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 WasIstDennDasAnonym
  • 24.05.2017, 16:06h
  • Was ist bitte eine schwule Hexenjagd und wo ist mit diesem Begriff der Bezug zum Artikel?
    Es wurde ein Armee-Kapitän wegen Homosexualität verurteilt. Was hat das mit Hexen zu tun, die bekanntlich dem weiblichen Teil der Menschheit auf negative Weise zugeschrieben wurde, und dessen Jagd??
  • Antworten » | Direktlink »